Eine Geschichte vom Bayern-Urlaub

Zu Piefke66Piefke66
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sagte am 11.08.2017 um 09:28

[b]Letztes Jahr im Sommer waren wir in Urlaub in Bayern.

Meine große Schwester Jessica, meine Eltern und unser Hund Trabatoni. Ich war
auch dabei und ich heiße Torsten und bin sieben Jahre alt.


Meine Eltern waren schon öfter in Bayern, aber für mich war es der erste Urlaub
im Ausland, weil ich bisher nur in Bibione war. Bayern wäre eigentlich sehr
schön, aber man sieht es kaum, weil überall Berge davorstehen und es verdecken.
Sehr cool sind manche Häuser. Sie sind tätowiert, zum Beispiel mit einem
Hirsch, einem Berg oder einem Baum. Aber weil die Bayern das Wort
"Tatoo" noch nicht kennen, sagen sie "Lüftlmalerei" dazu.


Die Bayern sind lustige Menschen und lachen viel mehr wie die Leute bei uns zu
Hause. Sie mögen uns sehr, denn wenn sie uns sehen, lachen sie noch mehr.


Die meisten Männer heißen Sepp oder Xaver, die Frauen heißen alle OIDE.


Das lustigste in Bayern ist die Sprache. Manche können deutsch, aber nicht
alle. Der Ort, wo wir in einer Pension gewohnt haben, war da, wo Bayern
"Oberpfalz" heißt und da ist die Sprache echt krass. Als wir einmal
gewandert sind, sind wir an einem Bauernhof vorbeigekommen und davor saß ein
alter Mann auf einer Bank, aß ein Stück Torte und trank dazu eine Flasche Bier.
Mein Vater sagte zu ihm, dass schönes Wetter ist und der Mann meinte:


"Loumameirouh !" Das heißt wahrscheinlich "Guten Tag!"


Ich wollte es gleich ausprobieren, ob ich die Sprache auch kann und sagte zu
dem Mann: "Loumameirouh". Er blickte aber sehr böse und sagte zu mir:


"Saubougejbloßzou!" Da sagten wir lieber nichts mehr und gingen
weiter, weil wir ihn nicht reizen wollten. Der Mann stand dann auf und stöhnte
und sagte:


"Doubougescheißdizouh!" Das heißt wahrscheinlich "Tschüß"
oder so.


Gut gefallen haben mir in Bayern auch die Feste. Irgendwo ist immer eines.

Da sitzen dann die Bayern und trinken Bier aus gläsernen Eimern, die sie
"Maß" nennen. Die Frauen haben kleinere Eimerchen, die heißen
"Halbe". Normale Gläser gibt es nur für Kinder oder ganz alte Frauen.



Wenn die Bayern einige Eimer Bier getrunken haben, schlafen sie ein oder sie
reden in einer Geheimsprache, die man nicht versteht. Es sind nur sehr kurze
Wörter, und mit diesen reizen sie sich gegenseitig, bis sie raufen.

Auf dem Fest, bei dem wir waren, konnte man dies sehr schön beobachten. An
unserem Nachbartisch im Bierzelt saßen einige Bayern mit ihren Eimern.

Zuerst lachten sie und guckten zu uns herüber. Einer von Ihnen konnte sogar
italienisch, denn er sagte zu meiner großen Schwester immer: "divegldiano
!"


Sie verstand ihn aber nicht, weil sie nicht italienisch spricht.


Die Bayern sind richtig lustig, wenn sie sich gegenseitig beleidigen. Das
gefällt ihnen scheinbar sehr. Als mein Vater und ich einmal in unserem
Urlaubsort in der Dorfmetzgerei einkauften, kam ein Bayer herein und sagte zum
Metzger: "Servus Hans, du oida Hunzkrippe!"


Da lachte der Metzger und sagte: "Habe die Ehre Sepp, Du Saubär du
greislicher!" Sepp, der Saubär freute sich sehr über diese nette
Begrüßung.

Als noch ein weiterer Bayer hereinkam, wurde die Stimmung immer besser. Er
begrüßte die anderen beiden mit einem herzlichen: "Ja, do schau her, da
Sepp und da Hans! Griaß eich, ehs Schlawiner, ehs elendigen!" Auch Hans,
der Hunzkrippe und Sepp der Saubär begrüßten den Neuankömmling und riefen:
"Ja griaß de Franz, oida Suffbeidl, stinkerter!" Franz Suffbeutel war
total begeistert und lachte über das ganze Gesicht. Dann sagte Sepp, der Saubär
zu Hans, dem Metzger bzw. Hundskrippe: "Hä Hans, gib ma amoi drei Boor vo
Deine greislichen Pfälzer, Du Leitbscheißer, Du windiger!" Metzger Hans
meinte dazu: "Für Dein Saumogn taugns allwei no, Du gschwoikopferter
Bauernfünfer, Du staubiger! Bulldogmißhandler, grausamer!"


Es gibt scheinbar nichts Schöneres für einen Bayern, als beleidigt zu werden,
denn sowohl Hans, der Leutebescheißer, als auch Sepp, der Saubär und Bauernfünfer
und Franz Suffbeutel waren in einer Super-Stimmung und lachten herzhaft. Mein
Vater sagte zu mir: "Pass auf Torsten, jetzt mache ich auch mit bei dem
Spaß!" Dann sagte er zum Metzger: "Geben Sie mir bitte hundert Gramm
von Ihrer verfaulten Salami, Sie Vollidiot!" Plötzlich lachte keiner mehr
und alle sahen meinen Vater böse an, sogar die alten Frauen, die ihm Laden
waren. Der Metzger sagte mit finsterem Gesicht: "Schaug bloß, daß'd
weida-kimmst, Du Preissnschädl, Du g***rter!" Das habe ich zwar nicht
genau verstanden, aber es hörte sich nicht gut an, und wir verließen ohne Wurst
die Metzgerei.


Wahrscheinlich ist "Vollidiot" eine Beleidigung, die die Bayern nicht
kennen, und deshalb freuen sie sich nicht darüber.


Sonst war es in Bayern sehr schön und ich habe mich sehr gefreut, denn ich
durfte abends immer mit vier Jungs aus dem Dorf Fußball spielen. Ich habe mir
extra die Namen der Jungs notiert, damit ich ihnen nach dem Urlaub schreiben
kann. Sie heißen Üzügül, Sladec, Abdullah und Ferdl.


So, das wars.[/b]

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