Asiaten lachen anders

20

April

2012

Eine neue Studie zeigt, dass die asiatischen Bürger die Mimik anders einsetzen als Menschen aus Europa oder Amerika. Der Studie zufolge formen und verstehen Asiaten und Europäer Gesichtsausdrücke deutlich unterschiedlich. Dies haben Forscher aus Glasgow und Freiburg herausgefunden. Bereits Charles Darwin war davon überzeugt, dass die Mimik auf 6 fundamentalen Emotionen Freude, Angst, Ekel, Überraschung, Wut und Trauer, basiert und für Menschen lebensnotwendig sei. Lange Zeit ging man davon aus, dass jeder Mensch Emotionen gleich ausdrückt und versteht. Die Studie des Forscherteams aus Freiburg und Glasgow widerlegt diese Annahme.

Asiaten schauen auf die Augen


Laut Roberto Caldara von der Universität Freiburg unterschieden europäische Testpersonen die 6 Gefühlskategorien klar voneinander. Bei den Chinesen war die Definition dagegen viel unschärfer. Bereits in früheren Studien des Teams wurde nachgewiesen, dass sich Asiaten ausschließlich auf die Augen konzentrieren, um die Gefühle anderer Menschen abzulesen. Dagegen schauen Menschen aus westlichen Ländern auf den Mund. Dies könnte gleichzeitig erklären, warum für uns asiatische Gesichter recht starr und gefühlslos wirken. Der kulturelle Unterschied kann auch sehr gut in den typischen Emoticons in E-Mails und SMS verdeutlicht werden. Im Westen wird der Mund als Zeichen der Stimmung genutzt, beispielsweise :) oder :(. Dagegen betonen die Smileys in Asien die Augen, beispielsweise ^_^ oder ;_; für fröhlich und traurig.

Gefühlte werden anders eingestuft


Wie die Autoren der Studie schreiben, bilde das westliche Konzept von Emotionen die asiatische Gefühlswelt nur schlecht ab. In den asiatischen Kulturen gehören Gefühlte wie Stolz, Scham und Schuld ebenso zur Gefühlswelt, wie Angst, Freude, Ekel, Wut, Überraschung und Trauer. Überraschend wurde festgestellt, dass für die Asiaten die Intensität der Gefühle keine Bedeutung hat. Es ist also völlig gleichgültig, ob die Freundin eine Träne vergießt oder die ganze Nacht weint. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass starke Gefühle in der asiatischen Kultur oftmals unterdrückt werden. Insgesamt ist jedoch klar, dass die Universalitäts-Theorie nicht länger gültig ist. Verständnis und Ausdruck von Gesichtsausdrücken hängen stark von der Kultur ab und sind keinesfalls universell. Für das Ergebnis dieser Studie nutzen die Forscher eine neue Technik, bei der sie den Testpersonen eine Serie von dynamischen Gesichtern am Computerbildschirm abspielten. Die Testpersonen gaben an, um welchen Ausdruck es sich dabei handelte.


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