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habe....

Zu Seezunge2Seezunge2
50
sagte am 07.11.2019 um 08:35

renoviert....undzwar hab das plankton in müllfarben genommen und sie damit eingewickelt...sieht so schön minaral amorph aus ..ich finde es klingt schön nach absoluter gequirllter kac...was ich schreibe oder?


wollte nur sagen hab meinen fischereiausweis verlängert


#nachhaltigkeit #fairtrade
Mehrwegbecher statt Einwegbecher für den Coffee-to-go. Aber welcher Becher soll es sein? (Update: 27.1.2019)
Dass die one-way Coffee-to-go Becher riesige Müllberge erzeugen, ist jedem bekannt. Viele machen sich daher auf den Weg, das Problem zu lösen. Was ich dabei beobachtet habe, und welche Lösung ich bevorzuge, dazu hier ein paar verschriftlichte Gedanken.
19.1.2019
Von Volker Thiele
· Geschätzte Lesezeit 7 Minuten
Akteure, die dem Einweg-Coffee-to-go-Becher ein Ende setzen wollen, gibt es auf allen Seiten.
Einige Mitmenschen kaufen sich einen Mehrwegbecher, um diesen beim Bäcker oder im Tankshop befüllen zu lassen. Das Problem: Nicht überall dürfen die Coffee-to-go-Anbieter einen Becher einfach so betanken – wegen der Hygiene und so.
Auch einige Coffee-to-go-Anbieter zeigen dem Einwegbecher die rote Karte. Es gibt Bäckereiketten, die ein eigenes Mehrweg-Becher-System eingeführt haben. In anderen Regionen haben sich unterschiedliche Coffee-to-go-Anbieter zusammengeschlossen, um ein gemeinsames Mehrweg-Becher-System zu etablieren.
Mi***r sind es auch Umwelt- und Klimaschutz-Behörden die nach Lösungen suchen, dem Einweg-Becher-Müll entgegenzuwirken.
Und dann gibt es noch einige Fairtrade-Steuerungsgruppen, die das Thema auf die Agenda genommen haben. Ich gehöre zu einer dieser Gruppen.
Bei uns im Ort haben wir vor etwa eineinhalb Jahren damit begonnen, einen Mehrweg-Becher einzuführen, den FairCup. Die Initiative ging übrigens von einer hiesigen Tankstelle aus1, die Coffee-to-go anbietet. Die Inhaberin sprach unsere Marketing-Chefin an, die das Thema sofort aufgegriffen hat. »Das ist doch auch ein Thema für euch Fairtradler«, meinte sie, und schon war ich im Boot.2
Wir haben zwischenzeitlich viele Sitzungen und Veranstaltungen von anderen Akteuren besucht, in denen es darum ging, einen Mehrweg-Coffee-to-go-Becher einzuführen. Dabei machen Frau und Mann so ihre Beobachtungen, und sich darüber einige Gedanken. Hier sind ein paar davon …
Ein geflügeltes Wort in meinem Beruf lautet: Immer erst die Zuständigkeit prüfen! Wer ist hier eigentlich zuständig? Wer ist zuständig, diesen Einweg-Becher-Müll abzustellen? Die Anbieter, der Staat oder die Coffee-to-go-Trinker?
Die unsichtbare Hand des Marktes regelt das, heißt es oft. Der Markt hat jedoch viel Müll produziert bevor er langsam erkannte, dass der ein Problem ist. Und Marktteilnehmer sind nicht nur die Anbieter, sondern auch die Nachfrager, also jeder von uns.
Ich erzähle das, weil es ein Beispiel dafür ist, dass auch der Markt sich mi***r sehr träge bewegt. Er ist nicht die Verheißung, wie das von einigen gern propagiert wird. Woran liegt das? Weil die jeweiligen Marktteilnehmer (ob Anbieter oder Nachfrager) grundsätzlich bequem sind und in erster Linie ihren eigenen Vorteil sehen, und nicht den der Allgemeinheit. »Ich will hier und jetzt meinen Coffee-to-go, und verzichte nicht, nur weil der Bäcker dafür Einwegbecher anbietet! Und dieser einzelne Becher macht den Kohl auch nicht fett!«
Spätestens jetzt kommt ein Klassiker. Die Verbraucher zeigen auf die Anbieter die nicht in die Puschen kommen, und die Anbieter sehen sich nicht in der Pflicht. Was kommt dann? Das: »Da muss der Staat doch was machen!« Die übliche Geschichte.3
Steigen wir weiter in das Thema ein. Da sind nun etliche Akteure – siehe oben – die eine Lösung herbeiführen wollen. Wenn ein Mehrweg-Becher einführt werden soll, sollte eine Frage vorweg beantwortet werden: Was soll es denn werden, ein Kauf- oder ein Pfandbecher?
Ein Kaufbecher, der von Bäckereien, Tankstellen und so weiter angeboten wird, ist zunächst mal nichts anderes als ein Coffee-to-go-Becher, den ich mir im Supermarkt kaufe. Ich kaufe ihn, also gehört er mir. Das heißt, ich will ihn auch nicht wieder rausrücken.
Hole ich mir häufiger einen Coffee-to-go bei entsprechenden Anbietern, muss ich jedes Mal einen Becher kaufen. Es sei denn, der Coffee-to-go-Anbieter darf mir meinen mitgebrachten Kaufbecher wieder befüllen. Was jedoch aus hygienischen Gründen nicht überall möglich ist. Unterstellen wir mal, das ist überall möglich. Wenn ich aber meinen Becher nicht dabei habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder einen zu kaufen. Und ich behaupte mal, die meisten von uns werden nicht überall ihren Kaufbecher mit sich herumschlüren.
Ich stelle mir gerade vor, wie viele Pizzateller und wie viel Besteck ich im Laufe der Jahre schon hätte, wenn ich das Geschirr in den Restaurants jedes Mal gleich mitgekauft hätte.
Was passiert mit den vielen Kaufbechern die bei einem Kaufsystem in den Umlauf kommen?
Einige Anbieter haben ihre Kaufbecher besonders gestaltet, zum Beispiel mit einem Aufdruck: „Bielefeld-Kaffee, schmeckt wie die Stadt aussieht!“, oder so. In solchen Fällen können die Becher zu Sammlerstücken werden. Das ist eine nette Marketing-Aktion. Aber ist das eine gute Lösung im Sinne von Müllvermeidung? Wenn der Kaufbecher keinen Sammlerwert hat und auch nicht höherwertig ist, was geschieht dann mit solchen Bechern? Vermutlich landen auch sie relativ schnell im Müll.
Zwischenergebnis: Auch der Kaufbecher ist im Grunde nur ein Einwegbecher. Nachhaltig ist er nur bedingt.
Es braucht einen Anreiz, damit der Becher häufiger genutzt wird. Wenn ich ihn nicht nutze, könnte ihn aber ein anderer nutzen. Und schon bin ich beim Pfandsystem. Wenn ich beim Kauf eines Coffee-to-go’s Pfand für den Becher zahle, besteht ein Anreiz, den Becher dem Kreislauf wieder zuzuführen. Das heißt, es ist viel eher möglich, dass der Becher seine maximales Lebensalter, seine maximale Nutzungsdauer erreicht. Was ja wesentlich umweltschonender ist.
Bei vielen Sitzungen haben wir beobachtet, dass die Akteure sich gleich zu Beginn der Überlegungen dabei verzettelten, wie denn der Becher aussehen sollte. Aber: Wenn ein Pfand-Becher möglichst lange im Kreislauf bleiben soll, sollte der Becher eher hässlich als schön sein. Denn sonst wird auch der Pfand-Becher zum Sammlerstück – zumindest in der Anfangszeit. Das ist besonders für die Anbieter der Pfandbecher, also für die Bäckereien, Tankstellen und so weiter, problematisch. Stichwort: Pfandclearing.4
Halten wir fest: Der Pfandbecher ist eine nachhaltigere Lösung als der Kaufbecher.
Oft kommen auch Forderungen wie: Der Becher muss aber auch biologisch abbaubar sein. Ohne Frage, das wäre schön. Aber wäre es nicht viel wichtiger, erstmal die Einwegbecher-Problematik zu beseitigen?5 Je eher, desto besser! Wir könnten weiter sein, wenn wir uns nicht jedes Mal in den Details verheddern würden. Manchmal müssen wir halt Kompromisse eingehen.
Nebenbei: Das ist die gleiche Problematik wie ich sie dauernd, nein immer, bei den Diskussionen um eine neue Website erlebe6. Es wird sich in Nebensächlichkeiten verstrickt.
Eine Nebensächlichkeit scheinen auch die Deckel von solchen Schnabeltassen Bechern zu sein. Sind sie aber nicht. Beim Kaffeetrinken während der Autofahrt sind sie durchaus von Vorteil, beispielsweise wenn man mit dem SUV in der unwegsamen Prärie unterwegs ist.
Es gibt auf dem Markt mittlerweile einige Anbieter, die Mehrwegbecher vertreiben. Aber nicht alle haben auch einen Deckel für die Becher im Programm. Dann wird gern auf die Möglichkeit verwiesen, notfalls einen Einweg-Deckel anzubieten. Das ist für mich schon ein Ausschlusskriterium. Denn ein Einwegdeckel konterkariert den Sinn und Zweck der Aktion – die Müllvermeidung. Auch ein Mehrweg-Deckel gehört als Option dazu, und sollte aus den gleichen, oben angeführten Gründen mit Pfand bepreist werden.
Soheit so gut.
Viele haben schon eine Lösung den Einwegbecher zu vermeiden, andere sind dabei eine Lösung einzuführen – hier sind es Bäckerei-Ketten, dort Tankstellen-Ketten, drüben Kreise und da vorn ein paar Städte. Und fast alle verfolgen einen anderen Ansatz. Mal ist es der Kaufbecher, dann ist es der Pfandbecher. Die Becher unterscheiden sich, und auch die Pfand-Systeme. Wäre es da nicht sinnig, das alles unter einen Hut zu bekommen um ein Durcheinander zu vermeiden?
Wäre es nicht schön, wenn in den Kreisen Höxter, Holzminden, Lippe und Hameln-Pyrmont die gleichen Pfand-Becher im Umlauf wären? Und wenn sie dann noch einen Aufdruck haben, der die Region aus der sie stammen kennzeichnet – irgendwann taucht der Becher mit dem Schloss Corvey dann in Hameln, der Becher mit dem Rattenfänger in Höxter und der Hermann in Holzminden auf. Wäre doch cool, oder?7
Wir haben uns schon den Mund fusselig geredet. Jetzt scheibe ich mir die Hände fransig. Mal schauen, wie weit wir kommen …
Update 27.1.2019:
Stichwort Pfand: Der Becherpfand sollte nicht zu niedrig bemessen sein. Es gibt Systeme, bei denen ein Euro pro Becher als Pfand vorgesehen ist. Der Anreiz den Becher dann zurückzubringen, im Kreislauf zu halten, ist dann geringer. Meines Erachtens sollte das Pfand für einen Becher mindestens zwei Euro betragen.
Stichwort Umlaufzyklen: Bei den Überlegungen welches System sich am besten eignet, sollten auch die Umlaufzyklen eine Rolle spielen. Bei weniger als 300 Umlaufzyklen müssen andere Argumente schon sehr stichhaltig sein. Beispielsweise: nachgewiesenes, vollständiges Recycling, oder/und der Becher muss vollständig biologisch abbaubar sein. Aber auch das sollte nachgewiesen sein.
Was ich sehr lobenswert finde. [return]
Lustig daran ist, ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Coffee-to-go getrunken zu haben. Kaffee gehört zu meinen Lieblingsgetränken. Aber ich mag ihn nicht hastig im Gehen zu schlürfen. [return]
Der Abgasskandal lässt grüssen. [return]
Das Pfandclearing, also die Abwicklung des Pfandausgleichs, ist der schwierigste Teil der Geschichte. Ich komme später darauf zurück. Vielleicht. ;-) [return]
Bitte nicht falsch verstehen. Es wäre sehr gut, wenn die Becher aus Naturrohstoffen erstellt wurden und biologisch abbaubar sind. Nur, wo sind die Anbieter, die das garantieren und zudem über eine gut funktionierende Logistik verfügen? Wir brauchen die Pfandbecher jetzt, um jetzt die Müllberge zu verringern.
[return]
Oder beim Relaunch einer Website. [return]
Naja, die Problematik mit dem Aufdruck habe beschrieben: Der Becher könnte ein begehrtes Sammlerstück werden. Dem Ziel, der Müllvermeidung, dient das nicht. Und ökologisch ist so ein Aufdruck auch nicht. Aber mit Speck fängt man Mäuse. [return]
Mehrwegbecher statt Einwegbecher für den Coffee-to-go. Aber welcher Becher soll es sein? (Update: 27.1.2019) von Volker Thiele ist lizenziert unter einer Creative Commons Lizenz. Darüber hinausgehende Nutzungsrechte erfragen Sie bitte über die Kontaktdaten im Impressum.
Ein Zwischenbericht? Warum das? Der Hauptgrund ist der Gedanke, dass sicherlich auch noch andere Städte Fairtrade-Town werden möchten. Und alle stehen am Anfang vor der Frage: Wie packe ich das an? Und mit Artikeln wie diesen möchte aufzeigen, wie das bei uns in Lügde gelaufen ist. Und vielleicht sind darin auch ein paar Anregungen – ob im Sinne von Best practice oder von: So machen wir das besser nicht.
Kurz zur Chronik
Lügde soll Fairtrade-Town werden. Das hat der Rat im Mai 2016 beschlossen. Im September hat ein Ratsmitglied zweimal daran „erinnert“1. Übersetzt heißt das, ein Ratsmitglied hakt nach: »Hey, Verwaltung, setzt jetzt endlich mal unseren Beschluss um!«
Und irgendwann sind wir, also die Verwaltung, im konkreten Fall ich dann tätig geworden. Da zunächst eine Steuerungsgruppe zu bilden war, habe ich beim Verfasser2 des initiierenden Antrages (PDF) nachgefragt. Er nannte mir einige Kandidaten, mit denen er bereits gesprochen habe. Die habe ich angeschrieben, ihnen den Job der Steuerungsgruppe erläutert und gefragt, ob sie darin mitwirken wollen. Bis auf einen haben alle zugesagt. Das erste, und bislang einzige Treffen der Steuerungsgruppe fand am 20. Oktober 2016 statt.
Öffentlichkeit und Protokolle
Ich muss mal kurz abschweifen. Es geht um die Stichpunkte Öffentlichkeit und Protokolle.
»Muss denn das nicht sowieso alles veröffentlicht werden?«, fragte mich vor einiger Zeit ein Freund, mit dem ich mich über Lügdes Fairtrade-Stadt-Bewerbung unterhalten habe. »Keine Ahnung, aber ich werde das öffentlich machen«, gab ich ihm zur Antwort. Das, weil ich wie mein Kumpel der Überzeugung bin, wenn man bei diesem Thema glaubwürdig sein will, muss man auch transparent sein. Und, weil ich mich auf einigen Websites anderer Fairtrade-Towns mal umgesehen und für mich festgestellt habe: Das was dort über das Thema zu finden ist, ist ziemlich dünn.
»Gibt es denn sowas wie ein Protokoll von den jeweiligen Sitzungen der Steuerungsgruppe?«, bin ich von einem Mitglied der Steuerungsgruppe gefragt worden. Die Frage habe ich dummerweise nicht deutlich genug beantwortet. Daher an dieser Stelle: Fairtrade-Town ist keine „Wir lassen uns jetzt mal von der Verwaltung fair gehandelten Kaffee einschenken“-Aktion. Fairen Handel zu wollen ist meines Erachtens eine Haltung, die sehr tiefe Wurzeln hat. Ich komme weiter unten noch darauf zurück. Und wenn es eine Haltung ist, hat das was mit intrinsischer Motivation zu tun, und nicht mit einer Aufgabenverteilung mittels Niederschriften.
Was wir bislang gemacht haben
So, weiter im Protokoll: Was haben wir bislang gemacht? Wenn ich jetzt von „wir“ schreibe, sind das meine Kollegin und ich.
Die Osterräderstadt möchte Fairtrade-Town werden, lautet der erste offizielle Artikel zu dem Thema, den ich am 21. Oktober, also einen Tag nach dem ersten Treffen der Steuerungsgruppe unter luegde.de veröffentlicht habe. luegde.de ist die Website der Stadt Lügde. Sinn und Zweck des Artikels war, die Leserinnen und Leser auf die Ansage des Rates aufmerksam zu machen: Lügde soll Fairtrade-Town werden. In dem Beitrag habe ich versucht zu skizzieren, was fairtrade heißt und was dafür erforderlich ist, Fairtrade-Town werden zu können.
Eine Woche später, am 28. Oktober 2016, ging die MitmachSeite unter luegde.de an den Start: FairtradeTown - Machen Sie mit! Darin versuche ich zu erklären, wie Schulen, Vereine, Kirchen, Gaststätten und Geschäfte mitwirken können. In dem Artikel verdrahtet sind auch die Vordrucke, auf denen die Akteure bestätigen müssen, dass sie teilnehmen und welchen Beitrag sie zu der Kampagne leisten (die Vordrucke gehören zum vorgegebenen Procedere). Ebenfalls in dem Artikel zu finden: Links zu Tipps und weitergehenden Infos.
Außerdem haben wir reichlich Post verschickt. Virtuelles Klinken putzen nenne ich das. Meine Kollegin hat sämtliche Marketingmitglieder angeschrieben, während ich die Schulen und Kindergärten angetextet habe. Darüber hinaus haben wir Akteure direkt angesprochen und angeschrieben, wovon wir wussten, dass sie den Fairtrade-Gedanken schon „leben“.
Auch Facebook und Twitter wurden von uns befeuert: Während meine Kollegin die Facebook-Gemeinde3 des MarketingVereins informiert hat, habe ich den offiziellen Twitter-Account der Stadt Lügde strapaziert – siehe hier, hier und hier.
Und ganz langsam beginnt der Tanker sich auch zu bewegen. Wir haben die ersten offiziellen Teilnehmer. Am 17. November 2016 konnte ich meine Idee in die Tat umsetzen, und unter luegde.de auf einer eigens dafür erstellten Seite die ersten wahren Akteure vorstellen: Lügdes Fairtrade-Town-Unterstützer*innen. Die beiden ersten Unterstützer*innen leben den Fairtrade-Gedanken schon seit vielen Jahren, ist mir von ihnen erzählt worden. Die Seite soll aber auch ein Einstieg in eine Art Einkaufs-Guide sein: „Wo können Sie in Lügde fair gehandelte Produkte verköstigen, und wo können Sie fair gehandelte Produkte kaufen?“
„Kosten würden kaum entstehen“
Wenn ich mal die Zeit für die vielen Gespräche, Recherchen und so weiter aufsummiere, kommt da schon jetzt eine nicht unbeachtliche Stundenzahl zusammen.
Kosten würden kaum entstehen, allenfalls Personalkosten, so die Erfahrung der Stadt Bad Pyrmont.
— Aus der Niederschrift der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vom 2.5.2016
„Allenfalls Personalkosten“ – mehr nicht. Wir können auch noch ein paar Sitzungen und Treffen machen, dann werden es noch mehr Stunden. Aber ich glaube nicht, dass dabei mehr heraus kommt.4 Entschuldigt bitte, ich konnte mir das nicht verkneifen. Denn solche Aussagen sind Augenwischerei!
Ihr denkt an den ersten Absatz?
Fairtrade-Town par ordre du mufti ist blöd
Es ist hier auch nicht so, dass nur die Verwaltung den Beschluss des Rates umsetzen muss. Nach den Regelwerk von Transfair ist hier eigentlich die Steuerungsgruppe gefragt, der ich in Lügde als Vertreter der Verwaltung angehöre. Ich gebe zu, von der Steuerungsgruppe könnten mehr Impulse kommen. Aber vielleicht wird das noch. Und manchmal denke ich, die Steuerungsgruppe wird selbst von Transfair nur vorgeschoben. Sie soll den eigentlichen Aktivposten nur verschleiern.
In Lügde ist der Wunsch Faitrade-Town zu werden, aus den Reihen der Kommunalpolitiker gekommen. Dann erfolgte der Ratsbeschluss, und anschließend ist die Steuerungsgruppe „konstituiert“ worden. Diesen Weg würde ich keiner Gemeinde die überlegt Fairtrade-Town zu werden, empfehlen. Das ist Fairtrade-Town par ordre du mufti, und degradiert nicht nur die Steuerungsgruppe zum Ausführungsorgan einer „höheren“ Instanz.
Top-Down ist gerade bei Prozessen wie diesen die falsche Wirkrichtung. Hier hätte man im Vorfeld des Ratsbeschlusses ausloten sollen: Haben wir genügend Motoren die das vorantreiben können? Haben wir genug Leute die motiviert sind, die anpacken, die durchhalten. Leute die nur reden gibt es reichlich. Die werden auch hier nicht gebraucht.
Es spricht nichts dagegen, dass jemand die Initiative ergreift der auch Ratsmitglied ist. Aber die Initiative sollte aus sich selbst heraus wachsen, und nicht durch eine Anordnung des Rates. Denn dann hätte der Ratsbeschluss die Wirkung einer ersten Auszeichnung. Was wesentlich motivierender ist.
Leider ist das in Lügde anders gelaufen. Hier ist die Politik vorangegangen. Daher sind die Kommunalpolitiker*innen ganz besonders gefordert, sich hier zu engagieren.
Kommunalpolitiker*innen müssen auch mitwirken
So oder so: Ein ganz wichtiger Motor bei der Fairtrade-Town-Geschichte muss meines Erachtens die KommunalPolitik sein (siehe hier und hier). Und in Lügde hätte die Politik spätestens nach ihrem Beschluss im Mai 2016 selbst tätig werden können. Doch sie beschränkte sich darauf, die Verwaltung zu erinnern mal bitteschön tätig zu werden.
Ich glaube, die meisten Leute unterschätzen hier die Dimension. Oben habe ich von den tiefen Wurzeln des Fairtrade-Gedankens gesprochen. Nochmal: Es geht hier nicht um Fairtrade-Kaffee-Kränzchen. Ein Beispiel:
»Und den Kaffee werden wir nicht in Plastikbechern ausschenken!« führte meine Kollegin aus, die jemanden von einer geplanten Fairtrade-Aktion berichtete. »Wieso das denn nicht?«, wurde sie gefragt, und antwortete: »Fairtrade heißt auch Nachhaltigkeit!« »Echt?!«
Ihr seid der Meinung, das sei übertrieben? Ist es aber nicht.
Der Faire Handel […] ist im Grunde eine Antwort auf das Versagen des konventionellen Handels.
— Aus der Grundsatz-Charta für den Fairen Handel, Januar 2009 (PDF), Seite 1, www.wfto.com
Wenn die Kommunalpolitiker*innen ihren Beschluss wirklich ernst nehmen, sollten auch sie Klinken putzen gehen. Zum Beispiel, indem sie die ortsansässigen Betriebe mal fragen, woher sie Produkte und Materialien die sie verarbeiten oder verkaufen beziehen. Sie könnten die Betriebe auch fragen, wie die Situation der Menschen ist, die die Rohstoffe abbauen; unter welchen Bedingungen das geschieht, und ob diese Menschen dafür fair bezahlt werden.
Da liegen die Wurzeln von denen ich gesprochen habe. Gerne würde ich die Betriebe die sich hier positiv auszeichnen auf der Seite Lügdes Fairtrade-Town-Unterstützer*innen mit aufführen.
Ihr denkt, ich sei ein bisschen abgedreht? Nun, dann zitiere ich noch mal aus dem initiierenden Antrag.
Der Strom der Flüchtlinge nach Europa wird solange nicht abreißen, wie die Lebensbedingungen in ihren Heimatländern unerträglich sind. Fürchterliche Kriege oder Hungersnöte bringen die Menschen dazu, ihr gewohntes Umfeld zu verlassen, tausende Kilometer Flucht unter Einsatz ihres Lebens auf sich zu nehmen, um das zu erfahren, was für uns selbstverständlich geworden ist: Ein Leben in Frieden und Freiheit.
— Aus dem Antrag der SPD-Fraktion (PDF) vom 8.12.2015
Amen! Das ist so! Und ja, eine Möglichkeit hier zu helfen ist, für den fairen Handel einzutreten. Denn: „Fair Trade ist ein konkreter Beitrag zur Bekämpfung von Armut, Klimawandel und Weltwirtschaftskrise“5. An dieser Stelle auch noch mal der Hinweis: Es war dieser Antrag der SPD, dem der Lügder Rat einstimmig beschlossen hat zu folgen.
Aber wir werden nicht mehr als der Tropfen auf dem heißen Stein ausrichten, wenn wir, wie ich jetzt gerade, alle hin und wieder mal eine Runde Fairtrade-Kaffee schlürfen. Da müssen wir schon konsequenter sein. Dann müssen wir – die Fairtrade-Towns – auch und ganz besonders die Rohstoffe verarbeitende Industrie einbeziehen.
Wenn wir aber so weit nicht gehen wollen, dann geht es uns wirklich nur um ein Logo, das wir uns an die Heckscheibe des SUVs kleben können; dann geht es uns wirklich nur darum, eine Auszeichnungsparty zu machen und uns dabei so oft wie möglich vor die Kameraobjektive zu werfen.
Nur ein Zwischenbericht
Nun, dies ist nur ein Zwischenbericht. Noch befinden wir in Lügde uns am Anfang des Prozesses. Ich schreibe bewusst nicht: „des Projektes“. Klammheimlich habe ich die Messlatte drüben mal etwas höher gelegt: „Vielen Dank an alle, die uns bei dem Prozess ‚Lügde steht für den fairen Handel!‘ unterstützen!“
Quelle: Siehe Liste unter dem Artikel Fairtrade-Town Lügde - Wer ist jetzt gefragt? [return]
Der Verfasser des Antrages hatte sich im März, also im Vorfeld des Ratsbeschlusses, nach dem „Sachstand zu seinem Antrag“ erkundigt. Übersetzt heißt das: »Verwaltung, wann bearbeitet ihr endlich mal meinen Antrag?!« [return]
Sie hat mir den Deep-Ling von dem Artikel zugeschickt. Leider finde ich ihn im Moment nicht wieder. Aber ich werde ihn noch nachliefern. [return]
Siehe dazu: Meetings sind Gift [return]
Schreibt die World Fair Trade Organization (WFTO). [return]
Fairtrade-Town Lügde, erster Zwischenbericht von Volker Thiele ist lizenziert unter einer Creative Commons Lizenz. Darüber hinausgehende Nutzungsrechte erfragen Sie bitte über die Kontaktdaten im Impressum.
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