Astreines Popoloch

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aus ,
sagte am 21.03.2020 um 09:33

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[b]Die Deutschen und andere Erdbewohner sind
völlig von der Klorolle. Unser Kolumnist dachte immer, in Krisenzeiten
müsse man seinen *** retten. Irrtum. Wichtiger ist, ihn zu putzen.
Gedanken zum begehrtesten Produkt unserer Tage.[/b]


Leben wir nicht in verrückten Zeiten? Sie vielleicht.
Ich nicht. Beziehungsweise doch. Natürlich. Für mich ist das aber der
Normalzustand. Denn für einen Stadtneurotiker wie mich, der seit Jahren
zurückgezogen in sozialer Quarantäne vor sich hin werkelt und nur ab und
an ins Konzert oder Restaurant geht, ändert sich so gut wie nichts. Ich
schreibe vor mich hin und genieße die Einsamkeit des Schriftstellers,
der schon mehrere Literaturnobelpreise für die besten nicht
geschriebenen Romane erhalten hat. Dieses Jahr fällt die Preisverleihung
in Stockholm übrigens wegen Corona aus. Macht nix, ich wollte eh nur in
Gedanken hinreisen.






Wie auch immer: Ich wusste es nicht, hatte aber immer schon das gute
Gefühl, dass mein Irrsinn Sinn hat. Und nun ist es sicher: Ja, so ist
es. Dazu sollten Sie wissen: Ich "leide" von Kindesbeinen an unter einem
Waschzwang der Hände und - in abgespeckter Form - des Gesichts.
Ausgelöst wird er, wenn mein Gehirn das Gefühl produziert, schmutzige
Hände zu haben. Und das geht bei mir ganz ganz schnell. Der Gipfel ist
alles Klebrige. Welch Horror. Schon als Kind verzichtete ich lieber auf
Eis, wenn unsicher war, ob ich nicht sofort nach dem letzten
Zungenschleck die Hände waschen kann. Selbst mikroskopisch geringe
Spuren von Klebrigem im Mundwinkel sind mir ein Grauen. Pfui! Geht
nicht! Fort damit!

Das heißt, mir musste keiner der Professoren,
die jetzt Tag für Tag sagen, bleiben Sie unbedingt daheim, aber gehen
Sie auf alle Fälle raus, um das Immunsystem zu stärken, dass ich mir die
Hände waschen soll. Ich tue es sowieso. Immer. Automatisch. An Seife
mangelt es bei mir nie. Ich habe sogar gehamstert und mir statt wie
sonst einer Nachfüllpackung gleich zwei gekauft. Wegen des fiesen Virus,
von dem Sie sicher schon gehört haben. Jetzt aber bitte nicht denken,
dass mir die Hygiene bei anderen Körperteile nicht wichtig sei. Ich
wische mir sehr wohl auch den *** ab.

"Hygienisch astreines Popoloch"
Den
Waschzwang, der sich bei mir auf die Hände bezieht, scheinen andere
Leute bei ihrem Hintern zu verspüren. Die armen Mitmenschen denken nach
meiner Vermutung ständig, es klebt, weshalb sie sich zwanghaft alle paar
Minuten - wie ich die Hände - den Popo reinigen, selbst wenn sie nicht
gekackt haben. So stelle ich mir das jedenfalls vor. Anders kann ich mir
den erhöhten Bedarf an Klopapier nicht erklären.






Alles andere wäre jedenfalls unsinnig. Denn wenn das böse Virus weiter
für Ungemach sorgt und wir schlechte Zeiten kriegen wie in "Mad Max"
oder so, dann hilft doch Klopapier nicht so richtig weiter, oder? Da
wären mir Nahrungsmittel lieber. Was nutzt mir denn eine saubere ***,
wenn ich nichts mehr zu fressen habe und verhungere? Klopapier futtern?
Ich überlasse es Ihrer Fantasie, wie man den Allerwertesten ohne
Klopapier säubern könnte. Ich sage mal nur: Stichwort Wasser. Das fließt
weiter. Und wenn nicht mehr, kann man auch keine Hamstervorräte kochen -
und muss weniger kacken. Der letzte Tagebucheintrag sieht dann so aus:
"Ich fühle, meine letzte Stunde hat geschlagen. Aber ich höre das
Glockengeläut mit hygienisch astreinem Popoloch. Ein gutes Gefühl beim
Sterben."

Warum haben die Deutsche und andere Erdbewohner nur so
einen Schiss (hahaha) davor, mit schmutzigem *** zu sterben? Alles
sehr seltsam wieder einmal. Finden Sie nicht auch? Da verschieben sich
gerade meine Koordinaten. Wenn ich früher ins Parkhaus fuhr, bin ich den
Appellen auf Schildern brav gefolgt: "Lassen Sie keine Wertgegenstände
im Auto." Muss ich denn nun mein Klopapier und mein Desinfektionsmittel
mit ins Kino, den Strand oder Konzertsaal nehmen? Gut, die haben eh alle
bis 2022 geschlossen. Aber später mal. Wird aus "mein Haus, mein Auto,
mein Boot" jetzt "mein Haus, mein Auto, mein Klopapier", wenn man Frauen
beeindrucken will? Vielleicht sammeln reiche Leute keine Gemälde mehr,
sondern Klopapierrollen als Wertanlage.

Jahresbedarf an Klopapier





In ferner Zukunft wird es zu rührseligen Szenen kommen. Ich sehe es vor
mir, wenn ein Mann, der heute 30 ist, im Jahr 2060 feierlich die letzte
Rolle Klopapier auspackt, die ihm seine Eltern zusammen mit der
Gemäldesammlung und mehreren Immobilien hinterlassen haben, ihm ein paar
Tränen die Wangen hinabrollern und er - genussvoll wischend - leise vor
sich hin sagt: "Danke, Mama und Papa, für 40 Jahre Klopapier. Ihr habt
damals nicht überlebt, für euch gab es kein Happy End. Aber dafür habt
ihr mir 47.000 Rollen Happy Ende soft 4-lagig, 160 Blatt, hinterlassen."
Dann kackt der traurige Mann und spült seine Hinterlassenschaft und die
seiner Eltern das Klo hinunter. Ein letztes Mal. Deckel drauf.

Das
wohl verrückteste Beispiel für die Rollen-Hysterie sind die Irren, die
gerade die orale Phase hinter sich haben, sich in Supermärkten um
Toilettenpapier prügeln und sich dabei automatisch sehr nahe kommen.
Oder gilt in Supermärkten bei Streit auch die 1,5-Meter-Regel? Die
Vorstellung ist aberwitzig: Da brüllen sich Frauen oder Männer an, ohne
zu bedenken, dass das Gegenüber vom fiesen Virus infiziert sein könnte.
Dann haben sie vielleicht ein paar Rollen Klopapier mehr, aber verlieren
ihre Gesundheit oder gar das Leben.

Es gibt halt viele
***löcher auf der Welt. Und leider einfach auch zu viel Dämlichkeit,
die sich mit Egoismus paart. Ich glaube niemandem mehr, der sagt: Das
fiese Virus geht mir am *** vorbei. Wäre es so, würde es in den
Supermarkten Klopapier für alle geben - und nicht nur für wenige. Wenn
es ganz schlimm kommt, kann man wie früher in Gaststätten der Ostzone
alte Zeitungen oder Bücher nehmen. "Mein Kampf" von Hitler etwa. Wäre
doch lustig, wenn die Frau von Björn Höcke ihrem Gatten sagt: "Hier,
Schatz, steck es dir in den ***." Und Björni-Baby dann selig grinst
und denkt: So nah war mir der Führer noch nie.





Folgen:

Und Sarah Wagenknecht macht sich untenrum mit dem Kommunistischen
Manifest schön. Es muss ja nicht das bei Ebay ersteigerte mit
Originalautogramm von Kalle Marx, sondern könnte das alte Reclam-Heft
aus der DDR sein. Ein letztes Mal liest sie laut: "Ein Gespenst geht um
in Europa - das Gespenst des Coronavirus. Alle Mächte des alten Europa
haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, der
Papst und der Macron, Metternich und die Merkel, französische Radikale
und deutsche Wissenschaftler."

Den schönsten Protest gegen die
Angst vor dem Tod mit schmutzigem *** vollbrachte ein holländischer
Gabelstaplerfahrer, der ein Video veröffentlichte, in dem er lachend
durch eine riesige Lagerhalle fuhr, die mit zig Paletten Toilettenpapier
prall gefüllt war. Das war sehr lustig. Dazu passten die Worte, die der
niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sagte, um seine Landsleute
die Sorge vor einem Engpass beim Klopapier zu nehmen: "Wir haben so
viel, wir können zehn Jahre kacken." Wie schön, dass ein Politiker in
Scheißzeiten kein Klopapierblatt vor den Mund nimmt.


Noch ist die Rolle voll.








Einfach aber wirkungsvoll: Händewaschen schützt vor Ansteckung.
Hundertprozentigen Schutz vor dem Coronavirus gibt es nicht.
Aber mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko deutlich
senken. Wichtig zu wissen: Das Virus überträgt sich als
Tröpfchen-Infektion. Beim Niesen, Husten und Sprechen werden kleinste
Tröpfchen ausgestoßen. Wenn sie mit Atemschleimhäuten anderer Menschen
in Kontakt kommen, können sie die Krankheit übertragen. Das kann auch
indirekt geschehen, etwa beim Essen.


Kontakte einschränken:
Bei jeder Begegnung mit anderen besteht die Gefahr sich anzustecken
oder das Virus weiter zu verbreiten. Reduzieren Sie ihre Kontakte auf
ein Minimum - auch im Freundes- und Bekanntenkreis.
Abstand halten: Anderen Menschen möglichst nicht näher kommen als zwei Meter - auch beim Einkaufen.
Keine Hände schütteln: Unbedingt darauf verzichten, Hände zu schütteln. Ein freundlicher Gruß genügt.
Vorsicht bei Türklinken und Geländern:
Türgriffe in öffentlichen Gebäuden sowie Haltegriffe und
Treppengeländer möglichst nicht mit bloßen Händen anfassen. Ein
Handschuh oder ein Papiertaschentuch schützen. Damit anschließend nicht
das Gesicht berühren, Taschentuch entsorgen.
Hände sorgfältig waschen:
Gründliches Händewaschen dauert etwa 30 Sekunden. Hände unter
fließendem, lauwarmem Wasser anfeuchten. Seife verwenden und die Hände
damit gründlich einseifen - auch zwischen den Fingern und auf der
Oberfläche. Etwa 20 Sekunden reiben. Seife gründlich abspülen und Hände
abtrocknen. Nach Möglichkeit flüssige Seife und Einmal-Handtücher
verwenden. Heißes Wasser bietet keinen Vorteil und schadet der Haut.
Hände regelmäßig waschen:
Mindestens aber sofort nach dem Nachhausekommen, vor dem Kontakt mit
Nahrungsmitteln, vor dem Essen, nach dem Gang zur Toilette.
Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen: Mund, Nase und Augen nicht mit ungewaschenen Händen berühren.
Nicht mit den Fingern essen:
Unterwegs keine Nahrung mit den Fingern in den Mund stecken - kein
Bonbon, kein Kuchenstück, keine Bratwurst. Besser Besteck oder Serviette
verwenden.
Auf Reisen und öffentliche Verkehrsmittel verzichten: Nur noch unbedingt notwendige Reisen antreten und öffentliche Verkehrsmittel meiden.
Smartphone reinigen:
Besonders auf dem Display sammeln sich Bakterien und Viren. Vorsicht:
Alkoholhaltige Flüssigkeiten können die Oberfläche angreifen. Das gilt
auch für viele Hygienetücher. Nur Mittel ohne Alkohol verwenden und
nicht zu feucht wischen. Auch eine trockene Reinigung ist besser als
keine.
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