Achtung ihr Rentner!

Zu SchnurrerSchnurrer
aus Venlo
sagte am 19.07.2020 um 17:32

Erst vor wenigen Wochen gab es gute Nachrichten für Rentner: Zum 1. Juli wurden die Bezüge im Sinne der jährlichen Rentenanpassung im Osten um 4,2 und im Westen um 3,45 Prozent erhöht – und das trotz der Corona-Krise. Doch die hat jetzt wohl trotzdem Folgen für die Rentner in Deutschland.

Finanzexperte sicher: 2021 keine Rentenerhöhungen
Bereits
kurz nach der deutlichen Erhöhung wurde darüber spekuliert, dass der
Anstieg der Kurzarbeit und die höheren Arbeitslosenzahlen für sinkende
Einnahmen der Rentenversicherungen sorgen könnten. Jetzt hat sich Rentenexperte Bernd Raffelhüschen zu den Auswirkungen geäußert und liefert eine düstere Prognose für die Zukunft.

Im Interview mit der "Rheinischen Post" erklärte er am Dienstag: "[b]2021
dürfte es eine Nullrunde geben. 2022 könnte es eine weitere Nullrunde
geben, wenn sich der Wachstumseinbruch noch lange hinzieht und wir eine
U-förmige Konjunkturentwicklung erleben[/b]."

Raffelhüschen fordert Zulassen der Rentenkürzungen
Den
Ausfall auszugleichen, sieht er kritisch. Stattdessen fordert der
Freiburger die Rentenkürzungen im Zuge der Corona-Krise zuzulassen. "[b]Wenn
Millionen Kurzarbeiter auf Lohn verzichten und Millionen ihren Job
verlieren, sollten auch Rentner und Pensionäre ihren Beitrag zur
Bewältigung der Krise leisten[/b]“, so der Finanzwissenschaftler.

Grundrente 2021: WER sie bekommt und WAS man bekommt!

Raffelhüschen regt deshalb an, die sogenannte Rentenformel zu ändern. "[b]Wenn
die Löhne sinken, müssen auch die Renten sinken. Und wenn man das
politisch nicht will, sollten ausgefallene Rentensenkungen wenigstens in
späteren Jahren nachgeholt werden.[/b]“

Wird der Nachholfaktor zurückgeholt?
Bisher gilt: Die jährliche Rentenerhöhung folgt im Sinne der Rentenanpassungsformel grundsätzlich der Lohnentwicklung. [b]2009
wurde außerdem der sogenannte Nachholfaktor abgeschafft, damit Rentner
nach der Weltfinanzkrise keine Einbußen bei ihren Bezügen haben.[/b]

Raffelhüschen fordert nun eine Rückkehr zum Nachholfaktor.[b]
Dieser sieht vor, dass Ruheständler, die in wirtschaftlich eigentlich
schlechten Zeiten Rentenerhöhungen erhalten, in den darauffolgenden
guten Zeiten auf einen Teil der Rentenerhöhungen verzichten.[/b]


Noch nie haben so viele Unternehmen in Deutschland Kurzarbeit angezeigt wie in diesem Jahr, denn die Wirtschaft leidet extrem unter der Coronakrise. Dem Ifo-Institut zufolge ist die Zahl der Kurzarbeiter hierzulande im Mai auf 7,3 Millionen gestiegen – weit mehr als beispielsweise in den Rekordmonaten der Finanzkrise 2008/09.

Kurzarbeitergeld: Darum drohen Steuernachzahlungen
Im nächsten Jahr könnte es für diese Personen allerdings ein böses Erwachen geben. [b]Das
Kurzarbeitergeld ist zwar steuerfrei, aber Bezieher sollten sich
Experten zufolge trotzdem auf Steuernachzahlungen im kommenden Jahr
einstellen[/b], denn das Geld unterliegt dem sogenannten Progressionsvorbehalt, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Kfz-Steuer wird erhöht: Diese Autofahrer sind betroffen

Doch was steckt dahinter? Das an sich steuerfreie Kurzarbeitergeld wird am Ende des Jahres dem Einkommen hinzugerechnet. Sprich:
Das steuerpflichtige und steuerfreie Einkommen, in dem Fall also das
Kurzarbeitergeld, werden zu einem Gesamteinkommen addiert und
schließlich ein Durchschnittssteuersatz ermittelt. Das steuerpflichtige
Einkommen wird dann nach dem ermittelten Durchschnittssteuersatz
besteuert.

Nachzahlungen: Vor allem Ehepaare betroffen
[b]Dadurch
bleibt das Kurzarbeitergeld steuerfrei, allerdings führt die obere
Berechnung dazu, dass das steuerpflichtige Einkommen letztendlich höher
besteuert wird[/b], so Steuerberater Stefan Bürker gegenüber dem Portal "B4B Schwaben". Unter Umständen kann es bei Einkommenssteuererklärung also zu Nachzahlungen kommen.

Corona-Wirtschaftskrise: Fast jeder fünfte Job in Gefahr

Besonders teuer könnte das übrigens für Ehepaare werden, denn auch das Einkommen des Partners gehört zum Progressionsvorbehalt.
Und: Je höher das Einkommen, desto höher die Steuerschuld. Eheleuten
drohen Lohnsteuerhilfevereinen zufolge sogar Nachzahlungen von mehreren
Hundert Euro.
[b]Bayerns Ministerpräsident Markus Söder handelt im
Zusammenhang der Corona-Pandemie nicht selten im Alleingang. Jetzt will
der Politiker die Steuern senken - die SPD ist allerdings dagegen.[/b]






Inhalt


Söder fordert Senkung der Einkommenssteuer nach Corona-Krise
SPD ist dagegen
Sonderzahlung für Pflegekräfte in Bayern



Als erstes Bundesland hatte Bayern am 20.3. Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie beschlossen und eine Verlängerung angesetzt. Markus Söder wurde daraufhin kritisiert, im Alleingang zu handeln.
Jetzt ist der CSU-Politiker anderen erneut einen Schritt voraus -
dieses Mal allerdings mit einem Vorschlag. Der Ministerpräsident von
Bayern möchte die Einkommenssteuer für alle Bürger senken und den Solidaritätszuschlag für 90 Prozent der Bürger früher als wie bisher geplant 2021 abschaffen. Doch sein Vorhaben könnte von der SPD gestoppt werden.

Söder fordert Senkung der Einkommenssteuer nach Corona-Krise
Die Wirtschaft soll wieder in Schwung kommen nach der Krise, weshalb der Ministerpräsident im Interview mit der Bild am Sonntag forderte: "Wenn die erste Phase mit Soforthilfen und Bürgschaften überstanden ist, brauchen wir darüber hinaus ein vitales Konjunkturprogramm in ähnlicher Größenordnung."

Und damit meinte Markus Söder: "Der Soli muss schneller und für alle abgeschafft werden (...). Darüber hinaus sollten wir die Einkommensteuer insgesamt absenken, damit möglichst viele Arbeitnehmer mehr Geld in der Tasche haben."
Bildunterschrift Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will die Steuern senken, wenn die Corona-Krise vorüber ist.
Foto: Lennart Preiss/Getty Images
SPD ist dagegen
Finanzminister Olaf Scholz von der SPD hält nichts davon,
die "jetzt neuerliche Steuersenkungen für Spitzenverdiener in den
Mittelpunkt der politischen Planung setzen". Denn so ließen sich die Neu-Schulden, die Deutschland aufgrund der Corona-Krise gemacht habe, nicht bis 2043 tilgen.
Zum Vorschlag Söders hat er sich zwar noch nicht geäußert, doch könnte
das Urteil Scholz' nach dieser Äußerung negativ ausfallen.

Eine
klare Meinung hat dagegen Nobert Walter-Borjans: "Adam Riese war
gebürtiger Bayer, von ihm könnte der bayerische Ministerpräsident
lernen, dass man 156 Milliarden Euro zusätzlicher Kredite nicht abträgt, indem man die Staatseinnahmen senkt", bemerkt der SPD-Chef sarkastisch im Gespräch mit der Augsburger Allgmeinen. "Steuerliche Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen? Gern, aber gegenfinanziert."

Sonderzahlung für Pflegekräfte in Bayern
Stattdessen
solle Söder "für mehr Investitionen und eine bessere Bezahlung der
wahren Helden in der Corona-Krise eintreten." Nun, einen ersten Schritt
ist Markus Söder dahingehend schon gegangen: So sollen alle belasteten Pflegekräfte in Bayern eine Sonderzahlung von 500 Euro bekommen.
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