Die Tiere sind jetzt unter sich

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119 aus gehört mir nicht
sagte am 08.08.2020 um 11:28

MAASAI MARA taz
| Zu Zehntausenden überqueren grunzende Gnus die Grenze aus Tansania
nach Kenia. Im kenianischen Maasai-Mara-Nationalpark gibt es in dieser
Jahreszeit mehr Gras als in Tansania, wo die Gnus schon alles
weggefressen haben. Rund 1,5 Millionen dieser Tiere wie auch einige
Hunderttausend Zebras unternehmen zweimal im Jahr ihre saisonale 600
Kilometer lange Wanderung.


Normalerweise beobachten
Touristenscharen dieses uralte Schauspiel, in Hunderten Geländewagen und
Kleinbussen. Aber nicht dieses Jahr. Es stehen nur ein paar wenige
Wagen beim Mara-Fluss, wo die Gnus und Zebras durch das tiefe Wasser
schwimmen, in dem die Nilkrokodile auf Leckerbissen warten.





Wegen des Coronavirus gibt es
keine ausländischen Touristen, nur lokale Besucher. Die internationalen
Flughäfen in Kenia waren monatelang gesperrt. Erst seit Samstag sind sie
wieder für Personenflüge geöffnet – aber viele der 275
Touristenunterkünfte in und um den Park herum sind noch geschlossen.


„So habe ich den Maasai Mara noch
nie gesehen“, sagt Parkführer Simon Pariken. Der 31-Jährige hat sein
ganzes Leben am Rande des Parkes verbracht. „Es hat Vorteile für die
Tiere, aber auch Nachteile.“ Selbstsicher steuert er den Geländewagen
über verwachsene Pfade. Es ist schwer zu erkennen, wo sich ein großer
Felsbrocken oder ein Stück Sumpf befindet. Der erfahrene Guide fährt
jedoch bewusst im Zickzack durch das hohe Gras.


Scheinbar schwangere Männchen

Da liegen fünf Geparde mit ihrem
hellgelben Fell, bedeckt mit runden schwarzen Flecken. Wenn ein Tier
mühsam aufsteht, sieht es so aus, als ob es hochschwanger sei. Aber es
ist ein Männchen. Sie haben offensichtlich gut gefressen.


Die fünf Geparde sind alle
Männchen, sie werden die „fünf Musketiere“ genannt und sind dank vieler
Videos und Recherchen mittlerweile weltberühmt. Normalerweise erwischt
ein solitär lebender Gepard nur eine Impala-Gazelle, aber in der Gruppe
können sie selbst ein Gnu erlegen.





„Geparde werden oft während der
Jagd gestört durch die Anwesenheit von Touristen“, erläutert Pariken.
„Fahrzeuge blockieren manchmal ihren Weg oder erschrecken die Beute, die
dann verschwindet. Vor Corona merkten wir, dass die Geparde oft um die
Mittagszeit jagten, trotz der Mittagshitze, als die Touristen in ihren
Unterkünften beim Mittagessen saßen. Jetzt gibt es kaum jemanden im Park
und sie können ungestört jagen. Erfolgreich, wie man sehen kann.“


Es ist relativ einfach, wilde
Tiere in der offenen Savannenlandschaft des Maasai Mara zu entdecken:
Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard. Jedes Jahr zieht der Park
normalerweise etwa 300.000 Besucher an und oft gibt es Staus bei
außergewöhnlichen Tieren.


Schriller Falkenschrei

Aber jetzt herrscht vor allem
Stille. Nur der schrille Schrei eines Fahnenfalken ist zu hören. Eine
halbe Stunde später hält Pariken bei einer Truppe schlafender Löwen. Die
24 Tieren bilden die sogenannte Schwarzer- Fels-Truppe. Die Raubtiere
öffnen ihre Augen nicht mal, als das Auto neben ihnen anhält. „Sie sind
mit Autos und Touristen aufgewachsen“, erklärt Pariken. Damit die Tiere
bei der Rückkehr der Touristen nicht erschrecken, gibt die
Parkverwaltung den jetzt arbeitslosen Parkführern gelegentlich Benzin
für ihre Wagen, um durch den Park zu fahren.


Pariken ist ein junger Maasai –
das Hirtenvolk, das in dieser Region lebt. Aus Mangel an Arbeit kümmert
er sich jetzt um seine Kühe. Viele Gleichaltrige haben aber keine Herde
mehr. Sie arbeiten in Zeltlagern und Hotels im und um den Park. Sie
investieren nicht mehr in Vieh. „Der Park hat unsere Kultur verändert.
Diejenigen ohne Vieh bedauern das jetzt, weil sie ohne Einkommen nach
Hause geschickt wurden.“


Auch viele Maasai-Grundbesitzer um
den Park herum, die ihr Land als Naturschutzgebiet vermieten, haben es
momentan schwer. Die Mieter sind meistens Tourismusunternehmer, die
jetzt ohne Einnahmen sind und ihre Miete nicht zahlen.


„Dutzende von Familien sind
plötzlich ohne Einkommen. Oft haben sie Darlehen bei den Banken und
können diese jetzt nicht zahlen. Sie müssen Kühe verkaufen, aber die
bringen momentan kaum etwas“, erzählt Pariken.


Patrouillen gegen Wilderei

Der 1.500 Quadratkilometer große
Maasai-Mara-Park gehört zur Region Narok. Die Regionalregierung hat
keinen der 270 Parkranger gefeuert. Oberaufseher James Sindiyo bedauert
die Abwesenheit der Touristen nicht nur, weil es keine Eintrittsgelder
gibt. „Wir haben Patrouillen gegen Wilderei, aber es ist ein riesig
großes Gebiet. Die Anwesenheit von Touristen hilft, Wilderer
abzuschrecken.“


Wilde Tiere werden in Kenia
regelmäßig illegal getötet. Elefanten sind wegen ihres Elfenbeins
gefragt, Nashörner wegen ihres Horns. Sindiyo hat in der Coronapandemie
keine Zunahme der Wilderei auf Großwild beobachtet. Es gibt jedoch eine
leichte Zunahme der Wilderei von Warzenschweinen und Impalas, wohl für
die Kochtöpfe der Anwohner, die ihre Einkommen verloren haben und
hungrig sind.


Sindiyo hat sich die
diesjährige Gnu-Wanderung angeschaut. „Nur der Laut der Tiere war zu
hören und nicht wie sonst der Lärm von vielen klickenden Kameras“, sagt
er. „Ich hoffe jedoch, dass, wenn die Gnus später dieses Jahr nach
Tansania zurückwandern, Corona gemeistert ist. Ich hoffe, dass sich dann
viele Besucher das Schauspiel wieder anschauen können.“ Wenn diese
Hoffnung Realität wird, können Touristen und Wildtiere ihr Rollenspiel
wieder aufnehmen.


Könnte ja ein Video hier reinsetzen, aber einfach zu grausam.
Die Natur scheint uns manchmal grausam,aber wie oft ist der Mensch noch grausamer als die Natur.
wie grausam, das dürfte ich nicht gesehen haben, da hätte ich mich vergessen
Unbegreiflich auch, wie ein Kind auf solche Ideen kommt? Kinder str***n in der Regel alle Tiere.
Von den Eltern abgeguckt?
st r e i ch e l n.
Vieleicht werden die Kinder auch misshandelt und lassen nun ihre Wut und den Frust an einem wehrlosen Tier aus.In jedem Fall muss dieser arme Hund aus der Familie genommen werden.Wenn kleine Kinder schon so brutal mit einem Tier umgehen,was soll das erst mal werden wenn die größer sind.
Du magst mit deiner Vermutung völlig richtig liegen Schweini!
wie kann man nur so herzlos sein, wenn man aus welchem Grund auch immer nicht mehr für sein Tier sorgen kann, gibt es andere Möglichkeiten
Möchte nur zu gerne wissen, welche Strafe in diesem Fall verhängt wurde?
Wahrscheinlich ist falsches Parken teurer?
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