Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt hat geklappt

Zu schweinewilli01schweinewilli01
119 aus gehört mir nicht
sagte am 01.09.2020 um 11:27

Eigentlich ist es eine Erfolgsgeschichte: In den fünf Jahren seit dem viel zitierten „Wir schaffen das“-Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) hat sich die Integration von Flüchtlingen in den deutschen
Arbeitsmarkt trotz zahlreicher Hürden lange Zeit positiv entwickelt.









Die Corona-Krise hat diesen Trend nun abrupt abreißen lassen – Flüchtlinge sind nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(IAB) der Bundesagentur für Arbeit deutlich stärker als andere
Beschäftigtengruppen von Entlassungen betroffen. Nach einer Erholung von
der Pandemie dürfte sich dieses Bild allerdings auch wieder aufhellen.







Insgesamt sei
die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter seit 2015 „recht erfolgreich“
verlaufen, sagt IAB-Migrationsforscher Herbert Brücker. Vier Jahre nach
dem Zuzug waren demnach gut 40 Prozent erwerbstätig, nach fünf Jahren
rund die Hälfte. Die Arbeitsmarktintegration sei damit „insgesamt etwas
schneller als in der Vergangenheit“ verlaufen, etwa bei den
Geflüchteten, die in den neunziger Jahren nach Deutschland gekommen
sind.







Investitionen in Sprachkurse haben sich ausgezahlt
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung
(DIW) sieht die Integration in vielen Bereichen als gelungen an. Mit
Blick auf den Arbeitsmarkt erfüllten sich laut einer Studie der
Wirtschaftsforscher aber vor allem bei geflüchteten Frauen sowie
Flüchtlingen mit psychischen Problemen oder geringerer Schulbildung die
eigenen Hoffnungen auf einen Job oft nicht. Brücker zufolge ist einer
der Gründe für die niedrige Erwerbstätigenquote bei Frauen, dass viele
von ihnen Kinder im betreuungsbedürftigen Alter haben.














Schrittweise
ausgezahlt haben sich nach Einschätzung des Migrationsforschers
Investitionen in Sprachkurse. „Nur etwa ein Prozent der Geflüchteten
hatte sehr gute oder gute deutsche Sprachkenntnisse bei der Ankunft in
Deutschland“, sagt Brücker. Inzwischen spreche mehr als die Hälfte gut
oder sehr gut Deutsch, „ein weiteres Drittel hat ein mittleres Niveau
erreicht.“







Dabei gab es
durchaus „große Anfangsschwierigkeiten“, wie Brücker erklärt. „Alleine
2015 und 2016 wurden in Deutschland 1,1 Millionen Asylerstanträge
gestellt.“ Diese Anträge mussten damals möglichst schnell bearbeitet
werden, um auch für die Arbeitgeber Rechtssicherheit zu schaffen.














„Weit überdurchschnittlich“ in Kleinunternehmen oder als Leiharbeiter
Inzwischen sind zahlreiche Flüchtlinge
auf dem Arbeitsmarkt angekommen und arbeiten etwa in der Gastronomie,
bei Sicherheitsdiensten, in Reinigungen oder in den sogenannten
nicht-medizinischen Gesundheitsberufen wie der Altenpflege. Doch genau
diese Berufe lassen sich nicht vom Homeoffice aus erledigen. Zugleich
hat der Lockdown in der Corona-Krise diese Branchen besonders hart
getroffen. Außerdem haben viele Flüchtlinge nur befristete
Arbeitsverträge und arbeiten laut IAB „weit überdurchschnittlich“ in
Kleinunternehmen oder als Leiharbeiter.







Das führt dazu,
dass die Corona-Pandemie Geflüchtete „deutlich stärker als andere
Beschäftigtengruppen trifft“, wie Brücker sagt. „Wir gehen davon aus,
dass die Beschäftigung der Geflüchteten um gut vier Prozent gesunken
ist.“ Auch sei die Arbeitsmarktintegration der noch Erwerbslosen
„weitgehend zum Erliegen gekommen“.

Das IAB rechnet allerdings damit, dass bei
einer Erholung von der Pandemie diese Jobs wieder entstehen.
„Grundsätzlich arbeiten die Geflüchteten in Nischen des Arbeitsmarktes,
in denen die Arbeitsnachfrage in den zurückliegenden zehn Jahren weit
überdurchschnittlich gestiegen ist“, erklärt Brücker.














Wichtig sei
nun, dass die durch die Corona-Krise ebenfalls stark beeinträchtigten
Maßnahmen für bessere Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikation
wieder auf dem alten Niveau fortgesetzt werden. Denn dadurch stiegen die
Integrationschancen.







Grundsätzlich
geht Brücker davon aus, dass die Bedeutung von Zuwanderung für den
Arbeitsmarkt mittel- und langfristig weiter steigt. „Wir stehen mitten
im demografischen Wandel“, erklärt er. „2019 ist die deutsche
Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um 340.000 Personen geschrumpft,
wenn die Baby-Boomer in Rente gehen, wird sich dieser Trend
verschärfen.“ Dies könne nur durch Zuwanderung ausgeglichen werden - und
sei auch notwendig, „um unsere Sozialversicherungssysteme zu
stabilisieren“.


Wird von den meisten Bürgern nicht erkannt!
Daher zuerst, elternlose Kinder und Jugendlichen die Einreise gewähren.
Schreibe jetzt eine Antwort!