Nicht jeder lässt sich testen. Aber alle gehen auf die Toilette

Zu schweinewilli01schweinewilli01
120 aus gehört mir nicht
sagte am 23.12.2020 um 16:37

Wie Forscher die Ausbreitung der Pandemie im Abwasser mitverfolgen
Mit den Ausscheidungen von Covid-19-Patienten gelangen Bruchstücke des
neuen Coronavirus ins Abwasser. Das lässt sich nutzen, um ein
realistisches Bild des Infektionsgeschehens zu zeichnen.

Die
zweite Welle der Covid-19-Pandemie hat viele Länder mit voller Wucht
erfasst. Das spiegelt sich nicht nur in den veröffentlichten Fallzahlen,
sondern auch im Abwasser: Über Stuhl und andere Ausscheidungen von
infizierten Personen gelangt Sars-CoV-2 in die Kanalisation. Eine
Ansteckungsgefahr gehe vom Abwasser nach derzeitigem Kenntnisstand aber
eher nicht aus, erklärt der Virologe René Kallies vom Helmholtz-Zentrum
für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Selbst wenn der Stuhl noch intakte
Viren enthält, machen ihnen die im Abwasser reichlich vorhandenen
Reinigungsmittel den Garaus. Seifenmoleküle und andere Tenside zerstören die Virushülle.
Aber die Erbinformation der Viren, ihre RNA, übersteht den Weg bis in
die Kläranlage und kann dort nachgewiesen werden – mit der gleichen
PCR-Methode wie in der medizinischen Diagnostik. Zahlreiche
Forschergruppen weltweit wollen diese Informationen jetzt im Kampf gegen
die Pandemie nutzen.

Die
UFZ-Wissenschafter beispielsweise sammelten von Mitte Oktober bis Ende
November Proben aus rund 50 Kläranlagen in ganz Deutschland. Die ersten
beiden Wochen seien ausgewertet, in fast allen Proben habe man das
Virenerbgut nachgewiesen, erklärt Kallies. Ihr Messprotokoll wollen die
Forscher nun anderen Abwasserlaboren zur Verfügung stellen. Das Ziel ist
ein deutschlandweites Monitoring. Mit Probenahmen von etwa 900
Kläranlagen liessen sich 80 Prozent des Abwasserstroms und damit ein
Grossteil der Bevölkerung in Deutschland erfassen.

Abwasser lügt nicht
Das
klingt vielversprechend, zumal alle Infizierten – auch jene, die sich
wegen fehlender, leichter oder unspezifischer Symptome nicht testen
lassen – die Toilette benutzen. «Abwasser lügt nicht», betont Christoph
Ort vom Wasserforschungsinstitut Eawag in Dübendorf. Innert weniger
Stunden könne man sehen, was die Bevölkerung ausscheide.

Seit
Februar untersuchen die Eawag-Forscher zusammen mit der Gruppe von
Tamar Kohn an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL)
Abwasser auf Sars-CoV-2. Aktuell analysieren sie Mischproben aus dem
Zulauf der Klärwerke in Zürich und Lausanne, die jeweils von null Uhr
morgens bis Mitternacht gesammelt werden. Am Abend des Folgetages könnte
das Laborergebnis vorliegen – theoretisch. Derzeit gibt es einen
Rückstau von mehreren Tagen. Wenn das Abwassermonitoring aber etabliert
sei und reibungslos funktioniere, liessen sich Neuinfektionen auf diesem
Weg etwa zwei bis drei Tage schneller erkennen als mit klinischen
Tests, nimmt Kohn an.

Ausreichend
empfindlich ist die Methode: Selbst als es in Zürich zu Beginn der
Pandemie erst eine Handvoll registrierte Corona-Fälle gab (tatsächlich
dürften es mehr gewesen sein), fanden die Forscher im Abwasser schon
Genfragmente des Virus. Die Nachweisgrenze in Abwasserproben liege bei
ungefähr zehn klinisch bestätigten Neuinfizierten je 100 000 Personen
täglich, schätzt Ort mittlerweile. Im Ablauf eines Altersheims etwa
liessen sich wegen der geringeren Verdünnung sogar einzelne Fälle
nachweisen. Zwar kann eine Abwasseruntersuchung die infizierte Person
nicht identifizieren, aber als kostengünstiger Massentest wäre sie eine
gute Ergänzung zur bisherigen Teststrategie. Neu ist diese Idee nicht:
Die Weltgesundheitsorganisation nahm Abwasseranalysen auf Polioviren
schon vor zehn Jahren in ihr Programm zur Ausrottung der Kinderlähmung
auf.

Die Niederlande als Vorreiter
Im
Frühjahr hatten Forscher vielerorts gehofft, dass das
Abwassermonitoring beim Anrollen der zweiten Corona-Welle zum Einsatz
kommt. So schnell wurde die Idee aber nicht umgesetzt – zumindest nicht
in Deutschland und der Schweiz. Die niederländische Regierung hingegen
zeigt auf ihrem Corona-Dashboard
eine wöchentlich aktualisierte Landkarte mit Angaben zu Sars-CoV-2 im
Abwasser. 300 Kläranlagen werden dafür beprobt. Gertjan Medema vom Wasserforschungsinstitut KWR in Nieuwegein zählt zu den Pionieren auf diesem Gebiet: Sein Team begann schon Anfang Februar mit der Abwasseranalyse auf das neue Virus,
obwohl es den ersten bestätigten Covid-19-Fall in den Niederlanden erst
Ende Februar gab. Während der Sars-Pandemie 2002/03 gehörte Medema dem
Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation an. Schon die ersten
Meldungen aus China zu einer neuen Infektionskrankheit weckten seine
Aufmerksamkeit. Im Abwasser aus dem niederländischen Amersfoort
entdeckte sein Labor das Virus erstmals am 5. März. Offiziell wurde der
erste Corona-Patient in dem Gebiet eine Woche später registriert.

Luxemburgs Corona-Politik stützt sich ebenfalls auf die Abwasseranalytik. Schon Anfang
Juli warnte Paulette Lenert, die Gesundheitsministerin des
Grossherzogtums, vor einem Anstieg der Fallzahlen und bezog sich dabei
unter anderem auf im Abwasser entdeckte Coronaviren. Ende Oktober
bezeichnete sie die Resultate aus den Kläranlagen als alarmierenden
Hinweis auf eine hohe Dunkelziffer an Infizierten.



Vielleicht doch gut das wir genug Toilettenpapier haben


Das konnte mein alter Schäferhund noch.
Stand bei Oma auf dem Telefontischchen
https://v.dreamies.de/t04ulr2tq0w Neuer
Corona Test in Österreich
Ohje, ich bin erst 26 und weiß trotzdem wie man das bedient...
Ich sollte also wohl auch besser aufpassen.. (eigentlich sollte das ja natürlich jeder...)
Du jetzt ganz besonders!
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