Der Brexit wirkt

Zu schweinewilli01schweinewilli01
120 aus gehört mir nicht
sagte am 26.01.2021 um 12:24

Unternehmen und Kunden in Großbritannien und der EU
bekommen nun zu spüren, was der Brexit bedeutet – selbst mit einem
Abkommen. Einiges hätte sich verhindern lassen.


Eine Analyse von

Bettina Schulz,
London






Vier Wochen Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien
und schon verliert sich die Realität des Brexits aus den Schlagzeilen.
Die Corona-Pandemie und das Impfprogramm überlagern die Nachrichten, die
aus der Wirtschaft kommen. Den meisten Zeitungen war an diesem
Wochenende zudem wichtiger, dass US-Präsident Joe Biden zu seinem
Amtsantritt den britischen Premier Boris Johnson noch vor
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsidenten
Emmanuel Macron angerufen hatte.
Der Anruf bei Boris Johnson schien Beweis genug, dass global Britain und die special relationship mit den USA funktionierten.











Die
Wahrheit sieht anders aus. Das erleben die Industrie, vor allem aber die
fast sechs Millionen kleinen und mittleren Unternehmen, die derzeit mit
den Konsequenzen des Brexits kämpfen. Nach einer Analyse der
Gesellschaft UK in a Changing Europe wird sich der Handel Großbritanniens langfristig um 13 Prozent schlechter stellen als zur Zeit der EU-Mitgliedschaft.


Das Problem ist
vielfältig, wie das Beispiel des Käseproduzenten The Cheshire Cheese
Company
zeigt. Der macht einen Teil seines Umsatzes damit, Käse direkt an
Privatkunden in der EU zu schicken. Das Problem: Trotz korrekter
Exportpapiere sind für Sendungen von Tierprodukten Gesundheitszeugnisse
erforderlich. Diese kosten 180 Pfund – je
Käsesendung. "Ich musste mit dem Versand aufhören", sagte Simon Spurrell
von der Cheshire Cheese Company.


Papierberge und verzögerte Lieferungen
Für
große Unternehmen, die regelmäßig Milchprodukte an EU-Betriebe exportieren,
die daraus Butter oder Milchpulver produzieren, ist das zu finanzieren.
Der Mittelständler indessen muss umdenken. Er wird eine Niederlassung in
Frankreich eröffnen, dorthin größere Mengen exportieren und das
Versandgeschäft von dort aus steuern. "Das Geschäft geht jetzt in die
EU. Genau das, was man ja eigentlich vermeiden wollte", erklärt er.











Viele britische
Unternehmen sind überfordert. Nach einer Umfrage der Logistik-Branche
Chartered Institute of Procurement & Supply gibt es derzeit in 60
Prozent der Lieferketten in der Industrie Probleme.
Bei einem Drittel der Schwierigkeiten verzögern sich Lieferungen um
mehrere Tage. Viele Unternehmen kämpfen mit dem Wust an
Exportpapieren und der – aus dem Jahr 1994 stammenden – veralteten Software des
staatlichen Computersystems Chief, die die Exporterklärungen verarbeiten
soll. Das System sollte bereits ersetzt werden, um die von 55 auf 260
Millionen schlagartig gestiegene Zahl an Exporterklärungen abwickeln zu
können. Das geschieht jetzt erst im Herbst.


Dabei wird der Handel
noch geschont, es gelten Übergangsfristen, die die Geschäfte zwischen
der EU und dem Vereinigten Königreich sowie das Geschäft zwischen
Großbritannien und Nordirland erleichtern. Noch läuft der Handel wegen
Corona und Grenzschwierigkeiten sowieso im Sparmodus. Im Laufe dieses
Jahres aber wird sich das ändern. Dann laufen nach einer Aufstellung des
britischen Institute for Government zahlreiche Schonfristen aus.


Es wird also noch lange dauern, bis sich der Handel auf beiden Seiten
des Kanals an die neuen Brexit-Bedingungen gewöhnt haben wird und das
Geschäft wieder floriert. Das Freihandelsabkommen zwischen
der EU und dem Vereinigten Königreich bietet zwar zoll- und quotenfreien
Handel. Damit ein Produkt aber zollfrei gehandelt werden darf, müssen
zahlreiche Exportpapiere ausgefüllt, abgestempelt, erfasst, verarbeitet
und genehmigt werden. Wenn nicht, bleibt der Lastwagen an der Grenze
stehen. Zum korrekten Ausfüllen der Papiere gehören zum Beispiel die
korrekten Codes der Produkte. Wer nicht weiß, dass getrockneter, süßer
Majoran auf lateinisch origanum majorana heißt und den Code 071290 hat,
kommt nicht weiter.











Sattelschlepper, die im Laderaum ein
Sammelsurium an Produkten kleiner Hersteller gestapelt haben, riskieren
Wartezeiten. Das gilt für den Handel auf beiden Seiten des Kanals und
der Irischen See. Die Konsequenz: Der Handel schränkt die Produktpalette
ein oder es werden schubweise umfangreichere Einzelsendungen geliefert.


Industrieunternehmen beauftragen mittlerweile Logistikunternehmen, nur
noch einseitig beladen zu fahren. So bringen Sattelschlepper zwar
Halbfertigprodukte aus der EU zur Weiterverarbeitung nach
Großbritannien, fahren aber leer wieder in die EU zurück, um bei der
Rückfahrt an der Grenze mit der Kontrolle von anderen Produkten nicht
aufgehalten zu werden.


Unternehmer wie Kunden sind überrascht
Für
einen Großteil des britischen Handels kommt die Komplexität der
bürokratischen Formulare überraschend, weil die dortige
Regierung bis zum Schluss nicht zugeben wollte, welche Handelshemmnisse
auf die Industrie zukommen würden. Plötzlich müssen viele Unternehmerinnen und Unternehmer,
die sonst nicht in Länder außerhalb der EU exportierten, lernen, was
Ausfuhranmeldungen, Zollpassierscheinhefte (carnets),
Ursprungszeugnisse, Warenverkehrsbescheinigungen, Lieferantenerklärungen
und die Registrierung von Mehrwertsteuerzahlungen im Ausland bedeuten.











Und
auch die Kundinnen und Kunden sind überrascht. Wer aus Deutschland bei britischen
Modemarken Bestellungen aufgibt, wird plötzlich mit Zoll und
Mehrwertsteuer konfrontiert. Das Problem: Kunden nehmen das Paket aus
Großbritannien einfach nicht an. Die Konsequenz: "Für den Einzelhandel
ist es billiger, die Sachen abzuschreiben und wegzuwerfen oder zu
verbrennen, als die Ware wieder zurückzuholen", heißt es beim
Fachverband UK Fashion & Textile Association. Zahlreiche
Unternehmen liefern daher nicht mehr über die Grenze.


Ebenso betroffen
ist die Reparatur – zum Beispiel von Kameras. Wer nicht vorsichtig ist
und seine Nikon nach England zur Reparatur schickt, muss plötzlich Zoll
zahlen. Keine Frage, dass all die Kosten auf die Preise aufgeschlagen
werden. Weinhändler in Großbritannien warnen bereits davor, dass die
Flasche Wein auf Dauer ein bis zwei Euro mehr kosten werde als zuvor.











100 Künstler werfen der Regierung Versagen vor
Hilfe
gibt es, doch die ist teilweise teuer. Mit dem Brexit ist zum Beispiel
auch die Möglichkeit zu Ende gegangen, mal eben Mitarbeiter in die EU zu

schicken, damit sie dort arbeiten. Jetzt ist eine
Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis notwendig, die bei der Bundesagentur
für Arbeit für 1.000 Euro beantragt werden muss. Dabei hilft die
Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer in London – für 250 Pfund
die Stunde.


Vieles davon hätte sich vermeiden lassen. Die
britische Regierung hätte mit der EU vereinbaren können, dass Künstlerinnen,
Musiker, Schauspielerinnen und Mitarbeiter von Filmcrews zum Beispiel in der
EU frei auf Tournee gehen können. Aber die Genehmigung wäre an die
Einhaltung der EU-Arbeitsbedingungen geknüpft gewesen, was Johnson
ablehnte. So bleibt den Künstlern nichts anderes übrig, als sich nach
den 27 unterschiedlichen Reise-, Visa- und Arbeitsbedingungen der
EU-Mitgliedsstaaten zu richten, egal, wie wütend der Brief
ist, mit dem sich Elton John und 100 andere Künstler bei der Regierung
über dieses "Versagen in den Verhandlungen" beschwerten.











Die Fischer sind jetzt keine Brexit-Fans mehr
Fast jede Branche kennt solche Beispiele. Die britischen Fischer haben bereits mit Sattelschleppern vor dem Parlament in London demonstriert.
Sie waren einst für den Brexit; nun nicht mehr. Entgegen aller
Versprechungen von Boris Johnson darf die EU nämlich weiter in den
britischen Zwölf-Meilen-Gewässern fischen, während sich die Fangquoten
für das Vereinigte Königreich nicht großartig verbessern werden. Im
Gegenteil: Die britischen Fischer haben die Möglichkeit verloren, mit
EU-Mitgliedsstaaten ihre Fangquoten zu tauschen, was schlecht für sie
ist.


Schwerer als all die bürokratischen Hürden ist für die
britische Wirtschaft jedoch zu ertragen, wie nonchalant die Regierung
über ihre Schwierigkeiten hinweggeht. Johnson will von den
"Anfangsproblemen" ohnehin nichts wissen. Und sein
Parlamentsvorsitzender, Jacob Rees-Mogg, weiß sich nur mit Zynismus zu
helfen: "Das Wichtigste ist doch, unser Fisch gehört wieder uns",
mokierte er sich kürzlich im Unterhaus: "Der Fisch ist wieder britisch – und deshalb erst recht glücklich."




Da hätte ich drauf Wetten können


Nun kommt auch noch das Problem Schottland.


Die Schotten werden auf Unabhängigkeit Abstimmen.



https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_89336678/so-will-schottland-unabhaengig-von-grossbritannien-werden.html
Vermutlich werden die Briten es nahezu bereuen aus der EU ausgetreten zu sein?


Corona Hilfen aus der EU wird es nicht geben denke ich?


Wie im richtigen Leben, lasse Dich nie Scheiden, es kann Dein Untergang sein.
Oder heirate nicht
sehr vernünftig.Für die Latainer unter uns.Das Wort EHE kommt aus dem griechischen und bedeutet nix anderes als eine Abkürzung für
"Erare humanum est".Irren ist menschlich.
Leere Regale: Jetzt herrscht Brexit-Frust in Großbritannien


Lastwagen-Staus gibt es zwar nicht, doch die Klagen der Exporteure in Großbritannien werden täglich lauter. Unter den Fischern regt sich Widerstand gegen den Brexit.


Was der Brexit wirklich bedeutet, das wird für die Bürger mit jedem Tag greifbarer. So blieben in Nordirland wie auch in anderen Teilen des Landes in einigen Supermärkten Regale leer. Salat, Blumenkohl, Orangen, Erdbeeren, Himbeeren und Blaubeeren fehlten etwa in manchen Filialen der Supermarktkette Tesco.








Der Brexit Iren, nein irren ist menschlich, aber so schnell geht es nicht ,,back " Verzockt ist auch richtig ausgedrückt, aber Corona Impfstoff, das geht
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