Australien verbietet Influencer und Promis in der Glücksspielwerbung
KI-GENERIERTDie australische Medienbehörde ACMA zieht die Zügel an. Ab dem 1. Januar 2027 dürfen keine prominenten Gesichter mehr für Wetten werben, unabhängig von ihrer Follower-Zahl.
In Australien weht ab dem Jahr 2027 ein völlig neuer Wind in der Glücksspielbranche. Die dortige Medienregulierungsbehörde ACMA hat nun klargestellt, dass die Ära der prominenten Werbegesichter für Sportwetten und Online-Casinos endgültig abläuft. Mit der Veröffentlichung neuer Richtlinien am 19. Oktober 2026 konkretisiert die Behörde das kommende Verbot für sogenannte notable people, also Personen des öffentlichen Lebens. Dies betrifft nicht nur die großen Hollywood-Stars oder Profi-Athleten, sondern explizit auch die wachsende Riege der Social-Media-Influencer, die bisher oft als Nahbarkeits-Brücke zu jüngeren Zielgruppen fungierten.
Die Entscheidung der ACMA ist eine direkte Folge des Interactive Gambling Amendment (Gambling Reform) Bill 2026, das bereits im August vom australischen Parlament verabschiedet wurde. Die Regulierer lassen dabei keinen Zweifel daran, dass die Definition einer prominenten Person absichtlich weit gefasst ist. Es geht nicht um starre Zahlen oder eine bestimmte Reichweite auf Instagram oder TikTok. Vielmehr zählt die tatsächliche Wirkung und die Bekanntheit innerhalb einer bestimmten Community. Damit reagiert der Staat auf eine zunehmende Normalisierung des Glücksspiels durch Idole und Vorbilder, die laut Umfragen bei 69 Prozent der Australier auf Ablehnung stößt.
Zahlen und Fakten
Ab dem 1. Januar 2027 ist es lizenzierten Wettanbietern untersagt, Verträge mit prominenten Personen für Werbezwecke abzuschließen. Die ACMA betont, dass es keine Mindestschwelle für die Anzahl der Follower gibt. Selbst ein kleiner Influencer kann als notable gelten, wenn er eine hohe Anerkennung in einer spezifischen demografischen Gruppe genießt. Die Verantwortung liegt dabei allein beim Betreiber der Glücksspielseite, nicht beim Influencer selbst. Sollte eine Person erst nach der Unterzeichnung eines Werbevertrags berühmt werden, muss der Anbieter alle angemessenen Schritte unternehmen, um die entsprechenden Inhalte sofort zurückzuziehen.
„Die Definition wurde bewusst breit gefasst und soll Personen erfassen, die durch Markenassoziation zum Glücksspiel ermutigen könnten.“ - Sprecher der ACMA, Medienregulierungsbehörde Australien
Interessanterweise gibt es eine Ausnahme für den Rennsport. Werbung, die sich ausschließlich oder hauptsächlich auf Pferderennen bezieht und auf speziellen Kanälen oder Online-Diensten ausgestrahlt wird, darf weiterhin unter bestimmten Bedingungen stattfinden. Ansonsten gelten harte Einschränkungen: Während Live-Sportübertragungen wird Werbung komplett verbannt, und im Fernsehen gilt eine Obergrenze von drei Werbespots pro Stunde.
Hintergrund
Die Reform ist eine Antwort auf einen massiven Anstieg der Beschwerden bei der ACMA und dem zuständigen Ministerium. Untersuchungen des Australian Gambling Research Centre (AGRC) zeigten, dass eine Mehrheit der Bevölkerung der Meinung ist, Glücksspielwerbung würde Menschen dazu verleiten, zum ersten Mal zu wetten oder höhere Risiken einzugehen als geplant. Besonders Eltern äußerten große Sorgen über die Exposition ihrer Kinder gegenüber diesen Botschaften während der Hauptsendezeit. Zwischen Juli 2021 und Juli 2022 nahmen etwa 73 Prozent der australischen Erwachsenen an mindestens einer Form des Glücksspiels teil, was die enorme wirtschaftliche Bedeutung, aber auch das soziale Risiko verdeutlicht.
Die ACMA hat angekündigt, jeden Fall individuell zu prüfen. Dabei spielen Faktoren wie die Medienpräsenz, berufliche Erfolge und die Fähigkeit, Einstellungen anderer zu beeinflussen, eine zentrale Rolle. Die Behörde will verhindern, dass insbesondere junge Männer und Menschen mit einem Risiko für Spielsucht durch die positive Ausstrahlung ihrer Idole in die Irre geführt werden. Das Verbot umfasst Fernsehen, Radio, Nachrichten-Websites, Online-Spiele und alle sozialen Medien.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ist diese Entwicklung aus Australien hochinteressant, da der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits ähnliche, wenn auch teilweise andere Akzente setzt. In Deutschland ist die Werbung durch aktive Sportler für Sportwetten ebenfalls stark reglementiert, insbesondere in der Nähe von Sportstätten oder direkt vor und während Übertragungen. Das australische Modell geht jedoch mit dem totalen Verbot für Influencer ohne Follower-Limit noch einen Schritt weiter. Deutsche Spieler profitieren hierzulande von der strengen Überwachung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Hier gilt das strikte Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch das LUGAS-System kontrolliert wird. Zudem ist der Einsatz an virtuellen Spielautomaten auf 1 Euro pro Spin begrenzt. Ein solch radikales Verbot von Influencern, wie es Australien nun plant, könnte in Zukunft auch in der europäischen Debatte an Gewicht gewinnen, sollte die GGL die aktuelle Werbepraxis als nicht ausreichend spielerschützend bewerten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Online-Casinos mit GGL-Lizenz bedeutet die internationale Entwicklung einen erhöhten Anpassungsdruck. Werbeagenturen müssen bereits heute extrem vorsichtig sein, um die Jugendschutzbestimmungen des GlüStV 2021 einzuhalten. Das Beispiel Australien zeigt, dass Regulierer weltweit dazu neigen, die Grauzonen im Influencer-Marketing zu schließen. GGL-lizenzierte Anbieter müssen sicherstellen, dass ihre Marketingstrategien langfristig tragfähig sind und nicht auf kurzfristigen Hypes durch prominente Gesichter basieren, die bei einer Verschärfung der deutschen Regeln sofort hinfällig wären. Stattdessen rückt die Qualität des Produkts und die Einhaltung der strengen deutschen Sicherheitsstandards in den Vordergrund, was letztlich die Marktposition gegenüber illegalen Anbietern aus Malta oder Curacao stärkt, da diese keinen Zugang zu legalen Werbewegen in Deutschland haben.
Häufige Fragen
Ab wann gilt das Verbot für Promis in der australischen Glücksspielwerbung?
Das Verbot tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Es wurde im Rahmen des Interactive Gambling Amendment Bill 2026 beschlossen, um den Einfluss prominenter Personen auf das Wettverhalten zu unterbinden.
Wer gilt laut ACMA als prominente Person?
Die Definition ist sehr breit und umfasst Profisportler, Schauspieler, Social-Media-Influencer und jede Person mit öffentlicher Bekanntheit. Es gibt keine feste Grenze bei der Follower-Zahl, sodass auch kleinere Influencer betroffen sein können.
Gibt es Ausnahmen für bestimmte Arten von Werbung?
Ja, für den Pferderennsport gibt es Sonderregeln. Werbung, die sich primär auf Rennen bezieht und auf speziellen Rennsport-Kanälen läuft, ist unter Einhaltung strenger Kriterien weiterhin zulässig.
Was passiert, wenn ein Werbegesicht erst später berühmt wird?
In diesem Fall muss der Glücksspielbetreiber reagieren und die Werbung so schnell wie möglich zurückziehen. Die Verantwortung für die Einhaltung der Regeln liegt allein beim lizenzierten Anbieter, nicht beim Darsteller.
Wie unterscheidet sich die Lage für Spieler in Deutschland?
In Deutschland ist Glücksspiel durch den GlüStV 2021 streng reguliert, inklusive Einsatzlimits von 1 Euro und der LUGAS-Überwachung. Während Australien nun Influencer komplett verbannt, setzt Deutschland primär auf strikte Zeitfenster und den Ausschluss aktiver Sportler in der Wettwerbung bei legalen GGL-Anbietern.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTKrypto-Casino Shuffle.com in Thailand unter Druck: Politische Verflechtungen?
Ein thailändischer Abgeordnetengatte hält Anteile am Krypto-Casino Shuffle.com. Jetzt fordern Politiker Ermittlungen wegen des Verdachts auf Insider-Entscheidungen bei der Blockierung thailändischer Spieler.
KI-GENERIERTAnjouan-Lizenz-Skandal: Illegales Glücksspiel-Netzwerk aus London enttarnt
Ermittlungen decken auf, wie britische Geschäftsleute die Identität der Insel Anjouan für illegale Casino-Lizenzen missbrauchen. Die Comoros-Zentralbank warnt vor kriminellen Aktivitäten.
KI-GENERIERTGoogle schränkt Werbung für Prognosemärkte in fünf US-Bundesstaaten ein
Der Tech-Riese reagiert auf rechtliche Konflikte in Ohio, Nevada und weiteren Staaten. Etwa 70 Prozent der Nutzer auf diesen Plattformen handeln laut S&P-Studie mit Sportwetten-Kontrakten.











