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Spielerschutz

Alberta investiert 2,4 Millionen Dollar in die Spielsuchtprävention

28. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Alberta investiert 2,4 Millionen Dollar in die SpielsuchtpräventionKI-GENERIERT

Die Regierung von Alberta stellt 2,4 Millionen CA$ für das Brick House Recovery Centre bereit, um die Behandlung von Spielsucht nach der Marktöffnung zu stärken.

Die kanadische Provinz Alberta setzt ein deutliches Zeichen für den Spielerschutz und investiert massiv in die Infrastruktur für Suchthilfe. Mit einer Zusage von 2,4 Millionen CA$ an das Brick House Recovery Centre reagiert die Regierung auf die jüngste Liberalisierung des Online-Glücksspielmarktes. Das Geld soll dazu dienen, spezialisierte Programme für Menschen mit problematischem Glücksspielverhalten in den Städten Edmonton und Calgary sowie durch virtuelle Angebote in der gesamten Provinz zu skalieren. Da der regulierte Markt erst vor kurzem im Juli gestartet ist, geht die Regierung in Vorleistung, um sicherzustellen, dass Hilfsangebote bereits greifen, bevor die ersten regulären Betreiberabgaben im Budget landen.

Die Entscheidung ist Teil einer umfassenden Strategie für verantwortungsbewusstes Glücksspiel. Das Brick House Recovery Centre wird durch die Förderung in die Lage versetzt, ein intensives ambulantes Programm anzubieten. Dieses umfasst eine vierwöchige Kernbehandlungsphase sowie eine bis zu achtwöchige Nachsorge, die individuell auf die Betroffenen zugeschnitten ist. Minister Dale Nally, der für den Bereich Service Alberta und den Bürokratieabbau zuständig ist, stellte klar, dass der Schutz der Bevölkerung Priorität hat. Wer heute nicht spiele, solle morgen auf keinen Fall damit anfangen, so Nally. Für diejenigen, die bereits kämpfen, müsse jedoch ein stabiles Sicherheitsnetz vorhanden sein.

Zahlen und Fakten

Die Finanzierung basiert auf der Zusage der Provinz, ein Prozent der Bruttospielerträge (Gross Gaming Revenue) aus dem regulierten iGaming-Sektor direkt in die Suchtbehandlung zu leiten. Aktuelle Schätzungen der Behörden gehen davon aus, dass der Markt im ersten Jahr Einnahmen in Höhe von rund einer Milliarde CA$ generieren könnte. Bisher wurden etwa 70 Prozent der Glücksspielaktivitäten über Anbieter mit ausländischen Lizenzen abgewickelt, was die Notwendigkeit einer lokalen Regulierung unterstreicht.

Zu den rund 50 lizenzierten Betreibern, die sich bei der Alberta Gaming, Liquor & Cannabis (AGLC) registriert haben, gehören Schwergewichte wie DraftKings, BetMGM, FanDül, bet365 und BetRivers. Die Alberta igaming Corporation überwacht dabei den Markt, der sich stark am erfolgreichen Modell der Provinz Ontario orientiert. Dr. Lovneet Hayer, Mitbegründer und medizinischer Leiter des Brick House Recovery Centre, betonte die Bedeutung der Kooperation:

„Unser Ziel ist es, Hoffnung, praktische Unterstützung und einen Weg zu dauerhafter Genesung zu bieten. Als führender Anbieter für Suchthilfe in Alberta setzen wir uns dafür ein, dass Betroffene Zugang zu hochwertiger Pflege erhalten.“ - Dr. Lovneet Hayer, Chief Medical Officer bei Brick House Recovery Centre

Hintergrund

Alberta ist nach Ontario die zweite kanadische Provinz, die einen voll regulierten Markt für privates Online-Glücksspiel inklusive Sportwetten und Casinospielen eröffnet hat. Minister Dale Nally unterstrich, dass die festgelegte Quote von einem Prozent der Einnahmen nicht in Stein gemeißelt sei. Sollte der Bedarf an Behandlungen steigen, sei die Regierung bereit, diesen Prozentsatz anzuheben. Die jetzige Zahlung von 2,4 Millionen CA$ ist zudem nur der Anfang einer Reihe von Förderungen. Im Herbst sollen weitere Organisationen ausgewählt werden, die im Rahmen eines offenen Wettbewerbsverfahrens ihre Konzepte für die koordinierte ambulante und digitale Suchthilfe eingereicht haben.

Rick Wilson, Minister für psychische Gesundheit und Sucht, ergänzte, dass Spielsucht verheerende Folgen für Familien und die finanzielle Sicherheit haben kann. Durch die Integration in das bestehende Hilfesystem, wie etwa die Hotline 211 Alberta, soll der Zugang zu den neuen Angeboten des Brick House Recovery Centre so niederschwellig wie möglich gestaltet werden. Die Provinz setzt dabei konsequent auf das Prinzip der „Recovery-Oriented Systems of Care“, bei dem die langfristige Stabilität der Klienten im Vordergrund steht.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist der Spielerschutz durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ähnlich streng, wenn auch technisch anders gelöst. Während Alberta auf eine prozentuale Abgabe der Einnahmen setzt, fokussiert sich Deutschland auf präventive Limits. Deutsche Spieler, die in Casinos mit GGL-Lizenz (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) aktiv sind, unterliegen dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Zudem gilt an virtuellen Spielautomaten ein Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spin. Diese Maßnahmen werden durch das LUGAS-System überwacht, um sicherzustellen, dass Spieler nicht bei mehreren Anbietern gleichzeitig ihr Budget überschreiten. Wer in Deutschland Schutz sucht, findet diesen über die Sperrdatei OASIS, die einen sofortigen Ausschluss von allen legalen Angeboten ermöglicht. Der Fall Alberta zeigt, dass auch international der Trend weg vom Graumarkt hin zu streng kontrollierten, lokal lizenzierten Märkten geht, bei denen die Einnahmen direkt in die soziale Prävention fließen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer deutschen Lizenz ist das Beispiel Alberta eine Bestätigung für die globale Entwicklung. Anbieter, die auf der Whitelist der GGL stehen, müssen bereits jetzt hohe Standards in der Sozialkonzeption nachweisen. Ein fester Prozentsatz der Einnahmen für Prävention, wie in Alberta praktiziert, könnte auch in Europa ein Zukunftsmodell sein, um die gesellschaftliche Akzeptanz des Glücksspiels zu sichern. Während MGA- oder Curacao-Casinos oft kaum Mittel für lokale deutsche Suchthilfe bereitstellen, ist die Zweckbindung von Steuereinnahmen und Abgaben ein starkes Argument für das deutsche Lizenzmodell. Deutsche Anbieter sollten die Entwicklungen in Kanada genau beobachten, da dort gezeigte Transparenz bei der Mittelverwendung für den Spielerschutz auch den regulatorischen Druck in Deutschland mildern könnte.

Häufige Fragen

Wie viel Geld investiert Alberta in die Spielsuchtbehandlung?

Die Regierung von Alberta hat eine Anschubfinanzierung von 2,4 Millionen CA$ für das Brick House Recovery Centre bereitgestellt. Diese Summe soll die spezialisierte Behandlung in Edmonton, Calgary und über Online-Kanäle sicherstellen, noch bevor die Einnahmen aus dem neuen Markt vollständig fließen.

Wie wird die Suchthilfe in Alberta dauerhaft finanziert?

Die Provinz hat sich dazu verpflichtet, ein Prozent der Bruttospielerträge (Gross Gaming Revenue) aus dem regulierten iGaming-Markt für Prävention und Behandlung aufzuwenden. Minister Dale Nally betonte, dass dieser Prozentsatz bei steigendem Bedarf flexibel erhöht werden kann.

Welche Anbieter sind im neuen Markt von Alberta lizenziert?

Insgesamt haben sich etwa 50 Betreiber registriert, darunter bekannte Marken wie DraftKings, BetMGM, FanDül, bet365 und BetRivers. Die Aufsicht über den Markt führt die Alberta igaming Corporation zusammen mit der AGLC.

Wie hoch waren die illegalen Glücksspielanteile vor der Regulierung?

Behörden schätzen, dass vor der Einführung des neuen Lizenzsystems rund 70 Prozent der Glücksspielaktivitäten in Alberta über Anbieter ohne lokale Lizenz abgewickelt wurden. Die neue Regulierung soll diese Umsätze in den legalen, kontrollierten Raum lenken.

Welche Schutzmaßnahmen gelten für deutsche Spieler im Vergleich zu Alberta?

Deutsche Spieler profitieren vom GlüStV 2021, der ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro und einen maximalen Einsatz von 1 Euro pro Spin vorschreibt. Während Alberta auf die Finanzierung von Zentren setzt, fokussiert sich Deutschland auf technische Prävention durch LUGAS und die Sperrdatei OASIS bei GGL-lizenzierten Anbietern.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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