Britischer Pferdesport in der Krise: Buchmacher streichen Sponsoring nach Steuererhöhung
KI-GENERIERTNeue Daten belegen einen Rückgang der Sponsoring-Deals im britischen Pferdesport um 17 Prozent, nachdem die Remote Gaming Duty massiv angehoben wurde.
Die britische Glücksspielbranche befindet sich im Umbruch, und der traditionelle Pferdesport trägt die schwerste Last dieser Transformation. Nachdem die ehemalige Finanzministerin Rachel Reeves im Herbstbudget 2025 massive Steuererhöhungen ankündigte, zeigen Daten der Racing Post nun das volle Ausmaß der Konsequenzen für das Jahr 2026. Die Branche reagiert auf die Anhebung der Remote Gaming Duty (RGD) von 21 auf satte 40 Prozent, die bereits im April 2026 in Kraft trat. Zusätzlich steht eine Erhöhung der General Betting Duty (GBD) von 15 auf 25 Prozent für April 2027 bevor. Diese finanziellen Daumenschrauben zwingen selbst die größten Akteure am Markt zu drastischen Sparmaßnahmen.
Der Rückgang des Sponsorings durch Buchmacher im Pferdesport beläuft sich im Jahresvergleich auf stolze 17 Prozent. Besonders dramatisch ist die Situation bei kleineren Rennen, deren Wert unter 10.000 Pfund liegt. Hier sank der Anteil der Buchmacher-Sponsoren von 37,3 Prozent im Vorjahreszeitraum (1. Januar bis 28. September 2025) auf nur noch 29 Prozent im gleichen Zeitraum 2026. Es zeigt sich eine klare Selektivität: Während die Top-Events mit einem Wert von über 100.000 Pfund nur einen minimalen Rückgang von 1 Prozent verzeichneten, bricht die Basis des Sports weg. Allwetter-Rennen wurden mit einem Einbruch von 73,3 auf 58,2 Prozent förmlich im Regen stehen gelassen.
Zahlen und Fakten
Die Analyse verdeutlicht, dass namhafte Betreiber wie bet365, Betfred und Flutter Entertainment ihre Beiträge für britische Pferderennen um jeweils mehr als 15 Prozent gekürzt haben. Noch extremer fällt die Reaktion bei kleineren oder spezialisierten Anbietern aus. Star Sports und BetGoodwin haben ihre Marketingausgaben in diesem Sektor um über 80 Prozent reduziert. JenningsBet unter der Leitung von CEO Greg Knight zog sich um 33 Prozent zurück. Knight gehört zu den lautesten Kritikern der Steuerpolitik und warnt bereits vor der nächsten drohenden Abgabe, der Machine Games Duty (MGD), deren Verdopplung im Gespräch ist.
Besonders symbolträchtig ist das Ende langjähriger Partnerschaften. Coral beendete nach 52 Jahren das Sponsoring des Coral Cup beim Cheltenham Festival. Auch bet365 strich renommierte Termine wie das July Meeting in Newmarket sowie den Old Newton Cup in Haydock von der Liste. Fred Done, Gründer von Betfred, stellte bereits klar, dass bei weiteren Steuererhöhungen auch das Sponsoring der britischen Klassiker auf dem Prüfstand steht.
Hintergrund
Der Pferdesport kämpft nicht nur mit schwindenden Geldern der Buchmacher, sondern auch mit einem Mangel an Attraktivität für ein jüngeres Publikum und der Konkurrenz durch den Schwarzmarkt. Viele Betreiber verlagern ihr Budget nun verstärkt in Richtung Fußball, der in Großbritannien eine noch größere Reichweite verspricht. Gleichzeitig warnen Vertreter der Branche vor den sozialen Folgen. Thomas Savill, Direktor der Rennbahn Plumpton, betonte die existenzielle Bedrohung für den Sektor durch die Steuerpläne.
„Jede Steuererhöhung für den Pferdesport wäre absolut schädlich für eine Branche, die derzeit wirklich zu kämpfen hat. Mit weniger Investitionen wird es weniger Besitzer und folglich weniger Pferde geben, wodurch der Sport weniger wettbewerbsfähig wird.“ - Thomas Savill, Direktor, Plumpton Racecourse
Die British Horseracing Authority (BHA) schätzt, dass die Industrie über fünf Jahre hinweg rund 330 Millionen Pfund verlieren könnte. Dies würde unweigerlich zu Tausenden von Entlassungen führen, insbesondere in ländlichen Regionen, in denen der Pferdesport ein wichtiger Arbeitgeber ist.
Was heißt das für deutsche Spieler?
In Deutschland ist die Situation durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ohnehin streng reguliert, was die Auswirkungen internationaler Steueränderungen für hiesige Spieler begrenzt. Die in Deutschland lizenzierten Anbieter, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, unterliegen bereits einer hohen Besteuerung von 5,3 Prozent auf Einsätze bei Online-Slots und Poker. Für deutsche Kunden bedeutet die Entwicklung in UK vor allem eines: Stabilität durch Regulierung, aber auch ein eingeschränktes Bonusangebot im Vergleich zu früher.
Die strengen Limits in Deutschland, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und der maximale Einsatz von 1 Euro pro Spin an Slots, dienen dem Spielerschutz. Während britische Buchmacher durch Steuerlasten ihr Sponsoring kürzen, kämpfen deutsche Anbieter eher mit den regulatorischen Hürden des Kanalisierungsauftrags. Spieler sollten darauf achten, nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz zu spielen, da nur hier die Einhaltung der deutschen Steuer- und Schutzgesetze garantiert ist. Ein Abwandern zu illegalen MGA- oder Curacao-Casinos bietet zwar oft höhere Boni, entzieht dem deutschen Fiskus aber wichtige Einnahmen und bietet keinerlei Rechtssicherheit.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für deutsche Online-Casinos mit GGL-Lizenz ist das britische Szenario ein Warnsignal. Steuererhöhungen führen unweigerlich zu einer Umschichtung der Marketingbudgets. Deutsche Betreiber fokussieren sich aufgrund der 5,3-Prozent-Steuer bereits stark auf Effizienz. Sollte der deutsche Gesetzgeber dem britischen Beispiel folgen und die Abgaben weiter erhöhen, könnten auch hierzulande Randsportarten oder kleinere Sponsoring-Deals wegfallen. Die GGL überwacht zudem streng die Werberichtlinien, was den Spielraum für großflächige Marketingoffensiven, wie sie im britischen Fußball üblich sind, ohnehin einschränkt.
Häufige Fragen
Warum ziehen sich Buchmacher vom Sponsoring im Pferdesport zurück?
Hauptgrund sind die massiven Steuererhöhungen im Vereinigten Königreich, insbesondere der Anstieg der Remote Gaming Duty auf 40 Prozent im April 2026. Unternehmen wie bet365 und Betfred kürzen ihre Marketingausgaben, um die gestiegenen Kosten abzufedern.
Welche Arten von Pferderennen sind am stärksten betroffen?
Besonders kleinere Rennen mit einem Preisgeld von unter 10.000 Pfund leiden unter dem Rückzug, dort sank das Sponsoring um über 8 Prozentpunkte. Auch Allwetter-Rennen verzeichneten einen massiven Einbruch der Buchmacher-Beteiligung von 73,3 auf 58,2 Prozent.
Welche Folgen hat die Steuererhöhung für die Sportindustrie?
Die British Horseracing Authority befürchtet Verluste von bis zu 330 Millionen Pfund über fünf Jahre. Dies könnte zu zahlreichen Entlassungen führen und die Wettbewerbsfähigkeit des britischen Pferdesports nachhaltig schwächen.
Sind deutsche Spieler von den britischen Steuererhöhungen betroffen?
Nein, für Spieler in Deutschland gelten die Regeln des GlüStV 2021 und die deutsche Steuergesetzgebung. Deutsche Kunden sollten ausschließlich bei Anbietern mit einer Lizenz der GGL spielen, um von den hiesigen Schutzmaßnahmen wie dem 1.000-Euro-Einzahlungslimit zu profitieren.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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