GREF-Chef Anders Dorph plant europäische Front gegen illegales Glücksspiel
KI-GENERIERTDänemark blockierte allein im Jahr 2025 insgesamt 334 illegale Glücksspiel-Webseiten. Nun fordert GREF-Vorsitzender Anders Dorph eine engere europäische Zusammenarbeit.
Dänemark hat sich unter der Leitung von Anders Dorph zu einem der aktivsten Märkte in Europa entwickelt, wenn es um die Bekämpfung von illegalem Glücksspiel geht. Als Direktor der dänischen Behörde Spillemyndigheden und aktueller Vorsitzender des Gaming Regulators European Forum (GREF) setzt Dorph auf eine Strategie, die weit über nationale Grenzen hinausgeht. Die Herausforderung ist groß, denn illegale Anbieter nutzen technische Lücken und globale Plattformen, um regulierte Märkte zu infiltrieren.
In einem aktuellen Dialog verdeutlichte Dorph, dass ein einzelnes Werkzeug nicht ausreicht, um den Schwarzmarkt zu eliminieren. Stattdessen setzt Dänemark auf einen Mix aus repressiven Maßnahmen und präventiver Aufklärung. Die Zusammenarbeit mit großen Technologieunternehmen steht dabei im Fokus, da diese als Torwächter zum digitalen Markt fungieren. Ziel ist es, den Druck auf diese Plattformen durch einen gemeinsamen europäischen Ansatz massiv zu erhöhen.
Zahlen und Fakten
Die Bilanz der dänischen Bemühungen ist beeindruckend. Allein im Jahr 2025 wurden in Dänemark 334 illegale Glücksspiel-Webseiten erfolgreich blockiert. Diese DNS-Sperren sind jedoch nur ein Teil der Gleichung. Die Behörde arbeitet eng mit Tech-Giganten wie Google, Apple, Meta und Twitch zusammen, um unzulässige Inhalte von deren Plattformen zu entfernen. Ein wesentlicher Bestandteil der dänischen Strategie ist zudem das offizielle Label der Spillemyndigheden, das lizenzierten Betreibern Schutz und dem Kunden Sicherheit bietet.
Besonders besorgt zeigt sich Dorph über die Vermischung von Gaming und Gambling. Seit fast einem Jahrzehnt blockiert Dänemark illegale Skin-Betting-Seiten, die oft auf Kinder und Jugendliche abzielen. Betroffen sind hierbei auch Plattformen wie Roblox, die eine extrem junge Nutzerschaft haben. Hier setzt die Behörde auf gezielte Informationskampagnen für Eltern, um das Bewusstsein für versteckte Gefahren im Kinderzimmer zu schärfen.
„In der GREF wollen wir eine gemeinsame Front bilden und einen gemeinsamen Druck auf die großen Tech-Plattformen ausüben, damit sie mit uns zusammenarbeiten." - Anders Dorph, Direktor der Spillemyndigheden und GREF-Vorsitzender
Hintergrund
Der Hintergrund dieser verstärkten Bemühungen liegt in einer neuen politischen Vereinbarung in Dänemark. Diese sieht nicht nur strengere Werbebeschränkungen für legales Glücksspiel vor, sondern gibt der Regulierungsbehörde auch schärfere Waffen an die Hand. Erstmals erhält die Spillemyndigheden die gesetzliche Grundlage, um auch Affiliate-Webseiten zu blockieren, die aktiv für illegale Anbieter werben. Zudem wird die Implementierung von Zahlungssperren (Payment Blocking) geprüft, um den Geldfluss zu nicht lizenzierten Betreibern zu unterbrechen.
Dorph wurde im Juni 2025 zum Vorsitzenden der GREF gewählt und trat damit die Nachfolge von Isabelle Falque-Pierrotin an. Die GREF, die Regulierungsbehörden aus ganz Europa vereint, soll unter seiner Führung von einem reinen Wissensaustausch zu konkreten, gemeinsamen Aktionen übergehen. Dazu gehört auch der Dialog mit Google, um standardisierte Prozesse für die Entfernung illegaler Werbung zu etablieren.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind diese Entwicklungen von hoher Relevanz, da die Situation in Deutschland viele Parallelen aufweist. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt ebenfalls auf eine Kanalisierung in den legalen Markt. Wer in Deutschland spielt, sollte zwingend darauf achten, dass der Anbieter auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steht. Nur dort greifen die strengen deutschen Schutzmaßnahmen.
Zu diesen Maßnahmen gehören das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Diese Regeln werden über das System LUGAS überwacht. Wenn europäische Regulierer wie Dorph Erfolg haben, wird es für deutsche Spieler künftig noch schwerer, versehentlich bei illegalen Anbietern ohne Lizenz zu landen, da deren Sichtbarkeit bei Google oder in sozialen Netzwerken durch die koordinierte Sperrung sinkt.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit GGL-Lizenz profitieren direkt von einer stärkeren Durchsetzung gegen den Schwarzmarkt. Einer der größten Kritikpunkte lizenzierter Betreiber ist oft die fehlende Sichtbarkeit gegenüber unregulierten Konkurrenten, die sich nicht an Werbeverbote oder Einzahlungslimits halten müssen. Wenn die GREF unter Dorph erfolgreich eine „gemeinsame Front" bildet, verbessert dies die Wettbewerbsfähigkeit der legalen Anbieter.
Die geplanten Maßnahmen gegen Affiliates, die illegale Seiten bewerben, könnten auch in Deutschland als Vorbild dienen. Ein sauberer Markt schützt nicht nur den Spieler, sondern sichert auch die Steuereinnahmen und den langfristigen Bestand der regulierten Branche. Für GGL-lizenzierte Unternehmen bedeutet dies mehr Rechtssicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen im Kampf um die Kunden.
Häufige Fragen
Wie viele illegale Webseiten hat Dänemark blockiert?
Die dänische Glücksspielbehörde hat im Jahr 2025 insgesamt 334 Webseiten gesperrt, die ohne gültige Erlaubnis Glücksspiele angeboten haben. Dies geschah primär durch DNS-Blockaden in Zusammenarbeit mit Telekommunikationsanbietern.
Wer ist Anders Dorph?
Anders Dorph ist der Direktor der dänischen Regulierungsbehörde Spillemyndigheden und bekleidet seit Juni 2025 zudem das Amt des Vorsitzenden beim Gaming Regulators European Forum (GREF). Er gilt als Verfechter einer starken internationalen Zusammenarbeit gegen den Schwarzmarkt.
Gegen welche Firmen will die GREF vorgehen?
Es geht primär um eine stärkere Kooperation mit Technologiegiganten wie Google, Apple, Meta (Facebook/Instagram) und Twitch. Diese Unternehmen sollen dazu bewegt werden, illegale Glücksspielwerbung und Apps ohne nationale Lizenzen konsequenter von ihren Plattformen zu entfernen.
Sind Kinder im Gaming-Bereich durch Glücksspiel gefährdet?
Ja, laut Dorph gibt es eine zunehmende Vermischung. Dänemark blockiert seit Jahren Skin-Betting-Seiten, die oft Elemente aus Spielen wie Roblox nutzen, um Minderjährige zum Glücksspiel zu verleiten, was die Behörde durch Aufklärungskampagnen für Eltern bekämpft.
Was bedeutet die GREF-Strategie für Spieler in Deutschland?
Da Deutschland Mitglied in europäischen Regulierungsnetzwerken ist, führen diese Initiativen zu einer besseren Durchsetzung des GlüStV 2021. Spieler werden besser vor illegalen Casinos geschützt, die keine GGL-Lizenz besitzen und somit die deutschen Limits von 1 Euro pro Spin oder 1.000 Euro monatlich ignorieren.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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