Führungswechsel bei Casinos Austria: Andreas Bierwirth soll Konzernspitze übernehmen
KI-GENERIERTBeim österreichischen Glücksspielriesen Casinos Austria steht eine Zäsur bevor: Andreas Bierwirth soll Erwin van Lambaart ablösen, dessen Vertrag im März 2027 ausläuft.
Die Gerüchteküche am Wiener Rennweg brodelt heftig. Beim teilstaatlichen Glücksspielkonzern Casinos Austria (CASAG) zeichnet sich eine fundamentale Neuausrichtung an der Unternehmensspitze ab. Andreas Bierwirth, der erst im Oktober 2025 als Chief Transformation Officer (CTO) in den Vorstand berufen wurde, gilt nun als gesetzter Nachfolger für den aktuellen Chef Erwin van Lambaart. Der Niederländer van Lambaart, der den Konzern seit 2022 leitet, wird seinen Posten voraussichtlich im März 2027 räumen müssen, da sein Vertrag laut Branchenberichten nicht verlängert werden soll. Dieser Wechsel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen vor gewaltigen regulatorischen Aufgaben steht.
Andreas Bierwirth bringt eine Vita mit, die auf den ersten Blick wenig mit Roulette und Spielautomaten zu tun hat, aber genau die moderne Management-Expertise widerspiegelt, die Großaktionäre wie die tschechische Allwyn-Gruppe fordern. Er war Chef der Lufthansa-Tochter Germanwings, leitete die Austrian Airlines und transformierte T-Mobile zur heutigen Magenta Telekom. Diese Erfahrung in komplexen digitalen Transformationsprozessen gab den Ausschlag für seine ursprüngliche Berufung in das Führungstrio, dem neben van Lambaart auch Finanzvorstand Martin Skopek angehört. Nun scheint er bereit, das Ruder komplett zu übernehmen, um die Casinos Austria durch die digitale Ära zu steuern.
Zahlen und Fakten
Die Personalentscheidung ist eng mit der Eigentümerstruktur verknüpft. Die tschechische Allwyn-Gruppe des Milliardärs Karel Komárek hält die Mehrheit, doch die österreichische Staatsholding ÖBAG behält entscheidenden Einfluss. Es ist die ÖBAG, die das Nominierungsrecht für den CEO-Posten hält. Da bei der ÖBAG mit Thomas Arnoldner ebenfalls ein Führungswechsel ansteht, wird die Personalie Bierwirth als Teil einer größeren strategischen Bereinigung gesehen. Ein zentraler Punkt für den neuen Chef wird die Sicherung der Marktanteile sein. In den kommenden Jahren müssen die Konzessionen für die terrestrischen Casinos und die Lotterien neu vergeben werden.
Bierwirth ist seit dem 1. Oktober 2025 offiziell im Vorstand und kümmert sich seither primär um die digitale Entwicklung und das internationale Geschäft über die Tochtergesellschaft Casinos Austria International (CAI). Dass er bereits jetzt für die höchste Position gehandelt wird, unterstreicht das Vertrauen der Eigentümer in seine Fähigkeit, den Konzern effizienter aufzustellen. Das operative Geschäft der Gruppe ist massiv, umfasst es doch nicht nur die 12 Casinos in Österreich, sondern auch die Österreichischen Lotterien und zahlreiche Auslandsbeteiligungen.
„Mit der Erweiterung des bestehenden Vorstandsvertrags und der Hinzunahme von Andreas Bierwirth verfügt die Gruppe nun über ein hervorragendes Trio an der Spitze, das die Herausforderungen der Zukunft bestmöglich gestalten kann.“ - Wolfgang Hesoun, Aufsichtsratsvorsitzender von Casinos Austria
Hintergrund
Der aktuelle Chef Erwin van Lambaart kam mit viel Vorschusslorbeeren vom niederländischen Staatsmonopolisten Holland Casino nach Wien. Unter seiner Führung wurden wichtige Projekte wie das neue Online-Live-Casino gestartet. Dennoch scheint der Wunsch nach einer noch stärkeren österreichischen Identität an der Spitze kombiniert mit digitalem Know-how zu überwiegen. Allwyn-Chef Robert Chvatal betonte bereits bei Bierwirths Eintritt, dass dessen Erfolgsbilanz bei komplexen Unternehmenstransformationen unverzichtbar sei, während sich van Lambaart auf die Rückgewinnung aller Lizenzen konzentrieren könne. Dass Letzterer nun vor dem Aus steht, deutet darauf hin, dass die Weichenstellungen für die Zeit ab 2027 bereits ohne ihn geplant werden.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Obwohl die Casinos Austria primär auf dem österreichischen Markt agieren, hat die strategische Neuausrichtung indirekte Auswirkungen auf den gesamten deutschsprachigen Raum. Viele deutsche Touristen besuchen die Spielbanken in Grenznähe oder in den Urlaubsregionen wie Kitzbühel oder Salzburg. Wer jedoch in Deutschland online spielen möchte, muss sich zwingend an Anbieter halten, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Die Casinos Austria operieren im Internet unter win2day, was eine exklusive österreichische Konzession ist.
Für Spieler mit Wohnsitz in Deutschland bleibt die Rechtslage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng definiert. Deutsche Kunden können die Angebote der Casinos Austria online nicht legal nutzen, da diese keine deutsche Lizenz besitzen. In Deutschland gelten harte Regeln: Ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das zentrale Sperrsystem LUGAS und ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Während in Österreich die Digitalisierung unter Bierwirth vorangetrieben wird, bleibt der deutsche Markt durch das GGL-Regime ein stark abgeschirmter Raum, in dem Spielerschutz und Suchtprävention durch technische Überwachung an erster Stelle stehen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entwicklung bei den Nachbarn zeigt, dass der Trend unaufhaltsam in Richtung Digitalisierung und Prozessoptimierung geht. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland stehen unter ähnlichem Modernisierungsdruck, müssen aber deutlich engere regulatorische Grenzen einhalten als die internationale Konkurrenz. Wenn ein Gigant wie Casinos Austria seine Führung auf IT- und Transformationsexperten umstellt, ist das ein Signal an die gesamte Branche: Das klassische Casinogeschäft allein reicht nicht mehr aus. Die Effizienz im Backend und die nahtlose Integration von Online- und Offline-Angeboten werden zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Deutsche Anbieter müssen diesen technologischen Anschluss halten, während sie gleichzeitig die strengen deutschen Anforderungen an Identitätsprüfung und Einsatzlimits umsetzen.
Häufige Fragen
Wer ist Andreas Bierwirth?
Andreas Bierwirth ist seit Oktober 2025 Transformationsvorstand der Casinos Austria und gilt als designierter Nachfolger für den CEO-Posten. Zuvor war er in Führungspositionen bei Lufthansa, Austrian Airlines und Magenta Telekom tätig.
Wann endet der Vertrag von Erwin van Lambaart?
Der aktuelle Vertrag des Generaldirektors Erwin van Lambaart läuft im März 2027 aus. Berichten zufolge wird dieser nicht verlängert, um Platz für eine Neubesetzung an der Konzernspitze zu machen.
Welche Rolle spielt die ÖBAG bei der Besetzung?
Die österreichische Staatsholding ÖBAG hält das Nominierungsrecht für den CEO-Posten bei den Casinos Austria. Sie entscheidet somit maßgeblich darüber, wer das Unternehmen in die nächste Konzessionsphase führt.
Dürfen deutsche Spieler bei den Casinos Austria online spielen?
Nein, die Online-Angebote der Casinos Austria wie win2day besitzen keine Lizenz der deutschen GGL. Spieler mit Wohnsitz in Deutschland müssen Anbieter nutzen, die im Rahmen des GlüStV 2021 reguliert und auf der offiziellen Whitelist aufgeführt sind.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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