Balkan Gaming Federation wählt Dragan Skrbić zum ersten Präsidenten
KI-GENERIERTDie Balkan Gaming Federation (BGF) hat in Bukarest ihre Führung gewählt. Dragan Skrbić leitet nun den Verband von sieben Nationen im Kampf gegen den Schwarzmarkt.
Die Glücksspielbranche in Südosteuropa stellt die Weichen für eine stärkere politische Interessenvertretung. In der rumänischen Hauptstadt Bukarest kam die Balkan Gaming Federation (BGF) zusammen, um ihre erste Führungsriege offiziell zu bestimmen. Dieser Schritt folgt auf die Unterzeichnung eines Kooperations-Memorandums in Belgrad vor rund sechs Monaten und markiert eine neue Phase der Professionalisierung für den Verband, der sieben Länder der Region vereint. In einer Zeit, in der legale Betreiber in Ländern wie Rumänien und Kroatien mit immer strengeren Auflagen und steigenden Abgaben kämpfen, soll die BGF als geschlossenes Sprachrohr fungieren.
Die Wahl fiel auf Dragan Skrbić, der bereits als Präsident des serbischen Gaming-Verbandes AGOS bekannt ist. Er übernimmt das Amt des ersten Präsidenten der BGF. Ihm zur Seite stehen zwei Vizepräsidenten: Filip Jelavić, Generalsekretär des kroatischen Verbandes Hupis, sowie Sorin Georgescu, Präsident der rumänischen Organisation Romslot und Vizepräsident von Fedbet. Diese personelle Aufstellung spiegelt die Absicht wider, die wichtigsten Märkte der Region direkt in die Entscheidungsprozesse einzubinden. Die neue Führung wird sich erstmals offiziell beim Gaming Industry Gala Dinner unter dem Motto New Horizons am 24. November in der bulgarischen Hauptstadt Sofia präsentieren.
Zahlen und Fakten
Das Treffen in Bukarest dauerte zwei Tage und begann am 29. September mit einem Arbeitstreffen, an dem auch der Vorstand der Euromat teilnahm. Euromat-Präsident Jason Frost war persönlich bei der Wahl der BGF-Führung anwesend, was die Bedeutung der neuen Föderation auf europäischer Ebene unterstreicht. Die BGF vertritt Interessenvertreter aus Serbien, Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Nordmazedonien. Dieser Zusammenschluss ist eine Reaktion auf die prekäre Lage vieler landbasierter Casinos. In Rumänien etwa leidet der Sektor unter neuen Gesetzen, die Slot-Maschinen in kleinen Städten verbieten, während in Bulgarien ein fast vollständiges Werbeverbot für Glücksspiel eingeführt wurde.
Die wirtschaftliche Bedeutung der legalen Branche ist immens, wird jedoch oft durch den wachsenden Schwarzmarkt bedroht. In Montenegro etwa mahnen Experten wie Miloš Lalević an, dass lizenzierte Betreiber nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung gesehen werden müssen. Lalević betonte die Investitionen in Spielerschutz und Anti-Geldwäsche-Systeme, die nur legale Unternehmen leisten können.
„Lizenzierte Betreiber sollten nicht als Teil des Problems betrachtet werden – sie sollten als Teil der Lösung anerkannt werden. Sie sind die Einheiten, die in Compliance, verantwortungsvolle Glücksspielprogramme, Verbraucherschutz, technologische Innovation und Anti-Geldwäsche-Systeme investieren.“ - Miloš Lalević, Vizepräsident von GPIS Montenegro
Hintergrund
Der Druck auf die Balkan-Region wächst stetig. Während Kroatien derzeit eine umfassende Reform mit strengeren Regeln für die Spieleridentifikation und Selbstausschluss-Systeme plant, stehen Betreiber dort zusätzlich vor massiven Erhöhungen der Lizenzgebühren und Steuern. Die Gründung der BGF mit Sitz in Kroatien zielt darauf ab, einen Dialog mit den Regierungen zu fördern, der auf Fakten basiert statt auf veralteten Wahrnehmungen. Die Föderation plant zudem eine große Diskussionsrunde mit Regulierungsbehörden des Balkans, um den Austausch zwischen staatlichen Stellen und der Industrie zu intensivieren. Man befürchtet, dass übermäßige Restriktionen die Spieler direkt in die Arme illegaler Offshore-Anbieter treiben könnten, die keinerlei Schutzmaßnahmen bieten.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat die Konsolidierung der Verbände im Balkan keine direkten Auswirkungen auf die hiesige Rechtslage, verdeutlicht aber einen europaweiten Trend zur strengen Regulierung. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das Maß aller Dinge. Während Betreiber im Balkan über neue Steuern klagen, sind deutsche Spieler bereits an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System gewöhnt. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots ist ein deutsches Spezifikum, das den Spielerschutz stärken soll. Wer in Deutschland sicher spielen will, muss darauf achten, dass der Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steht. Ähnlich wie die BGF im Balkan den Schwarzmarkt bekämpft, geht auch die GGL massiv gegen illegale Online-Casinos vor, die keine deutsche Lizenz besitzen. Deutsche Nutzer sollten Angebote mit MGA- oder Curacao-Lizenz meiden, da diese hierzulande als illegal gelten und im Streitfall keinen rechtlichen Schutz durch deutsche Behörden bieten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die GGL-lizenzierten Betreiber in Deutschland können die Entwicklungen im Balkan als Bestätigung für die Notwendigkeit einer starken Verbandsarbeit sehen. Die BGF versucht nun, das zu erreichen, was in Deutschland durch Organisationen wie den DOCV oder den DSWV bereits praktiziert wird: ein konstruktiver Dialog mit der Aufsichtsbehörde. Für Unternehmen, die sowohl in Deutschland als auch in Südosteuropa aktiv sind, bedeutet die Wahl von Dragan Skrbić eine Stabilisierung der Ansprechpartner vor Ort. Es zeigt sich, dass der Kampf gegen den Schwarzmarkt nur gelingen kann, wenn legale Angebote attraktiv bleiben. Wenn die Regulierung im Balkan zu restriktiv wird, könnten internationale Konzerne ihre Ressourcen stärker auf den stabilen, wenn auch streng regulierten deutschen Markt fokussieren, sofern die GGL die Kanalisierungsraten hochhalten kann.
Häufige Fragen
Wer ist der erste Präsident der Balkan Gaming Federation?
Dragan Skrbić wurde zum ersten Präsidenten der Föderation gewählt. Er leitet gleichzeitig den serbischen Glücksspielverband AGOS.
Wann und wo fand die Wahl statt?
Die Wahl fand am 30. September 2026 in Bukarest, Rumänien, statt. Dies geschah am zweiten Tag eines zweitägigen Programms, das am 29. September begann.
Welche Ziele verfolgt die neue Föderation?
Die BGF möchte die Interessen der regionalen Industrie bündeln und den Dialog mit Regierungen stärken. Ein Hauptaugenmerk liegt auf dem Kampf gegen den Schwarzmarkt und der Forderung nach verhältnismäßiger Regulierung.
Welche Länder sind in der BGF vertreten?
Der Verband umfasst Trade-Associations aus Serbien, Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Nordmazedonien.
Dürfen deutsche Spieler bei Balkan-Anbietern spielen?
In Deutschland ist nur das Spielen bei Anbietern erlaubt, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. Viele Balkan-Betreiber haben keine deutsche Lizenz und gelten somit für Spieler mit Wohnsitz in Deutschland als illegal.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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