Millionenstrafe für bet365 in Schweden wegen Mängeln beim Spielerschutz
KI-GENERIERTDie schwedische Aufsichtsbehörde belegt den Glücksspielriesen bet365 mit Sanktionen in Höhe von insgesamt 44 Millionen SEK (ca. 3,8 Mio. Euro).
Der britische Glücksspielgigant bet365, der unter dem Namen Hillside firmiert, muss in Schweden tief in die Tasche greifen. Die staatliche Regulierungsbehörde Spelinspektionen hat gegen zwei Sparten des Unternehmens Sanktionsgebühren verhängt, da massive Mängel beim Schutz der Verbraucher festgestellt wurden. Konkret geht es um die Zeitspanne vom 1. Januar 2019 bis zum 19. April 2022. In diesem Zeitraum hat der Anbieter es versäumt, die gesetzlich vorgeschriebenen numerischen Einzahlungslimits korrekt umzusetzen. Stattdessen konnten Spieler eine Option wählen, die faktisch kein Limit vorsah.
Technisch gesehen gab es zwar eine Grenze von 500 Millionen Schwedischen Kronen (SEK), doch diese war für die Kunden nicht als solche erkennbar. Die Behörde wertete dies als klaren Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht. Ein einzelner Spieler hätte bei Erreichen dieses theoretischen Limits den gesamten Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) der Sportwetten-Sparte von bet365 um etwa 63 Prozent steigern können. Angesichts solcher Summen wird deutlich, dass das Wort Limit hier nur noch auf dem Papier existierte. Der Fall zeigt, wie streng europäische Aufseher mittlerweile auf die Einhaltung technischer Details achten, um Spielsucht effektiv vorzubeugen.
Zahlen und Fakten
Die Strafe teilt sich auf zwei Unternehmensbereiche auf. Hillside (Sports) wurde mit einer Gebühr von 40 Millionen SEK (rund 3,5 Millionen Euro) belegt, während Hillside (Gaming) zusätzlich 4 Millionen SEK zahlen muss. Ursprünglich hatte die Spelinspektionen sogar deutlich höhere Summen von 65 Millionen beziehungsweise 14 Millionen SEK gefordert. Dass die finalen Beträge niedriger ausfielen, liegt an der schwedischen Gesetzgebung, die Sanktionen auf maximal 10 Prozent des Jahresumsatzes begrenzt. Für das Jahr 2021 wies bet365 im Sportbereich einen GGR von 724,5 Millionen SEK aus, im Casinobereich waren es 69 Millionen SEK.
Ein Lizenzentzug konnte nur knapp abgewendet werden. Die Behörde begründete den Verzicht auf diese drastische Maßnahme damit, dass bet365 während der Prüfung kooperativ war und sofortige Verbesserungen implementierte. Wer heute in Schweden monatlich mehr als 10.000 SEK verliert, löst bei bet365 eine manuelle Überprüfung aus. Zudem gibt es nun spezielle Warnsysteme für vulnerable Gruppen wie junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren sowie für Spieler, die nach einer Selbstsperre auf die Plattform zurückkehren.
Hintergrund
Schweden ist für bet365 ein bedeutender Markt. Laut dem Blask Index steht das Unternehmen dort an vierter Stelle der größten Anbieter, hinter den staatlichen Giganten ATG und Svenska Spel. Der Fall bet365 ist jedoch kein Einzelfall. In den letzten Monaten gerieten auch andere bekannte Namen wie Betsson, die ComeOn Gruppe mit der Marke Snabbare sowie Mr Green in das Visier der Spelinspektionen. Die Kritik an der Behörde wächst allerdings. Der schwedische Branchenverband für Online-Glücksspiel (BOS) moniert, dass zu strenge oder nicht evidenzbasierte Regeln dazu führen könnten, dass Spieler in den Schwarzmarkt abwandern. Aktuell liegt die Kanalisierungsrate in Schweden bei etwa 84 Prozent, was bedeutet, dass 16 Prozent der Spieler auf nicht lizenzierten Plattformen aktiv sind.
„Die Verstöße waren sowohl schwerwiegend als auch systematisch, doch die Korrekturmaßnahmen des Unternehmens haben eine Warnung anstelle eines Lizenzentzugs gerechtfertigt.“ - Zusammenfassendes Urteil der Spelinspektionen
Interessanterweise ist ein nicht lizenzierter Offshore-Anbieter laut Berichten derzeit der drittgrößte Betreiber im Land. Dies setzt die regulierten Firmen unter Druck, da sie die hohen Standards der Spelinspektionen erfüllen müssen, während illegale Konkurrenten diese Kosten und Auflagen umgehen. bet365 selbst hat zu der aktuellen Strafe bisher keinen offiziellen Kommentar abgegeben.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Kunden in Deutschland hat dieser Fall eine hohe Signalwirkung, da die Regulierung hierzulande durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) noch strikter ist. Während in Schweden über eine technische 500-Millionen-Grenze gestritten wird, gilt in Deutschland ein hartes anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Dieses Limit wird zentral über die LUGAS-Datenbank überwacht. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Anbieter spielt, kann sicher sein, dass solche No-Limit-Tricks, wie sie in Schweden vorkamen, technisch kaum möglich sind. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) führt eine Whitelist, auf der bet365 ebenfalls steht. Deutsche Spieler profitieren von strengen 1-Euro-Einsatzlimits pro Spin an Slots und einer verpflichtenden Panik-Taste. Verstöße eines Anbieters in anderen EU-Ländern führen zwar nicht automatisch zum Lizenzverlust in Deutschland, doch die GGL prüft die Zuverlässigkeit der Betreiber fortlaufend. Ein systematisches Versagen beim Spielerschutz, wie es in Schweden festgestellt wurde, würde in Deutschland sofort Sanktionen oder den Widerruf der Erlaubnis nach sich ziehen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entscheidung der schwedischen Behörden ist eine Mahnung an alle GGL-lizenzierten Betreiber in Deutschland. Sie verdeutlicht, dass technische Ausreden bei Einzahlungslimits nicht akzeptiert werden. Ein Limit muss im Sinne des Spielerschutzes klar definiert und für den Nutzer transparent sein. Für deutsche Anbieter bedeutet dies, dass die Anbindung an LUGAS und die Einhaltung der Sorgfaltspflichten oberste Priorität haben müssen. Wer bei der IT-Umsetzung patzt oder Schlupflöcher offen lässt, riskiert nicht nur Millionenbußen, sondern seinen gesamten Zugang zum regulierten deutschen Markt. In einem Umfeld, in dem der Spielerschutz das zentrale Element der Lizenzierung ist, dürfen sich Unternehmen keine Schwächen bei der Überwachung von Risikogruppen erlauben.
Häufige Fragen
Warum wurde bet365 in Schweden bestraft?
Das Unternehmen hat zwischen 2019 und 2022 gegen die Pflicht zur Einführung klarer Einzahlungslimits verstoßen. Kunden konnten eine Option wählen, die praktisch keine Begrenzung bot, da lediglich ein verstecktes Limit von 500 Millionen SEK existierte.
Wie hoch ist die Strafe für den Glücksspielanbieter?
Die schwedische Behörde Spelinspektionen verhängte eine Sanktionsgebühr von insgesamt 44 Millionen SEK. Davon entfallen 40 Millionen SEK auf das Sportwettenangebot und 4 Millionen SEK auf den Casinobereich.
Darf bet365 weiterhin in Schweden operieren?
Ja, der Anbieter hat eine Warnung erhalten, aber die Lizenz wurde nicht entzogen. Dies liegt daran, dass bet365 während der Untersuchung weitreichende Korrekturmaßnahmen und neue Kontrollmechanismen für gefährdete Spieler eingeführt hat.
Welche neuen Schutzmaßnahmen hat das Unternehmen eingeführt?
Spieler, die mehr als 10.000 SEK im Monat verlieren, werden nun manuell überprüft. Zudem gibt es strengere Kontrollen für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren und für Personen, die sich zuvor selbst gesperrt hatten.
Gibt es ähnliche Probleme für Spieler in Deutschland?
In Deutschland ist das System durch die LUGAS-Datenbank und den GlüStV 2021 wesentlich strenger kontrolliert. Einzahlungslimits sind hier anbieterübergreifend auf 1.000 Euro begrenzt, und die GGL achtet penibel darauf, dass lizenzierte Anbieter wie bet365 diese Vorgaben technisch einwandfrei umsetzen.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTHongkong nutzt KI im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel
Die Behörden in Hongkong setzen auf fortschrittliche KI-Überwachung und Finanzkontrollen. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen von bis zu 5 Millionen HK-Dollar.
KI-GENERIERTLive! Casino Pittsburgh erhält Lizenzverlängerung für weitere fünf Jahre
Die Glücksspielbehörde PGCB hat die Betriebserlaubnis für das Live! Casino Pittsburgh erneuert, nachdem die Anlage seit 2020 über 647 Millionen US-Dollar Umsatz generierte.
KI-GENERIERTNiederlande drohen Google und Meta wegen illegaler Glücksspielwerbung
Die niederländische Glücksspielbehörde KSA bereitet rechtliche Schritte gegen Tech-Giganten wie Google und Meta vor, um illegale Casino-Werbung zu unterbinden.











