Betfred knackt die Milliarden-Grenze beim Umsatz im Geschäftsjahr 2026
KI-GENERIERTBetfred vermeldet einen Jahresumsatz von 995,6 Millionen Pfund. Besonders das Online-Segment wächst stark und steuert bereits 451,6 Millionen Pfund zum Gesamtergebnis bei.
Betfred hat seine neuesten Finanzzahlen für das Geschäftsjahr vorgelegt, das am 29. März 2026 endete. Der britische Glücksspielriese konnte dabei einen Gesamtumsatz von 995,6 Millionen Pfund erzielen. Dies ist ein bemerkenswertes Ergebnis, auch wenn der direkte Vergleich zum Vorjahr aufgrund einer Umstellung des Berichtszeitraums schwierig ist. Zuvor umfasste der Berichtszeitraum 78 Wochen bis zum 30. März 2025, in denen knapp 1,5 Milliarden Pfund umgesetzt wurden. Die jetzigen 52 Wochen zeigen jedoch eine klare Tendenz: Das digitale Geschäft wird für das Unternehmen immer bedeutender.
Besonders auffällig ist die Verschiebung zwischen den Vertriebskanälen. Während das terrestrische Geschäft in den Wettbüros vor Ort immer noch 55 Prozent des Umsatzes ausmacht, holt der Online-Sektor mit Riesenschritten auf. Mit einem digitalen Umsatz von 451,6 Millionen Pfund trägt das Internet-Segment nun 45 Prozent zum Gesamtergebnis bei. Im Vorjahr lag der Anteil der stationären Annahmestellen noch bei 61 Prozent. Dieser Wandel ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gezielten Strategie, die auf modernste Technik und aggressives Marketing setzt.
Zahlen und Fakten
Betfred meldete einen Bruttogewinn von 719,9 Millionen Pfund für das 52-wöchige Geschäftsjahr. Der operative Gewinn belief sich auf 74,1 Millionen Pfund, während der Gewinn nach Steuern mit 39,6 Millionen Pfund in den Büchern steht. Ein interessanter Aspekt der Bilanz sind die sogenannten EBITDA-Zahlen (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte), die bei 140,6 Millionen Pfund liegen. Trotz dieser soliden Erträge gab es auch außerordentliche Belastungen. So verbuchte das Unternehmen etwa 4,6 Millionen Pfund für abgebrochene Akquisitionsvorhaben.
Ein wesentlicher Treiber für das Online-Wachstum war die Integration der Technologie-Agentur Sharp Gaming aus Manchester, die nun als Betfred Technology firmiert. Das Unternehmen investierte erhebliche Summen in die Entwicklung einer neuen Plattform.
„Die Investition in eine neu gestaltete Online-Plattform, die im Dezember 2023 startete und bis Anfang 2024 alle britischen Kunden migrierte, kostete rund 110,4 Millionen Pfund an Entwicklungsausgaben." - Managementbericht der Betfred Group Holdings Limited
Diese technologische Erneuerung zahlte sich aus, da sie laut Bericht zu einer like-for-like Umsatzsteigerung von 23,3 Millionen Pfund auf bereinigter 12-Monats-Basis führte. Auch die Marketingausgaben wurden bewusst erhöht, um Marktanteile zu gewinnen und neue Kunden zu binden.
Hintergrund
Abseits des britischen Kernmarktes hat Betfred strategische Korrekturen vorgenommen. Das Unternehmen zog sich aus dem spanischen Online-Markt zurück und veräußerte dieses Geschäft im Jahr 2024, was einen Gewinn von 1,6 Millionen Pfund einbrachte. Auch das US-Geschäft wurde im Laufe des Geschäftsjahres 2023 und 2024 abgewickelt, was im aktuellen Bericht noch zu Restkosten für die Schließung einer ausländischen Tochtergesellschaft in Höhe von 801.000 Pfund führte.
Interessant ist die Entwicklung der Personalkosten. Obwohl die Zahl der Mitarbeiter leicht von 7.872 auf 7.795 sank, stiegen die Lohnkosten auf vergleichbarer Basis um 19,2 Millionen Pfund. Dies liegt vor allem an der Erhöhung des nationalen Mindestlohns in Großbritannien. Betfred-Gründer Fred Done äußerte sich zudem kritisch gegenüber den steuerlichen Belastungen in der Heimat. Die Steuerlast für das Berichtsjahr betrug 24,4 Millionen Pfund, was deutlich unter den 59,8 Millionen Pfund des (längeren) Vorjahreszeitraums lag. Zukünftige Erhöhungen der Remote Gaming Duty, die erst im April 2026 in Kraft traten, sind in diesen Zahlen noch nicht enthalten.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat die Bilanz von Betfred vor allem eine indirekte Bedeutung. Betfred ist primär ein britischer Anbieter und besitzt derzeit keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für den deutschen Markt. In Deutschland dürfen legale Online-Casinos und Wettanbieter nur dann agieren, wenn sie auf der sogenannten Whitelist der GGL stehen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt hier sehr strenge Grenzen, die sich deutlich von der liberaleren britischen Regulierung unterscheiden.
Deutsche Kunden müssen sich bei lizenzierten Anbietern an das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat halten, das über das LUGAS-System überwacht wird. Zudem gilt an virtuellen Spielautomaten ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin und eine fünfsekündige Pause zwischen den Drehungen. Da Betfred seinen Fokus stark auf den britischen Markt und die technologische Eigenständigkeit legt, ist ein kurzfristiger Markteintritt in Deutschland unwahrscheinlich. Spieler hierzulande sollten strikt darauf achten, nur bei Anbietern mit deutscher Lizenz zu spielen, um von den hohen Spielerschutzstandards und der rechtlichen Absicherung zu profitieren.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entwicklung bei Betfred zeigt, wie wichtig technologische Kontrolle für den Erfolg ist. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland stehen vor der Herausforderung, die strengen technischen Anforderungen (LUGAS, OASIS) mit einer attraktiven Nutzererfahrung zu verbinden. Dass Betfred über 110 Millionen Pfund in eine eigene Plattform investiert hat, unterstreicht den Trend weg von White-Label-Lösungen hin zu proprietärer Technik. Deutsche Anbieter könnten sich hier ein Beispiel nehmen, um trotz der regulatorischen Einschränkungen durch bessere Ladezeiten und individuelle Features zu punkten. Zudem zeigt der Rückzug von Betfred aus Spanien und den USA, dass sich große Player zunehmend auf regulierte Kernmärkte konzentrieren, was den Wettbewerbsdruck auch in Deutschland langfristig erhöhen könnte, sollten internationale Giganten doch noch eine GGL-Lizenz anstreben.
Häufige Fragen
Wie hoch war der Umsatz von Betfred im Geschäftsjahr 2026?
Der Gesamtumsatz belief sich auf 995,6 Millionen Pfund für das am 29. März 2026 endende Geschäftsjahr. Davon entfielen etwa 45 Prozent auf das Online-Geschäft.
Warum sind die Zahlen nicht direkt mit dem Vorjahr vergleichbar?
Betfred hat sein Geschäftsjahresende von September auf März umgestellt. Daher umfasste der vorherige Berichtszeitraum 78 Wochen, während der aktuelle Bericht nur 52 Wochen abdeckt.
Welche Rolle spielt die Technik-Agentur Sharp Gaming?
Sharp Gaming wurde vollständig integriert und in Betfred Technology umbenannt. Die Agentur war maßgeblich an der Entwicklung der neuen Online-Plattform beteiligt, die 110,4 Millionen Pfund kostete.
Hat Betfred eine Lizenz für den deutschen Markt?
Nein, Betfred ist derzeit nicht auf der Whitelist der GGL gelistet. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern spielen, die eine offizielle Lizenz nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 besitzen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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