BetMGM Chef Greenblatt kritisiert CFTC Regulierung als kosmetische Maßnahme
KI-GENERIERTAdam Greenblatt sieht in den neuen US-Regeln gegen Prognosemärkte nur einen Aufschub. BetMGM meldete derweil einen Umsatz von 710 Millionen US-Dollar für das dritte Quartal.
Die Debatte um die Regulierung von Prognosemärkten in den USA erreicht eine neue Eskalationsstufe. Adam Greenblatt, der CEO von BetMGM, fand deutliche Worte für das Vorgehen der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). In einer Telefonkonferenz zu den aktuellen Geschäftszahlen am 13. Oktober bezeichnete er die jüngsten Bemühungen der Behörde, casinoähnliche Produkte aus ihrem Zuständigkeitsbereich fernzuhalten, als rein kosmetisch. Laut Greenblatt wurde das Risiko, das von diesen Märkten für das klassische, regulierte Glücksspiel ausgeht, durch die neuen Regeln nicht beseitigt, sondern lediglich zeitlich aufgeschoben. Es handele sich um einen verzweifelten Kampf ums Überleben seitens der Regulierer, die versuchen, eine klare Grenze zu ziehen, wo die Linien längst verschwimmen.
Greenblatt bezog sich dabei konkret auf die Regeländerungen der CFTC vom 9. Oktober. Diese beinhalten eine vorläufige endgültige Regelung, die besagt, dass Glücksspielprodukte im Casino-Stil, darunter Wetten auf Sport und Casinospiele, nicht unter die Definition eines Swaps fallen. Damit wollte die CFTC eigentlich klarstellen, dass solche Wetten nicht in ihren Verantwortungsbereich für Finanzderivate gehören. Der BetMGM-Chef sieht darin jedoch keine dauerhafte Lösung. Er ist überzeugt, dass diese Vorschriften in Zukunft leicht rückgängig gemacht oder geändert werden können, sobald der politische oder rechtliche Druck nachlässt. Für ihn ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese Produkte in neuer Form wieder auf den Prognosemärkten auftauchen.
Zahlen und Fakten
Finanziell steht BetMGM trotz dieser Unsicherheiten auf einem soliden Fundament. Das Unternehmen meldete für das dritte Quartal einen Nettoumsatz von 710 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einem Zuwachs von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders beeindruckend ist die Entwicklung beim bereinigten EBITDA, das um 112 Prozent auf 86 Millionen US-Dollar kletterte. Interessanterweise sank die Zahl der monatlich aktiven Spieler um 3 Prozent, was Greenblatt jedoch nicht beunruhigt. Das Unternehmen fokussiert sich verstärkt auf renditestarke Märkte und investiert massiv in den iGaming-Bereich. Allein das Online-Casino-Geschäft trug im Berichtsquartal 483 Millionen US-Dollar zum Gesamtumsatz bei. Im Gegensatz dazu reduziert BetMGM seine Ausgaben in Märkten, in denen lediglich Online-Sportwetten ohne Casinospiele erlaubt sind, da dort die Gewinnmargen deutlich geringer ausfallen.
Dem gegenüber steht ein gewaltiger Boom bei den sogenannten Prognosemärkten. Daten von Aldrin Research zeigen, dass das Volumen an Sport- und Kombiwetten an diesen Börsen in den 30 Tagen bis zum 29. September um etwa 72 Prozent auf 68,2 Milliarden US-Dollar angestiegen ist. Dieser enorme Zuwachs verdeutlicht, warum etablierte Anbieter wie BetMGM die Entwicklung mit Argusaugen verfolgen und eine strengere, einheitliche Regulierung fordern.
Hintergrund
Der Kern des Konflikts liegt in der rechtlichen Einordnung von Prognosemärkten wie Kalshi. Während Plattformen argumentieren, sie böten Finanzderivate auf den Ausgang von Ereignissen an, sehen Glücksspielanbieter und viele Bundesstaaten darin illegale Wetten. Greenblatt setzt seine Hoffnung nun auf den Obersten Gerichtshof der USA. Er erwartet eine Klärung in der Amtsperiode 2026 und 2027. Er verwies darauf, dass sich Gerichte zuletzt häufig auf die Seite der Bundesstaaten gestellt haben. Ein Beispiel ist die Entscheidung des Sechsten Bundesberufungsgerichtshofs vom 25. September, die es Ohio und Tennessee erlaubt, ihre eigenen Glücksspielgesetze gegen Kalshi durchzusetzen.
„Ich glaube nicht, dass das Risiko damit beseitigt ist. Ich denke, wenn überhaupt, dann wurde das Risiko für eine gewisse Zeit ausgesetzt. Ich glaube, was jetzt geschieht, sind rein kosmetische Maßnahmen, um das Überleben zu sichern.“ - Adam Greenblatt, CEO von BetMGM
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland ist diese US-Debatte ein Spiegelbild der hiesigen strengen Regulierung durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Während in den USA noch um die Definition von Prognosemärkten gerungen wird, hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Deutschland klare Kanten gezogen. Wer hierzulande an Online-Slots oder Sportwetten teilnimmt, muss sich auf lizenzierte Anbieter der GGL-Whitelist verlassen. Dies garantiert den Schutz durch das LUGAS-System, welches das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg überwacht. Zudem gilt in Deutschland das strikte 1-Euro-Limit pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Solche Prognosemärkte, wie sie in den USA boomen, hätten es auf dem deutschen Markt extrem schwer, da sie kaum mit den strengen Spielerschutzvorgaben des GlüStV 2021 vereinbar wären. Deutsche Spieler profitieren somit von einer Rechtssicherheit, die in den USA gerade erst durch langwierige Gerichtsprozesse erkämpft werden muss.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz können aus der US-Situation lernen, dass ein klarer Fokus auf iGaming und Qualität wichtiger ist als die schiere Masse an Sportwetten-Märkten. BetMGM verlagert seine Ressourcen weg von reinen Sportwetten-Staaten hin zum lukrativeren Casino-Sektor. Dies bestätigt den Weg der deutschen Lizenznehmer, die durch hohe Sicherheitsstandards und geprüfte Software langfristiges Vertrauen aufbauen. Während unregulierte und illegale Anbieter, wie von Greenblatt erwähnt, weiterhin mit aggressiven Investitionen in den Markt drängen, bleibt für legale Betreiber in Deutschland der Spielerschutz das wichtigste Alleinstellungsmerkmal. Die strikte Einhaltung der GGL-Vorgaben schützt nicht nur die Spieler vor Überschuldung, sondern sichert den Unternehmen auch eine stabile, rechtlich unangreifbare Geschäftsgrundlage, weit ab von den "kosmetischen" Unsicherheiten des US-Marktes.
Häufige Fragen
Was kritisierte Adam Greenblatt an der CFTC?
Er bezeichnete die Maßnahmen der US-Behörde gegen casinoähnliche Produkte auf Prognosemärkten als bloße Kosmetik. Seiner Meinung nach wurde das Risiko für den regulierten Markt dadurch nur aufgeschoben, aber nicht dauerhaft beseitigt.
Wie haben sich die Umsätze von BetMGM im dritten Quartal entwickelt?
Das Unternehmen erzielte einen Nettoumsatz von 710 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 7 Prozent entspricht. Das bereinigte EBITDA stieg sogar um 112 Prozent auf 86 Millionen US-Dollar.
Welche Rolle spielt der iGaming-Bereich für BetMGM?
Der iGaming-Sektor, also Online-Casinospiele, ist ein zentraler Ertragspfeiler und steuerte im dritten Quartal 483 Millionen US-Dollar zum Umsatz bei. CEO Greenblatt kündigte an, Investitionen vermehrt in diesen profitablen Bereich zu lenken.
Wann wird eine endgültige Entscheidung des Obersten Gerichtshofs erwartet?
Greenblatt rechnet damit, dass der Oberste Gerichtshof der USA in der Sitzungsperiode 2026 und 2027 über die Rechtslage bei den Prognosemärkten entscheiden wird. Bisherige Urteile auf Bundesstaatsebene fielen oft zugunsten der klassischen Glücksspielaufsicht aus.
Was bedeutet diese internationale Entwicklung für Spieler in Deutschland?
In Deutschland ist die Lage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 und die GGL-Aufsicht bereits klar geregelt. Spieler sollten ausschließlich auf Plattformen der Whitelist spielen, um von Limits wie der 1.000-Euro-Grenze und dem 1-Euro-Einsatzlimit pro Spin geschützt zu sein.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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