Borgata Poker-Chefin Kellie de Celis geht: Zeitenwende in Atlantic City?
KI-GENERIERTNach 12 Jahren verlässt die Direktorin für Poker-Operationen das Borgata Casino. Der Markt in New Jersey kämpft mit Overlays von bis zu 740.000 US-Dollar.
In Atlantic City bricht eine Ära zu Ende. Kellie de Celis, die erste weibliche Direktorin in der Geschichte von MGM Resorts für diesen Bereich, hat ihren Abschied vom Borgata Poker Room verkündet. Über zwölf Jahre prägte sie das Gesicht des Pokers an der US-Ostküste. Ihr Abgang am 28. Oktober 2026 markiert einen Wendepunkt für ein Casino, das einst als das unangefochtene Zentrum für Kartenspieler in der Region galt. Die Reaktionen aus der Poker-Community fielen emotional aus, wobei Profis wie Ryan Eriquezzo von einem riesigen Verlust sprachen. Doch hinter den Kulissen brodelt es, denn die wirtschaftlichen Zahlen der letzten Monate zeichnen ein düsteres Bild für das physische Pokerspiel.
Das Borgata verfügt über einen Raum mit 52 Tischen und war lange Zeit der Schauplatz für ikonische Events wie die World Poker Tour. Doch die Konkurrenz durch neue Casinos in Nachbarstaaten und die schwierige Erreichbarkeit von Atlantic City fordern ihren Tribut. Früher gab es bis zu 13 aktive Casinos in der Stadt, heute sind es nur noch neun. Davon bieten lediglich das Borgata, das Tropicana und das Harrah’s überhaupt noch Poker an. Die einstige Dominanz bröckelt, was sich besonders schmerzhaft in den Bilanzen der Turnierserien niederschlägt.
Zahlen und Fakten
Die jüngsten Turniere im Borgata waren für das Management finanziell enttäuschend. Beim Winter Poker Open im Januar wurde eine Garantie von 3 Millionen US-Dollar ausgerufen. Mit nur 895 Teilnehmern entstand ein sogenanntes Overlay, also eine Deckungslücke, von etwa 115.000 US-Dollar, wenn man den Rake abzieht. Noch schlimmer traf es die Big Big Series im September. Trotz einer Erhöhung des Buy-ins auf 5.300 US-Dollar kamen nur 519 Spieler zusammen. Das Ergebnis war ein Defizit von rund 480.000 US-Dollar nach Abzug der Gebühren. Schätzungen gehen davon aus, dass die gesamte Serie einen Fehlbetrag von etwa 740.000 US-Dollar verursachte.
„Heute ist offiziell mein letzter Tag bei Borgata Poker. Es war eine unglaubliche Reise und Poker wird immer meine erste Liebe bleiben! Danke an MGM Resorts, dass sie mir die Chance gegeben haben, die erste weibliche Direktorin in der Geschichte des Unternehmens zu sein.“ - Kellie de Celis, ehemalige Director of Poker Operations bei Borgata
Während das landbasierte Geschäft schwächelt, zeigen die Online-Zahlen ein gemischtes Bild. Im März stiegen die Gesamteinnahmen aus dem Glücksspiel in New Jersey um 8,1 Prozent auf 526,6 Millionen US-Dollar. Doch während Online-Slots boomten, sank der Umsatz beim Internet-Poker um 5,4 Prozent auf 2,4 Millionen US-Dollar. Das Borgata bleibt zwar mit einem Marktanteil von 37 Prozent im Online-Bereich führend, doch der Druck durch mögliche Steuererhöhungen wächst. Ein neuer Gesetzentwurf in New Jersey sieht vor, die Steuern auf Online-Glücksspiel von 15 auf 30 Prozent zu verdoppeln.
Hintergrund
Der Rückzug von de Celis wird in sozialen Netzwerken wie Reddit kontrovers diskutiert. Kritiker werfen ihr vor, den Fokus zu stark auf Turniere gelegt und dabei die Cash-Game-Szene vernachlässigt zu haben. Diese Strategie scheint angesichts der massiven Overlays nicht aufgegangen zu sein. Dennoch gibt es keine Anzeichen dafür, dass MGM das Poker-Segment komplett aufgibt. Im Gegenteil: Das Unternehmen investiert an anderen Standorten massiv. So wurde Jason Heidenthal vom Seminole Hard Rock abgeworben, um den Pokerbereich im MGM National Harbor in Maryland zu leiten. Das zeigt, dass MGM weiterhin an Poker glaubt, solange der Standort profitabel ist.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Pokerspieler, die den Markt in New Jersey als Indikator für globale Trends beobachten, sind diese Entwicklungen lehrreich. In Deutschland ist Poker durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert. Während in Atlantic City über Steuererhöhungen auf 30 Prozent diskutiert wird, kämpfen deutsche Anbieter bereits mit einer hohen Spieleinsatzsteuer. Die strengen Limits der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), wie das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und die Überwachung durch das LUGAS-System, sorgen für einen sichereren Rahmen, schränken aber die Liquidität im Vergleich zu den USA ein. Wer in Deutschland legal online pokern möchte, sollte zwingend auf die Whitelist der GGL achten, da nur dort Spielerschutz und Rechtssicherheit garantiert sind.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz können aus den Fehlern im Borgata lernen. Eine zu starke Konzentration auf extrem hohe Garantien bei Turnieren kann bei ausbleibenden Spielerzahlen existenzbedrohend sein. Die deutschen Betreiber müssen zudem die Balance zwischen landbasierten Angeboten in staatlichen Spielbanken und dem digitalen Sektor finden. Da der Online-Poker-Markt selbst in den USA leicht rückläufig ist, wird es für lizenzierte Anbieter in Deutschland immer wichtiger, attraktive und gleichzeitig regulatorisch konforme Angebote zu schaffen, um Spieler nicht an illegale Offshore-Seiten aus Curacao oder Malta zu verlieren.
Häufige Fragen
Wer ist Kellie de Celis und warum ist ihr Abgang wichtig?
Kellie de Celis war zwölf Jahre lang die Direktorin für Poker-Operationen im Borgata Casino in Atlantic City. Sie war die erste Frau in dieser Position bei MGM Resorts und ihr Weggang lässt Fragen über die strategische Zukunft des Pokers in der Region offen.
Wie hoch waren die finanziellen Verluste bei den jüngsten Borgata-Turnieren?
Besonders die Big Big Series im September war ein Misserfolg mit einem geschätzten Gesamtfehlbetrag von 740.000 US-Dollar. Allein beim Main Event musste das Casino rund 480.000 US-Dollar aus eigener Tasche zuzahlen, um die Garantie zu erfüllen.
Wie entwickelt sich der Glücksspielmarkt in New Jersey insgesamt?
Der Gesamtmarkt wächst, getrieben durch Online-Slots, und erreichte im März 2026 Einnahmen von 526,6 Millionen US-Dollar. Allerdings schwächelt der Online-Poker-Sektor mit einem Rückgang von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Darf ich als deutscher Spieler bei BetMGM oder im Borgata online spielen?
Nein, deutsche Spieler dürfen nur bei Anbietern spielen, die eine offizielle Lizenz der GGL besitzen und auf der sogenannten Whitelist stehen. BetMGM besitzt aktuell keine deutsche Lizenz für Online-Poker, und die Nutzung von US-Seiten verstößt gegen den Glücksspielstaatsvertrag.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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