Fred Done warnt vor Kahlschlag bei britischen Wettshops und Pferderennen
KI-GENERIERTBetfred-Gründer Fred Done sieht die britische Glücksspielbranche am Abgrund. Steuererhöhungen könnten zum Ende von 500 Wettshops und dem Rückzug aus dem Sportsponsoring führen.
Die britische Glücksspielindustrie steht vor einer Zerreißprobe, die laut Branchen-Urgestein Fred Done die Existenz der traditionellen Wettshops im Straßenbild bedroht. Der Gründer des Buchmacher-Riesen Betfred findet deutliche Worte für die aktuelle Lage nach dem vergangenen Herbstbudget und den nun drohenden weiteren Belastungen. Zusammen mit seinem Bruder Peter gehört Fred Done zu den größten Steuerzahlern des Landes und überwies im letzten Jahr stolze 400 Millionen Britische Pfund an den Fiskus. Doch nun scheint eine Grenze erreicht zu sein, an der Investitionen und Sponsoringverträge der harten Realität der Zahlen weichen müssen.
Besonders bitter stößt dem 81-jährigen Milliardär die gesellschaftliche Einordnung seiner Geschäfte auf. Dass Wettshops von Regierungsseite oft in einem Atemzug mit illegalen Tabakhändlern oder dubiosen Vape-Shops genannt werden, trifft den Sohn eines Buchmachers aus Salford schwer. Für ihn sind seine Läden soziale Knotenpunkte in Arbeitervierteln, in denen Menschen für einen Durchschnittseinsatz von 10,87 Pfund zusammenkommen. Diese Gemeinschaftlichkeit steht nun auf dem Spiel, da die Rentabilität durch steigende Abgaben massiv untergraben wird.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftlichen Einschläge sind bereits messbar. Im April traten Steuererhöhungen in Kraft, die die Online-Glücksspielsteuer von 21 auf 40 Prozent fast verdoppelten. Auch die digitale Sportwettenabgabe stieg von 15 auf 25 Prozent. Die Folgen für den stationären Handel sind verheerend. Betfred hat im vergangenen Jahr bereits 132 Filialen geschlossen. Wettbewerber wie Entain strichen 70 Standorte ihrer Marken Ladbrokes und Coral, während Flutter bei Paddy Power 57 Shops schloss. Besonders dramatisch traf es die Gruppe evoke, die nach dem Verkauf von William Hill an die griechische Intralot für 243 Millionen Pfund rund 250 Läden dichtmachen musste.
„Ich bitte niemanden darum, Mitleid mit den Buchmachern zu haben. Aber ich bitte die Regierung, die Augen zu öffnen. Man kann aus dieser Branche nicht noch mehr herauspressen. Jeder Penny mehr an Steuern wird Investitionen töten, Arbeitsplätze vernichten und den Pferderennsport zerstören.“ - Fred Done, Miteigentümer von Betfred
Ein zentraler Streitpunkt ist die Machine Gambling Duty (MGD), also die Steuer auf Spielautomaten in den Filialen. Da Wettshops etwa 50 Prozent ihres Einkommens über diese Geräte generieren, wäre eine Verdopplung der Steuer auf 40 Prozent, wie sie von Denkfabriken gefordert wird, der Todesstoß für viele Standorte. Ohne diese Einnahmen sei ein wirtschaftlicher Betrieb der Läden schlicht unmöglich.
Hintergrund
Das Sponsoring im Sport ist das erste sichtbare Opfer der Krise. Done hat bereits bestätigt, dass Betfred die Partnerschaft mit der Rugby League nicht verlängern wird. Noch schwerwiegender könnten die Konsequenzen für den Pferderennsport sein. Betfred ist Hauptsponsor prestigeträchtiger Rennen wie dem Derby, den Oaks und dem St Leger. Sollte das Budget am 28. Oktober weitere Belastungen vorsehen, werde man sich auch von diesen „British Classics“ zurückziehen müssen. Damit würde eine jahrzehntelange Symbiose zwischen dem Sport und den Buchmachern zerbrechen, was die Finanzierung des Rennsports in Großbritannien massiv gefährdet.
Done warnt zudem vor einer Abwanderung der Spieler. Wenn legale Anbieter durch Steuern erdrückt werden, treibe dies die Kunden direkt in die Arme von unlizenzierten Schwarzmarkt-Betreibern. Er selbst wolle in seinem neunten Lebensjahrzehnt zwar weiterhin arbeiten und Steuern zahlen, doch die Branche brauche „Luft zum Atmen“, um überleben zu können.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die Situation in Großbritannien zeigt deutlich, welche Folgen eine zu hohe Steuerlast für einen regulierten Markt haben kann. Deutsche Spieler kennen dieses Problem bereits durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV). In Deutschland wird auf jeden Einsatz bei Online-Slots und Poker eine Steuer von 5,3 Prozent erhoben, was die Auszahlungsquoten (RTP) drückt. Viele legale Anbieter müssen daher ihre Angebote anpassen, um profitabel zu bleiben. Im Gegensatz zu Großbritannien, wo nun über 40 Prozent Steuer diskutiert wird, hat Deutschland bereits sehr restriktive Regeln.
Für Spieler hierzulande bedeutet die Stabilität des legalen Marktes vor allem Sicherheit. Wer bei einem Anbieter auf der GGL-Whitelist spielt, ist durch das zentrale LUGAS-System vor Überschuldung geschützt, etwa durch das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin dient dem Spielerschutz. Die britischen Warnrufe verdeutlichen jedoch, dass eine zu starke steuerliche Belastung dazu führen kann, dass legale Angebote für Kunden unattraktiv werden und diese vermehrt zu gefährlichen illegalen Anbietern ohne Spielerschutz ausweichen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist die britische Entwicklung eine Warnung. Wenn Sponsoringverträge im großen Stil wegbrechen, sinkt die Sichtbarkeit legaler Marken. Deutsche Anbieter müssen bereits jetzt mit strengen Werbeverboten und hohen Steuern kämpfen. Eine Schwächung der legalen Marktführer, wie sie Fred Done für Großbritannien prophezeit, würde in Deutschland den Kanalisierungsauftrag des GlüStV gefährden. Nur finanziell gesunde, legale Unternehmen können die hohen Standards für Spielerschutz und IT-Sicherheit dauerhaft finanzieren.
Häufige Fragen
Warum droht in Großbritannien ein Massensterben von Wettshops?
Durch drastische Steuererhöhungen auf Online-Spiele und Sportwetten sowie geplante Verdopplungen der Automatensteuer sinkt die Rentabilität. Viele Filialen können ihre Betriebskosten nicht mehr decken und müssen schließen.
Welche Auswirkungen hat die Krise auf den Sport?
Betfred hat bereits das Sponsoring der Rugby League beendet und droht nun mit dem Ausstieg bei großen Pferderennen wie dem Derby. Dies würde dem britischen Rennsport wichtige Millionen-Einnahmen entziehen.
Wie hoch ist der durchschnittliche Einsatz in einem Betfred-Shop?
Laut Fred Done liegt der durchschnittliche Wetteinsatz in seinen Filialen bei 10,87 Pfund. Er betont damit, dass seine Kunden keine High Roller, sondern normale Arbeiter sind.
Was befürchtet die Branche bei weiteren Steuererhöhungen?
Neben dem Verlust von tausenden Arbeitsplätzen wird vor einer Abwanderung der Spieler in den unregulierten Schwarzmarkt gewarnt. Dort gibt es keinerlei Spielerschutz oder staatliche Kontrolle.
Wie unterscheidet sich die Lage in Deutschland von der in Großbritannien?
In Deutschland reguliert der GlüStV 2021 den Markt mit festen Limits wie 1 Euro Einsatz pro Spin und der GGL-Whitelist. Während England über Steuererhöhungen streitet, kämpft Deutschland primär mit der Kanalisierung der Spieler weg vom Schwarzmarkt.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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