Coinbase stellt Prognosemärkte in Michigan ein: Regulierungsdruck wächst
KI-GENERIERTNach Kalshi und Robinhood zieht sich nun auch Coinbase aus dem Bereich der Sport-Prognosemärkte in Michigan zurück. Bis zum 10. Oktober 2026 müssen alle Verträge abgewickelt sein.
Die regulatorische Schlinge um sogenannte Prognosemärkte zieht sich in den USA immer weiter zu. Coinbase hat nun offiziell zugestimmt, sein Angebot für Sport-Prognosemärkte im US-Bundesstaat Michigan einzustellen. Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer Vereinbarung mit dem Michigan Gaming Control Board (MGCB) und markiert einen weiteren Sieg für die staatlichen Regulierungsbehörden im Kampf gegen Plattformen, die Sportwetten-ähnliche Produkte ohne entsprechende Lizenz vertreiben. Coinbase folgt damit dem Beispiel von Robinhood und Kalshi, die ihre Aktivitäten in diesem Bereich in Michigan bereits drosseln oder komplett einstellen mussten.
Die betroffenen Unternehmen argumentieren häufig, dass ihre Produkte als Termingeschäfte unter die Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen und somit nicht dem staatlichen Glücksspielrecht unterliegen. Die Behörden in Michigan sehen das jedoch anders. Für sie handelt es sich bei den Vorhersagen auf Sportereignisse schlichtweg um Wetten, für die eine landesspezifische Konzession und die Abführung von Steuern erforderlich wären. Da Coinbase keine solche Lizenz besitzt, wertet das MGCB das Angebot als illegalen Betrieb.
Zahlen und Fakten
Die Fristen für Coinbase sind eng gesteckt. Das Unternehmen hat laut der Vereinbarung bis zum 10. Oktober 2026 Zeit, das Angebot neuer Verträge einzustellen und bestehende Positionen von Kunden abzuwickeln. Konkret muss der Stopp bis 12:00 Uhr Eastern Time an diesem Tag vollzogen sein. Coinbase ist bereits der dritte große Akteur, der diesen Schritt in Michigan geht. Zuvor hatte Robinhood im September 2026 eine fast identische Vereinbarung unterzeichnet. Kalshi hingegen wurde bereits im Juni durch eine einstweilige Verfügung des Ingham County Circuit Court gestoppt, die das Büro des Generalstaatsanwalts erwirkt hatte.
Auch in anderen Bundesstaaten weht der Wind rau. Erst kürzlich verschickte die Ohio Casino Control Commission (OCCC) Unterlassungserklärungen an zehn Betreiber, darunter Coinbase, Underdog und Novig. Diese müssen bis zum 16. Oktober 2026 schriftlich bestätigen, dass sie keine Sport-Ereignis-Verträge mehr in Ohio anbieten. Das US-Berufungsgericht für den sechsten Bezirk hatte am 25. September 2026 klargestellt, dass solche Verträge sehr wohl dem einzelstaatlichen Glücksspielrecht unterliegen können und nicht exklusiv durch die CFTC reguliert werden.
Hintergrund
Der Kern des Konflikts liegt in der rechtlichen Definition dieser Finanzprodukte. Plattformen wie Polymarket, das derzeit in New York wegen des Betriebs eines illegalen Glücksspielgeschäfts verklagt wird, und Kalshi versuchen, Wetten auf reale Ereignisse als seriöse Finanzinstrumente zu etablieren. Henry Williams, der Exekutivdirektor des MGCB, findet deutliche Worte für das Vorgehen seiner Behörde:
„Dass Coinbase sich Robinhood und Kalshi anschließt und sich von diesen nicht lizenzierten Sportverträgen zurückzieht, unterstreicht Michigans Engagement bei der Durchsetzung seiner Glücksspielgesetze. Die Betreiber stellen diese Aktivitäten ein, weil sie mit erheblichen rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, wenn sie diese in unserem Bundesstaat weiterhin anbieten.“ - Henry Williams, Exekutivdirektor des MGCB
Auch die Generalstaatsanwältin von Michigan, Dana Nessel, betonte, dass die Bemühungen Wirkung zeigen. Sie erklärte, dass das Gesetz in Michigan einfach und klar sei, um das Glücksspiel fair und gut reguliert zu halten. Ob durch Vereinbarung oder gerichtliche Anordnung, das Ziel sei es, alle Sportwetten-Angebote in Einklang mit dem Gesetz zu bringen. Coinbase hat zwar Berufung gegen eine frühere Gerichtsentscheidung eingelegt, doch bis zu einer endgültigen Klärung durch das Berufungsgericht oder den Obersten Gerichtshof bleibt das Angebot in Michigan ausgesetzt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Nutzer von Plattformen wie Coinbase oder Robinhood hat dieser US-Rechtsstreit zwar keine direkten rechtlichen Auswirkungen auf ihre Konten, zeigt aber, wie rigoros staatliche Behörden gegen nicht lizenzierte Wetten vorgehen. In Deutschland ist die Lage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) noch strenger definiert. Wer hierzulande Sportwetten oder Online-Slots anbietet, benötigt zwingend eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Prognosemärkte, die Sportwetten ähneln, müssten sich ebenfalls diesem strengen Verfahren unterziehen.
Deutsche Spieler sollten sich stets an die Anbieter auf der offiziellen Whitelist der GGL halten. Nur dort sind die Spielerschutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots garantiert. US-Plattformen ohne deutsche Lizenz bieten diese Sicherheit nicht und gelten hierzulande als illegal. Der Fall Coinbase verdeutlicht, dass selbst große Finanzdienstleister keine Ausnahme bilden, wenn sie in den Bereich des Glücksspiels vordringen, ohne die regionalen Gesetze zu beachten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizenzierte deutsche Anbieter können den Vorstoß in Michigan als Bestätigung ihrer eigenen Position sehen. Der regulierte Markt schützt nicht nur den Verbraucher, sondern sorgt auch für faire Wettbewerbsbedingungen. Wenn internationale Tech-Giganten versuchen, über die Schiene der "Prognosemärkte" den Glücksspielmarkt zu infiltrieren, untergräbt dies das Lizenzmodell. Die strikte Haltung der GGL verhindert bisher, dass solche Graumarkt-Produkte in Deutschland Fuß fassen. Für GGL-Casinos bedeutet die internationale Entwicklung, dass regulatorische Klarheit und die Einhaltung nationaler Gesetze langfristig die einzige stabile Geschäftsgrundlage bilden, selbst wenn innovative Finanzprodukte einen anderen Anschein erwecken wollen.
Häufige Fragen
Bis wann muss Coinbase das Angebot in Michigan einstellen?
Coinbase hat zugestimmt, bis zum 10. Oktober 2026 um 12:00 Uhr Eastern Time alle Sport-Ereignis-Verträge in Michigan zu beenden. Dies umfasst sowohl das Angebot neuer Verträge als auch die Abwicklung bereits bestehender Positionen.
Welche anderen Firmen sind von den Sperren in Michigan betroffen?
Neben Coinbase haben auch Robinhood und Kalshi ihre Prognosemärkte für Sportereignisse in Michigan ausgesetzt. Während Robinhood eine Vereinbarung traf, wurde Kalshi durch eine gerichtliche Anordnung dazu gezwungen.
Warum stufen die Behörden diese Vorhersagemärkte als illegal ein?
Die Regulierungsbehörden in Michigan und Ohio argumentieren, dass Verträge auf Sportereignisse faktisch Sportwetten darstellen. Da diese Plattformen keine Glücksspiellizenz besitzen und keine Steuern zahlen, verstoßen sie gegen geltendes Landesrecht.
Welche Rolle spielt die CFTC in diesem Streit?
Die Unternehmen behaupten, dass sie auf Bundesebene durch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) als Terminbörsen reguliert werden. Die Bundesstaaten widersprechen jedoch und betonen, dass dies sie nicht von der Einhaltung staatlicher Glücksspielgesetze befreit.
Sind solche Prognosemärkte für Sport in Deutschland legal?
In Deutschland ist jedes Angebot von Sportwetten oder ähnlichen Produkten ohne Lizenz der GGL illegal. Spieler sollten ausschließlich Anbieter nutzen, die auf der offiziellen Whitelist stehen, um unter dem Schutz des GlüStV 2021 zu spielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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