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Crown Resorts verklagt Versicherer wegen 51 Millionen Dollar Vergleich

29. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Crown Resorts verklagt Versicherer wegen 51 Millionen Dollar VergleichKI-GENERIERT

Der australische Casinoriese Crown Resorts zieht gegen RiverStone International vor Gericht. Es geht um die Deckung einer Entschädigungssumme von 72,5 Millionen AUD.

Der australische Casinobetreiber Crown Resorts befindet sich in einem erbitterten Rechtsstreit mit einem seiner wichtigsten Versicherungspartner. Das Unternehmen hat offiziell Klage gegen RiverStone International eingereicht, eine weltweit tätige Versicherungsgruppe. Der Kern des Konflikts liegt in der Weigerung des Versicherers, für einen kostspieligen Vergleich aufzukommen, den Crown zur Beilegung historischer Skandale geschlossen hat. Die Klage wurde vor dem Supreme Court of Victoria eingereicht und markiert ein weiteres Kapitel in der langwierigen Aufarbeitung von Managementfehlern bei dem ehemals börsennotierten Glücksspielkonzern.

Die Hintergründe des Falls reichen zurück bis in das Jahr 2020. Damals sah sich Crown einer massiven Sammelklage gegenüber, in der dem Unternehmen schwerwiegende Defizite bei der Bekämpfung von Geldwäsche (AML) sowie ein Mangel an Transparenz im Zusammenhang mit Junket-Reisen und VIP-Programmen vorgeworfen wurden. Obwohl Crown Resorts eine rechtliche Haftung nie förmlich anerkannte, stimmte das Management schließlich der Zahlung von 72,5 Millionen AUD, umgerechnet rund 51 Millionen US-Dollar, zu. Dieses Geld sollte dazu dienen, die juristischen Auseinandersetzungen endgültig zu beenden und den Weg für eine Sanierung des Unternehmens unter dem neuen Eigentümer Blackstone zu ebnen.

Zahlen und Fakten

Die finanziellen Dimensionen dieses Streits sind beachtlich. Crown hatte sich durch mehrere Versicherungsschichten gegen rechtliche Ansprüche abgesichert. Der Erstversicherer AIG zahlte seinen Anteil von 7,5 Millionen AUD gemäß den Vertragsbedingungen bereits aus. RiverStone International hielt jedoch 50 Prozent des Risikos in der vierten und fünften Schicht der sogenannten Exzedentenversicherungen. Trotz dieser vertraglichen Konstellation verweigert RiverStone die Auszahlung. Crown behauptet in den Gerichtsdokumenten, dass RiverStone das Unternehmen sogar angewiesen habe, während der Verhandlungen über den 51-Millionen-Dollar-Vergleich so zu agieren, als bestünde kein Versicherungsschutz.

Crown Resorts leistet die Zahlung des Vergleichs in drei Raten. Zwei Tranchen wurden bereits überwiesen. Die finale Rate in Höhe von 27,5 Millionen AUD (ca. 19,2 Millionen US-Dollar) ist bis zum 10. Mai des nächsten Jahres fällig. Das Unternehmen strebt nun an, die Gelder von RiverStone zurückzürhalten, zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen. Die genaue Gesamtsumme, die Crown von RiverStone fordert, geht aus den vorliegenden Gerichtsdokumenten noch nicht eindeutig hervor, dürfte aber einen signifikanten Teil der Restlast ausmachen.

Hintergrund

Die Skandale haben Crown Resorts in den letzten Jahren schwer zugesetzt. Neben den Geldwäsche-Vorwürfen geriet auch das Crown Sydney Casino in New South Wales unter Druck. Erst kürzlich verhängte die New South Wales Independent Casino Commission (NICC) eine Geldstrafe von 1,75 Millionen AUD gegen den Standort Sydney. Der Grund war so simpel wie gravierend: Das Casino hatte einem Minderjährigen erlaubt, mindestens 19 Mal an den Glücksspielen teilzunehmen. Solche Vorfälle untergraben die Bemühungen des Unternehmens, seine Lizenzen in Australien dauerhaft zu sichern.

Nach der Übernahme durch Blackstone im Jahr 2022 wurde Crown von der Börse genommen. Die aktuelle Klage gegen den Versicherer ist ein Versuch, die finanzielle Stabilität wiederherzustellen, nachdem die Aktienkurse während der Skandalphase massiv eingebrochen waren. Der Ausgang des Verfahrens vor dem Supreme Court of Victoria wird zeigen, inwieweit Versicherer für regulatorische Versäumnisse ihrer Kunden haften müssen, wenn diese in einem Vergleich münden.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Casinofans mag Australien weit weg erscheinen, doch der Fall Crown Resorts zeigt deutlich, welche Konsequenzen mangelnde Transparenz und Verstöße gegen Anti-Geldwäsche-Richtlinien haben. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) die maßgebliche Instanz. Er stellt sicher, dass Anbieter, die auf der sogenannten Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, strengsten Kontrollen unterliegen. Während Crown in Australien mit Sammelklagen kämpft, bietet die deutsche Regulierung durch Mechanismen wie LUGAS (Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem) und das Sperrsystem OASIS einen deutlich engeren Sicherheitsrahmen für Spieler.

Einzahlungen sind in Deutschland streng auf 1.000 Euro pro Monat begrenzt, und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Spielautomaten soll exzessives Spielverhalten verhindern. Anbieter ohne GGL-Lizenz, etwa aus Curacao oder Malta, bieten diesen Schutz oft nicht. Wer bei einem lizenzierten deutschen Anbieter spielt, kann sich darauf verlassen, dass das Unternehmen liquide ist und Gewinne garantiert ausgezahlt werden. Skandale wie bei Crown, bei denen jahrelang weggesehen wurde, sind unter der Aufsicht der GGL durch die engmaschige Überwachung der Zahlungsströme nahezu ausgeschlossen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Online-Casinos mit GGL-Lizenz müssen beweisen, dass sie über ein funktionierendes AML-Konzept verfügen. Der Fall Crown dient als warnendes Beispiel dafür, dass Versicherungen im Ernstfall nicht immer bereitwillig einspringen, wenn systemische Mängel vorliegen. GGL-lizenzierte Betreiber investieren Millionen in Compliance-Abteilungen, um eben jene Bußgelder und langwierigen Gerichtsprozesse zu vermeiden, die Crown Resorts derzeit belasten. Für den deutschen Markt bedeutet dies eine hohe Rechtssicherheit, aber auch einen hohen administrativen Aufwand für die Betreiber.

„Crown behauptet, dass RiverStone das Unternehmen angewiesen hat, so zu handeln, als wäre es nicht versichert, während der 51-Millionen-Dollar-Vergleich ausgehandelt wurde.“ - Gerichtsreporter, Sydney Morning Herald

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Crown Resorts versucht, den finanziellen Schaden der Vergangenheit auf seine Versicherer abzuwälzen. Während der Rechtsstreit in Australien weitergeht, bleibt die Branche weltweit alarmiert über die zunehmende Härte der Regulierungsbehörden und die Zurückhaltung der Versicherungsindustrie.

Häufige Fragen

Warum verklagt Crown Resorts den Versicherer RiverStone International?

Crown Resorts fordert die Deckung eines Vergleichs in Höhe von 51 Millionen US-Dollar, den das Unternehmen zur Beilegung einer Sammelklage wegen Geldwäsche-Mängeln geschlossen hat. RiverStone weigerte sich bisher zu zahlen, obwohl sie Teile des Risikos versichert hatten.

Worum ging es in der ursprünglichen Sammelklage gegen Crown?

Die Klage aus dem Jahr 2020 bezog sich auf mangelhafte Kontrollen zur Geldwäscheprävention und mangelnde Transparenz bei VIP-Programmen. Crown gab zwar keine Schuld zu, stimmte aber der Millionen-Zahlung zu, um das Verfahren zu beenden.

Welche Rolle spielte der Versicherer AIG in diesem Fall?

AIG fungierte als Erstversicherer und hat seinen vertraglichen Anteil von 7,5 Millionen AUD bereits ausgezahlt. Der aktuelle Streit betrifft die höheren Versicherungsschichten, für die RiverStone zuständig ist.

Wann ist die nächste Zahlung von Crown fällig?

Die letzte Rate des Vergleichs in Höhe von 27,5 Millionen AUD muss Crown bis zum 10. Mai 2027 leisten. Zwei der drei vereinbarten Tranchen wurden bereits an die Kläger überwiesen.

Sind deutsche Spieler von diesem Rechtsstreit betroffen?

Nein, deutsche Spieler sind nicht direkt betroffen, da Crown Resorts nicht auf dem deutschen Markt lizenziert ist. Deutsche Kunden sollten nur bei Anbietern der GGL-Whitelist spielen, die unter dem Schutz des GlüStV 2021 stehen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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