Dänemark plant massive Werbeeinschränkungen und Verbote für Casino-Affiliates
KI-GENERIERTDie dänische Regierung legt einen Gesetzesentwurf vor, der TV-Werbung rund um Sportevents stoppt und Affiliate-Zahlungen auf Umsatzbasis verbietet.
Die dänische Regierung macht ernst und bringt weitreichende Änderungen für die Glücksspielbranche auf den Weg. Nachdem ein ähnlicher Vorstoß im Jahr 2025 aufgrund von Neuwahlen vorerst gestoppt wurde, liegt das Gesetzespaket nun erneut zur parlamentarischen Prüfung vor. Die Pläne basieren auf einer politischen Einigung des dänischen Steuerministeriums vom Oktober 2025 und zielen darauf ab, den Verbraucherschutz massiv zu stärken und die Sichtbarkeit von Glücksspiel im öffentlichen Raum zu reduzieren.
Besonders hart trifft es die Marketingabteilungen der Betreiber. Die neuen Regeln sehen vor, dass Glücksspielwerbung im Fernsehen und auf Streaming-Plattformen in einem engen Zeitfenster komplett verschwindet. Konkret darf 10 Minuten vor Beginn bis 10 Minuten nach Ende eines Sportereignisses keine Werbung mehr für Wetten oder Online-Casinos ausgestrahlt werden. Auch der öffentliche Raum wird stärker geschützt. Werbung in öffentlichen Verkehrsmitteln soll gänzlich untersagt werden. Zudem ist ein Bannkreis von 200 Metern um Schulen geplant, in dem keine Glücksspielplakate zu finden sein dürfen. Ausgenommen von dieser Abstandsregel bleiben lediglich die Innenbereiche von Stadien, Sporthallen sowie Geschäfte, die sich zufällig in diesem Radius befinden.
Zahlen und Fakten
Ein zentraler Punkt des Entwurfs ist die Neuregulierung des Affiliate-Marktes. Die bisher üblichen Affiliate-Zahlungen, die auf dem Umsatz (Revenue Share) basieren, sollen verboten werden. Stattdessen müssen alternative Vergütungsmodelle gefunden werden, die weniger Anreize zur Förderung riskanter Spielweisen bieten. Zudem weitet der Gesetzgeber die Haftung aus. Künftig können auch Influencer und Affiliates direkt für Verstöße gegen die Marketingvorschriften zur Rechenschaft gezogen werden.
Um den lizenzierten Markt dennoch attraktiv zu halten, sieht der Entwurf eine Erweiterung des erlaubten Spielangebots vor. Würfelspiele und Glücksräder (Wheels of Fortune) sollen in die Liste der zulässigen Spiele für den wettbewerbsorientierten Online-Markt aufgenommen werden. Dies gilt jedoch nicht für das bestehende Lotteriemonopol. Die dänische Aufsichtsbehörde, die Danish Gambling Authority (DGA), soll zudem gestärkte Befugnisse erhalten, um besser gegen illegale Anbieter vorgehen zu können, die ohne dänische Konzession agieren.
Hintergrund
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Dänemark werden primär durch den Danish Act on Gambling (Gambling Act) bestimmt. Ergänzt wird dieser durch verschiedene Verordnungen, wie etwa die Executive Order no. 1274 für Online-Casinos oder die Executive Order no. 43 vom 17. Januar 2025 zur Bekämpfung von Spielmanipulationen. Die aktuelle Reform ist eine Fortführung der Bemühungen, den Markt seit der Liberalisierung im Jahr 2012 stetig nachzujustieren. Dänemark gilt in Europa oft als Vorbild für eine gelungene Regulierung, sieht sich aber durch das veränderte Nutzerverhalten von Jugendlichen und die Omnipräsenz von Influencer-Marketing zu einem härteren Durchgreifen gezwungen.
„Der Gesetzentwurf sieht eine Reihe von Beschränkungen für die Glücksspielwerbung vor, darunter ein Verbot von Glücksspielanzeigen im Fernsehen und auf Streaming-Plattformen von 10 Minuten vor Beginn eines Sportereignisses bis 10 Minuten nach dem Ereignis." - Auszug aus dem Regierungsentwurf (L37)
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler haben die dänischen Entwicklungen Signalwirkung, auch wenn hierzulande bereits der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) gilt. In Deutschland sind viele der nun in Dänemark diskutierten Maßnahmen bereits Realität oder sogar strenger geregelt. Während Dänemark jetzt erst über Werbeverbote vor und nach Sportevents debattiert, kennt Deutschland bereits strikte Vorgaben für die TV-Werbung. Dennoch zeigt der dänische Vorstoß gegen Affiliate-Umsatzbeteiligungen, wohin die Reise in der EU gehen könnte.
Deutsche Kunden sollten unbedingt darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Nur dort greifen Schutzmechanismen wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Illegale Anbieter aus Malta oder Curacao bieten diesen Schutz nicht und sind in Deutschland verboten. Die dänische Initiative gegen Influencer-Werbung deckt sich zudem mit der strengen deutschen Auslegung, die Marketing für Minderjährige strikt untersagt.
Was das für GGL-Casinos heißt
Betreiber mit GGL-Lizenz in Deutschland müssen die Entwicklung in Nachbarländern genau beobachten. Sollte das Verbot von Revenue-Share-Modellen in Dänemark Schule machen, könnte dies auch Druck auf die deutschen Regulierer ausüben, die Affiliate-Richtlinien im GlüStV weiter zu verschärfen. Aktuell ist das Affiliate-Marketing in Deutschland bereits stark reglementiert, insbesondere was die Verlinkung von werbenden Inhalten betrifft. Die dänische Entscheidung, Würfelspiele und Glücksräder zuzulassen, könnte hingegen als Argument dienen, das Spielangebot in Deutschland, das derzeit stark auf Slots und Poker fokussiert ist, unter strengen Auflagen zu erweitern.
Häufige Fragen
Welche Werbeverbote plant Dänemark konkret?
Glücksspielwerbung im Fernsehen und Stream soll 10 Minuten vor und nach Sportevents verboten werden. Zudem darf im Umkreis von 200 Metern um Schulen keine Werbung mehr platziert werden.
Was ändert sich für Affiliates in Dänemark?
Zahlungen, die auf einer prozentualen Beteiligung am Umsatz der Spieler basieren, werden untersagt. Außerdem haften Affiliates und Influencer künftig persönlich für Verstöße gegen Marketingregeln.
Werden neue Spiele in Dänemark erlaubt?
Ja, der Entwurf sieht vor, Würfelspiele und Glücksräder für den lizenzierten Online-Markt freizugeben. Das staatliche Lotteriemonopol ist von dieser Erweiterung jedoch ausgeschlossen.
Wie reagiert Dänemark auf illegales Glücksspiel?
Die dänische Glücksspielbehörde (DGA) erhält durch die Gesetzesänderung erweiterte Befugnisse. Damit soll der Kampf gegen Anbieter ohne nationale Lizenz intensiviert werden.
Gilt dieses Gesetz auch für Spieler in Deutschland?
Nein, deutsche Spieler unterliegen dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 und der Aufsicht der GGL. In Deutschland gelten bereits strikte Regeln wie das monatliche 1.000 Euro Einzahlungslimit und die LUGAS-Registrierung.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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