Dänemarks Glücksspielbehörde gewinnt IAGR-Award für StopSpillet Kampagne
KI-GENERIERTDie Spillemyndigheden sichert sich den dritten IAGR-Award in Folge. Die Kampagne erzielte 57,4 Millionen Impressionen und steigerte die Anrufe bei der Helpline um bis zu 63 Prozent.
Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden hat erneut bewiesen, dass sie im Bereich des Spielerschutzes weltweit Maßstäbe setzt. Bei der jährlichen Konferenz der International Association of Gaming Regulators (IAGR) in Lima, Peru, sicherte sich die Behörde den Preis für die beste Kampagne des Jahres. Es ist das dritte Mal in Folge, dass Dänemark diesen renommierten Preis gewinnt, was in der Branche als historischer Hattrick gefeiert wird. Im Zentrum des Erfolgs steht die Initiative StopSpillet, die sich durch einen radikalen Perspektivwechsel von herkömmlichen Warnungen abhebt.
Statt wie bisher üblich nur auf die finanziellen Ruine oder statistische Verlustwahrscheinlichkeiten hinzuweisen, rückte die preisgekrönte Kampagne die sozialen Folgen für das Umfeld der Spieler in den Fokus. Unter der zentralen Botschaft, dass man die eigene Sucht vielleicht nicht selbst sieht, die Familie aber sehr wohl, wurden gezielt emotionale Ankerpunkte gesetzt. Dieser Ansatz scheint den Nerv der Zielgruppe getroffen zu haben, da die Hemmschwelle, Hilfe zu suchen, oft durch soziale Scham besonders hoch ist. Die Jury in Peru, bestehend aus internationalen Fachkollegen, lobte einstimmig die Fähigkeit der Dänen, Stigmata abzubauen und messbare Verhaltensänderungen zu bewirken.
Zahlen und Fakten
Die Wirksamkeit der Kampagne lässt sich durch beeindruckende Daten belegen. Die Initiative generierte insgesamt 57,4 Millionen digitale Impressionen und führte zu fast 25.000 direkten Klicks auf Informationsressourcen. Besonders hervorzuheben ist die Wirkung auf die Kernzielgruppe der Männer im Alter von 30 bis 40 Jahren. Diese Gruppe wartet im Durchschnitt oft zweieinhalb Jahre, bis sie nach der ersten Selbsterkenntnis tatsächlich Hilfe sucht. Durch StopSpillet gab jeder zehnte Mann aus dieser Altersgruppe an, konkrete Schritte zur Unterstützung eingeleitet zu haben.
Im Oktober 2025 verzeichnete die nationale Helpline 108 Anrufe, was das höchste monatliche Volumen seit der Gründung der Hotline im Jahr 2019 darstellt. Insgesamt stiegen die Anfragen während des Kampagnenzeitraums im Vergleich zum Vorjahr um 50 bis 63 Prozent.
„Ich bin sowohl glücklich als auch stolz. Es fühlt sich an wie der Gewinn der Weltmeisterschaft für Kampagnen unter Glücksspielbehörden. Die Tatsache, dass wir diese Anerkennung zum dritten Mal in Folge erhalten, ist ein starker Beweis dafür, dass unsere Arbeit einen Unterschied macht.“ - Anders Dorph, Direktor der Spillemyndigheden
Hintergrund
Der Erfolg Dänemarks kommt nicht von ungefähr. Die Behörde verfolgt seit Jahren eine konsequente Strategie der Prävention. Bereits 2024 wurde das Projekt The One-Armed Robber ausgezeichnet, das sich speziell an Jugendliche richtete. Die aktuelle Kampagne StopSpillet nutzt eine breite Palette an Kanälen, darunter soziale Medien, Podcasts, Radio und sogar die Diskussionsplattform Reddit. Auch eine Partnerschaft mit der Divisionsforeningen wurde genutzt, um die Reichweite im sportaffinen Umfeld zu erhöhen. Anders Dorph betonte, dass es nicht nur auf die Botschaft ankomme, sondern darauf, die Zielgruppe dort abzuholen, wo sie sich im Alltag bewegt. Während Dänemark internationale Erfolge feiert, wird im Land gleichzeitig an weiteren Verschärfungen gearbeitet. Ein aktueller Gesetzentwurf sieht vor, das Marketing für Glücksspiele weiter einzuschränken, unter anderem durch ein Verbot von Werbung während Live-Sportübertragungen ab Juli 2027.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die dänischen Erfolge im Spielerschutz sind für deutsche Spieler von hoher Relevanz, da der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ähnliche Schutzziele verfolgt. In Deutschland überwacht die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die Einhaltung strenger Regeln. Dazu gehören das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automatenspielen.
Die dänische Kampagne zeigt, dass technischer Schutz allein oft nicht ausreicht, sondern psychologische Anreize zur Selbsthilfe nötig sind. In Deutschland wird dies durch das LUGAS-System und die OASIS-Sperrdatei flankiert. Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. Nur dort greifen die gesetzlichen Schutzmechanismen, die vor Spielsucht schützen sollen. Die dänischen Erfahrungen könnten künftig auch Einfluss auf die Gestaltung deutscher Präventionsmaßnahmen haben, da die GGL den internationalen Austausch pflegt.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer deutschen Lizenz der GGL unterstreicht der dänische Erfolg den Trend zur proaktiven Spielerüberwachung. Lizenzierten Casinos wird in Deutschland bereits jetzt abverlangt, auffälliges Spielverhalten frühzeitig zu erkennen und zu melden. Die dänische Strategie zeigt, dass Kooperationen mit Verbänden und eine ehrliche Kommunikation das Vertrauen in den legalen Markt stärken können. GGL-lizenzierte Casinos müssen sich jedoch in einem streng regulierten Markt behaupten, in dem Marketingregeln, wie das Verbot von Werbung zwischen 6 und 21 Uhr, den Wettbewerb mit illegalen MGA- oder Curacao-Anbietern erschweren. Der dänische Weg, der nun auch Werbeverbote im Sport forciert, könnte ein Vorbote für noch strengere Regeln in ganz Europa sein.
Häufige Fragen
Warum wurde die dänische Behörde ausgezeichnet?
Die Spillemyndigheden erhielt den IAGR-Award für ihre Kampagne StopSpillet, die einen innovativen, familienzentrierten Ansatz verfolgt. Die Jury lobte die Wirksamkeit bei der Reduzierung von Stigmata und die messbare Steigerung der Hilfesuchenden.
Welche Ergebnisse erzielte die Kampagne StopSpillet?
Die Initiative erreichte 57,4 Millionen Impressionen und sorgte für einen Anstieg der Anrufe bei der Helpline um bis zu 63 Prozent. Besonders effektiv war sie bei Männern zwischen 30 und 40 Jahren, von denen jeder Zehnte aktiv Hilfe suchte.
Plant Dänemark weitere Einschränkungen für Glücksspiel?
Ja, ein neuer Gesetzentwurf sieht unter anderem ein Verbot von Glücksspielwerbung während Live-Sportübertragungen vor. Diese sogenannten Whistle-to-Whistle-Beschränkungen sollen ab Juli 2027 vollständig in Kraft treten.
Wie unterscheidet sich der Spielerschutz in Deutschland von Dänemark?
Beide Länder setzen auf strenge Regulierung, doch Deutschland nutzt mit LUGAS und OASIS stärkere technische Überwachungsinstrumente. Dänemark wird international besonders für seine kreativen Kommunikationsstrategien gewürdigt, die nun als Vorbild dienen.
Dürfen deutsche Spieler in dänischen Casinos spielen?
Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern spielen, die eine Lizenz der GGL besitzen und auf der Whitelist stehen. Dänische Lizenzen gelten nur für den dortigen Markt, und deutsche Nutzer profitieren nur bei GGL-Anbietern vom vollen Schutz des GlüStV 2021.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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