Lustich.de arbeitet nicht gewinnorientiert. Überschüsse fließen in gemeinnützige Projekte, zum Beispiel in den Bau von Schulen und Brunnen in Benin (Westafrika). Mehr erfahren
Alle Casino News auf Deutsch
Markt

Danske Spil verkauft Tochtergesellschaft Elite Gaming an 87KDSL

18. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Danske Spil verkauft Tochtergesellschaft Elite Gaming an 87KDSLKI-GENERIERT

Der dänische Staatsbetreiber Danske Spil trennt sich von seiner Automatensparte Elite Gaming. Der Käufer 87KDSL übernimmt das Unternehmen mit einem H1-Umsatz von 148 Millionen DKK.

Der dänische Glücksspielmarkt erlebt eine bedeutende Umstrukturierung seines staatlichen Akteurs. Danske Spil hat offiziell den Verkauf seiner Tochtergesellschaft Elite Gaming angekündigt. Der Käufer ist die dänische Holdinggesellschaft 87KDSL, die bereits als Eigentümerin von Dan-Automater in der Branche etabliert ist und letztlich zur Investmentgruppe Erhvervsinvest gehört. Dieser Schritt markiert eine klare Zäsur in der Ausrichtung des Staatsunternehmens, das sich verstärkt auf seine digitalen Angebote und die klassischen Lotterien fokussieren möchte.

Die Entscheidung fiel nicht spontan. Bereits am 16. September wurde der Deal im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung von Danske Spil durchgewinkt. Elite Gaming gilt als gesundes Unternehmen, das sich auf verantwortungsbewusstes Spielen an Automaten spezialisiert hat, jedoch laut Management nicht mehr ideal in das Gesamtgefüge des Konzerns passt. Während andere Sparten wie das Online-Casino und Sportwetten unter Danske Licens Spil enger mit der digitalen Transformation verknüpft sind, bleibt das Automatengeschäft eine eher eigenständige, landbasierte Säule.

Zahlen und Fakten

Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht die wirtschaftliche Relevanz dieses Geschäftsfeldes. Im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres konnte Elite Gaming einen Umsatz von 148 Millionen DKK (Dänische Kronen) erwirtschaften. Dies entsprach einem leichten Zuwachs von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Trotz dieses stabilen Laufs sieht die Führungsebene von Danske Spil die Zukunft der Sparte in anderen Händen besser aufgehoben. Der Kaufpreis wurde zwischen den Parteien vertraulich behandelt und bisher nicht öffentlich kommuniziert.

Das Unternehmen hat in der Vergangenheit bereits ähnliche Wege bestritten. So brachte der Verkauf des Spieleentwicklers CEGO im Jahr 2019 dem Konzern einen außerordentlichen Gewinn von 376 Millionen DKK ein, was damals zu einem Rekordprofit führte. Auch die Trennung von der Fantasy-Sport-Plattform Swush, bei der ein 60-prozentiger Anteil an das Tabloid-Blatt Ekstra Bladet veräußert wurde, generierte im ersten Halbjahr zusätzliche Einnahmen von 27 Millionen DKK. Die Strategie der Verschlankung setzt sich somit konsequent fort.

„Elite Gaming ist ein gesundes Unternehmen mit Fokus auf ein verantwortungsvolles Spielerlebnis, weist aber derzeit eine begrenzte strategische Kohärenz mit den anderen Geschäftsbereichen von Danske Spil auf.“ - Nikolas Lyhne-Knudsen, CEO von Danske Spil

Hintergrund

Für den Käufer 87KDSL bedeutet die Übernahme eine erhebliche Stärkung der eigenen Marktposition. Rasmus Skoubo, der CEO von Dan-Automater, betonte, dass der Zusammenschluss dazu dient, die Rentabilität im Bereich der Spielautomaten auch langfristig zu sichern. Durch die Integration der Mitarbeiter von Elite Gaming erhofft man sich Synergieeffekte und eine bessere Ausnutzung der jeweiligen Stärken beider Firmen. Es ist ein klassischer Konsolidierungsschritt in einem Markt, der zunehmend durch regulatorischen Druck und technologischen Wandel geprägt ist.

Bevor der Deal jedoch endgültig abgeschlossen werden kann, muss die dänische Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde (Dansk Konkurrence- og Forbrugerstyrelse) grünes Licht geben. Man erwartet in der Branche keine größeren Hürden, da der Markt für landbasierte Automaten zwar konzentriert, aber durch den Verkauf an einen Fachinvestor eher stabilisiert wird. Danske Spil kann sich derweil über ein erfolgreiches Halbjahr freuen, in dem der Nettogewinn der Gruppe um 9,3 Prozent auf rund 1 Milliarde DKK stieg.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Direkte Auswirkungen auf den deutschen Markt sind durch diesen Verkauf in Dänemark nicht zu erwarten, doch er zeigt ein interessantes Muster in der europäischen Regulierung auf. Staatliche Anbieter ziehen sich zunehmend aus operativen Nebengeschäften zurück, um ihre Kernrolle im Sinne des Spielerschutzes und der Kanalisierung zu wahren. In Deutschland ist die Lage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strikt geregelt. Deutsche Kunden sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen.

Die in Deutschland geltenden Regeln sind im Vergleich zu Dänemark oft noch strenger. Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Slotmaschinen sind hierzulande Standard. Das Überwachungssystem LUGAS sorgt dafür, dass diese Limits eingehalten werden und Spieler nicht gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv sein können. Wer in Deutschland legale Angebote nutzt, genießt den höchsten Schutz durch die GGL, während Angebote mit MGA- oder Curacao-Lizenzen hierzulande als illegal gelten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Lizenznehmer beobachten solche Bewegungen im Ausland genau, da sie oft Vorboten für Marktkonzentrationen sind. Wenn Staatsbetriebe wie Danske Spil Sparten abstoßen, professionalisiert sich der Wettbewerb auf privater Ebene. Für Inhaber einer GGL-Lizenz bedeutet dies, dass Effizienz und Verantwortung Hand in Hand gehen müssen. In einem hochregulierten Umfeld wie Deutschland ist die Rentabilität oft nur durch technologische Exzellenz und strikte Einhaltung der Sozialkonzepte zu erreichen, ähnlich wie es Rasmus Skoubo für den dänischen Markt anstrebt.

Häufige Fragen

Wer kauft die Tochtergesellschaft Elite Gaming?

Die dänische Holdinggesellschaft 87KDSL übernimmt das Unternehmen. Diese Firma besitzt bereits Dan-Automater und steht im Eigentum der Investmentgruppe Erhvervsinvest.

Warum verkauft Danske Spil die Sparte Elite Gaming?

Laut CEO Nikolas Lyhne-Knudsen passt das Automatengeschäft strategisch nicht mehr ideal zum Rest des Konzerns. Der Verkauf dient der Fokussierung auf die Kernaktivitäten der staatlichen Gruppe.

Wie erfolgreich war Elite Gaming zuletzt?

Im ersten Halbjahr verzeichnete die Sparte einen Umsatz von 148 Millionen DKK. Das entspricht einem leichten Wachstum von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Welche Behörden müssen dem Verkauf noch zustimmen?

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die dänische Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde. Die interne Zustimmung der Generalversammlung liegt bereits seit dem 16. September vor.

Welche Regeln gelten für Glücksspiel in Deutschland im Vergleich?

In Deutschland ist das Spiel über den GlüStV 2021 streng reguliert, inklusive 1 Euro Einsatzlimit und 1.000 Euro monatlichem Einzahlungslimit. Spieler sollten nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, um rechtlich abgesichert zu sein.

Teilen

Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

Alle Artikel von Lisa Lustich

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

Verwandte Themen

Weiterführende Artikel