Fortuna CEO Dieter John forciert Expansion in regulierten Märkten
KI-GENERIERTFortuna Entertainment Group setzt unter CEO Dieter John auf Wachstum durch Zukäufe wie TOPsport in Litauen und fordert Reformen bei der Wettsteuer in Polen.
Die Glücksspielbranche in Mittel- und Osteuropa befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, angeführt von Schwergewichten wie der Fortuna Entertainment Group (FEG). CEO Dieter John, der Anfang 2025 die Leitung von Victor Corcoran übernahm, hat eine klare Vision für die Zukunft des Unternehmens. Im Zentrum stehen dabei nachhaltige Führungspositionen in Märkten, die über klare gesetzliche Rahmenbedingungen verfügen. Die jüngste Übernahme des litauischen Marktführers TOPsport markiert dabei einen entscheidenden Meilenstein in der Strategie, durch Qualität statt bloßer Geschwindigkeit zu überzeugen.
Litauen mag zwar ein geografisch kleiner Markt sein, bietet jedoch laut John eine seltene Kombination aus regulatorischer Reife, politischer Stabilität und einer digital affinen Nutzerschaft. Anstatt mühsam organisch zu wachsen, entschied sich FEG für den Zukauf einer etablierten Marke mit einem erfahrenen lokalen Team. Dieser Ansatz ermöglicht es dem Konzern, vom ersten Tag an Werte zu schaffen und die Marktführerschaft zu behaupten. Es ist ein Musterbeispiel dafür, wie internationale Glücksspielkonzerne heutzutage agieren, um fragmentierte europäische Märkte zu erschließen.
Zahlen und Fakten
Die Fortuna Entertainment Group ist ein wahrer Gigant in der Region. Mit Hauptsitz in Prag beschäftigt das Unternehmen über 5.600 Mitarbeiter in seinem Netzwerk. Die Präsenz erstreckt sich über Tschechien, die Slowakei, Polen, Kroatien, Rumänien, Montenegro und nun auch Litauen. Ein besonderer Fokus liegt derzeit auf Polen, wo FEG tiefgreifende Veränderungen im Management vorgenommen hat. Im Februar übernahm Adam Bakowski die Rolle des General Managers für Polen von Konrad Komarczuk, der das Geschäft fast ein Jahrzehnt lang geleitet hatte. Dieser Wechsel unterstreicht den Drang nach einer neuen digitalen Ausrichtung in einem hochkompetitiven Umfeld.
Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Besteuerung. In Polen werden Sportwetten derzeit mit 12 Prozent auf den Einsatz (Turnover) besteuert, nicht auf den Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR). Dieter John findet hierzu deutliche Worte:
„Das aktuelle polnische Besteuerungsmodell stellt eine erhebliche Belastung für lizenzierte Betreiber dar, da es den Wettumsatz statt der tatsächlichen Einnahmen besteuert. Infolgedessen kann es die Wettbewerbsfähigkeit verringern, Investitionen einschränken und es regulierten Betreibern erschweren, effektiv mit Offshore-Alternativen zu konkurrieren.“ - Dieter John, Group CEO der Fortuna Entertainment Group
Hintergrund
Dieter John ist kein Unbekannter im Unternehmen. Bevor er zum CEO ernannt wurde, fungierte er als Group Chief Financial and Operations Officer (CFO/COO). Seine Erfahrung aus früheren Führungspositionen bei Airbus Group, Eurocopter und Bombardier Transportation bringt eine industrielle Disziplin in das Glücksspielgeschäft. Er setzt auf eine Harmonisierung der Technologieplattformen über alle Ländergrenzen hinweg. Durch Standardisierung und den gezielten Einsatz von künstlicher Intelligenz sollen Entscheidungsprozesse beschleunigt und die betriebliche Transparenz erhöht werden.
Ein weiteres heikles Thema ist das staatliche Monopol auf Online-Casinos in Polen, das derzeit von Totalizator Sportowy gehalten wird. Private Anbieter wie Fortuna sind dort auf Sportwetten beschränkt. Während John das Recht jedes Landes respektiert, eigene Modelle zu wählen, betont er die Bedeutung der Kanalisierung. Nur wenn legale Angebote attraktiv genug sind, wandern Spieler nicht in den unregulierten Schwarzmarkt ab. Dies sei der Schlüssel zu effektivem Spielerschutz und stabilen Steuereinnahmen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Obwohl Fortuna primär in Osteuropa aktiv ist, spiegeln die Aussagen von Dieter John die Herausforderungen wider, denen auch deutsche Spieler und Betreiber gegenüberstehen. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) ist Deutschland ein hochgradig regulierter Markt. Hierzulande sorgt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) für Ordnung. Ähnlich wie in Polen gibt es in Deutschland strenge Regeln, etwa das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten oder das monatliche anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das LUGAS-System überwacht wird.
Deutsche Spieler sollten die Debatte um die Kanalisierung aufmerksam verfolgen. Wenn regulierte Angebote durch zu hohe Hürden oder Steuern im Vergleich zu MGA- oder Curacao-Anbietern unattraktiv werden, droht die Abwanderung in den Schwarzmarkt. Das Ziel der GGL ist es, dies zu verhindern, indem Lizenzen nur an Betreiber vergeben werden, die höchste Standards bei Spielerschutz und IT-Sicherheit garantieren. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Anbieter spielt, ist rechtlich abgesichert, auch wenn die Limits streng erscheinen mögen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für deutsche GGL-lizenzierte Casinos sind die Entwicklungen bei Fortuna ein Signal für die notwendige Professionalisierung. Die Forderung nach einer Besteuerung auf Basis des GGR statt des Umsatzes wird auch in Deutschland oft diskutiert, um die Wettbewerbsfähigkeit zu wahren. Zudem zeigt der Fokus von FEG auf Technologie und KI, wohin die Reise geht: Effizientere Compliance-Checks und besserer Spielerschutz durch automatisierte Früherkennung von problematischem Spielverhalten sind auch für deutsche Anbieter essenziell, um die strengen Auflagen der Whitelist dauerhaft zu erfüllen.
Häufige Fragen
Warum hat Fortuna den Anbieter TOPsport in Litauen übernommen?
Litauen bietet laut CEO Dieter John einen sehr stabilen und regulatorisch ausgereiften Markt mit einer digital affinen Kundschaft. Die Übernahme des Marktführers erlaubte FEG den sofortigen Zugriff auf eine starke Marke und ein erfahrenes lokales Team, anstatt zeitaufwendig ein organisches Wachstum aufbauen zu müssen.
Was kritisiert Dieter John am polnischen Glücksspielmarkt?
Der CEO kritisiert vor allem das Steuermodell für Sportwetten, bei dem 12 Prozent auf den Umsatz statt auf den Bruttospielertrag (GGR) fällig werden. Dies erschwere den Wettbewerb mit illegalen Offshore-Anbietern, die keine solchen Abgaben leisten und daher bessere Quoten oder Boni anbieten können.
Welche Rolle spielt Technologie für die Zukunft von Fortuna?
Technologie ist für FEG ein zentraler Faktor, um über sieben verschiedene Märkte hinweg effizient zu skalieren. Das Unternehmen investiert in Plattform-Kapazitäten, Automatisierung und künstliche Intelligenz, um standardisierte Prozesse und ein besseres Kundenerlebnis bei gleichzeitig hoher operativer Disziplin zu gewährleisten.
Wie wirkt sich die Regulierung auf den Spielerschutz aus?
Laut John ist eine starke Kanalisierung in den legalen Markt der beste Weg für den Spielerschutz, da nur lizenzierte Betreiber strenge Standards bei Anti-Geldwäsche-Maßnahmen und verantwortungsbewusstem Spielen einhalten. Fragmentierte oder unvorhersehbare Regulierungen in Europa machen es Betreibern jedoch schwer, langfristige Investitionen zu planen.
Was bedeutet diese internationale Entwicklung für Spieler in Deutschland?
Die Trends zeigen, dass große Konzerne verstärkt auf vollständig regulierte Märkte setzen, was die Sicherheit für Spieler erhöht. Deutsche Kunden sollten ausschließlich bei Anbietern der GGL-Whitelist spielen, da nur dort die strengen Regeln des GlüStV 2021 zum Schutz vor Spielsucht und zur Sicherung der Gelder garantiert sind.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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