DigiPlus stoppt Expansionspläne in Neuseeland nach Marktanalysen
KI-GENERIERTDer philippinische Glücksspiel-Riese DigiPlus zieht sich überraschend aus dem Lizenzverfahren in Neuseeland zurück, da 15 Lizenzen für jeweils 15 Millionen NZ$ versteigert werden.
Die Glücksspielbranche in Südostasien steht vor einem strategischen Wendepunkt. DigiPlus Interactive Corp., einer der führenden Akteure auf den Philippinen, hat offiziell bestätigt, dass das Unternehmen seine Ambitionen für den neuseeländischen Online-Casino-Markt aufgegeben hat. Dieser Rückzug erfolgte unmittelbar vor dem Beginn des Auktionsverfahrens für die begehrten Konzessionen. In einer Mitteilung an die philippinische Börse erklärte das Management, dass man sich nach einer detaillierten Bewertung der Marktwerte gegen eine Teilnahme an den finalen Runden entschieden habe.
Dieser Schritt kommt für viele Beobachter überraschend, da Neuseeland als lukrativer Wachstumsmarkt gilt. Aktuell wird geschätzt, dass Neuseeländer jährlich über eine Milliarde NZ$ auf dem Graumarkt für Online-Glücksspiele umsetzen. Die Regierung in Wellington möchte diesen Bereich nun regulieren und hat dafür insgesamt 15 Lizenzen vorgesehen. Doch der Preis für den Markteintritt ist hoch. Elf Unternehmen hatten sich das Recht erkämpft, in die finale Auktionsphase zu gehen, wobei ein Mindestpreis von 15 Millionen NZ$ (rund 6,34 Millionen Britische Pfund) pro Lizenz aufgerufen wurde.
Zahlen und Fakten
Die Konkurrenz im pazifischen Raum bleibt trotz des Rückzugs von DigiPlus prominent besetzt. Schwergewichte wie Entain, Super Group, SkyCity und Stake befinden sich weiterhin im Rennen um die Lizenzen. Diese Unternehmen zielen auf einen Markt ab, der nach seiner vollständigen Legalisierung steuerpflichtige Einnahmen von etwa 500 Millionen NZ$ generieren soll. Für DigiPlus hingegen scheinen die Kosten und die damit verbundenen Risiken aktuell schwerer zu wiegen als die potenziellen Gewinne.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Unternehmen sind derzeit angespannt. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete DigiPlus einen Rückgang der Bruttospielerträge (Gross Gaming Revenue, GGR) um 9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal auf 15,6 Milliarden Pesos. Obwohl die Zahl der monatlich aktiven Nutzer auf 5,75 Millionen stieg, drückten makroökonomische Faktoren auf die Profitabilität. Besonders die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die philippinische Wirtschaft belasten das Konsumverhalten.
„Die Bruttospielerträge aus eGames, eBingo und Bingo-Konzessionären fielen im ersten Halbjahr landesweit um 41,85 Prozent auf 18,6 Milliarden Pesos, was auf die gedämpften Konsumausgaben zurückzuführen ist.“ - Alejandro Tengco, Vorsitzender und CEO von PAGCOR
Hintergrund
Neben den heimischen Problemen kämpft DigiPlus mit Rückschlägen bei der internationalen Expansion. In Brasilien, wo das Unternehmen im September 2025 mit der Marke GamePlus startete, herrscht politische Instabilität. Präsident Lula Da Silva hatte entschieden, den Wettmarkt vorerst zu schließen, was derzeit vor dem Obersten Gerichtshof und dem Nationalkongress verhandelt wird. Zusätzlich erschwert die bevorstehende Stichwahl zwischen Lula und Flavio Bolsonaro eine verlässliche Planung für Glücksspielanbieter.
Auf den Philippinen selbst droht zudem politischer Gegenwind. Mehrere Senatoren haben Gesetzesentwürfe für ein Verbot von Online-Glücksspielen eingebracht. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an dem der Schwarzmarkt immer noch etwa 50 Prozent des gesamten Marktanteils hält. DigiPlus versucht nun, diese Risiken durch eine Diversifizierung in Richtung Südafrika auszugleichen. Dort hat das Unternehmen Lizenzen für die Herstellung und den Betrieb von Wettbüros beim Western Cape Gambling and Racing Board (WCGRB) beantragt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat der Rückzug von DigiPlus aus Neuseeland keine direkten Auswirkungen auf die tägliche Spielpraxis, dient aber als Lehrstück für die Bedeutung strenger Regulierung. In Deutschland sorgt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) für klare Verhältnisse. Wer hierzulande sicher spielen möchte, sollte ausschließlich Anbieter wählen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Whitelist garantiert, dass technische Hürden wie das LUGAS-System zur Überwachung von Einzahlungslimits und die Sperrdatei OASIS ordnungsgemäß implementiert sind.
Die Situation in Neuseeland zeigt, wie schwierig der Übergang vom Graumarkt in ein reguliertes System ist. Deutsche Kunden profitieren bereits von einem System, das einen Einsatz von maximal 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten vorschreibt und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg vorsieht. Diese Maßnahmen dienen dem Spielerschutz und verhindern die Art von Unsicherheit, die derzeit in unregulierten oder sich wandelnden Märkten wie Brasilien oder den Philippinen herrscht. Wer bei einem lizenzierten deutschen Anbieter spielt, muss keine Sorge vor plötzlichen Marktaustritten oder rechtlichen Grauzonen haben.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz können aus den globalen Entwicklungen wichtige Schlüsse ziehen. Während internationale Konzerne wie DigiPlus mit politischen Verboten und volatilen Märkten in Übersee kämpfen, bietet der deutsche Markt Stabilität durch Rechtssicherheit. Die GGL überwacht streng die Einhaltung der Werberichtlinien und den Jugend- sowie Spielerschutz. Anbieter, die sich diesen Regeln unterwerfen, genießen das Vertrauen der Kunden und sind vor willkürlichen politischen Entscheidungen, wie sie gerade in Brasilien zu beobachten sind, besser geschützt. Der Fokus auf Nachhaltigkeit und legale Kanalisierung ist langfristig das erfolgreichere Geschäftsmodell.
Häufige Fragen
Warum zieht sich DigiPlus aus Neuseeland zurück?
Nach einer umfassenden Marktanalyse kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass die Kosten für die Lizenz und der Marktwert nicht im Einklang stehen. Zudem belasten wirtschaftliche Probleme auf den Philippinen und regulatorische Hürden in Brasilien die finanziellen Ressourcen des Konzerns.
Wie teuer ist eine Online-Casino-Lizenz in Neuseeland?
Im aktuellen Auktionsverfahren wurde ein Endpreis von 15 Millionen NZ$ pro Lizenz festgelegt. Insgesamt stehen 15 Lizenzen zur Verfügung, um den bisherigen Graumarkt zu regulieren und steuerliche Einnahmen von geschätzten 500 Millionen NZ$ zu erzielen.
Welche Probleme gibt es für DigiPlus in Brasilien?
Obwohl DigiPlus mit der Marke GamePlus im September 2025 erfolgreich gestartet war, ordnete Präsident Lula Da Silva die Schließung des Marktes an. Die rechtliche Situation ist aufgrund laufender Gerichtsverfahren und anstehender Wahlen zwischen Lula und Flavio Bolsonaro derzeit völlig unklar.
Wie entwickeln sich die Einnahmen von DigiPlus aktuell?
Im zweiten Quartal 2026 sank der Bruttospielertrag (GGR) um 9 Prozent auf 15,6 Milliarden Pesos. Dennoch konnte das Unternehmen den Nettogewinn durch Sondereffekte steigern und die Zahl der monatlich aktiven Nutzer auf 5,75 Millionen erhöhen.
Sind Anbieter ohne GGL-Lizenz in Deutschland sicher?
Nein, nur Anbieter auf der GGL-Whitelist sind in Deutschland legal und sicher. Diese unterliegen strengen Kontrollen bezüglich des Spielerschutzes, wie dem 1-Euro-Einsatzlimit und dem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro gemäß GlüStV 2021.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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