Louisiana verlängert DraftKings Lizenz unter strengen Vorbehalten bis Februar
KI-GENERIERTDie Glücksspielaufsicht in Louisiana verschiebt die volle Lizenzverlängerung für DraftKings bis zum 19. Februar, während Vorwürfe zum KI-Einsatz geprüft werden.
Das Louisiana Gaming Control Board hat eine weitreichende Entscheidung getroffen, die den US-Glücksspielgiganten DraftKings vorerst in einem Schwebezustand belässt. Einstimmig stimmte die Behörde für eine bedingte, viermonatige Verlängerung der Sportwettenlizenz. Diese gilt nun bis zum 19. Februar, während die ursprüngliche Genehmigung bereits am 10. November ausgelaufen wäre. Die Aufseher machen deutlich, dass dies kein Freifahrtschein ist, sondern ein Instrument der Aufsicht, um schwerwiegenden Vorwürfen nachzugehen. Im Kern geht es um die Frage, wie DraftKings Künstliche Intelligenz einsetzt und ob alle Großaktionäre die strengen Eignungskriterien erfüllen.
Die Stimmung während der Anhörung war angespannt, als Paul Liberman, Mitbegründer und Betriebspräsident von DraftKings, sowie Lori Kalani, die Beauftragte für verantwortungsbewusstes Spielen, den Fragen der Behörde Rede und Antwort stehen mussten. Assistant Attorney General Delancey Houston berichtete dem Gremium, dass die Gaming Enforcement Division der Staatspolizei Unstimmigkeiten bei Aktionären festgestellt habe, die mindestens 5 Prozent der Anteile halten. Hier fehlen offenbar notwendige Unterlagen zur Überprüfung der persönlichen Eignung. Ein Investor fordert zudem die Einstufung als institutioneller Anleger, was die Behörden bisher nicht abschließend bewertet haben. Solche regulatorischen Lücken sind in der hochsensiblen Glücksspielbranche oft ein Grund für den kompletten Entzug der Erlaubnis.
Zahlen und Fakten
Die Untersuchung konzentriert sich auf mehrere kritische Fristen und Daten. Die volle Anhörung zur Lizenzverlängerung wurde auf den 18. Februar angesetzt, nur einen Tag vor Ablauf der neuen Frist. DraftKings hat nun exakt 30 Tage Zeit, um detaillierte Berichte über die Nutzung von KI, Aktivitäten auf Prognosemärkten und digitale Angebote für Einwohner Louisianas vorzulegen. Ebenfalls innerhalb von 30 Tagen muss das Unternehmen zertifizieren, dass sämtliche Marketingmaterialien den Anforderungen an das verantwortungsbewusste Spielen entsprechen.
Ein interessanter Einblick in die operative Ebene ergab sich durch die Zahlen zum Spielerschutz. Lori Kalani gab an, dass das Unternehmen im relevanten Zeitraum 175 Konten in Louisiana geschlossen hat. Diese Schließungen erfolgten aufgrund von Verstößen gegen Ratschläge zum verantwortungsbewussten Spielen und sind getrennt von freiwilligen Selbstausschlüssen zu betrachten. Dieser Wert bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2025. Zudem betonte das Unternehmen, dass nach einer sogenannten Abkühlphase (Cool-off) für zwei Wochen und nach einem Selbstausschluss für 30 Tage keinerlei Werbemaßnahmen an die betroffenen Kunden versendet werden.
Hintergrund
Besonders brisant ist der Vorwurf, DraftKings nutze Algorithmen, um gezielt Kunden anzusprechen, die hohe Verluste erleiden. Paul Liberman bestritt dies vor dem Board vehement. Er räumte zwar ein, dass DraftKings Finanzdaten nutzt, um festzustellen, ob ein Spieler gewinnt oder verliert, verneinte jedoch den Einsatz von KI zur gezielten Ansprache von Verlierern.
„Dieser Vorschlag ist keine Feststellung, dass DraftKings ein Fehlverhalten begangen hat. Vielmehr handelt es sich um eine gemessene regulatorische Reaktion, die es uns als Board ermöglicht, unsere Aufsichtspflicht zu erfüllen.“ - Chris Hebert, Vorsitzender des Louisiana Gaming Control Board
Lori Kalani erklärte ergänzend, dass KI bei DraftKings vor allem im Bereich des Spielerschutzes eingesetzt werde. Automatische Warnsysteme würden anschlagen, wenn Kunden gegenüber dem Kundenservice Anzeichen von finanzieller Not oder psychischer Belastung äußern.
„Wir können nicht diagnostizieren, wenn jemand ein zwanghaftes Glücksspielproblem hat. Wir sind keine Ärzte, wir sind keine Kliniker und das ist nicht unsere Rolle, aber wir wollen den Menschen sicherlich helfen, den von uns angebotenen Dienst, die Plattform, zu genießen.“ - Lori Kalani, Chief Responsible Gaming Officer bei DraftKings
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Kunden, die bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielen, klingen solche Berichte aus den USA oft beunruhigend. Doch das deutsche Rechtssystem bietet hier durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) einen deutlich engeren Rahmen. In Deutschland ist der Einsatz von Algorithmen zur Maximierung von Verlusten bei legalen Anbietern durch strikte Werberichtlinien und das zentrale Überwachungssystem LUGAS unterbunden.
Während in den USA noch darüber debattiert wird, ob man „Verlierer“ gezielt bewerben darf, sind in Deutschland die Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten und das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat fest verankert. Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich auf der offiziellen Whiteboard-Liste der GGL geführte Anbieter zu nutzen. Nur dort ist sichergestellt, dass Mechanismen wie das Panik-Knopf-System und der Abgleich mit der Sperrdatei OASIS funktionieren. Wer bei MGA- oder Curacao-Anbietern spielt, setzt sich genau den Risiken aus, die in Louisiana gerade untersucht werden: mangelnde Transparenz bei der KI-Nutzung und unzureichender Schutz bei drohender Spielsucht.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entwicklungen in Louisiana senden ein Signal an den gesamten globalen Markt, auch an deutsche Lizenznehmer. Die GGL beobachtet internationale Trends sehr genau. Sollten sich die Vorwürfe gegen DraftKings erhärten, könnte dies auch in Europa zu einer noch strengeren Regulierung von KI-gestützten Marketingtools führen. Deutsche Anbieter müssen schon jetzt belegen, dass ihre Systeme zur Früherkennung von Spielsucht effektiv arbeiten. Der Fall DraftKings unterstreicht, dass Transparenz bei der Datenverarbeitung künftig über den Erhalt einer Lizenz entscheiden kann. Für GGL-Casinos bedeutet dies eine verstärkte Dokumentationspflicht, um den Verdacht der „Verlustmaximierung“ gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Häufige Fragen
Warum wurde die Lizenz von DraftKings in Louisiana nicht direkt verlängert?
Die Behörden benötigen mehr Zeit, um Vorwürfe über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur gezielten Ansprache von Spielern mit Verlusten zu prüfen. Zudem fehlen Eignungsunterlagen von Aktionären, die mehr als 5 Prozent der Anteile halten.
Bis wann ist die aktuelle Genehmigung für DraftKings gültig?
Die bedingte Verlängerung läuft bis zum 19. Februar. Die entscheidende Anhörung über die volle Lizenzverlängerung ist für den 18. Februar angesetzt.
Nutzt DraftKings KI, um gezielt Verlierer zur Kasse zu bitten?
Das Unternehmen bestreitet diese Vorwürfe vehement und gibt an, Finanzdaten nur zur allgemeinen Analyse zu nutzen. Laut Lori Kalani wird KI primär eingesetzt, um gefährdete Spieler durch automatische Warnsignale im Kundenservice zu identifizieren.
Wie viele Konten hat DraftKings wegen Spielschutz-Bedenken in Louisiana geschlossen?
Im untersuchten Zeitraum wurden 175 Konten durch das Unternehmen geschlossen, weil Kunden den Empfehlungen zum verantwortungsbewussten Spielen nicht folgten. Diese Zahl ist vergleichbar mit den Werten aus dem Jahr 2025.
Sind solche Praktiken auch bei legalen Online-Casinos in Deutschland möglich?
Nein, der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 unterbindet solche Praktiken durch strikte Einzahlungslimits von 1.000 Euro und automatisierte Kontrollsysteme wie LUGAS. Zudem überwacht die GGL die Einhaltung der Werberichtlinien sehr streng, um Spieler vor aggressiver Vermarktung zu schützen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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