Mormonen-Führer attackiert Online-Wetten und Prognosemärkte als unmoralisch
KI-GENERIERTElder D. Todd Christofferson warnt vor einer Explosion des Glücksspiels durch Smartphones und kritisiert Prognosemärkte, während die globale Industrie 2025 satte 758 Milliarden Dollar umsetzte.
Die Welt des Online-Glücksspiels steht unter scharfer Beobachtung einer der einflussreichsten religiösen Organisationen der USA. In Salt Lake City nutzte Elder D. Todd Christofferson, ein hochrangiges Mitglied des Kollegiums der Zwölf Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, die große Bühne der halbjährlichen Generalkonferenz am Samstagmorgen für eine deutliche Rüge. Er warnte eindringlich vor der zunehmenden Zugänglichkeit von Wetten, die durch das Smartphone von einer gelegentlichen Aktivität zu einer ständigen Versuchung geworden seien. Laut seinen Ausführungen findet eine gefährliche Verschiebung statt, die besonders junge Menschen in die Schuldenfalle treibe.
Christofferson zielte dabei nicht nur auf klassische Sportwetten ab, sondern nahm explizit sogenannte Prognosemärkte ins Visier. Diese Plattformen erlauben es Nutzern, auf den Ausgang verschiedenster Ereignisse zu wetten, von Wetterphänomenen bis hin zu politischen Wahlen. In Utah, wo Glücksspiel verfassungsrechtlich verboten ist, schwelt bereits ein juristischer Streit um die Einordnung dieser Dienste. Der Kirchenführer untermauerte seine moralischen Bedenken mit wirtschaftlichen Daten und machte deutlich, dass der Profit der Industrie direkt mit dem Leid der Spieler verknüpft sei.
Zahlen und Fakten
Die Dimensionen des Problems lassen sich laut Christofferson an klaren Statistiken ablesen. Er gab an, dass über 45 Prozent der befragten Erwachsenen im vergangenen Jahr Glücksspiel betrieben hätten. Besonders beeindruckend und zugleich erschreckend ist die finanzielle Schlagkraft der Branche. Die globale Glücksspielindustrie habe im Jahr 2025 einen Umsatz von 758 Milliarden Dollar erwirtschaftet, was den massiven Abfluss von Kapital aus Privathaushalten verdeutlicht.
„Das Smartphone hat das Glücksspiel von einer gelegentlichen Tätigkeit, die einen Ausflug in ein Casino, zu einer Rennstrecke oder einem Lotteriekiosk erforderte, in eine Tätigkeit verwandelt, die kontinuierlich, privat und fast überall verfügbar ist. Dies hat zu einer Explosion des Glücksspiels geführt.“ - Elder D. Todd Christofferson, Apostel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Der Branchenumsatz, im Fachjargon oft als Gross Gaming Revenue (GGR) bezeichnet, stelle laut dem Kirchenführer nichts anderes als den kollektiven Verlust der Spieler dar. Er warnte, dass diese Entwicklung die Gier befeuere und keinen gesellschaftlichen Mehrwert schaffe. Die ständige Verfügbarkeit auf mobilen Endgeräten erhöhe zudem das Risiko für zwanghaftes Verhalten massiv.
Hintergrund
Der Zeitpunkt dieser Rede ist kein Zufall. In Utah tobt eine Debatte über die Regulierung von Prognosemärkten wie Kalshi. Gouverneur Spencer Cox hatte bereits im Februar gegen diese Plattformen Front gemacht und sie als illegales Glücksspiel eingestuft. Ein Bundesurteil vom Anfang August bestätigte zunächst, dass Utah sein strenges Glücksspielverbot auch auf diese neuen Märkte anwenden darf. Kalshi hat jedoch Berufung eingelegt, was die Rechtslage weiterhin kompliziert macht. Während die US-Regierung unter Donald Trump argumentiert, dass solche Märkte eher dem Finanzsektor zuzuordnen seien, beharrt die Kirche auf der moralischen Verwerflichkeit. Christofferson spottete sogar über Wetten auf den Zeitpunkt des Jüngsten Gerichts und fragte rhetorisch, wo man einen solchen Gewinn überhaupt einlösen wolle.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in den USA ein interessantes Spiegelbild, auch wenn hierzulande der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) klare Grenzen setzt. Während in den USA religiöse Führer die Moral beschwören, setzt Deutschland auf harte technische Regulierung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Deutsche Spieler müssen sich an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro halten, das über das zentrale System LUGAS überwacht wird. Zudem gilt an virtuellen Automaten das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin. Diese Regeln dienen dem Spielerschutz und sollen genau jene Exzesse verhindern, die Christofferson in seiner Rede anprangerte. Wer in Deutschland sicher spielen möchte, sollte zwingend darauf achten, dass der Anbieter auf der offiziellen Whitelist der GGL steht. Angebote aus Malta (MGA) oder Curacao ohne deutsche Lizenz bieten nicht das Schutzniveau, das der deutsche Gesetzgeber fordert.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizenzierte GGL-Casinos müssen in Deutschland strengste Auflagen erfüllen, um nicht als „moralisch falsch“ oder gefährlich gebrandmarkt zu werden. Dazu gehören automatisierte Früherkennungssysteme für spielsuchtgefährdetes Verhalten und die strikte Einhaltung von Werbeverboten zu bestimmten Uhrzeiten. Im Gegensatz zu den USA, wo die Debatte oft zwischen totalem Verbot und weitgehender Deregulierung schwankt, bietet der deutsche Markt durch die GGL-Lizenz einen kontrollierten Rahmen. Für Betreiber bedeutet das einen hohen bürokratischen Aufwand, aber auch Rechtssicherheit. Wer gegen die Regeln des GlüStV 2021 verstößt, riskiert nicht nur den Entzug der Lizenz, sondern auch hohe Geldstrafen, was den Spielerschutz zum zentralen Geschäftselement macht.
Häufige Fragen
Was kritisierte Elder Christofferson konkret am modernen Glücksspiel?
Er verurteilte die ständige Verfügbarkeit durch Smartphones, die das Glücksspiel aus den Casinos direkt in den privaten Alltag gebracht habe. Zudem bezeichnete er Prognosemärkte als moralisch falsch, da sie Habgier fördern und Gewinne auf Kosten anderer generieren.
Wie hoch waren die Einnahmen der globalen Glücksspielindustrie im Jahr 2025?
Laut den im Bericht zitierten Statistiken erwirtschaftete die Branche im Jahr 2025 weltweit einen Umsatz von 758 Milliarden Dollar. Christofferson betonte, dass dieser Umsatz faktisch dem Verlust der Spieler entspricht.
Warum sind Prognosemärkte in Utah so umstritten?
In Utah ist Glücksspiel verfassungsrechtlich verboten, und die Regierung stuft Plattformen wie Kalshi als illegale Wettanbieter ein. Ein Gerichtsurteil vom August erlaubt dem Bundesstaat vorerst die Durchsetzung seiner Verbote, obwohl die Anbieter Berufung eingelegt haben.
Welche Rolle spielt die Religion bei der Ablehnung von Wetten?
Viele Religionsgemeinschaften wie die Mormonen oder die Southern Baptist Convention sehen Glücksspiel als Weg zu Egoismus und Sucht. Sie argumentieren, dass das Streben nach Gewinn ohne Gegenleistung gegen biblische und moralische Prinzipien verstößt.
Darf man in Deutschland auf Prognosemärkte wetten?
In Deutschland ist das Angebot von Wetten und Glücksspiel streng durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 geregelt. Spieler sollten nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz teilnehmen, da nur dort Limits wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit und der Anschluss an LUGAS den gesetzlichen Schutz garantieren.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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