Casino-Schock für Yonkers: MGM zieht 2,3 Milliarden Dollar Projekt überraschend zurück
KI-GENERIERTMGM Resorts stoppt die Expansion des Empire City Casinos in Yonkers. Stattdessen erhalten Wettbewerber in Queens und der Bronx Lizenzen für Live-Tischspiele wie Baccarat.
Die Träume von einem großen Casino-Resort in Yonkers sind vorerst geplatzt. MGM Resorts hat völlig überraschend den Rückzug aus dem Bieterverfahren für eine vollwertige kommerzielle Casino-Lizenz im Bundesstaat New York bekannt gegeben. Für die Bewohner und die Stadtverwaltung von Yonkers ist dies ein schwerer Schlag, da man fest mit dem Ausbau des bestehenden Empire City Standorts gerechnet hatte. Das Projekt, das Investitionen in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar vorsah, hätte die Region wirtschaftlich transformieren sollen. Nun bleibt der Standort ein reines Racino, das zwar Video-Lotterie-Terminals anbietet, aber keine echten Tischspiele mit Live-Dealern einführen darf.
Die Entscheidung fiel mitten in der finalen Phase des Auswahlprozesses. Lokale Entscheidungsträger wurden von der Nachricht kalt erwischt, da das Yonkers Community Advisory Committee kurz zuvor noch für das Projekt gestimmt hatte. Die Konkurrenz im Großraum New York war jedoch gewaltig, und MGM sah sich mit vier Mitbewerbern auf engstem Raum konfrontiert. Während MGM den Rückzug antrat, feierten andere Betreiber Erfolge. Am 1. Dezember 2025 traf das zuständige Siting Board seine Wahl und vergab die Lizenzen an Konkurrenten in der Nachbarschaft.
Zahlen und Fakten
Das Ausmaß des gescheiterten Projekts wird durch die harten Fakten deutlich. MGM plante, 183 Live-Dealer-Tische aufzustellen, um Spiele wie Baccarat, Blackjack und Roulette anzubieten. Die Lizenzgebühr für die Betreiber betrug mindestens 500 Millionen Dollar. Ein wesentlicher Knackpunkt war die Laufzeit der Konzession. MGM ging ursprünglich von einer 30-jährigen Sicherheit aus. Neue Richtlinien des Staates stellten jedoch nur noch 15 Jahre in Aussicht. Für ein 2,3 Milliarden Dollar schweres Investment war dieser Zeitraum den Verantwortlichen schlichtweg zu kurz, um eine angemessene Rendite zu erwirtschaften.
In der Folge erhielten andere Projekte den Zuschlag. Bally's darf am Ferry Point in der Bronx ein Casino eröffnen, Hard Rock Metropolitan Park sicherte sich eine 20-jährige Lizenz für einen Standort neben dem Citi Field in Queens. Der dritte Gewinner ist Resorts World New York City am Aqueduct in Queens, der bereits am 28. April 2026 über 200 Live-Dealer-Spiele eröffnete. Damit wurde Resorts World zum ersten echten Voll-Casino innerhalb der Stadtgrenzen von New York City, während Yonkers leer ausging.
Hintergrund
Der Konflikt zwischen der Stadt Yonkers und dem Casino-Giganten MGM schwelt weiter. Bürgermeister Mike Spano zeigte sich empört über die Kurzfristigkeit des Rückzugs. Er betonte, dass die Bürger Antworten verdienen und forderte eine Untersuchung, da die Begründung von MGM für ihn nicht schlüssig wirkte. Die Stadt verliert durch das Scheitern enorme potenzielle Einnahmen. Aktuell nimmt Yonkers etwa 30 Millionen Dollar pro Jahr durch das Racino ein. Mit der vollen Lizenz hätte dieser Betrag auf über 50 Millionen Dollar jährlich steigen können.
„MGM Resorts hat heute die schwierige Entscheidung getroffen, seinen Antrag für eine kommerzielle Casino-Lizenz in Yonkers, New York, zurückzuziehen. Seit der Einreichung unseres Antrags im Juni haben sich die wettbewerblichen und wirtschaftlichen Annahmen, die unserem Antrag zugrunde lagen, verschoben.“ - MGM Resorts, Offizielles Statement
Der Unterschied zwischen dem jetzigen Status und einem Voll-Casino ist massiv. Aktuell betreibt Empire City Video-Lotterie-Maschinen, die zwar wie Slots aussehen, aber an ein zentrales staatliches System angeschlossen sind. Ein echtes Casino hätte Hunderte von Dealer-Jobs geschaffen, die besonders für Pendler aus Yonkers attraktiv gewesen wären. Nun müssen diese Arbeitskräfte weiterhin lange Wege nach Queens oder in die Bronx auf sich nehmen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Glücksspiel-Fans zeigt das Beispiel New York, wie wichtig klare rechtliche Rahmenbedingungen sind. Während in den USA über Lizenzlaufzeiten von 15 oder 30 Jahren gestritten wird, bietet der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) eine strikte, aber verlässliche Struktur. Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Dort gelten strenge Schutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das LUGAS-System überwacht wird, und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten.
Wer in Deutschland Live-Tischspiele wie Baccarat oder Roulette sucht, findet diese derzeit nur in den staatlichen Spielbanken der Bundesländer, da Online-Live-Casinos in vielen Regionen noch nicht final lizenziert sind. Ausländische Webseiten, die oft mit aggressiver Werbung auch in anderen Sprachen wie Thai locken, besitzen keine deutsche Lizenz und bieten keinerlei Rechtssicherheit oder Spielerschutz nach deutschem Standard.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizenzierte Betreiber in Deutschland können aus dem Fall MGM lernen, dass wirtschaftliche Kalkulationen eng mit der politischen Regulierung verknüpft sind. In Deutschland sorgt die GGL für faire Wettbewerbsbedingungen, indem sie aktiv gegen illegale Zweitlotterien und Schwarzmarkt-Anbieter vorgeht. Für legale Anbieter bedeutet dies eine höhere Planungssicherheit, solange sie die strengen Anforderungen an IT-Sicherheit und Suchtprävention erfüllen. Der Rückzug von MGM zeigt, dass selbst globale Riesen wie MGM Projekte stoppen, wenn die regulatorischen Daumenschrauben zu fest angezogen werden, ohne einen wirtschaftlichen Ausgleich zu bieten.
Häufige Fragen
Ist das Empire City Casino in Yonkers jetzt geschlossen?
Nein, das Casino bleibt als Video-Lotterie-Standort am Yonkers Raceway geöffnet. Lediglich der Plan, das Angebot um Live-Tischspiele und echte Slot-Maschinen zu erweitern, wurde von MGM Resorts gestoppt.
Warum hat MGM den Lizenzantrag zurückgezogen?
Das Unternehmen nannte eine Änderung der Lizenzlaufzeit von 30 auf 15 Jahre als Hauptgrund. Zudem machten die hohe Konkurrenz durch vier andere Bieter in der Region und die hohen Investitionskosten von 2,3 Milliarden Dollar das Projekt unwirtschaftlich.
Wo kann man in New York jetzt Live-Baccarat spielen?
Die nächstgelegenen Live-Tische befinden sich bei Resorts World New York City im Stadtteil Queens. Dort wurden am 28. April 2026 über 200 Tische für Baccarat, Blackjack und Roulette für den Publikumsverkehr freigegeben.
Wie reagiert die Politik auf den plötzlichen Rückzug?
Der Bürgermeister von Yonkers, Mike Spano, forderte eine umfassende Untersuchung der Vorgänge, da er die Begründung von MGM anzweifelt. Auch der County Executive von Westchester, Ken Jenkins, zeigte sich schockiert über den Verlust der erwarteten Arbeitsplätze.
Darf man von Deutschland aus in New Yorker Online-Casinos spielen?
Nein, das ist nicht legal möglich, da New York bisher keine Lizenzen für Online-Casinos vergeben hat und deutsche Spieler nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen dürfen. Illegale ausländische Seiten bieten keinen Schutz durch das deutsche LUGAS-System oder Sperrsysteme wie OASIS.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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