Interessenkonflikt in North Dakota: Glücksspiel-Lobbyist als Gesetzgeber unter Druck
KI-GENERIERTDer Abgeordnete Mike Motschenbacher steht in North Dakota in der Kritik. Er leitet die North Dakota Gaming Alliance und verdient dort 65.000 US-Dollar, während er über Glücksspielgesetze abstimmt.
In North Dakota sorgt eine Personalie für erhebliche politische Unruhe, die weit über die Grenzen des Bundesstaates hinaus Fragen zur Integrität von Glücksspiel-Regulierungen aufwirft. Der Abgeordnete Mike Motschenbacher, ein Republikaner aus Bismarck, sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, seine Position als Gesetzgeber nicht ausreichend von seiner beruflichen Tätigkeit als Leiter einer einflussreichen Glücksspiel-Lobbygruppe zu trennen. Seit Ende 2020 fungiert Motschenbacher als Exekutivdirektor der North Dakota Gaming Alliance, einer Organisation, die sich als das Sprachrohr der Branche für gemeinnütziges Glücksspiel versteht. Das Problem: Während er im Parlament Gesetze verabschiedet, die eben diesen Sektor betreffen, steht er gleichzeitig auf der Gehaltsliste derer, die von diesen Gesetzen profitieren.
Die Debatte erreicht ihren Höhepunkt zu einem Zeitpunkt, an dem das gemeinnützige Glücksspiel in North Dakota, insbesondere durch elektronische Pull-Tabs, seit 2018 massiv expandiert ist. Kritiker bemängeln, dass Motschenbacher bei wichtigen Abstimmungen, die seine Branche direkt oder indirekt betreffen, nicht vom Stimmrecht zurückgetreten ist. Er selbst argumentiert, dass er keinen persönlichen oder einzigartigen finanziellen Vorteil aus den Gesetzen ziehe und sich während der viermonatigen Sitzungsperiode unbezahlt beurlauben lasse. Doch die ethischen Fragen bleiben im Raum, da die Grenzen zwischen seiner Rolle als Volksvertreter und seiner Funktion als Interessenvertreter verschwimmen.
Zahlen und Fakten
Die finanziellen Dimensionen und die beruflichen Verflechtungen sind im Detail dokumentiert. Motschenbacher bezieht von der North Dakota Gaming Alliance ein Jahresgehalt von 65.000 US-Dollar. Im Vergleich dazu belief sich seine staatliche Vergütung als Abgeordneter im letzten Jahr auf lediglich 34.926 US-Dollar. Die Gaming Alliance finanziert sich primär durch Mitgliedsbeiträge und Umlagen ihrer Mitglieder. Auf ihrer Webseite wirbt die Organisation offensiv damit, erfolgreich Gesetzesentwürfe gestoppt zu haben, die das gemeinnützige Glücksspiel eingeschränkt hätten.
Im Jahr 2025 stimmte Motschenbacher für zwei Gesetzesentwürfe, die von seiner eigenen Organisation unterstützt wurden. Einer sah die Senkung der Steuersätze für gemeinnütziges Glücksspiel vor, der andere eine Umstrukturierung der staatlichen Glücksspielkommission, um Branchenvertreter einzubeziehen. Beide Vorlagen scheiterten letztlich. Gleichzeitig stimmte er gegen eine Vorlage, welche die Berechtigung für gemeinnütziges Glücksspiel einschränken wollte. Laut Vertretern des Generalstaatsanwalts generiert das gemeinnützige Glücksspiel, zu dem auch Bingos und Tombolas gehören, mittlerweile Bruttörlöse von über einer viertel Milliarde US-Dollar (250 Millionen USD) pro Jahr.
Hintergrund
Die Kritik an Motschenbacher entzündet sich vor allem an der fehlenden Transparenz. Bob Valeu, ein lokaler Parteiführer der Demokraten, wies darauf hin, dass Wahlwerbemittel der Republikaner zwar viele Referenzen des Kandidaten auflisteten, seine Tätigkeit für die Gaming Alliance jedoch unerwähnt ließen. Der Ethikexperte Dennis Cooley von der North Dakota State University betonte, dass ein Interessenkonflikt nicht erst dann entsteht, wenn Geld direkt in die Tasche eines Gesetzgebers fließt. Es reiche bereits der Anschein einer Selbstbedienung aus, um das Vertrauen der Wähler zu erschüttern.
„Es ist einfach so frustrierend, dass es nicht mehr Offenlegung und Rechenschaftspflicht in Bezug auf potenzielle ethische Fragen bei einem Mitglied der Legislative gibt, das über Gesetze abstimmt, die direkt oder indirekt den Verband betreffen, für den er arbeitet.“ - Bob Valeu, Direktor der Democratic-NPL für Bismarck-Mandan
Motschenbacher hält dagegen, dass er sich vor seiner Kandidatur mit der Ethikkommission und dem Büro des Generalstaatsanwalts beraten habe. Er beschäftige einen separaten Lobbyisten, Scott Meske, der die legislative Arbeit während der Sitzungen übernimmt. Doch auch hier gibt es Grauzonen: Meske gab zu, dass Motschenbacher als Exekutivdirektor an der Entwicklung der politischen Standpunkte des Verbands beteiligt ist, bevor die Sitzungsperiode beginnt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Obwohl dieser Fall in den USA spielt, sind die Parallelen zur deutschen Glücksspielregulierung unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) unübersehbar. In Deutschland wird penibel darauf geachtet, dass die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) als unabhängige Aufsicht fungiert. Für deutsche Spieler bedeutet eine strikte Trennung von Lobbyismus und Gesetzgebung Sicherheit. Nur durch eine neutrale Regulierung können Maßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System oder das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten effektiv durchgesetzt werden. Wäre die deutsche Politik ähnlich eng mit der Lobby verstrickt, wie es Motschenbacher vorgeworfen wird, stünde der Spielerschutz zugunsten höherer Umsätze zur Disposition. Spieler in Deutschland sollten daher konsequent nur bei Anbietern spielen, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen, um sicherzustellen, dass sie in einem fair regulierten Umfeld agieren.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer deutschen GGL-Lizenz müssen höchste Standards in Sachen Transparenz erfüllen. Solche Nachrichten aus den USA verdeutlichen, warum ein strenger regulatorischer Rahmen in Deutschland notwendig ist. GGL-lizenzierte Anbieter sind verpflichtet, Spielerschutzmechanismen zu implementieren, die nicht durch Lobbyarbeit aufgeweicht werden können. Die Integrität des Marktes hängt davon ab, dass Regulierer und Gesetzgeber unabhängig bleiben. In Deutschland sorgt die GGL dafür, dass der Wettbewerb fair bleibt und nicht durch politische Verflechtungen verzerrt wird. Dies schützt sowohl die legalen Betreiber vor unfairem Wettbewerb durch den Schwarzmarkt als auch die Spieler vor unseriösen Praktiken. Die Debatte in North Dakota unterstreicht die Wichtigkeit einer klaren gesetzlichen Basis, wie sie der GlüStV 2021 bietet.
Häufige Fragen
Wer ist Mike Motschenbacher und warum steht er in der Kritik?
Mike Motschenbacher ist ein Abgeordneter aus North Dakota, der gleichzeitig als Exekutivdirektor der North Dakota Gaming Alliance tätig ist. Die Kritik bezieht sich auf potenzielle Interessenkonflikte, da er über Glücksspielgesetze abstimmt, während er ein Gehalt von 65.000 US-Dollar von einem Glücksspielverband bezieht.
Wie viel Geld setzt das gemeinnützige Glücksspiel in North Dakota um?
Laut Angaben aus dem Büro des Generalstaatsanwalts erwirtschaftet der Sektor für gemeinnütziges Glücksspiel, zu dem elektronische Pull-Tabs und Bingo gehören, jährlich Bruttörlöse von über einer viertel Milliarde US-Dollar. Dieses schnelle Wachstum hat zu Forderungen nach strengeren Regulierungen geführt.
Was unternimmt der Abgeordnete, um Konflikte zu vermeiden?
Motschenbacher gibt an, während der viermonatigen Sitzungsperiode des Parlaments eine unbezahlte Beurlaubung von seinem Job bei der Gaming Alliance zu nehmen. Zudem beauftragt der Verband einen externen Lobbyisten für die direkte Kommunikation mit anderen Gesetzgebern.
Welche Auswirkungen haben solche politischen Verflechtungen auf Spieler?
Wenn Gesetzgeber eng mit der Industrie verbunden sind, besteht das Risiko, dass der Spielerschutz gegenüber Profitinteressen vernachlässigt wird. In Deutschland wird dies durch den GlüStV 2021 und die unabhängige Aufsicht der GGL verhindert, was für Spieler Sicherheit bei Limits und Fairness garantiert.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTItalien plant Milliarden-Steuer: Harte Zeiten für Glücksspielanbieter ab 2027
Die italienische Regierung unter Giorgia Meloni will durch neue Abgaben und Reformen im Glücksspielsektor bis zu 1 Milliarde Euro für den Haushalt 2027 generieren.
KI-GENERIERTWetten auf Mordprozesse: US-Justiz warnt vor Einfluss von Prognosemärkten
Prognosemärkte wie Polymarket stehen unter Beschuss, nachdem über 600.000 US-Dollar auf den Ausgang eines Mordprozesses gewettet wurden.
KI-GENERIERTVom Aufseher zum Berater: Tommy Corlett wechselt zu SolutionsHub
Tommy Corlett, ehemaliger Inspektor der Isle of Man Gambling Supervision Commission, verstärkt SolutionsHub nach neun Jahren im Staatsdienst.











