Glücksspiel-Aus im Bundesstaat Washington: Maverick schließt acht Casinos
KI-GENERIERTFinanzielles Desaster für Maverick Washington LLC: Acht Casinos stehen vor dem Aus, 850 Mitarbeiter verlieren ihren Job, nachdem Sportwetten-Hoffnungen scheiterten.
Die Träume von einem großen Glücksspiel-Imperium im US-Bundesstaat Washington sind für Maverick Washington LLC endgültig geplatzt. Das Unternehmen, das einst aggressiv Cardrooms aufkaufte, um sich für den Sportwettenmarkt zu positionieren, steht nun vor den Trümmern seiner Strategie. Laut aktuellen Dokumenten der zuständigen Arbeitsbehörden wird allein das Great American Casino in South Everett am 30. November seine Pforten schließen. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs, da insgesamt acht Standorte von den Schließungsplänen betroffen sind. Die Krise verdeutlicht, wie schnell sich das Blatt wenden kann, wenn staatliche Regulierungen und wirtschaftlicher Druck aufeinandertreffen.
Der Fall Maverick zeigt ein klassisches Szenario der Überdehnung. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA im Jahr 2018 den Weg für Sportwetten freigemacht hatte, investierte die Firma massiv in den Kauf von 24 Cardrooms. Das Ziel war klar: Man wollte der größte private Glücksspielanbieter im Bundesstaat werden und auf die baldige Legalisierung von kommerziellen Sportwetten setzen. Doch die Politik machte dem Betreiber einen Strich durch die Rechnung. Ein Gesetz aus dem Jahr 2020 zementierte das Monopol der indigenen Stämme für Sportwetten, was Maverick jegliche Grundlage für die geplante Expansion entzog.
Zahlen und Fakten
Die Auswirkungen dieser Fehlkalkulation sind verheerend für die lokale Wirtschaft. Maverick Washington LLC meldete im Jahr 2025 Insolvenz nach Chapter 11 an. Die nun angekündigten Entlassungen betreffen 133 Angestellte am Standort Everett und insgesamt 850 Mitarbeiter im gesamten Bundesstaat. Zu den betroffenen Positionen gehören vor allem Croupiers für Tischspiele, Sicherheitspersonal, Barpersonal und Servicekräfte aus der Gastronomie. Neben Everett werden Standorte in Silverdale, Lakewood, Yakima, Kennewick und Pasco geschlossen. Die finanzielle Schieflage wurde zusätzlich durch steigende Zinsen für die Kredite verschärft, die für den Erwerb der 24 Immobilien aufgenommen worden waren.
„Diese Geschäftsschließung ist nicht das Ergebnis einer Standortverlagerung oder der Auslagerung von Betriebsabläufen. Der gesamte Standort wird geschlossen." - Offizielle Mitteilung von Maverick Washington LLC an das Employment Security Department
Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt für die Belegschaft bestehen, da Maverick in seiner Mitteilung anmerkte, dass ein Betreiberwechsel möglich sei. Sollte die Insolvenzverwaltung einen Käufer finden, könnten einige der Standorte eventuell fortgeführt werden. Dies hängt jedoch stark vom weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens ab. Aktuell belasten nicht nur die fehlenden Wettlizenzen das Geschäft, sondern auch die Schwäche im lokalen Technologiesektor, der traditionell einen wichtigen Teil der Kundschaft stellte, sowie erhebliche Mietverpflichtungen.
Hintergrund
Maverick versuchte, sich gerichtlich gegen die Benachteiligung zu wehren. Eine Klage aus dem Jahr 2022 gegen den Staat Washington und die Bundesregierung argumentierte, dass die Exklusivität der Stämme ein verfassungswidriges Monopol darstelle. Diese Klage wurde jedoch abgewiesen, was die strategische Sackgasse besiegelte. Währenddessen verzeichnete der US-Glücksspielmarkt insgesamt im Jahr 2025 laut der American Gaming Association (AGA) einen Rekordumsatz von 78,72 Milliarden US-Dollar beim Gross Gaming Revenue (GGR). Dies entspricht einem Anstieg von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch dieser Boom geht an Betreibern wie Maverick vorbei, die sich auf physische Standorte ohne moderne Wettoptionen konzentrieren mussten.
Ein ähnliches Schicksal ereilte auch Imperial Pacific International (IPI) auf Saipan. Nach einer Insolvenz im Jahr 2024, bei der Schulden in Höhe von 141,6 Millionen US-Dollar bei Gläubigern wie der Commonwealth Casino Commission (CCC) und ehemaligen Mitarbeitern aufliefen, wurde der Fall im August 2026 durch ein Gerichtsurteil final abgewickelt. Diese Beispiele zeigen, dass selbst in einem wachsenden Markt die hohen Betriebskosten und regulatorische Hürden zum Totalverlust führen können.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler zeigt die Situation in Washington vor allem eines: Rechtssicherheit ist das höchste Gut. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) den Markt extrem streng, bietet aber gleichzeitig einen klaren Rahmen für lizenzierte Anbieter. Während Maverick in den USA gegen Monopole kämpfte, haben private Anbieter in Deutschland durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die Chance auf eine offizielle Lizenz. Für den Spieler bedeutet das zwar Einschränkungen wie das 1.000-Euro-Einzahlungslimit pro Monat über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Slots, aber eben auch den Schutz vor plötzlichen Insolvenzen unlizenzierter Anbieter.
Wer in Deutschland bei einem auf der Whitelist geführten Casino spielt, kann sich darauf verlassen, dass Spielergelder geschützt sind und der Betreiber finanziell geprüft wurde. Im Gegensatz zu den gescheiterten Cardrooms in den USA, die auf Gesetzesänderungen hofften, arbeiten deutsche Anbieter unter stabilen, wenn auch harten Bedingungen. MGA- oder Curacao-Casinos bieten diesen Schutz oft nicht und sind in Deutschland illegal.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die GGL-lizenzierte Branche in Deutschland kann aus dem Fall Maverick lernen, dass eine zu aggressive Expansion auf Basis von politischen Hoffnungen riskant ist. Die Stabilität des deutschen Marktes liegt in der konsequenten Durchsetzung der Spielerschutzregeln. Während in den USA der Wettlauf um Territorien zu massiven Entlassungen führt, bleibt der deutsche Markt durch die zentralen Sperrsysteme wie OASIS und die Überwachung durch LUGAS kontrolliert. Betreiber müssen hierzulande hohe Sicherheitsleistungen hinterlegen, um genau solche Szenarien wie bei Maverick Washington LLC zu verhindern.
Häufige Fragen
Warum schließt das Great American Casino in Everett?
Das Casino schließt am 30. November, weil der Mutterkonzern Maverick Washington LLC Insolvenz anmelden musste. Grund war das Scheitern der Strategie, im Staat Washington legale Sportwetten anzubieten, da diese den Stämmen vorbehalten blieben.
Wie viele Mitarbeiter verlieren durch die Insolvenz von Maverick ihren Job?
Insgesamt verlieren 850 Mitarbeiter in acht verschiedenen Casinos im Bundesstaat Washington ihren Arbeitsplatz. Allein am Standort South Everett sind 133 Personen von den Entlassungen betroffen, darunter Dealer und Servicepersonal.
Was war der Grund für die finanziellen Probleme von Maverick?
Neben dem Sportwetten-Monopol der Stämme belasteten hohe Zinsen für Immobilienkäufe und hohe Mieten das Unternehmen. Zudem schwächelte die lokale Wirtschaft im Technologiesektor, was die Besucherzahlen in den Cardrooms drastisch reduzierte.
Sind deutsche Online-Casinos von solchen Insolvenzen betroffen?
In Deutschland lizenzierte Casinos unterliegen strengen finanziellen Prüfungen durch die GGL. Dank des Glücksspielstaatsvertrags 2021 müssen Anbieter Sicherheiten hinterlegen, die Spieler vor den Folgen einer Insolvenz schützen, sofern sie bei legalen Anbietern der Whitelist spielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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