Finnland plant Gesetzesänderung für Rubbellose als Geschenk
KI-GENERIERTFinnland lockert die strengen Identifikationsregeln für Lotterielose, nachdem die Umsätze im Jahr 2024 um rund 40 Prozent eingebrochen sind.
In Finnland steht eine signifikante Änderung des Lotteriegesetzes bevor, die eine liebgewonnene Tradition retten soll. Das finnische Innenministerium hat dem Parlament einen Vorschlag unterbreitet, der es ermöglichen wird, Rubbellose wieder rechtssicher als Geschenk an Dritte weiterzugeben. Seit Anfang 2024 war dies aufgrund einer strikten Identifizierungspflicht beim Kauf und der Gewinnauszahlung kaum noch möglich. Die Regierung reagiert damit auf eine Machbarkeitsstudie, die untersuchte, ob Gewinne auch von Personen eingelöst werden können, die nicht selbst als Käufer registriert sind.
Die aktuelle Situation hat in Finnland zu erheblichen Verwerfungen geführt. Da Rubbellose besonders in der Weihnachtszeit ein beliebtes Präsent sind, sorgten die strengen Regeln für Unmut in der Bevölkerung. Wer ein Los kaufte, musste sich ausweisen, und nur diese spezifische Person war berechtigt, einen etwaigen Gewinn abzuholen. Dies führte dazu, dass der ursprüngliche Sinn eines Geschenkloses verloren ging. Mit den neuen Änderungen, die für das Lotteriegesetz so schnell wie möglich und für das Glücksspielgesetz zum 1. Juli 2027 in Kraft treten sollen, wird dieses Hindernis beseitigt.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftlichen Folgen der bisherigen Regelung waren drastisch. Im Jahr 2024 brachen die Lotterieverkäufe um etwa 40 Prozent ein. Dieser massive Rückgang verdeutlicht, wie wichtig das Gelegenheitsgeschäft und der Bereich der Geschenke für den staatlichen Anbieter Veikkaus Oy sind. Laut dem Vorschlag des Innenministeriums muss der Käufer eines Loses zwar weiterhin ein registrierter Spieler bei Veikkaus sein und seine Identität beim Erwerb nachweisen. Der Empfänger des Geschenks muss jedoch kein Spielerkonto besitzen. Es reicht aus, wenn die Person bei der Gewinneinlösung ihre Volljährigkeit nachweist.
„Die vorgeschlagenen Änderungen des Lotteriegesetzes und des Glücksspielgesetzes folgen auf den Start einer Machbarkeitsstudie durch die Regierung Anfang des Jahres, um zu untersuchen, ob der in einem Rubbellos enthaltene Preis von einer anderen Person als derjenigen, die das Los gekauft hat, eingelöst werden kann.“ - Sprecher des finnischen Innenministeriums
Hintergrund
Finnland befindet sich mitten in einem historischen Umbruch seines Glücksspielmarktes. Das bisherige Monopol von Veikkaus wird schrittweise aufgelöst. Ab dem 1. Juli 2027 sollen lizenzierte private Betreiber legal in den finnischen Markt eintreten können. Veikkaus wird zwar das Exklusivrecht für Lotterien, Rubbellose sowie physische Spielautomaten und Casinos behalten, doch der Online-Bereich für Sportwetten und Casinospiele wird für den Wettbewerb geöffnet. Die jetzige Korrektur bei den Rubbellosen gilt als wichtiger Zwischenschritt, um die Akzeptanz des staatlichen Glücksspiels zu sichern und gleichzeitig den Spielerschutz durch die Identifikation des Käufers aufrechtzürhalten.
Die Regierung plant, die vorübergehende Änderung des Lotteriegesetzes bis zum 30. Juni 2027 aufrechtzürhalten. Pünktlich zur Marktöffnung im Sommer 2027 werden die Regeln dann dauerhaft in das neue Glücksspielgesetz überführt. Dies gibt den Verkaufsstellen und dem Anbieter Planungssicherheit. Der Ministerberater Jukka Tukia ist für Anfragen zu diesem Prozess zuständig, der bereits eine öffentliche Konsultationsphase durchlaufen hat, die am 13. August 2026 endete.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler bleibt die Situation im Vergleich zu Finnland strenger, aber auch klarer reguliert. In Deutschland ist das Verschenken von Losen grundsätzlich möglich, solange der Jugendschutz gewahrt bleibt. Dennoch gibt es durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) enge Grenzen für Online-Angebote. In Deutschland lizenzierte Anbieter, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, müssen strikte Vorgaben einhalten. Dazu gehören das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots. Diese Limits werden über das System LUGAS überwacht.
Ein wesentlicher Unterschied ist, dass Deutschland bereits ein funktionierendes Lizenzsystem für private Online-Anbieter hat, während Finnland diesen Schritt erst für 2027 plant. Deutsche Spieler sollten zwingend darauf achten, nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz zu spielen. Angebote mit Lizenzen aus Malta oder Curacao gelten in Deutschland als illegal und bieten nicht den rechtlichen Schutz, den das deutsche System mit der Sperrdatei OASIS und der Anbindung an LUGAS garantiert. Die finnischen Pläne zeigen jedoch, dass auch hochregulierte Märkte Anpassungen vornehmen müssen, wenn die Regeln zu weit an der Lebensrealität der Bürger vorbeigehen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entwicklung in Finnland könnte als Signal für andere europäische Regulierungsbehörden dienen. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland müssen zwar weiterhin strenge Identifikationsprüfungen durchführen, doch das Beispiel Finnland lehrt, dass eine zu starre Bindung von Spielrechten an eine einzelne Identität den Markt massiv schädigen kann. Für deutsche Betreiber bedeutet dies, dass die Balance zwischen Spielerschutz und Nutzerfreundlichkeit entscheidend bleibt. Solange die deutschen Regeln zum 1-Euro-Limit und zur 5-Minuten-Pause pro Stunde Bestand haben, bleibt der Fokus auf der Kanalisierung in den legalen Markt, um Abwanderungen zu Schwarzmarktanbietern zu verhindern, ähnlich wie es Finnland nun mit der Korrektur bei den Rubbellosen versucht.
Häufige Fragen
Warum waren Rubbellose in Finnland als Geschenk verboten?
Anfang 2024 wurde eine obligatorische Identifizierungspflicht eingeführt, die vorschrieb, dass nur der registrierte Käufer eines Loses den Gewinn einlösen darf. Dies machte das Verschenken faktisch unmöglich, da Beschenkte keine Auszahlung erhielten.
Welche Auswirkungen hatte das Verbot auf den Markt?
Die Lotterieverkäufe in Finnland brachen im Jahr 2024 um rund 40 Prozent ein. Viele Kunden beschwerten sich zudem bei Veikkaus, da Rubbellose eine traditionelle Geschenkidee sind.
Wer darf laut dem neuen Vorschlag Gewinne einlösen?
Jede volljährige Person darf künftig Gewinne einlösen, auch wenn sie das Los nicht selbst gekauft hat. Der Empfänger des Geschenks muss dafür kein registriertes Spielerkonto beim Anbieter besitzen.
Wann treten die neuen Regeln in Finnland in Kraft?
Die vorübergehende Änderung des Lotteriegesetzes soll so schnell wie möglich gelten. Die dauerhafte Übernahme in das neue Glücksspielgesetz ist für den 1. Juli 2027 geplant.
Wie unterscheidet sich die Lage für Spieler in Deutschland?
In Deutschland ist das Verschenken physischer Lose erlaubt, während Online-Glücksspiel streng durch den GlüStV 2021 reguliert ist. Deutsche Spieler müssen Limits wie 1.000 Euro Einzahlung pro Monat und 1 Euro Einsatz bei Slots beachten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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