Full House Resorts lehnt Zukäufe ab und setzt auf internes Wachstum
KI-GENERIERTTrotz Marktmöglichkeiten bleibt Full House Resorts bei seinen Projekten. CEO Dan Lee meldet ein starkes Quartal mit 12,7 Millionen Dollar Umsatz im Mai bei The Temporary.
In der Welt der Casinokonzerne herrscht oft ein Jagdfieber nach dem nächsten großen Zukauf. Doch Full House Resorts geht einen anderen Weg. Während Konkurrenten wie Churchill Downs ihre Immobilien auf den Markt werfen, signalisiert die Führungsetage von Full House eine klare Absage an Expansion durch Zukäufe. CEO Dan Lee und Präsident Lewis Fanger stellten während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des zweiten Quartals klar, dass das Unternehmen momentan schlichtweg zu beschäftigt sei. Man wolle sich nicht übernehmen, indem man eine dritte große Herausforderung neben den aktuellen Vorhaben in Colorado und Illinois annimmt.
Die Entscheidung gegen Zukäufe ist nicht nur eine Frage der Kapazität, sondern auch eine strategische Finanzentscheidung. Lee betonte, dass Akquisitionen eine Finanzierung erfordern würden, die über die derzeitigen Schulden des Unternehmens hinausgeht. Da die Aktienkurse momentan nicht attraktiv genug für die Ausgabe neuer Anteile seien, bleibe man vorsichtig. Dennoch hielt sich Lee ein Hintertürchen offen, indem er das Modell als Betreibergesellschaft für einen Immobilien-Investmenttrust (REIT) ins Spiel brachte. Man sei sehr wählerisch, da viele zum Verkauf stehende Objekte oft Probleme mit sich brächten, was Lee charmant als Haar in der Suppe umschrieb.
Zahlen und Fakten
Operativ läuft es für Full House Resorts dennoch rund. Das Provisorium The Temporary at American Place erzielte im Mai einen Umsatz von 12,7 Millionen Dollar. Dies war ein wesentlicher Treiber für das starke Wachstum im abgelaufenen Quartal. Der Juli war zwar etwas schwächer, stellte aber immer noch den zweitbesten Monat in der Geschichte dieses Standorts dar. In Colorado sieht die Lage am Standort Chamonix in Cripple Creek etwas anders aus. Dort verzeichnete man ein Quartal ohne Gewinn oder Verlust. Fanger erklärte, dass der Gewinn pro Glücksspielposition pro Tag aktuell nur etwa die Hälfte der 300 Dollar betrage, die im nahegelegenen Black Hawk üblich sind.
„Wir sind ein kleines Unternehmen und wir sind ziemlich beschäftigt. Es steht nicht weit oben auf unserer Liste, eine dritte Herausforderung anzunehmen.“ - Dan Lee, CEO von Full House Resorts
Das Ziel für Chamonix ist ehrgeizig. Innerhalb der nächsten 18 Monate soll der Wert pro Position auf 175 Dollar pro Tag steigen. Um dies zu erreichen, setzt das Unternehmen auf gezieltes Marketing und neue Casino-Hosts. Besonders im Juni zeigten sich Erfolge bei den VIP-Gästen, die als stärkste Kundengruppe identifiziert wurden. Zudem gibt es gute Nachrichten für den Standort Waukegan. Die Genehmigung für den Betrieb des dortigen temporären Casinos wurde bis Februar 2029 verlängert. Nach dieser Zeit soll das Gebäude nicht abgerissen, sondern für fünf Jahre in einen Raum für Fachmessen und Unterhaltung umgewandelt werden.
Hintergrund
Full House Resorts orientiert sich bei der Gestaltung seiner neuen Anlagen an erfolgreichen Vorbildern. So wurde das Design des permanenten American Place massiv vom Durango Resort in Las Vegas beeinflusst. Lee legte Wert darauf, dass Gäste nun nicht mehr den Casinoboden überqueren müssen, um zu den Restaurants zu gelangen. Auch bei den Annehmlichkeiten wird nachgebessert. In Chamonix wurde das Speakeasy-Konzept angepasst. Dort wurden die Spielautomaten entfernt, um es als echte Bar zu positionieren. Lee kritisierte offen die Qualität der Speisen in der Vergangenheit und setzte auf hausgemachte Gerichte im neuen Restaurant Don Juan’s.
Während Full House Resorts sich konsolidiert, gibt es in der Branche auch personelle Veränderungen an der Spitze anderer Giganten. Rob Goldstein wird Las Vegas Sands im März 2026 verlassen. Gleichzeitig kämpft die Branche in Washington um steuerliche Erleichterungen. Befürworter einer Reform der Glücksspielsteuer drängen darauf, die volle Absetzbarkeit von Verlusten wiederherzustellen. Die aktuelle 90-Prozent-Regelung belastet vor allem Profispieler und könnte das Wettvolumen reduzieren. Diese Entwicklungen zeigen, wie komplex das Geflecht aus regionaler Expansion, steuerlichen Hürden und internem Qualitätsmanagement im modernen Glücksspielmarkt ist.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler haben die strategischen Entscheidungen amerikanischer Casinobetreiber wie Full House Resorts oft nur indirekte Auswirkungen, doch sie verdeutlichen einen globalen Trend zur Qualitätssicherung und strikten Regulierung. Während in den USA über Steuergrenzen und regionale Standorte debattiert wird, unterliegt der deutsche Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr spezifischen Regeln. Deutsche Spieler, die in legalen Online-Casinos mit GGL-Lizenz spielen, sind durch das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde an Slots geschützt. Das System LUGAS sorgt dabei für die Einhaltung dieser Grenzen über alle Anbieter hinweg.
Wer in Deutschland spielt, sollte zwingend darauf achten, dass der Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) steht. Amerikanische Erfolgsgeschichten über gewaltige Umsätze in temporären Casinos klingen spannend, doch die Sicherheit und der Spielerschutz stehen hierzulande an erster Stelle. Anbieter ohne deutsche Lizenz, etwa aus Curacao oder von der MGA, bieten oft nicht das Schutzniveau, das der GlüStV 2021 vorschreibt. Die Konzentration von Unternehmen wie Full House auf ihre Kernkompetenzen und die Verbesserung des Serviceangebots spiegelt den Wunsch nach nachhaltigen Kundenbeziehungen wider, der auch in Deutschland durch strenge Lizenzauflagen gefördert wird.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz können aus dem Vorgehen von Full House Resorts lernen, dass die Optimierung des bestehenden Angebots oft wertvoller ist als eine überhastete Expansion. Die Einführung von LUGAS und die strikte Überwachung durch die GGL bedeuten für Betreiber einen hohen administrativen Aufwand. Dennoch zeigt das Beispiel aus den USA, dass Qualität bei der Gastronomie und im Service Kunden bindet. Deutsche Anbieter müssen sich in einem engen regulatorischen Rahmen bewegen, aber durch exzellenten Kundensupport und transparente Kommunikation können sie sich von illegalen Schwarzmarktangeboten abheben. Die Fokussierung auf VIP-Kunden, wie sie Fanger für Chamonix beschrieb, ist in Deutschland aufgrund der Einzahlungslimits nur bedingt möglich, was den Wettbewerb um jeden einzelnen Spieler im legalen Markt verschärft.
Häufige Fragen
Warum kauft Full House Resorts derzeit keine neuen Casinos?
CEO Dan Lee erklärte, dass das Unternehmen bereits mit Projekten wie Chamonix und American Place voll ausgelastet ist. Zudem möchte man keine neuen Schulden aufnehmen, da die aktuellen Aktienkurse eine Eigenkapitalfinanzierung unattraktiv machen.
Wie erfolgreich ist der Standort American Place in Illinois?
Das provisorische Casino The Temporary at American Place erzielte im Mai einen Umsatz von 12,7 Millionen Dollar. Trotz eines leichten Rückgangs im Juli bleibt der Standort einer der wichtigsten Wachstumstreiber für das Unternehmen.
Was passiert mit dem temporären Casino in Waukegan nach 2029?
Das Gebäude soll nach dem Ende des Casinobetriebs nicht abgerissen werden. Stattdessen ist geplant, es für mindestens fünf Jahre in ein Zentrum für Fachmessen und Unterhaltungsevents umzuwandeln.
Welche Änderungen gibt es in der Führung von Las Vegas Sands?
Rob Goldstein hat angekündigt, seinen Posten als Chairman und CEO von Las Vegas Sands im März 2026 abzugeben. Er hinterlässt ein Unternehmen, das sich stark auf die Märkte in Singapur und Macau konzentriert.
Welche Regeln gelten für Spieler in Deutschland im Vergleich zu den USA?
In Deutschland reguliert der GlüStV 2021 den Markt streng mit einem Einzahlungslimit von 1.000 Euro monatlich und einem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin. Im Gegensatz zu den USA müssen Anbieter hier eine GGL-Lizenz besitzen und an das LUGAS-System angeschlossen sein.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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