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Maverick Gaming insolvent: Zukunft der Crazy Moose Casinos in Washington ungewiss

30. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Maverick Gaming insolvent: Zukunft der Crazy Moose Casinos in Washington ungewissKI-GENERIERT

Der US-Glücksspielkonzern Maverick Gaming meldet Insolvenz an. Betroffen sind 137 Mitarbeiter im Crazy Moose Casino, das bei einer gescheiterten Rettung am 30. November 2026 schließen könnte.

Die Glücksspielbranche im US-Bundesstaat Washington steht vor einer massiven Zäsur. Maverick Gaming Inc., ein Schwergewicht im Bereich der sogenannten Card Rooms, kämpft ums Überleben. Das Unternehmen, das in Kirkland ansässig ist und 17 der 40 öffentlichen, bankgeführten Kartenräume des Staates betreibt, hat beim US-Insolvenzgericht für den südlichen Distrikt von Texas Gläubigerschutz beantragt. Besonders kritisch ist die Lage für die Angestellten im Crazy Moose Casino in Pasco. Dort bangen 137 Mitarbeiter um ihre Existenzgrundlage, da ein offizieller Bescheid an den Bürgermeister Charles Grimm bereits eine mögliche Schließung zum 30. November 2026 in Aussicht stellt.

Die Situation ist komplex, da Maverick Gaming unter dem Namen RunItOneTime LLC firmiert und ein Geflecht aus fast 70 Unternehmenseinheiten in das Verfahren eingebracht hat. Während die Geschäftsführung betont, dass der Betrieb vorerst unter neuem Management weiterlaufen könnte, hängen viele Entscheidungen von den Verhandlungen mit den Gläubigern ab. Die Mitarbeiter vor Ort in Pasco geben sich zwar optimistisch und erklären, sie erwarteten einen normalen Weiterbetrieb, doch die nackten Zahlen in den Gerichtsakten sprechen eine deutlich düstere Sprache. Das Unternehmen kämpft nicht nur mit internen Fehlkalkulationen, sondern auch mit einem veränderten Marktumfeld, in dem indigene Stammes-Casinos immer dominanter auftreten.

Zahlen und Fakten

Ein Blick in die Insolvenzunterlagen offenbart das Ausmaß des finanziellen Desasters. RunItOneTime LLC listet zwischen 25.000 und 50.000 Gläubiger auf. Die Aktiva und Passiva werden jeweils in einer Spanne von 100 Millionen bis 500 Millionen US-Dollar angegeben. Besonders drastisch ist der Umsatzrückgang bei den lokalen Standorten. Im Crazy Moose Casino sanken die Bruttospielerträge (Gross Gaming Revenue) von 325.000 US-Dollar im ersten Quartal 2024 auf nur noch 231.000 US-Dollar im ersten Quartal 2025. Noch schlimmer traf es das Coyote Bob’s Roadhouse Casino in Kennewick, wo die Einnahmen im gleichen Zeitraum von 429.000 US-Dollar auf magere 108.000 US-Dollar einbrachen.

Die Verschuldung wurde durch einen Immobiliendeal im Jahr 2022 verschärft. Damals verkaufte Maverick die Standorte Pasco und Kennewick als Teil eines 110,3 Millionen US-Dollar schweren Sale-and-Leaseback-Vertrags an den New Yorker Vermögensverwalter Blue Owl Capital. Das Ziel war schnelle Liquidität, doch die hohen Mietverpflichtungen wurden zur Falle. Seit April 2025 stellt Maverick die Mietzahlungen komplett ein. Die größte einzelne Forderung stammt derzeit von Project Evergreen WA LLC mit 7,4 Millionen US-Dollar an ausstehenden Mieten.

Hintergrund

Maverick Gaming, geführt von CEO und Pokerprofi Eric Persson, hatte die Standorte im Jahr 2019 von Washington Gold übernommen. Als sogenannte Card Rooms dürfen diese Einrichtungen keine Spielautomaten, Roulette oder Craps anbieten, sondern sind auf Tischspiele wie Blackjack und Poker gegen das Haus beschränkt. Diese gesetzliche Einschränkung erweist sich im Wettbewerb mit den Casinos der Ureinwohner als massiver Nachteil. Die Konkurrenz durch das Wild Horse Casino der Umatilla-Stämme und das Legends Casino der Yakama Nation entzieht den kleineren Räumen zunehmend die Kundschaft.

„Wir hoffen, dass dieser Prozess es uns ermöglicht, unsere zugrunde liegenden Geschäftsabläufe auf die richtige Größe zu bringen und den Wert für alle Beteiligten zu erhalten.“ - Jeff Seery, Chief Restructuring Officer bei Maverick Gaming

Bereits in der Vergangenheit musste Maverick Standorte in Tukwila aufgeben. Die aktuelle Restrukturierung sieht vor, dass die Norwest Gaming Group bereits einige Vermögenswerte übernimmt, darunter das Crazy Moose Casino in Mountlake Terrace. Ob dieser Rettungsanker auch für Pasco und Kennewick rechtzeitig ausgeworfen wird, bleibt abzuwarten. Das Verfahren nach Chapter 11 dient zwar der Sanierung, kann aber jederzeit in eine Liquidation münden, falls kein tragfähiger Plan präsentiert wird.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland hat die Insolvenz eines US-amerikanischen Card-Room-Betreibers keine direkten Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Spielen, verdeutlicht aber die Risiken von Anbietern ohne solide Kapitaldecke. In Deutschland ist der Markt durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reguliert. Wer hierzulande sicher spielen möchte, sollte ausschließlich Plattformen nutzen, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Anbieter müssen strenge Sicherheiten hinterlegen und unterliegen harten Spielerschutzregeln, wie dem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und dem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten.

Deutsche Lizenzen bieten im Gegensatz zu MGA- oder Curacao-Lizenzen eine rechtliche Handhabe bei Zahlungsunfähigkeit des Betreibers. Die strengen Liquiditätsprüfungen der GGL sollen Szenarien wie bei Maverick Gaming verhindern. Während in den USA oft Immobilien als Sicherheit dienen, müssen deutsche Anbieter liquide Mittel und Bankbürgschaften vorweisen, um den Spielbetrieb aufrechtzürhalten. Deutsche Zocker sollten daher bei Meldungen über finanzielle Schieflagen internationaler Konzerne prüfen, ob diese Tochtergesellschaften mit deutscher Konzession betreiben, was bei Maverick Gaming aktuell nicht der Fall ist.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Krise bei Maverick zeigt, dass das Modell der Card Rooms ohne Slot-Maschinen langfristig kaum konkurrenzfähig ist. Deutsche Online-Casinos mit GGL-Lizenz haben hier einen klaren Vorteil, da sie ein breites Spektrum an legalen Slots anbieten dürfen, sofern diese zertifiziert sind. Die Insolvenz in den USA könnte dazu führen, dass internationale Investoren vorsichtiger werden, was wiederum den stabilen, staatlich regulierten deutschen Markt für seriöse Kapitalgeber attraktiver macht. Anbieter, die sich nicht an die Regeln des GlüStV 2021 halten, riskieren nicht nur den Ausschluss vom Markt, sondern verlieren auch die für die Restrukturierung so wichtigen legalen Einnahmequellen.

Häufige Fragen

Wird das Crazy Moose Casino in Pasco schließen?

Das Casino könnte zum 30. November 2026 schließen, sofern im Rahmen des Insolvenzverfahrens kein neuer Betreiber gefunden wird. Aktuell läuft der Betrieb unter dem bisherigen Management weiter, während nach Investoren gesucht wird.

Welche Gründe führten zur Insolvenz von Maverick Gaming?

Hauptgründe sind eine hohe Schuldenlast, der Konkurrenzdruck durch Stammes-Casinos und operative Fehlentscheidungen. Zudem belasteten hohe Mietzahlungen aus einem Sale-and-Leaseback-Geschäft das Unternehmen, die seit April 2025 nicht mehr geleistet wurden.

Wie viele Mitarbeiter sind von der Krise betroffen?

Alleine im Crazy Moose Casino in Pasco sind 137 Mitarbeiter beschäftigt, deren Arbeitsplätze direkt gefährdet sind. Insgesamt beschäftigt die Muttergesellschaft RunItOneTime LLC über 2.900 Angestellte an verschiedenen Standorten.

Darf man in diesen Casinos auch Spielautomaten spielen?

Nein, die betroffenen Einrichtungen in Washington sind sogenannte Card Rooms. Sie dürfen nur Tischspiele wie Poker oder Blackjack anbieten, während Slots und Roulette den Casinos der indigenen Stämme vorbehalten sind.

Sind deutsche Online-Casinos von dieser Insolvenz betroffen?

Nein, Maverick Gaming besitzt keine deutsche Lizenz der GGL. Deutsche Spieler sollten auf die offizielle Whitelist achten, um sicherzustellen, dass ihr Anbieter die strengen Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 erfüllt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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