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Regulierung

G2E Las Vegas: Casino-Riesen warnen vor unregulierten Prognosemärkten

30. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
G2E Las Vegas: Casino-Riesen warnen vor unregulierten PrognosemärktenKI-GENERIERT

Auf der Global Gaming Expo in Las Vegas kritisieren die Chefs von MGM, Wynn und Caesars den Aufstieg von Prognosemärkten wie Kalshi, die Milliarden umsetzen, ohne Steuern zu zahlen.

Die Global Gaming Expo (G2E) in Las Vegas hat in diesem Jahr eine klare Botschaft an die globale Glücksspielwelt gesendet. Die Spitzenvertreter der größten Casino-Konzerne machten deutlich, dass das klassische Mekka des Glücksspiels zwar seine alte Stärke zurückgewonnen hat, sich jedoch neuen, digitalen Bedrohungen gegenübersieht. Craig Billings von Wynn Resorts, Bill Hornbuckle von MGM Resorts International und Tom Reeg von Caesars Entertainment betonten auf der Hauptbühne, dass Las Vegas nach wie vor das Epizentrum der Branche ist, auch wenn die Herausforderungen komplexer werden.

Tom Reeg erklärte, dass die Branche nach einer turbulenten Zeit nach der Pandemie, die durch eine Blase in regionalen und touristischen Märkten geprägt war, nun zu einer normalen Saisonalität zurückgekehrt ist. Trotz jarrender Momente, in denen die Auslastung bei 98 Prozent lag, habe sich der Rhythmus nun wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie eingependelt. Doch während sich die physischen Casinos stabilisieren, sorgt ein neues Phänomen für heftige Diskussionen: Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket.

Zahlen und Fakten

Die wirtschaftliche Bedeutung der regulierten US-Glücksspielindustrie ist immens. Bill Miller, Präsident und CEO der American Gaming Association (AGA), untermauerte dies in seiner Keynote-Redaktion mit beeindruckenden Zahlen. Die Branche unterstützt 1,8 Millionen Arbeitsplätze, zahlt 53 Milliarden US-Dollar an Steuern für Schulen und Infrastruktur und generiert ein Wirtschaftswachstum von 329 Milliarden US-Dollar. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Prognosemärkte. Laut Miller hat allein der Anbieter Kalshi mehr als 190 Milliarden US-Dollar an Sportwetten umgesetzt, dabei aber null Dollar an Steuern gezahlt.

„Wir kommen durch die Vordertür. Wir befolgen staatliche Gesetze. Wir respektieren Regulierungen. Wir ehren die Souveränität der Stämme. Wir zahlen Steuern. Wir setzen uns für verantwortungsbewusstes Spielen ein. Und wir bauen Möglichkeiten für langfristigen Wohlstand auf.“ - Bill Miller, Präsident und CEO der American Gaming Association (AGA)

Besonders kritisch wird gesehen, dass diese Plattformen gezielt 18- bis 21-Jährige ansprechen. Ihnen wird suggeriert, dass Wetten auf Wahlergebnisse oder Sportereignisse eine legitime Investitionsstrategie seien, vergleichbar mit dem Aktienmarkt. Miller bezeichnete die Betreiber spöttisch als Typen in Kaschmir-Hoodies aus Brooklyn, die lediglich eine Armee von Anwälten beschäftigen, um ihre rechtlichen Probleme zu lösen, anstatt echte Arbeitsplätze zu schaffen.

Hintergrund

Die Ablehnung der großen Casinobetreiber gegenüber diesen neuen Märkten ist nicht nur ideologisch, sondern auch strategisch begründet. Bill Hornbuckle von MGM verriet, dass sein Unternehmen angesprochen wurde, in den Prognosemarkt einzusteigen. MGM lehnte jedoch ab, da dies die wertvollen Glücksspiellizenzen in Nevada, Japan und Macau gefährden könnte. Es gebe Prinzipien, an die man sich halten müsse. Es sei obszön, dass in Gebieten wie Utah, wo die Kultur nichts mit Glücksspiel zu tun haben wolle, 18-Jährige wetten könnten.

„Was ich befürchte, ist, dass in dieser Zwischenzeit aufgrund des Mangels an Regulierung und Aufsicht etwas Schreckliches passieren wird, das uns alle beschmutzen wird, egal ob wir in den regulierten Märkten oder in Prognosen tätig sind.“ - Tom Reeg, CEO von Caesars Entertainment

Craig Billings von Wynn Resorts ergänzte, dass man zwar keine politische Position einnehme, da man keine direkte Beteiligung an diesen Märkten habe, aber die indirekten Auswirkungen über die Zeit spürbar seien. Die Debatte wird voraussichtlich vor dem Obersten Gerichtshof enden, da die Anbieter von Prognosemärkten bereits zahlreiche Gerichtsverfahren verloren haben.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist diese Debatte eine Mahnung zur Vorsicht. In Deutschland ist der Markt durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng reglementiert. Wer bei Anbietern spielt, die keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen, begibt sich in ein ähnliches rechtliches Graufeld wie die Nutzer von Prognosemärkten in den USA. In Deutschland sorgen das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten für einen hohen Spielerschutz. Diese Regeln existieren bei unregulierten Anbietern nicht, was das Risiko für Spielsucht und finanziellen Verlust massiv erhöht.

Das LUGAS-System stellt zudem sicher, dass Spieler nicht gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv sein können. Wer Plattformen nutzt, die wie Kalshi oder Polymarket ohne deutsche Lizenz agieren, hat keinerlei Rechtssicherheit bei der Auszahlung von Gewinnen. In Deutschland dürfen nur Anbieter auf der offiziellen GGL-Whitelist beworben und genutzt werden, um sicherzustellen, dass Steuern gezahlt werden und der Spielerschutz gewährleistet bleibt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Lizenzierte deutsche Online-Casinos stehen im direkten Wettbewerb mit dem Schwarzmarkt. Die aktuelle Diskussion in Las Vegas zeigt, dass dieses Problem global existiert. GGL-lizenzierte Anbieter müssen hohe Hürden bei der Sicherheit und Transparenz nehmen, während illegale Konkurrenten ohne diese Lasten agieren. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer konsequenten Verfolgung illegaler Angebote durch die Behörden. Nur wenn der legale Markt geschützt wird, können faire Bedingungen herrschen, die langfristig sowohl den Unternehmen als auch den Spielern zugutekommen.

Häufige Fragen

Was sind Prognosemärkte und warum sind sie umstritten?

Prognosemärkte erlauben Wetten auf zukünftige Ereignisse wie Wahlen oder Wirtschaftsentwicklungen. Sie sind umstritten, weil sie oft ohne Glücksspiellizenzen agieren, keine Steuern zahlen und kritische Schutzmaßnahmen für Jugendliche umgehen.

Wie viel Umsatz machen Anbieter wie Kalshi?

Laut Aussagen von Bill Miller auf der G2E hat der Anbieter Kalshi allein über 190 Milliarden US-Dollar mit Sportwetten umgesetzt. Trotz dieser enormen Summen fließen keine Steuergelder an den Staat zurück.

Warum steigen große Casino-Konzerne wie MGM nicht in dieses Geschäft ein?

Unternehmen wie MGM fürchten um ihre bestehenden Lizenzen in hochregulierten Märkten wie Nevada oder Japan. Zudem kritisieren sie den Mangel an Prinzipien und den fehlenden Spielerschutz bei diesen Anbietern.

Was ist der Unterschied zwischen reguliertem Glücksspiel und Prognosemärkten?

Regulierte Anbieter halten sich an staatliche Gesetze, zahlen Steuern und schaffen Millionen von Arbeitsplätzen. Prognosemärkte nutzen laut AGA rechtliche Hintertüren, um Steuern und Aufsicht zu vermeiden.

Welche Bedeutung hat Las Vegas heute noch für die Branche?

Die CEOs von Wynn, MGM und Caesars betonten auf der G2E, dass Las Vegas weiterhin das globale Zentrum ist. Die Besucherzahlen und Rhythmen haben sich nach der Pandemie wieder auf ein stabiles Niveau eingependelt.

Warum sollten deutsche Spieler nur bei lizenzierten Anbietern spielen?

Nur Anbieter auf der GGL-Whitelist garantieren die Einhaltung des GlüStV 2021, inklusive Einsatzlimits und Spielerschutz. Bei unregulierten Plattformen gibt es keine rechtliche Sicherheit für Auszahlungen oder den Schutz vor Spielsucht.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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