Glücksspiel-Monopol in Gabun: Intransparenz und neue Gebühren werfen Fragen auf
KI-GENERIERTIn Gabun wächst die Kritik an der staatlichen Glücksspielbehörde GDJ. Nach dem Entzug privater Lizenzen am 7. April 2026 bleibt unklar, wer künftig online wetten darf.
In Gabun herrscht derzeit große Verwirrung auf dem Glücksspielmarkt. Die staatliche Gesellschaft Gabon des Jeux (GDJ) hat das Zepter übernommen, doch Transparenz scheint Mangelware zu sein. Seit dem 7. April 2026 sind sämtliche bisherigen Genehmigungen und Lizenzen für Online-Wetten offiziell ungültig. Die Regierung des zentralafrikanischen Landes, das etwa 2,65 Millionen Einwohner zählt, hat sich für eine radikale Neuausrichtung entschieden. Weg von einem rein deklaratorischen System, hin zu einer strengen staatlichen Kontrolle. Doch wer nun wirklich legal Wetten anbieten darf, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis der Behörden.
Die GDJ hatte im Februar dazu aufgerufen, Interesse an neuen Lizenzen zu bekunden. Die Frist verstrich am 2. März, und das Versprechen war groß: Ein fairer und strenger Auswahlprozess sollte sicherstellen, dass nur technisch und finanziell fähige Betreiber den Markt betreten. Mehr als sieben Monate später gibt es jedoch kein offizielles Ergebnis. Weder Namen von Firmen noch Details zu den geforderten Gebühren oder Gewinnbeteiligungen wurden veröffentlicht. Diese Stille sorgt für Unmut, da nicht ersichtlich ist, ob bestimmte Unternehmen bereits hinter verschlossenen Türen operieren oder ob das gesamte System stillsteht.
Zahlen und Fakten
Die rechtliche Grundlage für diesen Umbruch bildet die Verordnung 0012/PR/2020 aus dem Jahr 2021. Ursprünglich war ein Kontingent von fünf Online-Betreibern für drei Jahre vorgesehen. Mit den neuen Verordnungen 0010/PR/2025 und 0011/PR/2025 vom 30. Dezember wurde die alte Glücksspielkommission jedoch aufgelöst und durch die GDJ ersetzt. Diese fungiert nun als staatliches Unternehmen, das gleichzeitig Spiele organisiert, betreibt und die privaten Akteure überwacht. Diese Doppelrolle stößt bei Gesetzgebern auf Skepsis, da eine Trennung von kommerziellen Interessen und Aufsichtspflichten kaum gewährleistet scheint.
Ein weiterer Streitpunkt ist die Abwicklung der Zahlungsströme. Schon im Mai 2025 wurde berichtet, dass das Unternehmen eTech SAS den Auftrag zur Zentralisierung der Finanzflüsse erhielt, offenbar ohne Ausschreibung. Mittlerweile ist von einer Vereinbarung mit Paymetrust aus dem Juni 2026 die Rede, um mobile Zahlungen und Banktransaktionen zu überwachen. Das Ziel ist klar: Die Regierung will die volle Kontrolle über das Geld. Bisher zahlten Betreiber lediglich 8 Prozent Steuern auf Basis eigener Erklärungen. Das Finanzgesetz für 2026 prognostiziert Einnahmen von 1,24 Milliarden CFA-Francs (etwa 2,1 Millionen US-Dollar) aus der Glücksspielsteuer.
Hintergrund
Der politische Wandel in Gabun spielt eine entscheidende Rolle bei diesen Reformen. Nach dem Putsch im August 2023 unter General Brice Oligui Ngüma weht ein neuer Wind in der Hauptstadt Libreville. Die Neuausrichtung des Glücksspiels wird als Teil einer nationalen Souveränitätsstrategie verkauft. Es geht darum, Sektoren zurückzugewinnen, die zuvor unzureichend kontrolliert wurden. Der ehemalige Innenminister betonte die Notwendigkeit einer vollständigen Rückverfolgbarkeit der Finanzströme, die dem Staat bisher entgangen seien.
„Die Reform ist eine souveräne Wahl, geleitet von der Dringlichkeit einer vollständigen Wiederaneignung dieses Sektors.“ - Adrien Ngüma Mba, ehemaliger Innenminister von Gabun
Geplant sind zudem rund 2.000 Verkaufsstellen in den neun Provinzen des Landes. Doch während die staatliche Infrastruktur wächst, klagen private Anbieter über explodierende Kosten. Branchenberichte sprechen von monatlichen Abzügen in Höhe von 30 Prozent des Umsatzes. Hinzu kommen technische Hürden bei der Auszahlung von Gewinnen und Schwierigkeiten bei der Kontenabstimmung. Das staatliche Monopol scheint seine Macht voll auszuspielen, während die versprochene Fairness auf der Strecke bleibt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland haben die Entwicklungen in Gabun eine warnende Signalwirkung. Sie zeigen, wie instabil Märkte sein können, die nicht auf klaren, transparenten Regeln basieren. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt. Wer hierzulande sicher spielen möchte, muss sich zwingend an die GGL-Whitelist halten. Nur dort gelistete Anbieter verfügen über eine deutsche Lizenz und unterliegen der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Gabun zeigt im negativen Sinne, was passiert, wenn Aufsicht und Eigeninteresse des Staates verschwimmen.
Deutsche Spieler profitieren von strengen Schutzmaßnahmen wie dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und dem Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Zudem sorgt das LUGAS-System für eine Überwachung der Limits, was in Gabun derzeit durch intransparente Drittfirmen wie Paymetrust versucht wird, dort jedoch ohne den Fokus auf den Spielerschutz. Wer bei einem MGA- oder Curacao-Casino spielt, setzt sich ähnlichen Risiken aus wie die Nutzer in Gabun: mangelnde Rechtssicherheit und unklare Abwicklung von Gewinnen. Nur die deutsche Lizenz bietet den Schutz, den man von einem regulierten Markt erwartet.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizenzierte deutsche Anbieter können aus der Situation in Gabun lernen, dass Planungssicherheit das höchste Gut ist. Während in Gabun Lizenzen quasi über Nacht für ungültig erklärt wurden (Stichtag 7. April 2026), bietet der deutsche Rahmen durch den GlüStV 2021 eine verlässliche Basis. Deutsche Unternehmen müssen zwar hohe Steuern und strenge Auflagen wie die Anbindung an OASIS erfüllen, doch im Gegenzug erhalten sie einen rechtssicheren Zugang zum Markt. Die Intransparenz in Gabun, wo Gebühren und Auswahlkriterien im Dunkeln liegen, verdeutlicht, wie wichtig die öffentliche Whitelist der GGL für den Wettbewerb ist.
Häufige Fragen
Welche Lizenzen sind in Gabun derzeit gültig?
Seit dem 7. April 2026 sind alle alten Lizenzen und Genehmigungen für Online-Wetten in Gabun offiziell ungültig. Die neue staatliche Behörde GDJ hat bisher keine Liste von neu zugelassenen privaten Betreibern veröffentlicht, obwohl Bewerbungsfristen bereits im März verstrichen sind.
Wer kontrolliert die Zahlungen bei Online-Wetten in Gabun?
Die Kontrolle der Finanzströme wurde Berichten zufolge an Firmen wie eTech SAS und Paymetrust übertragen. Ziel des Staates ist eine lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Gelder, wobei Kritiker bemängeln, dass diese Aufträge ohne öffentliche Ausschreibung vergeben wurden.
Wie hoch sind die geplanten Einnahmen des Staates durch Glücksspiel?
Für das Jahr 2026 prognostiziert das Finanzgesetz in Gabun Einnahmen in Höhe von 1,24 Milliarden CFA-Francs, was etwa 2,1 Millionen US-Dollar entspricht. Private Betreiber klagen jedoch über hohe Kosten und monatliche Abzüge von bis zu 30 Prozent des Umsatzes.
Wie sicher ist das Glücksspiel in Gabun im Vergleich zu Deutschland?
In Gabun herrscht derzeit große Intransparenz über zugelassene Anbieter und die Sicherheit der Auszahlungen, während Deutschland durch den GlüStV 2021 und die GGL-Whitelist klare Regeln bietet. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, um von Schutzmaßnahmen wie Einsatzlimits und der OASIS-Sperrdatei zu profitieren.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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