Griechenland verteidigt höhere Casino-Steuern nach deutlichem Umsatzplus
KI-GENERIERTDie griechische Regierung meldet Rekordeinnahmen durch die Erhöhung der Online-Glücksspielsteuer. Allein im Juli und August 2026 stiegen die Steuereinnahmen auf 91,3 Millionen Euro.
Die griechische Regierung zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik an der jüngsten Steuerreform im Glücksspielsektor. Finanzminister Kyriakos Pierrakakis und sein Stellvertreter Thanos Petralias verteidigen die zum 1. Juli 2026 eingeführten höheren Steuersätze für Online-Casino- und Pokergewinne. Die neuen Daten geben den Verantwortlichen vorerst recht, da die staatlichen Einnahmen massiv nach oben geschnellt sind. Das Ziel der Massnahme ist klar definiert. Es geht um die Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen und die Stärkung des Kampfes gegen das illegale Glücksspiel, das in Griechenland weiterhin ein Problem darstellt.
Wävrend die Steuern steigen, wächst der Markt für Online-Angebote unaufhaltsam weiter. In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 erreichte der Bruttospielertrag (GGR) im Online-Bereich stolze 853,6 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 13,1 Prozent entspricht. Diese Dynamik nutzt der griechische Staat nun, um seinen Anteil am Kuchen zu vergrössern. Die Regierung betont, dass die höhere Belastung für Spieler notwendig sei, um die Infrastruktur des Landes zu stützen, während gleichzeitig die Aufsichtsbehörde EEEP massiv aufrüstet, um Influencer und illegale Netzwerke aus dem Markt zu drängen.
Zahlen und Fakten
Die statistischen Auswertungen der Hellenic Gaming Commission (EEEP) für den Zeitraum von Januar bis August 2026 zeigen ein deutliches Bild. Die von den Gewinnen der Spieler einbehaltenen Steuern beliefen sich auf 369,4 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem 290,2 Millionen Euro eingenommen wurden, entspricht dies einer Steigerung von 27,3 Prozent. Besonders extrem war der Sprung in den ersten zwei Monaten nach der Reform. Im Juli und August 2026 betrugen die Steuereinnahmen 91,3 Millionen Euro, was einem Plus von 73,1 Prozent gegenüber den gleichen Monaten im Jahr 2025 entspricht.
Finanzminister Pierrakakis schätzt, dass die Reform jährlich etwa 100 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen generieren wird. Das neue Modell sieht vor, dass Gewinne bis 100 Euro pro Sitzung steuerfrei bleiben. Danach greift jedoch die Progression. Gewinne zwischen 100 und 500 Euro werden mit 20 Prozent besteuert, zuvor waren es 15 Prozent. Wer mehr als 500 Euro gewinnt, muss nun 30 Prozent an den Staat abgeben, statt der bisherigen 20 Prozent.
Hintergrund
Der Widerstand gegen diese Steuererhöhung speist sich vor allem aus der Sorge, dass Spieler in den unregulierten Schwarzmarkt abwandern könnten. Vize-Finanzminister Thanos Petralias widerspricht dem jedoch entschieden. Er gab an, dass die offiziellen Prognosen mögliche Verhaltensänderungen bereits berücksichtigt hätten und auf umfangreichen Betreiberdaten basieren. Zudem wies er auf die verschärften Durchsetzungsmassnahmen hin, die zeitgleich umgesetzt werden.
„Die höheren Steuersätze auf Online-Casino- und Pokergewinne werden helfen, öffentliche Dienste zu finanzieren.“ - Kyriakos Pierrakakis, Finanzminister von Griechenland
Um den Schwarzmarkt einzudämmen, hat die EEEP im Oktober Strafanzeigen gegen 18 Influencer erstattet, die für illegale Glücksspielseiten geworben haben sollen. Die Behörde sucht zudem 40 neue Mitarbeiter, darunter IT-Spezialisten für die Inspektionskorps. Die Sanktionen für illegale Glücksspielangebote sind drastisch. Administrative Strafen können bis zu 2 Millionen Euro pro Verstoß erreichen, und in schweren Fällen drohen Gefängnisstrafen von mindestens 10 Jahren. Dies zeigt, dass Griechenland einen sehr harten Kurs gegen unlizenzierte Anbieter aus Regionen wie Curacao oder Malta fährt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in Griechenland ein interessanter Vergleichswert zum hiesigen Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Während Griechenland die Gewinne der Spieler direkt besteuert, setzt Deutschland auf eine Spieleinsatzsteuer von 5,03 Prozent auf jeden einzelnen Spin an Online-Slots. Dies führt in Deutschland oft zu niedrigeren Auszahlungsquoten (RTP) bei den legalen Anbietern auf der GGL-Whitelist. In beiden Ländern ist das Ziel jedoch identisch: Die Kanalisierung der Spieler in den legalen Markt bei gleichzeitiger Maximierung der Steuereinnahmen.
In Deutschland müssen Spieler strikte Limits beachten, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde. Die griechischen Steuererhöhungen könnten langfristig auch Auswirkungen auf die Attraktivität grenzüberschreitender Anbieter haben. Deutsche Urlauber, die in Griechenland online spielen, sollten wissen, dass dort die lokalen Steuergesetze für die Auszahlung gelten können. Der Schutz durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) greift nur bei Anbietern, die eine deutsche Lizenz besitzen und somit die strengen Spielerschutzvorgaben einhalten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Anbieter mit einer GGL-Lizenz verdeutlicht das griechische Beispiel, dass staatliche Regulierungsbehörden weltweit bereit sind, die Steuerschraube anzuziehen, wenn der Markt wächst. Der Online-GGR-Anstieg in Griechenland auf 853,6 Millionen Euro zeigt die enorme Wirtschaftskraft des Sektors. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland müssen sich darauf einstellen, dass auch hierzulande Diskussionen über Steuererhöhungen entstehen könnten, wenn die Haushaltslage der Bundesländer schwieriger wird. Die Branche muss daher beweisen, dass sie durch die Einhaltung der GlüStV-Regeln einen Mehrwert bietet, der höhere Kosten rechtfertigt.
Häufige Fragen
Wie werden Gewinne in griechischen Online-Casinos besteuert?
Gewinne bis 100 Euro pro Sitzung sind steuerfrei. Zwischen 100 und 500 Euro fällt eine Steuer von 20 Prozent an, darüber hinaus werden 30 Prozent Steuern einbehalten.
Wie viel Steuergeld hat Griechenland 2026 bereits eingenommen?
In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 wurden 369,4 Millionen Euro an Spielersteuern einbehalten. Dies ist ein Anstieg von 27,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Welche Strafen drohen bei illegalem Glücksspiel in Griechenland?
Verstösse können mit Geldstrafen von bis zu 2 Millionen Euro geahndet werden. Zudem sind bei schweren Delikten Gefängnisstrafen von mindestens 10 Jahren möglich.
Werden auch Influencer für illegale Werbung bestraft?
Ja, die griechischen Behörden haben bereits gegen 18 Influencer Strafanzeigen erstattet. Die Reformen richten sich gezielt gegen Affiliates und Netzwerke, die unlizenzierte Casinos bewerben.
Gilt diese Steuerregelung auch für Spieler in Deutschland?
Nein, in Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021, der eine Einsatzsteuer vorsieht, statt Gewinne direkt zu besteuern. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern mit GGL-Lizenz spielen, um rechtlich abgesichert zu sein.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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