Irlands Budget 2027: Wettsteuer bleibt bei 2 Prozent trotz Rekordförderung
KI-GENERIERTIrland verzichtet im neuen Haushalt auf eine Erhöhung der Wettsteuer. Gleichzeitig steigt die staatliche Förderung für den Pferdesport auf 81,6 Millionen Euro für das Jahr 2027.
Die irische Regierung hat eine Entscheidung getroffen, die in der Glücksspielbranche für ein kurzes Durchatmen sorgt. Im neuen Haushaltsplan für das kommende Jahr bleibt die Wettsteuer auf dem aktuellen Niveau von 2 Prozent. Während in anderen europäischen Ländern oft über drastische Steuererhöhungen zur Haushaltskonsolidierung nachgedacht wird, zeigt sich Dublin hier beständig. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der besonders der stationäre Handel in Irland massiv unter Druck steht. Viele Betreiber kämpfen mit den Folgen der Verdopplung der Steuerlast im Jahr 2019, als der Satz von 1 auf 2 Prozent angehoben wurde.
Parallel zur steuerlichen Stabilität fließen enorme Summen in den Sport. Der Pferdesportsektor kann sich im Jahr 2027 auf eine deutlich höhere staatliche Unterstützung freuen. Der nationale Verband Horse Racing Ireland (HRI) erhält eine Zuweisung, die auf über 80 Millionen Euro ansteigt. Dies ist Teil eines größeren Plans, den sogenannten Horse and Greyhound Fund aufzustocken. Die Regierung sieht darin eine notwendige Investition in die ländliche Wirtschaft und die Integrität des Sports, auch wenn die Branche selbst noch höhere Forderungen gestellt hatte.
Zahlen und Fakten
Die konkreten Zahlen im Haushalt zeigen eine klare Priorisierung. Die Mittel für Horse Racing Ireland steigen von 79,3 Millionen Euro auf insgesamt 81,6 Millionen Euro an. Dies entspricht einem Anteil von 80 Prozent am gesamten Horse and Greyhound Fund, der für das Jahr 2027 auf 102 Millionen Euro festgesetzt wurde. Die verbleibenden 20,4 Millionen Euro gehen an den Bereich Windhundrennen. Martin Heydon, Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Marine, betonte, dass die zusätzlichen 2,9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gezielt für Tierschutzmaßnahmen und Integritätsprogramme eingesetzt werden sollen. HRI plant mit diesem Budget insgesamt 396 Renntage für das Jahr 2027.
Interessant ist der Blick auf die Einzelhandelslandschaft. Seit 2008 ist die Zahl der Wettbüros in Irland von 1.385 auf nur noch 643 heute gesunken. Das entspricht einem Rückgang von über 50 Prozent. Die Irish Bookmakers Association (IBA) weist darauf hin, dass durch diese Schließungen bereits rund 1.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Allein der Riese Paddy Power plant, bis zum Ende des laufenden Jahres 100 Filialen zu schließen, wovon knapp die Hälfte in Irland liegt.
Hintergrund
Die Sorge der Branche ist trotz der stabilen Wettsteuer groß. Der Grund liegt in der neu geschaffenen Gambling Regulatory Authority of Ireland. Diese Behörde plant die Einführung einer neuen Abgabe für soziale Auswirkungen (social impact fund levy), die voraussichtlich im nächsten Jahr in Kraft tritt. Die genaue Höhe dieser Abgabe ist noch unklar, was zu Unsicherheit führt. Sharon Byrne, die Vorsitzende der IBA, warnte vor der kumulierten finanziellen Belastung durch Lizenzgebühren und die neue Umlage.
„Die Betreiber sehen sich bereits mit Unsicherheit über die Höhe der neuen Abgabe konfrontiert. Zudem werden die Lizenzierungskosten durch den neuen Regulator eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen, während die Schließungen im Einzelhandel anhalten.“ - Sharon Byrne, Vorsitzende der Irish Bookmakers Association
Die Regierung hält dennoch am Kurs fest, den Sport direkt zu subventionieren. Die 81,6 Millionen Euro für HRI liegen zwar unter dem strategischen Ziel des Verbandes von 88 Millionen Euro, markieren aber dennoch einen signifikanten Anstieg. Das Ziel ist es, Irland als weltweit führenden Standort für Pferdezucht und Rennsport zu sichern, während die Wettanbieter als primäre Finanzierungsquelle dieses Systems dienen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler zeigt das Beispiel Irland, wie unterschiedlich Regulierungsmodelle in der EU aussehen können. Während Irland eine Umsatzsteuer von 2 Prozent auf Sportwetten erhebt, liegt die deutsche Rennwett- und Lotteriesteuer seit 2021 bei 5,3 Prozent auf jeden Einsatz. In Deutschland ist der Markt durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strenger reglementiert. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Anbieter wettet, profitiert von einem klaren Spielerschutzrahmen, muss aber auch mit dem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System rechnen. Im Gegensatz zu den irischen Plänen einer noch unbestimmten Sozialabgabe sind die Kosten für deutsche Betreiber bereits durch die Steuer und die hohen technischen Auflagen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) fest definiert.
Was das für GGL-Casinos heißt
Anbieter mit einer GGL-Lizenz in Deutschland blicken oft neidisch auf die vergleichsweise niedrigen Steuersätze in Ländern wie Irland. Die steuerliche Belastung ist ein entscheidender Faktor für die Quotenattraktivität. Wenn die Kosten in Irland durch neue Abgaben steigen, sinkt dort eventuell der Spielraum für Bonusangebote, ähnlich wie es in Deutschland durch die 5,3-prozentige Steuer bereits der Fall ist. Deutsche Lizenznehmer müssen zudem strikt auf das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automaten achten, eine Regelung, die es in dieser Form in Irland nicht gibt. Die Stabilität der irischen Wettsteuer könnte kurzfristig verhindern, dass noch mehr Spieler in den unregulierten Schwarzmarkt abwandern, ein Problem, das die GGL in Deutschland durch aktive Kanalisierung bekämpft.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Wettsteuer in Irland im Jahr 2027?
Die Wettsteuer bleibt unverändert bei 2 Prozent des Umsatzes. Die Regierung entschied sich gegen eine Erhöhung, um den stationären Sektor zu entlasten.
Wie viel Geld erhält der irische Pferdesport?
Horse Racing Ireland bekommt für das Jahr 2027 eine staatliche Förderung von 81,6 Millionen Euro. Das sind 80 Prozent des gesamten Horse and Greyhound Fund von 102 Millionen Euro.
Wie viele Wettbüros gibt es noch in Irland?
Die Zahl ist massiv gesunken, von 1.385 im Jahr 2008 auf aktuell nur noch 643 Filialen. Paddy Power plant zudem die Schließung weiterer Standorte bis Ende des Jahres.
Welche neue Abgabe droht den irischen Buchmachern?
Die neue Glücksspielbehörde plant eine Abgabe für soziale Auswirkungen (Social Impact Fund Levy). Diese soll voraussichtlich ab 2027 erhoben werden, wobei die genaue Höhe noch nicht feststeht.
Dürfen deutsche Spieler bei irischen Anbietern wetten?
Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern wetten, die eine Lizenz der GGL besitzen und auf der offiziellen Whitelist stehen. Irische Anbieter ohne deutsche Lizenz erfüllen nicht die strengen Anforderungen des GlüStV 2021 zum Spielerschutz und zur Steuerabfuhr.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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