Irland-Studie enthüllt: Boni treiben Spielausgaben massiv in die Höhe
KI-GENERIERTEine neue Untersuchung des ESRI zeigt, dass irische Spieler durch Bonusangebote bis zu 11 % mehr ausgeben. Jeder zehnte Online-Nutzer besitzt zudem mehr als vier Konten.
In Irland werfen neue wissenschaftliche Erkenntnisse ein Schlaglicht auf die oft unterschätzten Mechanismen des Online-Glücksspiels. Eine umfassende Studie des Economic and Social Research Institute (ESRI), die unter 1.000 Teilnehmern durchgeführt wurde, zeichnet ein präzises Bild davon, wie irische Bürger digitale Wettangebote nutzen. Die Ergebnisse kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, da die irische Glücksspielbehörde, die Gambling Regulatory Authority of Ireland (GRAI), gerade dabei ist, ihre Funktionen als Lizenz- und Aufsichtsorgan vollumfänglich auszugestalten. Die Daten zeigen deutlich, dass besonders die Vermischung verschiedener Spielformen und die Flut an digitalen Benachrichtigungen das Risiko für problematisches Verhalten erhöhen.
Besonders auffällig ist die hohe Fragmentierung des Spielmarktes auf Ebene der einzelnen Nutzer. Laut der Untersuchung besitzt einer von zehn Spielern mehr als vier verschiedene Wettkonten. Diese Tendenz zur Mehrfachnutzung erschwert nicht nur die Selbstkontrolle, sondern auch die Überwachung durch die Betreiber. Zudem offenbart die Studie eine gefährliche Dynamik bei Sportwettern: Fast vier von zehn Personen, die ursprünglich ein Konto für Pferde- oder Sportwetten eröffnet haben, wandern im Laufe der Zeit zu Online-Casinospielen oder digitalen Rubbellosen ab. Dieser Cross-Selling-Effekt wird von Experten kritisch gesehen, da Casinospiele oft eine höhere Ereignisfrequenz und damit ein größeres Suchtpotenzial aufweisen als klassische Sportwetten.
Zahlen und Fakten
Die statistischen Auswertungen der ESRI-Forscher belegen den massiven Einfluss von Marketing auf das Spielverhalten. Einer von sieben Spielern gab an, dass seine letzte Online-Session direkt durch eine Werbemaßnahme wie eine E-Mail, eine App-Benachrichtigung oder eine Werbeanzeige ausgelöst wurde. Etwa jeder fünfte Befragte erhält sogar täglich Push-Benachrichtigungen auf sein Smartphone. Dies führt dazu, dass Glücksspiel immer häufiger andere Lebensbereiche verdrängt. Jeder fünfte Online-Spieler gab zu, dass seine letzte Session eine andere Aktivität unterbrochen hat, wobei Arbeit und Familienzeit am häufigsten genannt wurden.
Ein weiterer besorgniserregender Befund betrifft die finanziellen Verluste. Während bei stationären Spielangeboten vor Ort 17 % der Teilnehmer angaben, in ihrer letzten Sitzung viel Geld verloren zu haben, stieg dieser Wert beim Online-Glücksspiel auf 26 %. Ergänzende Studien, die im Vorfeld der Euro 2024 mit 622 männlichen Teilnehmern unter 40 Jahren durchgeführt wurden, zeigen zudem, dass Boni und Gratiswetten die Ausgaben um etwa 11 % steigern. Dabei ist es fast egal, wie schlecht die eigentlichen Quoten sind. Spieler setzen bei sogenannten schlechten Wetten im Schnitt mehr als 2 Euro ein, wenn eine Gratiswette lockt, während ohne Anreiz weniger als 1,50 Euro investiert werden.
Hintergrund
Die GRAI nutzt diese Daten nun als wissenschaftliche Basis für kommende Verordnungen. Die Behörde sieht sich durch die Zahlen in ihrer Absicht bestätigt, strengere Hürden bei der Kontöröffnung und -schließung einzuführen. Auch die Möglichkeit für Spieler, klare Ausgabenlimits festzulegen, steht ganz oben auf der Agenda. Anne Marie Caulfield, die Geschäftsführerin der GRAI, betonte die Notwendigkeit dieser Maßnahmen angesichts der technologischen Entwicklung.
„Diese Untersuchung bestätigt die Notwendigkeit neuer Verpflichtungen, die lizenzierten Betreibern auferlegt werden, insbesondere in Bezug auf die Anforderungen zur Kontöröffnung und -schließung sowie die Möglichkeit, Ausgabenlimits und Werbebeschränkungen festzulegen.“ - Anne Marie Caulfield, CEO der GRAI
Die Politik signalisiert ebenfalls volle Unterstützung für diesen evidenzbasierten Ansatz. Jim O’Callaghan, Minister für Justiz, Inneres und Migration, erklärte, dass solche Forschungsergebnisse entscheidend seien, um einen regulatorischen Rahmen zu schaffen, der den gesundheitlichen und sozialen Bedürfnissen der Gemeinschaft gerecht wird. Ziel sei ein fairer und transparenter Markt, der nicht auf der Ausnutzung von Schwächen basiert.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind diese Ergebnisse eine Bestätigung der strengen Regeln, die bereits durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) etabliert wurden. In Deutschland ist die Werbung für Online-Glücksspiel bereits stark reglementiert, und die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht die Einhaltung dieser Regeln streng. Ein zentraler Aspekt des deutschen Modells ist das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das LUGAS-System kontrolliert wird. Dies verhindert genau das Szenario, das die irische Studie kritisiert: Dass Spieler über unzählige Konten den Überblick über ihre Gesamtausgaben verlieren. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten dient dem Schutz vor impulsiv hohen Verlusten, wie sie in der irischen Studie für Online-Nutzer berichtet wurden.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer GGL-Lizenz müssen in Deutschland bereits heute Anforderungen erfüllen, die in Irland erst jetzt diskutiert werden. Dazu gehören effektive Kontrollen bei der Registrierung und die Anbindung an das Sperrsystem OASIS. Die Erkenntnis aus Irland, dass Boni besonders gefährdete Spieler zu höheren Einsätzen verleiten, deckt sich mit der restriktiven deutschen Haltung zu Bonusbedingungen. Betreiber in Deutschland dürfen Boni nicht als übermäßigen Anreiz nutzen, der zu unvernünftigem Spielverhalten verleitet. Die Transparenzpflichten und die Notwendigkeit, Spielern jederzeit den Zugriff auf ihre Kontodaten und Limits zu ermöglichen, sind in deutschen Whitelist-Casinos bereits Standard, um den von der ESRI beobachteten negativen Auswirkungen vorzubeugen.
Häufige Fragen
Wie beeinflussen Bonusangebote laut der ESRI-Studie das Spielverhalten?
Bonusangebote wie Freiwetten führen dazu, dass Spieler im Durchschnitt 11 % mehr Geld einsetzen als ohne solche Anreize. Besonders problematisch ist dies bei Spielern, die bereits Anzeichen für Spielsucht zeigen, da diese überproportional stark auf Werbeanreize reagieren.
Wie viele Online-Konten nutzen irische Spieler durchschnittlich?
Laut der Untersuchung besitzt etwa jeder zehnte Spieler mehr als vier verschiedene Online-Konten gleichzeitig. Die Regulierungsbehörde GRAI sieht darin eine große Herausforderung für den Spielerschutz und plant deshalb strengere Kontrollmechanismen für die Kontoverwaltung.
Welche Auswirkungen hat Online-Glücksspiel auf den Alltag der Befragten?
Jeder fünfte Online-Spieler berichtete, dass eine Spielsession wichtige Alltagsaktivitäten wie die Arbeit oder die Zeit mit der Familie unterbrochen hat. Zudem erhalten rund 20 % der Befragten täglich Push-Benachrichtigungen von Glücksspiel-Apps auf ihr Smartphone.
Unterscheiden sich die Verluste zwischen Online- und Präsenzspiel?
Ja, die Studie zeigt einen deutlichen Unterschied bei der Wahrnehmung hoher Verluste. Während 26 % der Online-Spieler angaben, bei ihrer letzten Sitzung viel Geld verloren zu haben, waren es bei Spielern in stationären Einrichtungen nur 17 %.
Sind diese Risiken auch für Spieler in Deutschland relevant?
In Deutschland ist das Risiko durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 deutlich geringer, da das LUGAS-System die monatlichen Einzahlungen anbieterübergreifend auf 1.000 Euro begrenzt. Zudem sorgen Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin und strenge Werberichtlinien der GGL dafür, dass impulsives Spielverhalten eingedämmt wird.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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