Italien plant Milliarden-Steuer: Harte Zeiten für Glücksspielanbieter ab 2027
KI-GENERIERTDie italienische Regierung unter Giorgia Meloni will durch neue Abgaben und Reformen im Glücksspielsektor bis zu 1 Milliarde Euro für den Haushalt 2027 generieren.
Die italienische Regierung bereitet sich auf einen harten Sparkurs und massive Einnahmensteigerungen vor. Das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF) hat dabei den Glücksspielsektor als eine der zentralen Säulen identifiziert, um die Staatskasse zu füllen. Insgesamt eine Milliarde Euro sollen allein aus diesem Bereich fließen, um die ehrgeizigen Ziele des Haushaltsgesetzes für das Jahr 2027 zu stützen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni steht unter erheblichem Druck, da Italien in einen neuen Wahlzyklus eintritt und gleichzeitig die strengen fiskalischen Vorgaben der Europäischen Kommission erfüllen muss. Die geplanten Maßnahmen betreffen sowohl den Online-Markt als auch das traditionelle Lottogeschäft und könnten die Marktstruktur in Südeuropa nachhaltig verändern.
Es geht nicht nur um einfache Steuererhöhungen, sondern um eine tiefgreifende Reform des gesamten Sektors. Das Finanzministerium plant, neue technische Standards und Auditing-Verfahren einzuführen, um die Transparenz und den Geldfluss bei Online-Glücksspielanbietern besser zu kontrollieren. Insbesondere die Art und Weise, wie Gewinne und Auszahlungen verbucht werden, soll einer strengeren Prüfung unterzogen werden. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer bereits laufenden Umstellung des Lizenzsystems, bei dem seit November 2025 eine jährliche Gebühr von sieben Millionen Euro für Online-Lizenzen fällig wird. Die Regierung macht deutlich, dass die Glücksspielbranche ihren Teil zur Bewältigung der nationalen Finanzkrise beitragen muss, während gleichzeitig Ausgaben für Energie und Verteidigung massiv steigen.
Zahlen und Fakten
Das finanzielle Volumen der geplanten Maßnahmen ist beachtlich. Das MEF zielt auf eine Summe von einer Milliarde Euro ab, die im Zeitraum 2027 und 2028 generiert werden soll. Dies ist Teil eines größeren Pakets, durch das die Regierung insgesamt zwischen sieben und acht Milliarden Euro von verschiedenen Wirtschaftszweigen einfordern will. Neben den Glücksspielanbietern stehen vor allem Banken, Versicherungen und Energieunternehmen im Fokus. Ein entscheidender Faktor könnte die vorzeitige Neuvergabe der Konzession für Rubbellose und Sofortgewinne sein. Die aktuelle Lizenz, die von dem Joint Venture Lotterie Nazionali (bestehend aus Brightstar Lottery, Scientific Games, Arianna und Allwyn) gehalten wird, läuft eigentlich erst 2028 aus. Das Ministerium prüft nun, die Ausschreibung auf 2027 vorzuziehen, um eine Vorabzahlung von rund einer Milliarde Euro zu sichern.
„Jeder, der kann, wird einen Beitrag leisten.“ - Giancarlo Giorgetti, Wirtschafts- und Finanzminister Italiens
Diese klare Ansage von Minister Giorgetti unterstreicht die Entschlossenheit der Regierung. Trotz der „dunklen Wolken am Horizont“, wie er die wirtschaftliche Lage beschreibt, bleibt das Ziel einer Haushaltsabweichung von 29 Milliarden Euro über zwei Jahre für Verteidigung und Energie bestehen. Die Verhandlungen mit Brüssel über die Flexibilität des Budgets werden den endgültigen Spielraum bestimmen, doch die Belastung für die Glücksspielbetreiber scheint gesetzt.
Hintergrund
Die politische Dimension dieser Entscheidung ist nicht zu unterschätzen. Die Partei Fratelli d’Italia von Giorgia Meloni möchte ihre Position innerhalb der konservativen Koalition stärken. Ein stabiler Haushalt ist dafür die Grundvoraussetzung. Die Zoll- und Monopolbehörde (ADM) bereitet derzeit die technischen Details für die neuen Audits vor. Dabei geht es vor allem darum, die Auswirkungen von Prüfungen auf die Spielerkonten zu analysieren. Anbieter müssen sich auf höhere Kosten für die Verlängerung bestehender Konzessionen einstellen. Bisher gibt es zwar noch keine finalen Sätze für die neuen Abgaben, aber der Zeitplan steht fest: Der Gesetzentwurf soll um den 28. Oktober die Abgeordnetenkammer erreichen. Dann wird sich zeigen, ob die geplanten Milliarden tatsächlich durch neue Steuern oder eher durch Lizenzgebühren eingetrieben werden.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler haben solche Entwicklungen im EU-Ausland oft indirekte Folgen. Italien gilt traditionell als Vorreiter bei der Regulierung und Besteuerung, an dem sich auch andere europäische Aufsichtsbehörden orientieren. Während in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits sehr strikte Regeln wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Slots vorschreibt, zeigt das italienische Beispiel, dass Regierungen das Glücksspiel zunehmend als verlässliche Einnahmequelle zur Haushaltskonsolidierung nutzen. Deutsche Spieler, die bei Anbietern mit Lizenzen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) aktiv sind, profitieren hierzulande von der Sicherheit des LUGAS-Systems. Sollten jedoch europaweit die Steuerlasten steigen, könnten Anbieter versucht sein, die Ausschüttungsquoten zu senken oder Bonusangebote zu verknappen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Unternehmen, die sowohl in Italien als auch in Deutschland lizenziert sind, geraten nun unter doppelten Druck. Die hohen Kosten für die italienische Lizenz von sieben Millionen Euro jährlich plus die geplanten Sonderabgaben schmälern die Margen erheblich. Für den deutschen Markt bedeutet dies, dass der Wettbewerb zwischen legalen GGL-Casinos und dem Schwarzmarkt weiter angefeuert wird. Wenn legale Anbieter durch hohe Steuern in mehreren EU-Ländern finanziell belastet werden, wird es für sie schwerer, attraktive Quoten gegen unlizenzierte Konkurrenten aus Curacao oder der MGA-Zone zu verteidigen. Die GGL muss daher darauf achten, dass die regulatorische Last in Deutschland nicht so hoch wird, dass Spieler in den unregulierten Raum abwandern, wo Spielerschutz und Steuerehrlichkeit keine Rolle spielen.
Häufige Fragen
Wie viel Geld will Italien zusätzlich durch Glücksspiel einnehmen?
Die italienische Regierung plant, für das Haushaltsjahr 2027 eine Summe von einer Milliarde Euro aus dem Glücksspielsektor zu generieren. Dies soll durch neue Audits, höhere Konzessionsgebühren und eine vorzeitige Ausschreibung der Rubbellos-Lizenzen erreicht werden.
Welche Unternehmen sind von der Rubbellos-Konzession betroffen?
Betroffen ist das Joint Venture Lotterie Nazionali. Dies besteht aus den Unternehmen Brightstar Lottery, Scientific Games, Arianna und Allwyn, deren aktuelle Lizenz regulär erst 2028 enden würde.
Werden auch Online-Glücksspielanbieter in Italien stärker belastet?
Ja, seit November 2025 gilt bereits eine jährliche Lizenzgebühr von sieben Millionen Euro. Zudem plant das Finanzministerium neue technische Standards und strengere Audits für Online-Konten, um die Einnahmen zu maximieren.
Wann wird über das neue Haushaltsgesetz in Italien entschieden?
Der Gesetzentwurf soll voraussichtlich um den 28. Oktober die italienische Abgeordnetenkammer erreichen. Erst dann werden die konkreten Steuersätze und Gebühren für die Branche feststehen.
Was bedeutet die italienische Steuererhöhung für Spieler in Deutschland?
In Deutschland bleibt der GlüStV 2021 mit seinen Einsatz- und Einzahlungslimits sowie der GGL-Aufsicht maßgeblich. Italienische Steuerpläne könnten jedoch dazu führen, dass international agierende Anbieter ihre Bonusprogramme anpassen oder Quoten senken, um die steigenden Kosten in Europa auszugleichen.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTKI-Sportwetten: Werbeverbot für AI Scorecast wegen irreführender 97 Prozent Genauigkeit
Die britische Werbeaufsicht ASA verbietet eine Facebook-Werbung von HRY Games. Die App AI Scorecast versprach eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 97% durch künstliche Intelligenz.
KI-GENERIERTNFL-Draft-Krimi: US-Regulierer prüfen Wettaktivitäten bei Prognosemärkten
Nach dem NFL-Draft 2026 untersuchen Arizona und Massachusetts verdächtige Wetten. Im Fokus steht Kalshi mit 598.464 Kontrakten auf Jeremiyah Love.
KI-GENERIERTKI-Verbot im Sportwetten-Marketing: AFL stoppt Sportsbet nach Spieler-Fakes
Die Australian Football League (AFL) untersagt dem Wettanbieter Sportsbet die Nutzung von KI-generierten Inhalten. Betroffen sind Profis wie Lachie Neale, deren Image ohne Zustimmung digital manipuliert wurde.











