Kondome statt Preisgeld: Eklat bei der Japan Open Poker Tour für Frauen
KI-GENERIERTDie Japan Open Poker Tour sorgt mit der Vergabe von 150 Kondomen an die Gewinnerin eines Frauenturniers für weltweite Kritik. Spielerinnen werten die Aktion als sexistisch.
Die Welt des professionellen Pokersports blickt fassungslos nach Fernost. Die Japan Open Poker Tour (JOPT) hat in Tokio eine Kontroverse ausgelöst, die weit über die Grenzen des Inselstaates hinausgeht. Anstatt den Fokus auf das strategische Geschick der Teilnehmerinnen zu legen, rückte der Veranstalter sexuelle Hilfsmittel in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Bei einem Frauenturnier mit einem Buy-in von 30.000 Yen, was etwa 190 Dollar entspricht, wurden Sachpreise angekündigt, die viele als geschmacklos und sexistisch empfinden.
Besonders pikant ist die Tatsache, dass es für die Erstplatzierten offenbar keine regulären Geldpreise gab. Stattdessen sollten die drei besten Frauen mit Produkten des japanischen Kondomherstellers Sagami Rubber Industries überhäuft werden. Die Rede ist von 150 Kondomen und speziellen Gleitgelen für die Siegerin. Diese Entscheidung hat eine heftige Debatte über den Umgang mit Frauen in einer nach wie vor männlich dominierten Branche entfacht.
Zahlen und Fakten
Das betroffene Turnier, das Ladies Championship, war für den 12. Oktober geplant und ist Teil des größeren JOPT-Festivals in Tokio. Der Sponsor Sagami wurde als Hauptpartner präsentiert. Laut den ursprünglichen Plänen sollte die Gewinnerin neben den 150 Kondomen der Serie „Sagami Original 001“ auch 99-prozentiges wasserbasiertes Gleitgel und Merchandising-Artikel erhalten. Die Plätze zwei und drei wären ebenfalls mit ähnlichen Sets bedacht worden.
Die Empörung ließ nicht lange auf sich warten. Die Poker-Profi-Spielerin Svitlana Dryha kommentierte den Vorfall deutlich. Die Kritik entzündete sich vor allem daran, dass die Namen und Fotos der Gewinnerinnen öffentlich bekannt gegeben werden, während sie mit massenhaft Sexualprodukten posieren müssen. Inzwischen hat Sagami reagiert und eine Entschuldigung veröffentlicht. Man habe die Absicht gehabt, Poker als Denksport zu fördern und die Herausforderungen weiblicher Spieler zu unterstützen, bereue jedoch, dass sich Menschen unwohl gefühlt haben.
„Dies ist vielleicht der schlimmste Weg, um zu sagen, dass wir Frauen beim Poker unterstützen, und dann Kondome als Preise anzukündigen.“ - Svitlana Dryha, Team Pro bei ACR Poker
Hintergrund
Der Vorfall reiht sich in eine Geschichte seltsamer oder herabwürdigender Aktionen bei speziellen Frauenturnieren ein. So gab es 2019 beim Battle of Malta Kritik, weil oben ohne agierende Männer als Dealer eingesetzt wurden. Im aktuellen Fall in Japan argumentierte der Sponsor Sagami, dass das Unternehmen seit 1934 Produkte für Frauen und Paare herstellt und die Reise weiblicher Spielerinnen unterstützen wollte. Die Gründerin von Sagami, Saku Matsukawa, gilt als Pionierin, die die erste Latex-Kondom-Fabrik in Japan aufbaute.
Doch die Community sieht darin keinen echten Support. Kritiker wie der X-Nutzer @whitezexy betonten, dass die Preise die Frauen nicht als Spielerinnen, sondern als sexuelle Wesen behandeln. Es wurde sogar die Frage aufgeworfen, ob die Vorbereitung von Kondomen in Größe L eine bewusste Anspielung auf das Privatleben der Gewinnerinnen sei. Die Profi-Spielerin Kristen Foxen hatte sich bereits 2024 kritisch zu reinen Frauenturnieren geäußert und betont, dass Poker ein Sport sei, in dem Männer und Frauen auf Augenhöhe konkurrieren können sollten, ohne dass eine geschlechtergetrennte Förderung durch bizarre Werbeaktionen nötig sei.
Was heißt das für deutsche Spieler?
In Deutschland ist die Situation durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) streng geregelt. Solche bizarren Sachpreis-Strukturen, die gegen den Anstand oder die Würde der Spieler verstoßen könnten, sind bei legalen Anbietern, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, kaum vorstellbar. Deutsche Spieler sind durch das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots geschützt. Das zentrale Sperrsystem LUGAS überwacht diese Limits anbieterübergreifend.
Marketingaktionen müssen in Deutschland seriös und transparent sein. Sexistische Werbung oder Preise, die Spieler herabwürdigen, würden hierzulande sofort die Aufsichtsbehörden auf den Plan rufen. Für deutsche Fans zeigt dieser Fall aus Japan vor allem, wie wichtig eine solide Regulierung ist, die nicht nur den Spielerschutz, sondern auch ethische Standards im Marketing sicherstellt. Deutsche Pokerspieler sollten sich daher stets an lizenzierte Anbieter halten, um sicherzustellen, dass Gewinne fair und in Bar ausgezahlt werden, statt in fragwürdigen Sachwerten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit GGL-Lizenz dient dieser Vorfall als warnendes Beispiel für misslungenes Sponsoring. In Deutschland müssen Werbekampagnen von der GGL geprüft werden können, und Verstöße gegen den Jugend- oder Spielerschutz führen zu empfindlichen Strafen. Ein Sponsoring durch Hersteller von Erotikartikeln bei sportlichen Wettbewerben ist im deutschen Glücksspielrecht aufgrund der strengen Trennung von Glücksspiel und jugendgefährdenden Inhalten ohnehin hochgradig problematisch. Wer in Deutschland legal spielt, kann sich darauf verlassen, dass die Integrität des Spiels und der Respekt gegenüber den Teilnehmern gewahrt bleiben.
Häufige Fragen
Welche Preise gab es beim JOPT Ladies Championship?
Die Siegerin sollte laut ursprünglicher Planung 150 Kondome, Gleitgel und Merchandising des Herstellers Sagami erhalten. Barpreise wurden in der offiziellen Ankündigung des Sponsors nicht erwähnt, was zu massiver Kritik führte.
Wer ist der Sponsor Sagami?
Sagami Rubber Industries ist ein japanischer Hersteller, der bereits seit 1934 existiert. Das Unternehmen wurde von Saku Matsukawa gegründet und stellt unter anderem die extrem dünne Kondom-Serie Sagami Original 001 her.
Wie reagierte die Poker-Community auf die Sachpreise?
Die Reaktionen waren überwiegend negativ, wobei Profis wie Svitlana Dryha die Aktion als den „schlechtesten Weg“ zur Frauenförderung bezeichneten. Kritiker warfen den Veranstaltern vor, Frauen als Sexualobjekte statt als ernstzunehmende Sportlerinnen zu behandeln.
Gibt es solche Preisstrukturen auch in Deutschland?
Nein, in Deutschland müssen sich Anbieter an den Glücksspielstaatsvertrag 2021 halten. Sachpreise dieser Art würden gegen Werberichtlinien verstoßen und die GGL-Lizenz gefährden, da Seriosität und Spielerschutz höchste Priorität haben.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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