Immense Group formiert sich: Videoslots wird Mutter einer neuen Marke
KI-GENERIERTJesper Kärrbrink führt die neu gegründete Immense Group AB an. Mit einer Senkung des ARPU um fast 40 Prozent seit 2022 setzt der Betreiber auf nachhaltiges Wachstum.
Die Glücksspielbranche erlebt einen weiteren strategischen Wandel bei einem ihrer bekanntesten Akteure. Videoslots, ein Name, der seit Jahren fest mit dem Online-Casino-Sektor verbunden ist, fungiert künftig als Herzstück der neu formierten Immense Group. Dieser Schritt ist weit mehr als eine bloße Namensänderung. Es handelt sich um eine strukturelle Neuausrichtung, die darauf abzielt, die wachsende Zahl an Marken unter einem gemeinsamen Dach zu bündeln und die operative Effizienz zu steigern. Jesper Kärrbrink, eine erfahrene Führungspersönlichkeit mit Stationen bei Svenska Spel und Mr Green, übernimmt das Ruder der in Stockholm ansässigen Immense Group AB.
Die Entscheidung zur Umbenennung resultiert aus der Erkenntnis, dass der Name Videoslots für die interne Organisation zunehmend zum Hindernis wurde. Da ein großer Teil der Mitarbeiter bereits markenübergreifend arbeitete, war eine neutralere Holding-Identität notwendig. Während Videoslots als Marke für die Kunden bestehen bleibt, ermöglicht die Immense Group eine gezieltere Ansprache verschiedener Zielgruppen durch unterschiedliche Brands wie Mr Vegas, Mega Riches und DBET. Dieser Multi-Brand-Ansatz minimiert die Kannibalisierung innerhalb der Gruppe, da Spieler in fragmentierten Märkten meist ohnehin Konten bei mehreren Anbietern führen.
Zahlen und Fakten
Besonders bemerkenswert sind die wirtschaftlichen Kennzahlen, die Kärrbrink im Rahmen der Neuausrichtung veröffentlicht hat. Seit dem Jahr 2022 hat das Unternehmen den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer (ARPU) um fast 40 Prozent gesenkt. Dies geschah nicht zufällig, sondern durch eine bewusste Reduzierung von Einzahlungs- und Verlustlimits. Ziel war es, die Abhängigkeit von wenigen High-Rollern zu verringern und eine breitere Basis an Freizeitspielern aufzubauen.
Obwohl die Einnahmen bis 2024 aufgrund dieser Strategie zunächst stagnierten, meldete die Gruppe für 2025 ein erneutes Wachstum des Gesamtumsatzes. Dieser Trend setzt sich im laufenden Jahr 2026 fort. Die Strategie scheint aufzugehen: Eine gesündere Spielerbasis, die das Glücksspiel als reine Unterhaltung betrachtet, sorgt für langfristige Stabilität. Kärrbrink betont dabei die Bedeutung einer zentralisierten Infrastruktur. Während die Marken in ihrer Positionierung völlig frei sind, bleiben Kundenservice, Zahlungsabwicklung und Compliance zentral gesteuert.
„Der ideale Weg, ein nachhaltiges Glücksspielgeschäft zu führen, bestünde darin, einen Kundenstamm zu haben, der ausschließlich aus Freizeitspielern besteht. Niemand verliert mehr, als er sich leisten kann, niemand verliert die Kontrolle, und die Spieler kommen immer wieder, weil ihnen das Produkt gefällt.“ - Jesper Kärrbrink, CEO bei Immense Group
Hintergrund
Ein wesentlicher Pfeiler der künftigen Expansion ist der nordische Markt, insbesondere Finnland. Das Land bereitet sich aktuell auf den Übergang von einem Monopolmodell zu einem Lizenzsystem vor. Für die Immense Group stellt dies eine ideale Gelegenheit dar, da das Unternehmen bereits über eine starke Präsenz und Markenbekanntheit in der Region verfügt. Die geografische Nähe und die kulturellen Überschneidungen zwischen Schweden und Finnland erleichtern den Markteintritt. Kärrbrink sieht in Finnland das Potenzial, zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte für Marken wie Videoslots und DBET zu werden, sofern die Regulierung attraktive Rahmenbedingungen bietet.
Ein weiteres Thema, das die Branche umtreibt, ist die ethische Komponente der Werbung. Kärrbrink verweist auf Studien aus Schweden, die zeigen, dass trotz einer Zunahme der Werbepräsenz der Anteil problematischer Spieler gesunken ist. Von 2,2 Prozent im Zeitraum 2008 und 2009 ging dieser Wert auf 1,3 Prozent im Jahr 2021 zurück. Dennoch mahnt er zur Vorsicht bei der Frequenz und Lautstärke von Marketingmaßnahmen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit nicht zu verspielen. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz steht auf der Agenda der Immense Group, wobei der Fokus auf praktischen Anwendungen in der Compliance und dem Kundenservice liegt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Entwicklung der Immense Group von besonderem Interesse, da der Fokus auf Freizeitspieler und strikte Limits genau den Kern des deutschen Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV 2021) trifft. In Deutschland sind Maßnahmen wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde bei Slots bereits gesetzlich verankert. Die von Kärrbrink beschriebene Strategie, den ARPU durch niedrigere Limits zu senken, deckt sich somit perfekt mit den Anforderungen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).
Spieler in Deutschland profitieren davon, wenn Betreiber ihre Systeme proaktiv auf Spielerschutz ausrichten, statt nur das absolute Minimum der gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Da die Immense Group auf eine lizenzierte und regulierte Umgebung setzt, ist zu erwarten, dass ihre Marken weiterhin die strengen Kriterien der GGL-Whitelist erfüllen werden. Für den Nutzer bedeutet das ein sicheres Umfeld, das durch das LUGAS-System überwacht wird, und bei dem der Spielspaß im Vordergrund steht, ohne das Risiko existenzbedrohender Verluste durch mangelnde Kontrollmechanismen des Anbieters.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Neuausrichtung der Immense Group könnte als Blaupause für andere Anbieter auf der GGL-Whitelist dienen. Es zeigt, dass Rentabilität und strenger Spielerschutz keine Gegensätze sein müssen. Wenn ein Schwergewicht der Branche wie Videoslots öffentlich den Verzicht auf hohe Umsätze pro Einzelspieler propagiert, erhöht dies den Druck auf Wettbewerber, ihre Geschäftsmodelle ebenfalls nachhaltiger zu gestalten. Deutsche Lizenznehmer, die oft über den Wettbewerbsnachteil gegenüber dem Schwarzmarkt klagen, sehen hier ein Beispiel, wie man durch Volumen und Vertrauen statt durch Maximierung des Einzelverlustes wachsen kann. Die Zentralisierung von Compliance-Prozessen, wie sie die Immense Group praktiziert, ist zudem ein wichtiger Faktor, um die hohen administrativen Kosten in Deutschland aufzufangen.
Häufige Fragen
Wer ist der neue CEO der Immense Group?
Jesper Kärrbrink leitet die neu gegründete Immense Group AB als CEO. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Branche und war zuvor unter anderem Chef von Svenska Spel und Mr Green.
Welche Marken gehören zur Immense Group?
Zur Gruppe gehören bekannte Marken wie Videoslots, Mr Vegas, Kungaslottet, Mega Riches und der Sportwetten-Anbieter DBET. Diese Marken behalten ihren Namen gegenüber den Kunden bei, werden aber intern zentral verwaltet.
Warum hat das Unternehmen seinen ARPU gesenkt?
Die Gruppe hat den Durchschnittsumsatz pro Spieler seit 2022 um fast 40 Prozent reduziert, um den Fokus auf nachhaltiges Freizeitspiel zu legen. Durch niedrigere Limits soll verhindert werden, dass Kunden mehr Geld verlieren, als sie sich leisten können.
Welche Rolle spielt der finnische Markt für die Gruppe?
Finnland gilt als wichtiger Zukunftsmarkt, da das Land ein Lizenzmodell einführt. Die Immense Group sieht dort große Chancen, da sie die nordischen Kundenbedürfnisse genau kennt und bereits eine hohe Markenbekanntheit besitzt.
Was bedeutet diese Entwicklung für Spieler in Deutschland?
Da die Strategie der Immense Group stark auf Spielerschutz und Limits setzt, passt sie ideal zur deutschen Regulierung durch den GlüStV 2021. Deutsche Kunden können bei lizenzierten Marken der Gruppe ein hohes Maß an Sicherheit und Konformität mit den GGL-Regeln erwarten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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