Glücksspielverbot in Hawaii: 100.000 Nutzer nutzen Prognose-Apps wie Kalshi
KI-GENERIERTTrotz eines strikten Glücksspielverbots in Hawaii nutzen rund 100.000 Menschen die App Kalshi für politische Wetten und Wetter-Vorhersagen. Politiker fordern nun Steuern und neue Gesetze.
In Hawaii weht derzeit ein scharfer politischer Wind, der direkt die wachsende Branche der Prognosemärkte trifft. Während im Aloha State eigentlich jedes Form von Glücksspiel strikt verboten ist, haben Apps wie Kalshi eine massive Nutzerbasis aufgebaut. Rund 100.000 Einwohner Hawaiis sind bereits auf der Plattform aktiv, was angesichts der strengen lokalen Gesetze für erhebliche Unruhe im Kapitol von Honolulu sorgt. Die Debatte dreht sich vor allem darum, ob diese digitalen Marktplätze, auf denen Nutzer auf den Ausgang von Wahlen, das Wetter oder Popkultur-Ereignisse setzen, als illegales Zocken oder als moderner Finanzhandel zu bewerten sind.
Die Situation ist deshalb so brisant, weil Hawaii neben Utah einer der wenigen US-Bundesstaaten ohne jegliche legale Glücksspielangebote ist. Keine Casinos, keine Lotterie, keine legalen Sportwetten. Dennoch boomt das Geschäft auf den Handys der Bürger. Besonders während der Football-Saison, in der landesweit über 35 Milliarden US-Dollar legal gesetzt werden, greifen auch Menschen in Hawaii zu Alternativen. Die Anbieter argumentieren geschickt mit ihrer Struktur, die sich grundlegend von klassischen Buchmachern unterscheidet.
Zahlen und Fakten
Die Dimensionen sind beeindruckend. Kalshi meldet allein für Hawaii 100.000 aktive Nutzer. Davon haben etwa 4.000 Nutzer speziell auf Wetter-Kontrakte gesetzt. Ein interessantes Beispiel für die finanzielle Tragweite lieferte eine Rede von Gouverneur Josh Green im Januar. Als er Begriffe wie Obdachlosigkeit oder Tourismus verwendete, strichen Online-Wettende rund 450.000 US-Dollar ein. Auch politische Personalien sind hoch im Kurs. Nutzer wetten derzeit darauf, ob die unter Druck stehende Vizegouverneurin Sylvia Luke vor dem 1. September zurücktritt.
Ein wesentlicher Unterschied zu Casinos ist das Mindestalter. Während man in US-Casinos meist 21 Jahre alt sein muss, erlaubt Kalshi den Zugang bereits ab 18 Jahren. Das Unternehmen sieht sich selbst nicht als Glücksspielanbieter, sondern als Vermittler. Robert Denault, Leiter der Rechtsabteilung bei Kalshi, betont die Sicherheit des Modells:
„Die Bundesregierung hat seit langem erkannt, dass diese Peer-to-Peer-Handelsmodelle sicherer und besser sind, wenn sie auf nationaler Ebene reguliert werden, und sich stark von staatlich lizenzierten Casinos oder Glücksspielbetreibern unterscheiden, die eigentlich nur existieren, um Nutzergewinne einzustreichen.“ - Robert Denault, Head of Enforcement/Legal Counsel bei Kalshi
Hintergrund
Der Kern des Streits liegt in der rechtlichen Einordnung. Klassische Sportwetten werden gegen das Haus abgeschlossen. Kalshi fungiert hingegen wie eine Börse, an der Kontrakte zwischen Privatpersonen gehandelt werden. Das Unternehmen hat selbst kein eigenes finanzielles Interesse am Ausgang der Wetten, sondern kassiert lediglich Gebühren. Diese Struktur führt dazu, dass die Plattformen auf Bundesebene reguliert werden und den Einzelstaaten keine Steuereinnahmen bringen. Das ist den Abgeordneten in Hawaii ein Dorn im Auge.
Repräsentant Scot Matayoshi bezeichnete die Situation als eine Art Schlupfloch. Senatorin Lynn DeCoite forderte unmissverständlich, dass diese Aktivitäten besteuert werden müssen. Sie argumentiert, dass der Staat ohne Einnahmen keine Mittel habe, um Menschen mit Spielsuchtproblemen zu helfen oder Präventionsarbeit zu leisten. Kalshi signalisierte bereits Gesprächsbereitschaft und will sich Ende des Jahres mit den Gesetzgebern treffen, um über einen angemessenen Steuerrahmen zu diskutieren. Gleichzeitig prüfen 14 andere US-Bundesstaaten ähnliche Gesetze, um den Wildwuchs bei Prognosemärkten einzudämmen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in Hawaii eine Warnung vor unregulierten Graumärkten. In Deutschland ist die Rechtslage durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sehr eindeutig. Wer hierzulande sicher wetten oder spielen möchte, sollte zwingend auf die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achten. Im Gegensatz zu den USA, wo Prognosemärkte oft in einer rechtlichen Grauzone agieren, sind in Deutschland strikte Spielerschutzregeln aktiv. Dazu gehören das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie die Überwachung durch das LUGAS-System.
Wetten auf den Ausgang von politischen Wahlen oder gesellschaftliche Ereignisse, wie sie bei Kalshi in Hawaii boomen, sind in deutschen Online-Casinos mit GGL-Lizenz so nicht zulässig. Hier liegt der Fokus klar auf virtuellen Automatenspielen, Poker und Sportwetten unter strengen Auflagen, wie dem 1-Euro-Limit pro Spin bei Slots. Deutsche Nutzer sollten sich von Angeboten ohne GGL-Lizenz fernhalten, da dort weder die Auszahlungssicherheit noch der Datenschutz nach deutschem Standard garantiert sind.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Entwicklung zeigt, dass das Interesse an alternativen Wettmärkten steigt. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland müssen sich weiterhin auf ihr Kernangebot konzentrieren und die strengen regulatorischen Vorgaben einhalten. Während in den USA nun über Steuern für solche Peer-to-Peer-Modelle diskutiert wird, zahlen deutsche Anbieter bereits hohe Abgaben und investieren massiv in den Spielerschutz. Der Fall Hawaii verdeutlicht, dass Behörden weltweit versuchen, den digitalen Raum besser zu kontrollieren, um Steuerausfälle zu vermeiden und den Verbraucherschutz zu stärken. Für lizenzierte Anbieter bedeutet dies langfristig mehr Rechtssicherheit gegenüber illegalen Konkurrenten.
Häufige Fragen
Sind Prognosemärkte wie Kalshi in Hawaii legal?
Es handelt sich um eine rechtliche Grauzone. Während Hawaii jegliches Glücksspiel verbietet, argumentiert Kalshi, dass sie als bundesweit regulierte Börse agieren und somit nicht unter die lokalen Glücksspielgesetze fallen.
Wie viele Menschen nutzen die App in Hawaii?
Laut Angaben von Kalshi gibt es in Hawaii etwa 100.000 aktive Nutzer. Davon nutzen rund 4.000 Personen die Plattform speziell für Handelsverträge, die auf Wetterereignissen basieren.
Warum wollen Politiker in Hawaii die Apps besteuern?
Abgeordnete wie Lynn DeCoite argumentieren, dass der Staat derzeit keine Einnahmen aus diesen Aktivitäten erzielt. Ohne diese Gelder könnten keine Hilfsprogramme für Spielsüchtige oder Aufklärungskampagnen finanziert werden.
Was ist der Unterschied zwischen Kalshi und einem normalen Casino?
In einem Casino wettet man gegen das Haus, das einen mathematischen Vorteil hat. Bei Kalshi handeln Nutzer Kontrakte untereinander, wobei die Plattform nur als Vermittler auftritt und eine Gebühr erhebt.
Können deutsche Spieler solche Prognosemärkte legal nutzen?
In Deutschland ist das Angebot durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 streng reguliert. Wetten auf politische Ereignisse sind bei legalen GGL-Anbietern nicht erlaubt, und Spieler sollten zur eigenen Sicherheit nur auf der offiziellen Whitelist gelistete Plattformen nutzen.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTUS-Behörde zieht Trennlinie zwischen Sportwetten und Vorhersagemärkten
Die CFTC will klassisches Glücksspiel von Derivaten trennen, während die NBA nationale Regeln fordert. Ein Kalshi-Nutzer wettete mit 173 Dollar erfolgreich auf 9.600 Dollar Gewinn.
KI-GENERIERTOntario-Boom: Inteliumlaw startet neuen Beratungsdienst für kanadische Lizenzen
Die Rechtsberatung Inteliumlaw unterstützt Firmen beim Markteintritt in Ontario, wo bereits 91,1 Prozent der Spieler lizenzierte Portale nutzen.
KI-GENERIERTFrankreichs Sportwetten-Markt wächst auf 11,5 Milliarden Euro trotz Risikowarnung
Die französische Glücksspielbehörde ANJ meldet für das Jahr 2025 ein Wachstum der Wetteinsätze um 12 % auf insgesamt 11,5 Milliarden Euro.











