Lottoland zieht gegen australisches Online-Keno-Verbot vor das Verfassungsgericht
KI-GENERIERTDer Glücksspielriese Lottoland kämpft juristisch gegen das drohende Verbot von Online-Keno in Australien, das ab dem 1. Januar 2027 in Kraft treten soll.
In der australischen Glücksspielwelt bahnt sich ein gewaltiger Rechtsstreit an. Lottoland, der in Gibraltar ansässige Lottogigant, lässt sich das geplante Verbot seiner Online-Keno-Produkte nicht kampflos gefallen. Die australische Tochtergesellschaft, die erst im letzten Jahr in KenoGo umbenannt wurde, hat beim Supreme Court von New South Wales eine Verfassungsklage eingereicht. Ziel ist es, die Gültigkeit des Verbots anzufechten, das bereits zum 1. Januar 2027 greifen soll. Damit reagiert das Unternehmen auf eine Gesetzesänderung vom August, die digitale Keno-Angebote als potenziell schädlich einstuft.
Die rechtliche Auseinandersetzung dreht sich im Kern um die Frage, ob der australische Staat das Recht hat, digitale Angebote zu untersagen, während landbasierte Keno-Spiele in Casinos und Clubs weiterhin erlaubt bleiben. Lottoland sieht darin eine unzulässige Benachteiligung und beruft sich auf Sektion 92 der australischen Verfassung. Diese Bestimmung schützt die Freiheit des Handels und Kommerzes zwischen den Bundesstaaten. Für das Unternehmen steht viel auf dem Spiel, da es bereits im Jahr 2019 sein Kerngeschäft, das Wetten auf Lottoausgänge, in Australien aufgrund regulatorischer Änderungen aufgeben musste und Keno als neuen Wachstumspfad etablierte.
Zahlen und Fakten
Das Verfahren wurde offiziell am 22. Oktober 2026 in die Gerichtslisten aufgenommen. Der Kern der Klage richtet sich gegen Sektion 8D(2)(b) des Interactive Gambling Act 2001. Lottoland argumentiert, dass diese spezifische Passage, die Keno-Lotteriespiele ohne Verbindung zu einer physischen Spielstätte verbietet, ungültig ist. Interessanterweise bleiben andere Verbote, wie etwa für elektronische Rubbellose oder ausländische Lotteriewetten, von dieser speziellen Klage unberührt.
Lottoland ist dabei nicht allein auf dem Markt. Neben KenoGo bieten auch The Lottery Corporation über die Marke KenoOnline sowie Annexio Australia via LottoGo entsprechende Produkte an. Die Kläger verweisen darauf, dass sie bereits über eine 20-jährige Keno-Lizenz verfügen, die von der Glücksspielbehörde in Victoria ausgestellt wurde und eigentlich bis zum Jahr 2042 laufen sollte. Zudem hatte sich KenoGo bereits freiwillig dem nationalen Selbstausschluss-System BetStop angeschlossen, um Vorwürfen mangelnden Spielerschutzes entgegenzuwirken.
Hintergrund
Die australische Regierung stützt ihr Verbot auf einen umfassenden Bericht mit dem Titel „You win some, you lose more“ aus dem Juni 2023. In diesem Dokument wurden 31 Empfehlungen zur Reform des Glücksspielmarktes ausgesprochen. Kritiker werfen der Politik vor, die hochfrequenten Online-Ziehungen würden im Vergleich zu traditionellen Lotterien ein deutlich höheres Suchtpotenzial aufweisen. Während Branchenvertreter betonen, dass bereits strenge Regeln zur Schadensminimierung gelten, sieht die Regierung in der Geschwindigkeit der digitalen Spiele eine Gefahr für den Verbraucherschutz. Luke Brill, der Chef von Lottoland Australia, hält jedoch dagegen und warnt vor einem Monopol zugunsten etablierter Anbieter wie der Tabcorp-Gruppe.
„Da diese Angelegenheit derzeit Gegenstand eines laufenden Gerichtsverfahrens ist, haben wir uns dazu entschlossen, zum jetzigen Zeitpunkt keine öffentlichen Kommentare abzugeben.“ - Sprecher von Lottoland
Bereits in der Vergangenheit gab es heftige Debatten über die Rolle von Lottoland. Das Unternehmen hatte Unterlagen der australischen Wertpapier- und Investitionskommission (ASIC) vorgelegt, um zu zeigen, dass die Australian Lottery and Newsagents Association (ALNA) deutlich weniger Mitglieder vertritt als behauptet. Laut diesen Dokumenten hat die ALNA nur 707 zahlende Mitglieder, statt der oft genannten 4.000.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist dieser Fall von großem Interesse, da die rechtliche Situation von Lottoland auch hierzulande seit Jahren ein Thema ist. In Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Dieser besagt eindeutig, dass nur Anbieter mit einer Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) legal operieren dürfen. Lottoland steht in Deutschland nicht auf der sogenannten Whitelist. Das bedeutet, dass die Teilnahme an Wetten auf Lotterien bei diesem Anbieter aus deutscher Sicht illegal ist. Wer in Deutschland sicher spielen möchte, muss sich an Portale halten, die das GGL-Siegel tragen. Dort gelten strenge Regeln: Einzahlungslimits von maximal 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System, ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots und der Anschluss an die Sperrdatei OASIS. Der australische Fall zeigt, dass die Schlinge für Anbieter ohne lokale Kooperation mit dem stationären Sektor weltweit enger gezogen wird.
Was das für GGL-Casinos heißt
Zugelassene Betreiber in Deutschland können den australischen Streit als Bestätigung für den hiesigen Weg der Kanalisierung sehen. Während in Australien nun mühsam vor Gericht gestritten wird, bietet der deutsche Markt durch die GGL-Whitelist Rechtssicherheit. Casinos mit deutscher Lizenz müssen zwar hohe Hürden beim Spielerschutz und der Steuerlast nehmen, sind aber vor plötzlichen Totalverboten wie in Australien geschützt, solange sie die Regeln des GlüStV 2021 einhalten. Der Trend geht klar weg von Anbietern, die aus Übersee operieren, hin zu streng regulierten, lokalen Märkten. Für GGL-Casinos bedeutet dies, dass Transparenz und die Einhaltung der LUGAS-Vorgaben die einzige langfristige Überlebensstrategie sind.
Häufige Fragen
Wann tritt das Verbot für Online-Keno in Australien in Kraft?
Das geplante Verbot soll laut der aktuellen Gesetzgebung am 1. Januar 2027 wirksam werden. Lottoland versucht dies derzeit durch eine Verfassungsklage vor dem Supreme Court zu verhindern.
Warum klagt Lottoland gegen die australische Regierung?
Lottoland argumentiert, dass das Verbot gegen Sektion 92 der australischen Verfassung verstößt, welche die Freiheit des zwischenstaatlichen Handels schützt. Zudem besitzt das Unternehmen eine Lizenz aus Victoria, die eigentlich bis 2042 gültig ist.
Was ist der Unterschied zwischen Online-Keno und normalem Lotto?
Online-Keno ist ein sehr schnelles, digitales Spiel mit hoher Ziehungsfrequenz. Die Regierung befürchtet, dass diese hohe Intensität im Vergleich zu wöchentlichen Lotterien schneller zu Spielsucht führen kann.
Wie steht Lottoland rechtlich in Deutschland da?
In Deutschland verfügt Lottoland über keine Lizenz der GGL und steht nicht auf der offiziellen Whitelist. Daher wird das Angebot von den deutschen Behörden als illegal eingestuft und ist im Rahmen des GlüStV 2021 nicht zugelassen.
Was müssen Spieler in Deutschland beim Online-Glücksspiel beachten?
Spieler sollten ausschließlich bei Anbietern spielen, die auf der GGL-Whitelist stehen. Nur dort greifen Schutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro und die Anbindung an das Sperrsystem OASIS.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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