Beben bei Bragg Gaming: CEO Matevž Mazij tritt mit sofortiger Wirkung ab
KI-GENERIERTÜberraschender Führungswechsel beim Glücksspiel-Riesen Bragg. Matevž Mazij räumt seinen Posten als CEO, während die Aktie im Jahresvergleich um rund 61 Prozent eingebrochen ist.
Die Bragg Gaming Group steht vor einem radikalen Umbruch in der Führungsetage. Wie das Unternehmen am 6. November 2026 bestätigte, legt Matevž Mazij sein Amt als Chief Executive Officer nieder. Dieser Schritt erfolgt mit sofortiger Wirkung und beendet Mazijs operative Leitung, die er seit August 2023 innehatte. Er wird dem Konzern zwar als strategischer Berater erhalten bleiben, verfügt jedoch laut offiziellen Angaben über keinerlei Befugnisse im Tagesgeschäft mehr. Die Nachricht trifft die Branche zu einem Zeitpunkt, an dem Bragg mit erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen kämpft.
Interimsweise übernimmt Morten Tonnesen das Ruder. Tonnesen ist erst seit März 2024 als Chief Operating Officer im Unternehmen tätig und bringt Erfahrungen von PokerStars und BetWarrior mit. Er steht nun vor der Aufgabe, ein Unternehmen zu führen, das in den letzten Monaten massiv an Börsenwert verloren hat. Der Aktienkurs von Bragg stürzte seit Beginn des Jahres um etwa 61 Prozent ab. Lag der Preis pro Aktie am 2. Januar noch bei 2,11 US-Dollar, wird das Papier aktuell nur noch mit etwa 0,82 US-Dollar gehandelt.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftliche Lage des Anbieters ist angespannt. Im zweiten Quartal verzeichnete Bragg einen Umsatzrückgang von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders schwache Einnahmen aus den Niederlanden und eine stagnierende Performance in Brasilien setzten dem Konzern zu. Infolgedessen zog die Geschäftsführung die ursprüngliche Finanzprognose für das laufende Jahr zurück. Geplant waren eigentlich ein Umsatz zwischen 97 Millionen Euro und 104,5 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 16 Millionen Euro und 19 Millionen Euro.
Um die Kosten zu senken, griff Bragg zu drastischen Maßnahmen. Im Januar wurde die weltweite Belegschaft um 12 Prozent reduziert, gefolgt von einer weiteren Entlassungswelle im Juli, bei der nochmals 19 Prozent der Mitarbeiter gehen mussten. Insgesamt erhofft sich das Management durch diese Einschnitte jährliche Einsparungen in Höhe von rund 10,5 Millionen Euro. Trotz dieser Sparmaßnahmen bleibt die finanzielle Zukunft ungewiss, da die Integration der für 9 Millionen US-Dollar erworbenen Drayton International noch nicht die erhoffte Stabilität brachte.
Hintergrund
Der Abgang von Mazij deutete sich bereits im Sommer an. Während der Jahreshauptversammlung im Juni stimmten die Aktionäre mit einer Mehrheit von 55,67 Prozent gegen seine Wiederwahl in den Vorstand. Mazij, der das Unternehmen Oryx gegründet und erfolgreich in Bragg integriert hatte, verlor damit den Rückhalt der Investoren. Matt Davey, der Vorsitzende von Bragg, fand dennoch versöhnliche Worte für den scheidenden Chef.
„Im Namen des Vorstands möchte ich Matevž für seinen Dienst als CEO und für alles, was er im Unternehmen aufgebaut hat, danken. Er hat Bragg durch eine anspruchsvolle Phase in der Branche geführt. Wir freuen uns, dass er sein Wissen über das Geschäft in seiner neuen Rolle weiterhin einbringen wird.“ - Matt Davey, Vorsitzender der Bragg Gaming Group
Morten Tonnesen, der nun die Geschicke leitet, konzentriert sich derweil auf die operative Exzellenz. Er betonte die Stärke der vorhandenen Technologie und die Präsenz in über 30 regulierten Märkten.
„Mein Fokus liegt auf der Ausführung, dem Liefern für unsere Betreiberpartner und der Führung eines einfacheren und fokussierteren Unternehmens.“ - Morten Tonnesen, Interims-CEO der Bragg Gaming Group
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Kunden, die in Online-Spielhallen mit Titeln von Bragg oder deren Tochtermarken wie Oryx Gaming spielen, ändert sich durch den Führungswechsel kurzfristig wenig. Die Spiele sind weiterhin verfügbar, sofern der jeweilige Betreiber eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzt. Da Bragg als B2B-Anbieter fungiert, sind sie strikt an die Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags 2021 gebunden. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System sowie der maximale Einsatz von 1 Euro pro Spielrunde bei virtuellen Slots. Die finanzielle Instabilität des Unternehmens könnte jedoch dazu führen, dass weniger neue Spielinhalte für den deutschen Markt entwickelt werden, da der Fokus momentan auf Kosteneinsparungen und der Restrukturierung liegt. Spieler sollten darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whiteboard-Liste der GGL stehen, um rechtliche Sicherheit zu haben.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz verlassen sich oft auf die stabilen Plattform-Lösungen von Bragg. Ein Wechsel in der Führungsetage und die Suche nach strategischen Alternativen, wie einem Verkauf des Unternehmens, könnten langfristige Auswirkungen auf die Software-Wartung haben. Casinos müssen sicherstellen, dass die technische Integration den deutschen Anforderungen an den Spielerschutz und die Übermittlung von Daten an die Aufsichtsbehörde lückenlos entspricht. Sollte Bragg tatsächlich verkauft werden, könnte dies zu einer Konsolidierung auf dem Zulieferermarkt führen, was die Auswahl an unabhängigen Plattform-Anbietern für deutsche Betreiber einschränken könnte.
Häufige Fragen
Warum ist Matevž Mazij als CEO von Bragg zurückgetreten?
Ein spezifischer Grund wurde offiziell nicht genannt, jedoch verlor er im Juni die Unterstützung der Aktionäre bei einer Abstimmung. Zudem kämpft das Unternehmen mit einem massiven Kursverlust der Aktie von rund 61 Prozent seit Jahresbeginn.
Wer übernimmt die Leitung der Bragg Gaming Group?
Morten Tonnesen wurde mit sofortiger Wirkung zum Interims-CEO ernannt. Er war zuvor als Chief Operating Officer (COO) tätig und ist erst seit März 2024 im Unternehmen.
Wie steht es finanziell um Bragg?
Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Umsatzrückgang von 12 Prozent und hat seine Jahresprognose zurückgezogen. Zudem wurden durch Entlassungen im Januar und Juli jährliche Kosten von 10,5 Millionen Euro eingespart.
Welche Auswirkungen hat dies auf Spieler in Deutschland?
Deutsche Spieler können weiterhin auf Spiele von Bragg zugreifen, solange das Casino eine GGL-Lizenz besitzt. Die Einhaltung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 mit Limits und Spielerschutz bleibt durch die B2B-Struktur von Bragg gewährleistet.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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