Marokko plant Millionen-Einnahmen aus Glücksspiel und strengere Steuerregeln für 2027
KI-GENERIERTMarokko rechnet für das Jahr 2027 mit Einnahmen von 195 Millionen MAD aus Lotterien und Wetten. Parallel dazu verschärft das Land die Kontrollen bei Steuererklärungen für Gewinne.
Marokko bereitet sich auf eine fiskalische Neuausrichtung seines Glücksspielmarktes vor. Im Entwurf des Finanzgesetzes für das Jahr 2027 zeichnet das nordafrikanische Land ein klares Bild seiner Erwartungen an den Sektor. Die Regierung rechnet mit Gesamteinnahmen in Höhe von 195 Millionen Marokkanischen Dirham (MAD), was umgerechnet etwa 19,5 Millionen US-Dollar entspricht. Diese Prognosen stützen sich auf drei zentrale Säulen: Abzüge aus gegenseitigen Wetten, Gelder aus Lotterien und Gewinnbeteiligungen aus dem Pferdesport.
Interessant ist dabei nicht nur die Summe an sich, sondern auch der begleitende Vorstoß zur strengeren Überwachung. Marokko möchte sicherstellen, dass Gewinne aus Glücksspielen künftig lückenlos versteuert werden. Hierfür sieht der Gesetzesentwurf eine Erweiterung der Befugnisse für die Finanzbehörden vor. Es geht nicht um die Einführung neuer Steuern, sondern um die Durchsetzung bestehender Deklarationspflichten. Wer seine Gewinne nicht ordnungsgemäß oder zu spät meldet, muss ab dem 1. Januar 2027 mit automatischen Steuerfestsetzungsverfahren rechnen.
Zahlen und Fakten
Die Verteilung der prognostizierten 195 Millionen MAD ist im Haushaltsentwurf detailliert aufgeschlüsselt. Den größten Anteil sollen Abzüge aus gegenseitigen Wetten (Mutual Betting) beisteuern, wofür die Regierung 90 Millionen MAD veranschlagt hat. Weitere 80 Millionen MAD werden auf einem speziellen Konto des Finanzministeriums erwartet, das für Einnahmen aus Lotterien reserviert ist. Die dritte Säule bildet die Royal Society for the Encouragement of the Horse, kurz SOREC. Von dieser Organisation werden Gewinnabführungen in Höhe von 25 Millionen MAD erwartet.
Diese Beträge spiegeln jedoch nur einen Teil des Marktes wider. Der Gesetzentwurf erwähnt zwar auch Abzüge aus Gewinnen bei Hunde- und Pferderennen, verzichtet hier jedoch auf spezifische Schätzungen für das Jahr 2027. Dies könnte auf eine vorsichtige Planung hindeuten oder darauf, dass bestimmte Marktsegmente noch schwer kalkulierbar sind. Während die Einnahmen für den Staatshaushalt wichtig sind, verfolgt das Ministerium für Jugend, Kultur und Kommunikation parallel dazu noch ehrgeizigere Ziele für die ferne Zukunft.
Hintergrund
Die aktuellen Prognosen sind Teil einer größeren Strategie. Marokko hat das Ziel ausgegeben, seinen Gaming-Sektor bis zum Jahr 2030 massiv auszubauen. Aktuell wird der Umsatz in diesem Bereich auf rund 500 Millionen US-Dollar geschätzt, eine Verdopplung ist das erklärte Ziel.
„Das Ziel ist nicht nur die Erzielung von Einnahmen, sondern auch die Befähigung unserer Jugend, ihre eigenen Start-ups und kleinen Unternehmen in diesem Sektor zu entwickeln.“ - Mohamed Bensaid, Minister für Jugend, Kultur und Kommunikation
Um dies zu erreichen, investiert der Staat unter anderem 26 Millionen US-Dollar in das Projekt Rabat Gaming City. Hier sollen Arbeitsplätze und Produktionsstudios für digitale Spiele entstehen. Die nun angekündigten Steuerverschärfungen im Glücksspielbereich passen in dieses Bild eines strenger regulierten und professionalisierten Marktes. Die Änderung von Artikel 228 des General Tax Code soll sicherstellen, dass die Steuerverwaltung sofort einschreiten kann, wenn Meldungen unvollständig sind. Laut Berichten von Hespress wird dieses Verfahren für alle Prozeduren gelten, die nach dem Jahreswechsel 2027 eingeleitet werden.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler haben die Entwicklungen in Marokko keine direkten Auswirkungen auf ihren Alltag, dienen aber als interessantes Vergleichsbeispiel für staatliche Regulierung. In Deutschland ist der Markt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) extrem strikt geregelt. Während Marokko auf eine stärkere steuerliche Erfassung von Gewinnen setzt, konzentriert sich die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hierzulande auf den Spielerschutz durch technische Schranken.
Deutsche Nutzer müssen sich an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro halten, das über das LUGAS-System überwacht wird. Zudem gilt an Slots ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde. Wer in Marokko spielt oder dort Gewinne erzielt, müsste diese nach den neuen Regeln ab 2027 penibel deklarieren, um Sanktionen zu vermeiden. In Deutschland hingegen sind Glücksspielgewinne aus legalen Quellen für Privatpersonen in der Regel einkommensteuerfrei, da sie nicht unter die sieben Einkunftsarten fallen. Die Besteuerung findet hier bereits auf Betreiberebene statt.
Was das für GGL-Casinos heißt
Lizenzierte Betreiber auf der GGL-Whitelist können aus der marokkanischen Situation lernen, wie wichtig transparente Meldewege sind. Die GGL fordert von deutschen Anbietern bereits jetzt höchste Transparenz bei Transaktionen und Spielerverhalten. Die marokkanische Entscheidung, Steuererklärungen für Gewinne in ein automatisches Prüfverfahren zu überführen, zeigt einen globalen Trend: Regierungen weltweit nutzen Digitalisierung, um Finanzflüsse im Glücksspiel lückenlos zu kontrollieren. Für GGL-Casinos bedeutet dies, dass regulatorische Anforderungen an die Berichterstattung eher zunehmen als abnehmen werden. Ein stabiles legales Umfeld, wie es die deutsche Lizenz bietet, ist dabei ein Wettbewerbsvorteil gegenüber den oft unsicheren Bedingungen in unregulierten Märkten.
Häufige Fragen
Wie viel Geld will Marokko 2027 durch Glücksspiel einnehmen?
Die marokkanische Regierung rechnet für das Jahr 2027 mit Einnahmen in Höhe von insgesamt 195 Millionen MAD. Diese setzen sich aus 90 Millionen MAD aus Wetten, 80 Millionen MAD aus Lotterien und 25 Millionen MAD aus SOREC-Gewinnen zusammen.
Was ändert sich bei der Versteuerung von Gewinnen in Marokko?
Ab dem 1. Januar 2027 wird Artikel 228 des Steuergesetzbuches geändert, um die Meldepflichten für Gewinne zu verschärfen. Die Steuerbehörden können dann automatische Prüfverfahren einleiten, wenn Deklarationen fehlen oder unvollständig sind.
Welche Rolle spielt die Organisation SOREC?
Die SOREC (Royal Society for the Encouragement of the Horse) ist für den Pferdesport zuständig und trägt zur Staatskasse bei. Für 2027 wird erwartet, dass sie 25 Millionen MAD ihrer Gewinne an den Staat abführt.
Sind die marokkanischen Regeln mit deutschen Gesetzen vergleichbar?
Nur bedingt, da Deutschland mit dem GlüStV 2021 und der GGL einen Fokus auf Spielerschutz und Limits legt. Während in Marokko die individuelle Gewinnmeldung im Fokus steht, werden in Deutschland Gewinne für Spieler meist nicht besteuert, dafür aber strenge Einzahlungslimits von 1.000 Euro pro Monat durchgesetzt.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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