PAGCOR meldet Rekordzahlen: 40.000 Spieler auf den Philippinen gesperrt
KI-GENERIERTDie philippinische Glücksspielbehörde PAGCOR verzeichnet einen massiven Anstieg bei Selbstausschlüssen. Innerhalb von sechs Monaten stieg die Zahl von 1.700 auf rund 40.000 Personen an.
Die philippinische Glücksspielbehörde PAGCOR setzt im Kampf gegen Spielsucht ein deutliches Zeichen. Bei der feierlichen Eröffnung des Kaban Hotel und Casino in Boracay am 11. Oktober verkündete der Vorsitzende Alejandro Tengco beeindruckende Zahlen. Rund 40.000 Personen befinden sich aktuell im Ausschluss-Programm der Behörde. Dies stellt eine massive Steigerung gegenüber der Zeit vor Tengcos Amtsantritt dar, als lediglich 1.700 Sperren registriert waren. Der enorme Zuwachs innerhalb der letzten sechs Monate verdeutlicht, dass die regulatorischen Maßnahmen des Landes greifen.
Dieser Wandel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche auf den Philippinen vor wirtschaftlichen Herausforderungen steht. Obwohl die Behörde für das laufende Jahr mit geringeren Einnahmen rechnet, bleibt die Kampagne für verantwortungsbewusstes Spielen eine zentrale Priorität. Das Programm umfasst sowohl den landbasierten Sektor als auch den wachsenden Markt der Online-Casinos. Durch die zentrale Verwaltung wird sichergestellt, dass gesperrte Personen nicht einfach zu anderen lizenzierten Betreibern wechseln können, was die Effektivität des Spielerschutzes erheblich steigert.
Zahlen und Fakten
Ein zentraler Baustein für diesen Erfolg war die Einrichtung einer spezialisierten Hotline im April. Diese ist rund um die Uhr erreichbar und dient als direkte Anlaufstelle für Betroffene und deren Familien. Sie bietet nicht nur Informationen, sondern unterstützt aktiv beim Antragsverfahren für den Ausschluss. Einmal genehmigt, gilt die Sperre für mindestens ein Jahr. In dieser Zeit ist es den betroffenen Personen untersagt, jegliche von der PAGCOR lizenzierten Einrichtungen oder Plattformen zu nutzen.
Alejandro Tengco hob während der Veranstaltung hervor, dass das System funktioniere, auch wenn die Behörde kontinuierlich weitere Anträge bearbeite. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit des Fremdausschlusses. Wenn Angehörige wie Ehepartner, Kinder oder Eltern besorgt sind, dass ein geliebter Mensch ein problematisches Spielverhalten entwickelt, können sie eine Intervention beantragen. Dies ermöglicht Hilfe, noch bevor die Probleme eskalieren.
„Das Ergebnis zeigt, dass das System arbeitet, auch wenn die Behörde weiterhin zusätzliche Anträge bearbeitet. Das Ausschlussverfahren ermöglicht es den Menschen, Unterstützung zu erhalten, ohne darauf warten zu müssen, dass Spielprobleme eskalieren." - Alejandro Tengco, Vorsitzender und CEO von PAGCOR
Hintergrund
Das Programm der PAGCOR ist vielschichtig. Für eine Selbstsperre können Zeiträume von sechs Monaten, einem Jahr oder fünf Jahren gewählt werden. Die ersten sechs Monate einer Selbstsperre sind dabei unwiderruflich. Wer seine Angehörigen schützen möchte, kann Anträge für sechs Monate, ein Jahr oder drei Jahre stellen. Nach Ablauf der gewählten Frist wird die Sperre automatisch aufgehoben. Um die Identität sicherzustellen, verlangt die Behörde strenge Nachweise, darunter staatliche Ausweise und aktuelle Fotos, die ohne Accessoires wie Brillen oder Hüte aufgenommen wurden.
Neben den rein administrativen Sperren arbeitet die Behörde mit akkreditierten Hilfszentren zusammen. Organisationen wie die Bridges of Hope Drugs and Alcohol Rehabilitation Foundation oder Gamblers Anonymous Philippines sind in das Netzwerk integriert. Damit wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der über das bloße Verbot hinausgeht und psychologische Unterstützung anbietet. Der Fokus liegt darauf, den Spielsektor nachhaltig zu betreiben und gleichzeitig den potenziellen Schaden für die Gesellschaft zu minimieren.
Was heißt das für deutsche Spieler?
In Deutschland ist der Spielerschutz durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sogar noch strenger und zentralisierter geregelt als auf den Philippinen. Während PAGCOR eine einjährige Mindestsperre vorsieht, bietet das deutsche System OASIS sowohl kurzfristige 24-Stunden-Sperren (der sogenannte Panik-Button) als auch langfristige Selbst- und Fremdsperren an. Ein wesentlicher Unterschied ist die gesetzliche Verpflichtung für deutsche Anbieter, das Spielverhalten zu überwachen. In Deutschland gibt es zudem harte Limits, wie das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin an virtuellen Automaten.
Deutsche Spieler profitieren von der Überwachung durch das LUGAS-System, das sicherstellt, dass die monatlichen Limits eingehalten werden. Wer in einem von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenzierten Casino spielt, ist rechtlich abgesichert. Die philippinischen Zahlen zeigen jedoch einen globalen Trend: Regulierungsbehörden setzen verstärkt auf digitale Hilfsmittel wie Hotlines und einfache Online-Anträge, um die Hürden für den Spielerschutz zu senken. Für Spieler in Deutschland bedeutet dies, dass sie sich stets auf die Whitelist der GGL verlassen sollten, um nicht in die Fänge illegaler Offshore-Anbieter aus Curacao oder Malta zu geraten, die solche Schutzmechanismen oft nur pro forma anbieten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit deutscher Lizenz ist der Spielerschutz kein optionales Feature, sondern die Grundlage ihrer Betriebserlaubnis. Die massiven Sperrzahlen auf den Philippinen könnten als Indikator dafür dienen, wie wichtig eine effektive Kommunikation der Schutzmaßnahmen ist. GGL-lizenzierte Casinos müssen sicherstellen, dass ihre Schnittstellen zu OASIS und LUGAS jederzeit fehlerfrei funktionieren. Ein Versäumnis in diesem Bereich führt in Deutschland schnell zu empfindlichen Bußgeldern oder dem Entzug der Lizenz. Der Fall PAGCOR belegt, dass eine proaktive Aufklärung der Spieler und eine einfache Erreichbarkeit der Hilfsangebote zu einer deutlich höheren Inanspruchnahme führen, was langfristig die Integrität des gesamten Marktes stärkt.
Häufige Fragen
Wie viele Personen sind auf den Philippinen derzeit vom Glücksspiel ausgeschlossen?
Nach Angaben der Behörde PAGCOR befinden sich aktuell rund 40.000 Personen im Ausschluss-Programm. Dies ist ein drastischer Anstieg im Vergleich zu den etwa 1.700 Sperren, die vor der Amtszeit des aktuellen Vorsitzenden Alejandro Tengco verzeichnet wurden.
Wie lange dauert eine Spielersperre bei der PAGCOR mindestens?
Sobald ein Antrag auf Ausschluss genehmigt wurde, gilt die Sperre für einen Zeitraum von mindestens einem Jahr. Das Programm der Behörde sieht verschiedene Optionen vor, wobei die ersten sechs Monate einer Selbstsperre grundsätzlich unwiderruflich sind.
Können auch Familienmitglieder eine Sperre für Spieler beantragen?
Ja, das philippinische System ermöglicht ausdrücklich einen Familienausschluss. Ehepartner, Eltern oder Kinder können eine Sperre beantragen, wenn sie ein problematisches Spielverhalten bei einem Angehörigen feststellen, um finanzielle und soziale Schäden frühzeitig abzuwenden.
Welche Hilfsangebote gibt es neben der Sperre?
PAGCOR betreibt eine 24/7-Hotline für Informationen und arbeitet mit verschiedenen Hilfszentren zusammen. Dazu gehören Organisationen wie Gamblers Anonymous Philippines und spezialisierte Rehabilitationszentren wie Bridges of Hope, die psychologische Unterstützung leisten.
Wie unterscheidet sich der Spielerschutz auf den Philippinen von der deutschen Rechtslage?
In Deutschland ist der Spielerschutz durch das zentrale Sperrsystem OASIS und das Überwachungssystem LUGAS gesetzlich strenger verankert. Deutsche Spieler unterliegen zudem harten monatlichen Einzahlungslimits von 1.000 Euro und Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin, was in lizenzierten GGL-Casinos strikt überwacht wird.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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