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Technik

Pay.io startet neues Krypto-Gateway für B2B iGaming-Betreiber

24. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Pay.io startet neues Krypto-Gateway für B2B iGaming-BetreiberKI-GENERIERT

Die neue Plattform Pay.io bietet Online-Casinos eine non-custodial Lösung für Krypto-Transaktionen an, um komplexe Blockchain-Prozesse durch drei Kernprodukte zu vereinfachen.

Die Welt der Online-Casinos steht niemals still und die technologische Infrastruktur dahinter muss Schritt halten. In einem Marktumfeld, in dem digitale Währungen immer präsenter werden, hat der Anbieter Pay.io nun ein spezielles Krypto-Gateway für B2B-Betreiber im iGaming-Bereich gestartet. Diese neue Plattform wurde als sogenannte non-custodial Lösung konzipiert. Das bedeutet, dass der Dienstleister selbst keine Kundengelder hält, sondern den Betreibern die direkte Kontrolle über ihre eigenen digitalen Vermögenswerte ermöglicht. Dies ist ein entscheidender Punkt für Unternehmen, die ihre Liquidität eigenständig verwalten und gleichzeitig regulatorische Anforderungen erfüllen wollen.

Das System wird auf Basis von Platform as a Service (PaaS) angeboten. Ziel ist es, die oft als mühsam empfundene administrative Arbeit bei der Abstimmung von Transaktionen zu reduzieren. Viele Betreiber kämpften in der Vergangenheit mit der Komplexität, die verschiedene Blockchains und Wallets mit sich bringen. Hier will das neue Tool ansetzen und eine zentrale Schnittstelle bieten, die den gesamten Zahlungsfluss steuert und überwacht. Besonders die Anbindung über das HubMarket-Ökosystem von Hub88 macht die Technologie für einen breiten Kreis von Bestandskunden sofort zugänglich.

Zahlen und Fakten

Das System von Pay.io basiert auf drei wesentlichen Säulen, die unterschiedliche operative Ebenen abdecken. Erstens dient das Payment Gateway als eine Art intelligente Befehlsebene, die geschäftliche Anforderungen in sichere Blockchain-Kommandos übersetzt. Zweitens gibt die Merchant Console den Finanzteams die nötige Übersicht. Hier können Wallets kontrolliert, Transaktionen eingesehen und genehmigt sowie Ausgaben überwacht werden. Drittens sorgt das Cashier UI für die Schnittstelle zum Endnutzer. Dieses Tool wird per iFrame direkt in die Webseite oder App des Casinos eingebettet und bietet den Spielern eine vertraute Umgebung für Ein- und Auszahlungen inklusive einer Historie.

Luis Campos Yafar, Product Manager bei Pay.io, betont die Dringlichkeit einer solchen Lösung für den Sektor:

„Zahlungen waren schon immer einer der kompliziertesten Teile des Betriebs einer iGaming-Plattform, und in der Vergangenheit haben Kryptowährungszahlungen nicht mit dem Tempo der Branche Schritt gehalten. Durch Pay.io sind Krypto-Zahlungen eine Sache weniger, um die man sich kümmern muss, da unsere non-custodial und hochgradig autonome Struktur die Bedürfnisse mühelos erfüllt."

Das System unterstützt laut Herstellerangaben verschiedene Ketten wie BTC, ETH, SOL und Polygon. Es bietet zudem Echtzeit-Benachrichtigungen und die Möglichkeit, Berichte für die Buchhaltung mit nur einem Klick zu exportieren. Die Markteinführung wurde von der Kommunikationsagentur Square in the Air begleitet.

Hintergrund

Kryptowährungen im Glücksspielsektor sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits fordern Spieler weltweit schnelle und anonymere Zahlungswege, andererseits müssen Betreiber strengste Compliance-Regeln einhalten. Herkömmliche Krypto-Stacks waren oft nicht auf das Volumen und die 24/7-Geschwindigkeit von Online-Casinos ausgelegt. Manuelle Prozesse bei der Abstimmung zwischen verschiedenen Börsen und Wallets führten oft zu Risiken und Zeitverzögerungen. Mit dem PaaS-Ansatz versucht Pay.io, diese Lücke zu schließen, indem die technische Komplexität hinter APIs und vorgefertigten Benutzeroberflächen verborgen wird.

Die Integration über Hub88 zeigt zudem, wie wichtig Partnerschaften in der B2B-Welt sind. Hub88 bietet Tools, Analysen und operative Dienste an, in die sich Pay.io nun nahtlos einfügt. Dies erlaubt es Betreibern, Krypto-Optionen ohne massive interne Entwicklungsressourcen anzubieten. Ein wichtiger Aspekt der Lösung ist zudem der integrierte Fiat-On-Ramp innerhalb des Cashier-Widgets, wodurch auch Nutzer ohne eigene Krypto-Wallet theoretisch über die Plattform bedient werden könnten.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler mit Wohnsitz in Deutschland bleibt die Lage trotz technischer Neuerungen wie Pay.io eindeutig. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt sehr enge Grenzen für die Art der erlaubten Zahlungsmittel. Kryptowährungen gehören derzeit nicht zu den zugelassenen Methoden in Online-Casinos, die eine deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen. Wer bei einem legalen Anbieter spielt, muss sich an die strengen Regeln halten, zu denen auch das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System gehört.

Obwohl Techniken wie das Cashier UI von Pay.io die Nutzererfahrung verbessern könnten, dürfen sie in Deutschland nicht dazu genutzt werden, die Identitätsprüfung oder die Limitüberwachung zu umgehen. Deutsche Spieler sollten sich daher immer an die GGL-Whitelist halten. Anbieter ohne diese Lizenz, oft aus Curacao oder der MGA-Zone, bieten zwar häufig Krypto-Zahlungen an, bieten aber nicht den deutschen Rechtsschutz oder die Spielerschutzmechanismen wie das 1-Euro-Limit pro Spin bei virtuellen Automatenspielen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Casinobetreiber, die auf dem deutschen Markt mit einer GGL-Lizenz agieren, ist die Technologie von Pay.io vorerst eher für internationale Märkte interessant. In Deutschland steht die Einhaltung der strengen Richtlinien zur Geldwäscheprävention und zum Spielerschutz an oberster Stelle. Da Kryptowährungen die Rückverfolgbarkeit für die deutschen Behörden erschweren, ist eine Zulassung solcher Gateways auf dem regulierten deutschen Markt kurzfristig nicht absehbar. Dennoch zeigt die Entwicklung, dass die Branche weltweit an einer Professionalisierung der Zahlungswege arbeitet, was langfristig auch den Druck auf Regulierungsbehörden erhöhen könnte, moderne Zahlungsmittel unter strengen Auflagen zu prüfen.

Häufige Fragen

Was genau ist das Pay.io Krypto-Gateway?

Es handelt sich um eine technologische Infrastruktur für B2B-iGaming-Betreiber, die Zahlungen mit Kryptowährungen ermöglicht. Das System arbeitet non-custodial, was bedeutet, dass der Anbieter keine Gelder verwaltet, sondern nur die technische Schnittstelle für die Betreiber bereitstellt.

Welche Vorteile bietet die Plattform für Online-Casinos?

Betreiber erhalten mehr Kontrolle über ihre Wallets und können Transaktionen über verschiedene Blockchains wie BTC oder Solana zentral steuern. Zudem reduziert die Merchant Console den administrativen Aufwand bei der Abstimmung und Berichterstattung von Zahlungsströmen.

Wie wird Pay.io in eine Casino-Webseite integriert?

Die Integration erfolgt entweder über eine API oder durch ein vorgefertigtes Cashier UI, das als iFrame direkt in die Seite eingebettet wird. Dies soll eine nahtlose Nutzererfahrung für Spieler gewährleisten, die Ein- und Auszahlungen vornehmen möchten.

Sind Kryptowährungen in deutschen Online-Casinos erlaubt?

Nein, nach dem aktuellen Glücksspielstaatsvertrag 2021 sind Kryptowährungen bei Anbietern mit GGL-Lizenz nicht als Zahlungsmittel zugelassen. Spieler in Deutschland müssen auf regulierte Methoden zurückgreifen, die den Anforderungen des Spielerschutzes und des LUGAS-Systems entsprechen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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