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Regulierung

Pennsylvania American Legion fordert Legalisierung von elektronischen Pull-Tabs

29. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Pennsylvania American Legion fordert Legalisierung von elektronischen Pull-TabsKI-GENERIERT

Die American Legion will das Gesetz für gemeinnütziges Glücksspiel in Pennsylvania modernisieren und setzt auf elektronische Pull-Tabs, um Einnahmeverluste von bis zu 40 Prozent auszugleichen.

In Pennsylvania bahnt sich eine Zäsur für das gemeinnützige Glücksspiel an. Die American Legion Department of Pennsylvania hat sich offiziell einer Koalition angeschlossen, die eine grundlegende Reform der Gesetze für wohltätiges Gaming fordert. Die Organisation, die allein in Pennsylvania über 650 Posten und etwa 120.000 Mitglieder zählt, reagiert damit auf eine drohende Finanzierungslücke. Der Exekutivausschuss der Legion hat diesen Schritt am 19. September einstimmig beschlossen. Ziel ist die Einführung von elektronischen Pull-Tabs (e-tabs), um den Wegfall bisher geduldeter, aber nun illegaler Spielautomaten abzufedern.

Die Dringlichkeit der Forderung ergibt sich aus einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Pennsylvania. Das Gericht stufte sogenannte Skill Games als Spielautomaten ein, die unter das staatliche Glücksspielgesetz fallen. Da diese Maschinen meist keine entsprechende Lizenz besitzen, müssen sie bis zum 13. Oktober abgeschaltet und entfernt werden. Für viele Veteranenheime und soziale Clubs bricht damit eine essenzielle Geldquelle weg. Diese Gelder fließen normalerweise in die Unterstützung von Veteranen, Jugendprogramme, Lebensmittelverteilungen und Spenden an lokale Organisationen. Ohne eine gesetzliche Alternative wie e-tabs stünden viele dieser Angebote vor dem Aus.

Zahlen und Fakten

Der Kern des Vorstoßes ist die Unterstützung des Gesetzentwurfs House Bill 1050 (HB1050). Dieser Entwurf sieht drastische Erhöhungen der Gewinnsummen vor. Der maximale Preis für ein Einzelspiel soll von derzeit 2.000 Dollar auf 5.000 Dollar steigen. Noch bedeutender ist die Anhebung der wöchentlichen Gesamtgewinne, die ein Club ausschütten darf. Hier ist eine Verdopplung von 35.000 Dollar auf 70.000 Dollar im Gespräch. Zudem soll die Verteilung der Erlöse reformiert werden. Bisher müssen mindestens 60 Prozent der Einnahmen für öffentliche Zwecke verwendet werden. HB1050 sieht vor, diesen Anteil auf 25 Prozent zu senken, sodass die Organisationen bis zu 75 Prozent für ihren eigenen Betrieb und ihre internen Programme behalten können.

Die Anzahl der erlaubten Geräte soll sich nach der Größe der Räumlichkeiten richten. Hallen mit einer Kapazität von mindestens 250 Personen dürfen bis zu 10 Maschinen aufstellen. In kleineren Räumen gelten entsprechend reduzierte Limits. Nach Erfahrungen aus Nachbarstaaten wie Ohio und Kentucky, die ihre Gesetze bereits modernisiert haben, könnten die Einnahmen der Veteranen-Posten durch die Einführung elektronischer Optionen um durchschnittlich 40 Prozent steigen. Dies ist besonders wichtig, um jüngere Veteranen anzusprechen, die weniger Interesse an traditionellen Papier-Losen zeigen.

Hintergrund

Das Gesetz über kleine Glücksspiele (Small Games of Chance Law) in Pennsylvania stammt in seinen Grundzügen aus dem Jahr 1988 und wurde zuletzt 2013 aktualisiert. Es gilt als veraltet, da es Veteranenorganisationen fast ausschließlich auf papierbasierte Spiele beschränkt. Während kommerzielle Casinos florieren, blieb der Sektor für gemeinnütziges Glücksspiel technisch stehen. Jim Brown, der State Commander des VFW Department of Pennsylvania, betonte die Bedeutung dieser Einnahmen für das Überleben der über 400 VFW-Posten im Bundesstaat.

„Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Pennsylvania, dass Skill-Spiele tatsächlich Spielautomaten sind und bald illegal sein könnten, gefährdet eine lebenswichtige Einnahmequelle und damit auch die Fähigkeit vieler VFW-Posten, offen zu bleiben.“ - Jim Brown, State Commander, Veterans of Foreign Wars Department of Pa.

Die Koalition PlayPA for Charity argumentiert, dass legalisiertes und reguliertes gemeinnütziges Glücksspiel nicht nur die Lücken füllen kann, die durch das Verschwinden der Skill Games entstehen, sondern auch für mehr Transparenz sorgt. Die legislative Debatte wird sich voraussichtlich am 29. September im House Gaming Oversight Committee zuspitzen, wenn das Thema Skill Games erneut auf der Tagesordnung steht.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Die Situation in Pennsylvania verdeutlicht, wie wichtig klare gesetzliche Rahmenbedingungen für das Glücksspiel sind. In Deutschland ist dies durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) geregelt. Im Gegensatz zu den Grauzonen in den USA, in denen Skill Games jahrelang ohne klare Lizenz betrieben wurden, gibt es in Deutschland eine strikte Trennung. Wer hierzulande sicher spielen möchte, sollte ausschließlich Angebote nutzen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen.

Deutsche Spieler profitieren von strengen Schutzmaßnahmen, die in den USA oft erst mühsam erkämpft werden müssen. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Das IT-System LUGAS überwacht diese Limits anbieterübergreifend. Während in Pennsylvania nun darüber gestritten wird, wie viel Geld für den Eigenbetrieb einbehalten werden darf, sorgt in Deutschland eine klare Steuer- und Abgabenstruktur dafür, dass ein Teil der Einnahmen dem Gemeinwohl zugutekommt, ohne die Existenz der Anbieter oder den Spielerschutz zu gefährden.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz bleibt die Rechtssicherheit das höchste Gut. Der Fall Pennsylvania zeigt, wie schnell unregulierte Märkte kollabieren können, wenn Gerichte einschreiten. Lizenzierte Anbieter in Deutschland müssen sich nicht davor fürchten, dass ihre Geräte plötzlich "unplugged" werden, solange sie die strengen Auflagen zum Jugend- und Spielerschutz erfüllen. Die Modernisierung in den USA hin zu elektronischen Lösungen spiegelt zudem den globalen Trend wider: Spieler erwarten zeitgemäße digitale Angebote, ob im Online-Casino oder im lokalen Vereinsheim.

Häufige Fragen

Was sind elektronische Pull-Tabs?

Elektronische Pull-Tabs sind digitale Versionen von Aufreißlosen, die an speziellen Terminals gespielt werden. Sie funktionieren ähnlich wie Spielautomaten, sind aber rechtlich als gemeinnütziges Glücksspiel für Organisationen wie die American Legion definiert.

Warum müssen Skill Games in Pennsylvania entfernt werden?

Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates hat entschieden, dass diese Maschinen unter das bestehende Glücksspielgesetz fallen. Da sie keine Lizenzen wie Casino-Automaten besitzen, gilt der 13. Oktober als Frist für ihre Entfernung.

Wie hoch sollen die Preisgelder nach HB1050 steigen?

Der Gesetzentwurf sieht vor, den Hauptpreis für ein Einzelspiel von 2.000 auf 5.000 Dollar anzuheben. Die wöchentliche Obergrenze für Gewinne pro Club soll von 35.000 auf 70.000 Dollar verdoppelt werden.

Wie ändert sich die Verwendung der Einnahmen für Vereine?

Bisher müssen Vereine 60 Prozent der Erlöse spenden. Die neue Regelung würde es erlauben, bis zu 75 Prozent der Einnahmen für den eigenen Betrieb und interne Programme zu verwenden, statt nur 40 Prozent.

Gibt es solche Regelungen auch in Deutschland?

In Deutschland ist gewerbliches Glücksspiel streng durch die GGL reguliert, während Kleinglücksspiele wie Tombolas oder Bingo für Vereine länderspezifischen Regeln unterliegen. Deutsche Spieler sollten immer auf die GGL-Lizenz achten, um sicher und legal zu spielen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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